Hauptbahnhof, dezentral (40 Bilder) (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Samstag, 15.11.2014, 16:37 (vor 4189 Tagen)

Grüß Gott,

die Hauptbahnhofsreise durch Bayern hat die Pfettrach erreicht. Landshut liegt offiziell an der Isar, aber um von der Innenstadt zum Hauptbahnhof zu kommen, sind neben einem langem Atem auch Querungen von Isar und - quasi auf dem Bahnhofsplatz - Pfettrach erforderlich.


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Landshuts Hauptbahnhof liegt also ziemlich weit draußen. Das war nicht immer so, Landshuts erster Bahnhof lag innenstadtnah nördlich der Isar. Er war ein Kopfbahnhof und wurde am 15. Mai 1880 durch den heutigen Durchgangsbahnhof ersetzt. Ein Luftangriff zerstörte den Bahnhof am 19. März 1945, auf den Tag genau neun Jahre später wurde das heutige Empfangsgebäude eröffnet. Seine Fertigstellung dauerte zwei weitere Jahre. Die Wandgestaltung der Halle aus Ritzzeichnungen und Glasurfarben ist das Werk zweier Münchner Professoren. [Diese Informationen verdanke ich dem schon öfert zitierten Werk von Martin Schack, Neue Bahnhöfe. Empfangsgebäude der Deutschen Bundesbahn 1948 - 1973, Berlin 2004, S. 183.]


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Die erste Bahnstrecke in Landshut war die Ostbahnstrecke zwischen Nürnberg und München. Am 3. November 1858 wurde als Anfang München - Landshut eröffnet, am 12. Dezember 1859 die Fortsetzung nach Regensburg. So weit, so falsch. Denn man nutzte weder den heutigen Bahnhof in Landshut noch auf ganzer Länge die heutige Bahnstrecke, sondern zwischen Neufahrn (Niederbayern) und Obertraubling eine östlichere Linienführung. Am 6. August 1873 wurde aber die direkte Verbindung in Betrieb genommen. Die heutige Strecke wurde im ausgehenden 19. Jahrhundert zweigleisig ausgebaut und in den 1920ern elektrifiziert: München - Freising am 28. September 1925, am 3. Oktober weiter bis Landshut. Knapp ein Jahr später, am ersten Oktobertag des Folgejahres folgte der Abschnitt bis Neufahrn und am 10. Mai 1927 wurde Regensburg erreicht.
Zwischen Regensburg und München besteht ein stündliches schnelles Angebot, hier wechseln sich die Länderbahn (Alex) und die DB ab. Beide fahren lokbespannt, Alex mit der Baureihe 183 und einem Sammelsurium an Wagen (am einheitlichsten sind noch die zwei Prager Züge, bei denen die Tschechischen Eisenbahnen die Fahrzeuge stellen), die DB mit Baureihe 111 und Doppelstock. Nach Regensburg verkehren einzelne Züge von Agilis (Baureihe 440), weiter Richtung Freising und München ergänzt DB Regio das Abgebot mit Nahverkehrszügen.

Ebenfalls elektrifiziert ist die eingleisige Strecke nach Plattling, das erst seit dem 25. Mai 1976. Eröffnet wurde sie etwa 100 Jahre zuvor, am 15. Oktober 1875 zwischen Plattling und Pilsting (ebenso die Fortsetzung über Neumarkt-St. Veit nach Mühldorf) und am 15. Mai 1880 zwischen Pilsting und Landshut. Eigentlich sollte sie Teil einer Direktverbindung zwischen Prag, Pilsen und München sein, aber die Trassierung im Wald war und ist zu anspruchsvoll. Die Strecke wird von der stündlichen RE-Verbindung München - Passau bedient, neben den für diese Leistung beschafften Elektrotriebwagen der Baureihe 440 kommen auch lokbespannte Doppelstockzüge zum Einsatz. Das ist bei manchen Zügen durchaus sinnvoll.

Dann wäre da noch die am 4. Oktober 1883 eröffnete Strecke nach Neumarkt-St. Veit kurz vor Mühldorf. Sie wird durch die Südostbayernbahn betrieben, neben 628ern kommt ab und an auch eine 218 mit Doppelstockwagen nach Landshut.

Schlußendlich wurde am 3. November 1900 die Lokalbahn nach Rottenburg eröffnet. Im Sommerfahrplan 1974 fuhr auf ihr kein Reisezug mehr, der Personenverkehr wurde eingestellt. Etwa die Hälfte der Strecke wurde kurz nach der Jahrtausendwende abgebaut, zwischen Landshut und Neuhausen verkehren ab und an Museumszüge.

Die Aufnahmen aus Landshut stammen vom 16. Juli 2012 und vom 2. September 2014. Zunächst einige gleislose Aufnahmen.


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1 Das Königlich-bayerische Straßen- und Flußbauamt residiert im Empfangsgebäude des ersten Bahnhofs.


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2 Landshut besitzt eine gepflegte und freundliche Innenstadt.


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3 Die Martinskirche hat den höchsten Kirchturm Bayerns. Gleichzeitig ist er mit 130,6 Metern der höchste Backsteinturm der Welt.


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4 Altstadt mit Rathaus.


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5 Das Karstadt-Tor.


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6 Die Große Isar mit der Heiliggeistkirche.


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7 Über der Stadt erhebt sich die Burg Trausnitz.


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8 Zum Hauptbahnhof? Immer geradeaus.


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9 Gleich haben wir es geschafft.


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10 Der Hausbahnsteig.


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11 Die Ostwand der Bahnhofshalle.


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12 Die Nordwand.


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13 Die Westwand.


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14 Die Südwand, auszugsweise.


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15 Die Südwand, fast komplett.


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16 Im Ostkopf führt eine Brücke über die Bahnanlagen. Hinter den Bahnsteigen einige Gütergleise.


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17 Der Personenbahnhof.


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18 Der Stadtbusbahnhof. Dem Hannoveraner werden grüne Haltestellenschilder nicht unbekannt vorkommen.


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19 Bahnhofsplatz.


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20 Bahnhofsplatz.


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21 Empfangsgebäude und Regionalbusbahnhof.


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22 Ein Blick hinüber zum Stadtbusbahnhof.


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23 Der Personentunnel wurde auf die Bahnhofsnordseite verlängert.


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24 Im Bahnsteigbereich ist er gelb.


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25 Abgerundete Ecken und der nachträglich eingebaute Aufzug.


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26 Das Ende.


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27 Ein Seitengang führt zu den Regionalbussen.


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28 Gegenüber führt eine Rampe nach oben (hinten).


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29 Der Hausbahnsteig mit 628 580 nach Mühldorf.


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30 Der Nachtausgang.


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31 Die Ausfahrt in Richtung Regensburg und Plattling.


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32 Bahnsteigblick mit Stolperfalle.


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33 Der Ausgang.


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34 Ein letzter Blick zurück.


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35 Ein weiteres Bahnsteigbild.


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36 Das Stellwerk.


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37 Stumpfgleis mit 440 417, der auf seinen nächsten Einsatz wartet.


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38 Bahnhofsbild.


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39 Am einheitlichsten sind noch die zwei Prager Züge, bei denen die Tschechischen Eisenbahnen die Fahrzeuge stellen. Nun ja.


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40 Der hinterste Bahnsteig ist noch nicht modernisiert.


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Soviel aus Landshut. Eine freundliche Stadt mit einem sympathischen, wenn auch ein wenig altmodischen Hauptbahnhof. Uns zieht es weiter, nächster Halt München.


Viele Grüße
Sören

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