Der größte? (Teil 1.2) (Reiseberichte)
Dann wäre da die Strecke nach Starnberg. Am 21. Mai 1854 erfolgte als erster Schritt die Inbetriebnahme bis Planegg, am 16. Juli wurde Gauting erreicht und am 16. September Mühlthal, Starnberg wurde am 28. November erreicht. Am 1. Juli 1865 wurde Tutzing (hier endet heute die Zweigleisigkeit, bis Gauting ist die Strecke sogar viergleisig) erreicht und am 1. Februar 1866 Weilheim und Unterpeißenberg im Rahmen der Strecke nach Schongau. Die Verkehrsströme änderten sich, statt Richtung Schongau fahren die Züge von Weilheim heute südwärts gen Alpen: am 15. Mai 1879 ging die Strecke bis Murnau in Betrieb, am 25. Juli 1889 die durch die LAG gebaute Fortsetzung bis Garmisch-Partenkirchen. Die Gesamtstrecke hierhin wurde am 25. Februar 1925 elektrifiziert.
Die S-Bahn fährt bis Tutzing, weiter bis Garmisch kommen Elektrotriebwagen der Baureihe 2442, die als Flügelzüge auch die Strecke von Tutzing nach Kochel bedienen.
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Herrsching liegt am Ammersee und wird von einer in Pasing beginnenden Stichbahn erschlossen, auf der heute die S-Bahn fährt. Sie wurde am 1. Juli 1903 eröffnet und am 1. August 1925 elektrifiziert. Der Abschnitt bis Weßling ist zweigleisig, bis Herrsching liegen immerhin zwei Schienen.
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Schlußendlich ist die Strecke nach Buchloe zu nennen, deren Teilabschnitt bis zur S-Bahn-Endstation Geltendorf seit dem 28. September 1968 elektrisch betrieben wird. Die heute zweigleisige Strecke wurde am 1. November 1872 eröffnet und schließt in Buchloe an die Strecke Augsburg - Lindau an.
Paradezüge sind die vier EC-Paare nach Zürich mit schweizer Wagen und der Baureihe 218 in Doppeltraktion. Daneben fährt zweistündlich der Alex nach Lindau und Oberstdorf (Baureihe 223 und diverse Wagen), ferner fahren zahlreiche RE-Züge der DB Richtung Füssen, Kempten und Memmingen. Neben der Baureihe 218 kommen auch Dieseltriebwagen der Baureihe 612 zum Einsatz.
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München Hbf ist einer der größten deutschen Personenbahnhöfe, gleismäßig steht er sogar an Platz 1. Neben dem zweigleisigen Tunnelbahnhof besitzt er als weitere Besonderheit zwei Flügelbahnhöfe, den Starnberger Bahnhof im Norden (heute München Hbf Gl. 27-36 genannt) und im Süden den Holzkirchner Bahnhof (Gl. 5-10).
Seit 1848 befindet sich Münchens Bahnhof an dieser Stelle, in den ersten Jahren lag er weiter westlich, an der Hackerbrücke. Der 1848 eröffnete Bahnhof war schon bald zu klein, obwohl die Züge nach Landshut einen eigenen Bahnhof hatten. Daher wurde ab 1877 ein neuer Bahnhof errichtet, der 1883 fertiggestellt war, hierbei wurde das alte Empfangsgebäude erweitert.
Der Verkehr wuchs, 1893 kam der Starnberger Bahnhof dazu. Am 1. Mai 1904 wurde der Bahnhof umbenannt, in München Hbf. Der Verkehr wuchs. Neubaupläne wurden aufgegeben, stattdessen wurde der Bahnhof erweitert. Der Krieg kam dazwischen, so daß erst am 30. April 1921 der erweiterte Starnberger Bahnhof und der neue Holzkirchner Bahnhof (südlich des Hauptbahnhofs) dem Verkehr übergeben werden konnten. Unter Hitler gab es hochtrabende Pläne, das Ende ist bekannt.
Die Reste der alten Bahnsteighalle wurden 1949 gesprengt, der Wiederaufbau begann. Bereits 1950 war das neue Empfangsgebäude des Starnberger Bahnhofs fertig, 1953 die neue Schalterhalle des Hauptbahnhofs. 1960 war der neue Hauptbahnhof komplett fertiggestellt, Empfangsgebäude und die großzügige Bahnhofshalle mit nur einer Reihe Mittelstützen.
Am 11. Oktober 1964 ging das Zentralstellwerk an der Hackerbrücke in Betrieb, das zahlreiche alte Stellwerke ablöste. Irgenwann verschwanden die Flügelbahnhöfe aus dem Kursbuch und wurden durch die Gleisangaben ersetzt. Es wurde weiter modernisiert, irgendwann geisterte auch das Projekt München 21 durch die Köpfe der Politiker und Planer, das einen Durchgangsbahnhof vorsah. Aktuell wird die Unterwelt umgestaltet, geplant ist auch ein zweiter S-Bahn-Tunnel.
Für die nachfolgende Bildreportage stehen mir über 250 Aufnahmen zur Auswahl, sie entstanden bei mehreren Besuchen in den Jahren 2012 bis 2014. Der Rundgang hat sechs Abschnitte. Wir beginnen mit Außenaufnahmen, besuchen dann die Schalterhalle und den Querbahnsteig. Durch die Unterwelt erreichen wir den Starnberger Bahnhof, anschließend schauen wir uns auf den Bahnsteigen der Haupthalle um, bevor der Besuch auf dem Holzkirchner Bahnhof endet.
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Teil 1.3 folgt gleich.
gesamter Thread:
- Der größte? (Teil 1.1) -
Sören Heise,
21.11.2014, 16:47
- Der größte? (Teil 1.2) -
Sören Heise,
21.11.2014, 16:48
- Der größte? (Teil 1.3, 30 Bilder) -
Sören Heise,
21.11.2014, 16:48
- Danke für das Potrait - Berlin-Express, 21.11.2014, 17:53
- Der größte? (Teil 1.3) - 218 466-1, 21.11.2014, 18:13
- Der größte? (Teil 1) - 462 001, 21.11.2014, 18:38
- Wann erscheint Dein Buch "Deutschlands Bahnhöfe"??? ;-)
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ICE11,
21.11.2014, 22:50
- Wann erscheint Dein Buch "Deutschlands Bahnhöfe"??? ;-) - ICE3 Fan, 21.11.2014, 23:31
- Der größte? (Teil 1.3, 30 Bilder) - Jens, 21.11.2014, 23:46
- Sammelantwort, Teil 1 und 2 - Sören Heise, 23.11.2014, 09:50
- Bild 4 musst du unbedingt für die Nachwelt erhalten! - fabs, 23.11.2014, 10:41
- Der größte? (Teil 1.3, 30 Bilder) -
Colaholiker,
24.11.2014, 09:27
- Der größte? (Teil 1.3, 30 Bilder) - Alexander, 24.11.2014, 10:03
- Der größte? (Teil 1.3, 30 Bilder) - lokuloi, 30.11.2014, 18:47
- Der größte? (Teil 1.3, 30 Bilder) -
Sören Heise,
21.11.2014, 16:48
- Der größte? (Teil 1.2) -
Sören Heise,
21.11.2014, 16:48