München – Fi-esch und zurück (ohne Eisenbahnbilder), Teil 1 (Reiseberichte)
Im Vorfeld
Vor ein paar Wochen haben wir beschlossen, dass es mal wieder an der Zeit wäre, Freunde in Bern zu besuchen. Dafür hatten wir uns das verlängerte Wochenende mit dem 3. Oktober herausgesucht, versprach es doch eine stressfreie Anreise am Feiertag. Die Wahl für das Verkehrsmittel Bahn war auch schnell getroffen. Ebenso stand bald fest, dass eine Wanderung zum Aletschgletscher Bestandteil des Wochenendes werden sollte. Zu guter Letzt haben wir uns dann noch dafür entschieden, den Donnerstagnachmittag auch zu nutzen und einen Zwischenstopp in Konstanz am Bodensee zu machen. Dabei sollte zumindest die Etappe zwischen Friedrichshafen und Konstanz mit dem Schiff (Katamaran) zurückgelegt werden. Schließlich dauert das nur 20 Minuten länger, hat aber dann doch schon mehr „Urlaubs-Feeling“. Nichts gegen die Bodenseegürtelbahn, ich fahr sie gerne. Aber eine Schifffahrt ist dann doch schöner.
Der Fahrkartenkauf war einerseits unkompliziert, anderseits auch mit ein paar Überraschungen „gesegnet“. Ein Europa-Spezial Schweiz von München über Friedrichshafen Hafen und Konstanz nach Fiesch war erstaunlicherweise problemlos buchbar – natürlich ohne Schiffsanteil, hier musste man dann für die Fahrkarte eine Bahnfahrt erzwingen. Allerdings tauchte der via-Punkt Friedrichshafen Hafen auf der Fahrkarte gar nicht auf, nur auf der Verbindung. Nun ja, die Gefahr hier zwischen Stadt und Hafen kontrolliert zu werden, schätze ich dann doch als gering ein.
Interessanterweise war die für die Rückfahrt auf direktem Weg via Lindau keine Fahrkarte ab Fiesch zu bekommen – unbekannter Auslandstarif. Hier musste ich mich mit einer Fahrkarte Brig – München begnügen. Evtl. hätte es am Schalter eine solche Fahrkarte gegeben. Aber meine letzte Erfahrung mit dem Schalter war gelinde gesagt desaströs, da hatte ich keine Lust darauf Zeit zu verwenden. Gut - es hätte noch die Möglichkeit der Agentur gegeben.
Tag 1 (Do, 2. Okt 2014)
geplanter Fahrtverlauf:
+-------------------------+--------+--------+----------+----------------+
| Bahnhof | An | Ab | Zug Nr. | Bemerkungen |
+-------------------------+--------+--------+----------+----------------+
| München Hbf | | 13:46 | EC 114 |FR FB BT |
| Ulm Hbf | 15:02 | 15:12 | IRE 4229 |FB EH |
| Friedrichshafen Stadt | 16:24 | 16:33 | RB 22675 |FB K2 |
| Friedrichshafen Hafen | 16:34 | | Fußweg | 5 Min. |
| Friedrichshafen Fähre | | 17:02 | KAT |DU FB BT K7 |
| Konstanz Hafen | 17:54 | | Fußweg | 6 Min. |
| Konstanz | 18:00 | | | |
+-------------------------+--------+--------+----------+----------------+
| Fahrzeit: 4:14; |
Der Donnerstagnachmittag wurde also zum Überstunden abbauen genutzt. Die Anfahrt zum Münchner Hbf erfolgte wie quasi immer mit der U-Bahn.
Es war noch Zeit sich mit einem Nachmittags-Cappuccino einzudecken, unser Zug kam dann pünktlich aus Klagenfurt auf Gleis 12 an. Der Zug bestand aus ICmod-Wagen und war schon erstaunlich gut ausgelastet. Auf eine Reservierung hatten wir verzichtet, nur bis Ulm hätte sich die nicht wirklich gelohnt, im schlimmsten Falle hätten wir halt stehen müssen.
Aber es fanden sich zwei Plätzchen, die ab Ulm reserviert waren. Genau passend also. An den ICmod-Wagen gibt’s nichts auszusetzen. Die kann man schon so lassen.
Pünktlich zieht unsere 101er uns dann aus München heraus in flotter Fahrt Richtung Augsburg, sogar ohne Halt in Pasing, wie bei allen Zügen, die schon am Ostbahnhof halten. Die Fahrt scheint problemlos zu verlaufen, uns so nutzen wir die altbekannte Strecke für eine kleine Nachmittagsbrotzeit, die wir allerdings selbst mitgebracht haben.
Die Einfahrt nach Augsburg erfolgt dann doch ungewöhnlich langsam, wir fahren auf Gleis 3 ein und dass auf Gleis 1 immer noch der ICE 516, bestehend aus 2x BR 407, steht lässt nichts Gutes erahnen. In der Tat erfolgt dann auch sehr bald die Durchsage, dass sich die Abfahrt wegen Personen im Gleis auf unbestimmte Zeit verzögert. Die Reiseauskunft „spricht“ auch von +30. Da sah ich unser Schiff schon ohne uns davonschwimmen: also doch mit dem IRE nach Radolfzell.
Allerdings: die Durchsage war keine Minute vorbei, die Unruhe im Wagen hatte schon zugenommen, setzte sich der ICE von Gleis 1 und ein Güterzug, der auch im Augsburger Hbf zum Halten gekommen war, quasi gleichzeitig in Bewegung. Das war dann doch ein gutes Zeichen. Und in der Tat: ein paar Minuten später und mit gerade einmal 10 Minuten Verspätung ging’s dann weiter. In Anbetracht der üppigen Reserven war ich wieder optimistisch was den Anschluss in Ulm anbelangte. Es ging dann auch problemlos weiter. In Günzburg war die Bahnsteig-Bremsung derart zielgerichtet, dass die Bremsen anfingen zu stinken, das hatte ich eigentlich schon länger nicht mehr erlebt. Von den 10 Minuten Verspätung in Augsburg waren bis Ulm keine 5 Minuten mehr übrig, der Umstieg also problemlos möglich.
In Ulm herrschte in die andere Richtung allerdings ein wenig Chaos. Die Fernzüge Richtung München waren alle reichlich verspätet, unser IRE aus Stuttgart fiel komplett aus. Allerdings gab’s einen Ersatzzug zur gleichen Zeit am gleichen Gleis. Dem Bahnlaien ist wahrscheinlich gar nichts aufgefallen. Der Ersatzzug bestand aus 2 x BR 611. Da kann man nicht meckern. Ein bisschen lauter als im Dosto, aber darüber hinaus auf jeden Fall komfortabler. Die Fahrt nach Friedrichshafen verlief nun wirklich unspektakulär. Nur die Schaffnerin sah sich die Fahrkarte genau an, fand dann aber anscheinend keinen Haken ;). Wir kamen pünktlich am Stadtbahnhof an. Ein 628er brachte uns dann problemlos zum Hafenbahnhof.
Dort wartete dann vor dem Fahrkartenautomat des Katamarans eine Traube von Menschen in Tracht, und auch am Automat selbst hing ein Zettel mit Hinweisen zum Oktoberfest in Konstanz. Oje. Nicht, dass ich jetzt deswegen aus München geflohen wäre, aber wenn man schon zu der Zeit vereist, will man nicht noch unterwegs das nächste Oktoberfest haben. Aber es ist klein genug, als dass man in Konstanz nichts davon mitbekommt. Aufgefallen ist es dann wirklich nur auf dem Schiff, das wirklich fast vollständig in der Hand vom Festbesuchern war. Wir konnten uns bei schönstem Herbstwetter trotzdem einen Sitzplatz im Freien ergattern. Das „boarding“ dauerte dann ein bisschen länger, aber beim Schiff kommt’s jetzt auch nicht auf jede Minute an, bei der Abfahrtszeit. Die Ankunft in Konstanz war weitgehend pünktlich, ich könnt’s auf die Minute gar nicht sagen.
Zur Abwechslung ein paar Bilder von der Überfahrt:
![[image]](http://abload.de/img/p1110613ynu3j.jpg)
Friedrichshafen
![[image]](http://abload.de/img/p1110619muu7d.jpg)
Auf der Überfahrt
![[image]](http://abload.de/img/p1110621ruun1.jpg)
Wir nähern uns dem Ziel
![[image]](http://abload.de/img/p1110625tfu0c.jpg)
Die Constanze
Den Abend beschlossen wir mit einem Stadtbummel und einem Burger im DOM (http://www.dom-konstanz.de/). Cooles Ambiente und sehr empfehlenswert, wenn man das dort gebotene Essen (hauptsächlich Burger und Steaks) prinzipiell mag.
München – Fi-esch und zurück (ohne Eisenbahnbilder), Teil 2
Tag 2 (Fr, 3. Okt 2014)
geplanter Fahrtverlauf:
+-------------------------+--------+--------+----------+----------------+
| Konstanz | | 16:03 | IR 2132 |FB |
| Zürich HB | 17:21 | 17:32 | IC 732 |FB RE UA BR MB HD KK |
| Bern | 18:28 | | | |
+-------------------------+--------+--------+----------+----------------+
| Fahrzeit: 2:25; |
Nach einem gemütlichen Tag am Bodensee ging’s Freitagnachmittag weiter nach Bern.
Der IR wird in Konstanz eingesetzt und ist dementsprechend auch noch leer. Sitzplatz also trotz ohne Reservierung kein Problem. Dass das in der Schweiz generell so wäre, das kann ich allerdings nicht ohne weiteres bestätigen. Am Komfort gibt’s für einen IR wenig zu bemängeln. Der Zug ist eine Wendezuggarnitur aus EW IV.
Der Schweizer Schaffner ist übrigens der erste, der auch die zweite Bahncard sehen will, den deutschen war immer die Identifizierungs-BC ausreichend. Außerdem scheint ihn die Fahrkarte zu amüsieren. Ist München – Fiesch via Konstanz schon so ungewöhnlich? Aber erstmal geht’s quer durch den Thurgau. In gemütlicher Fahrt erreichen wir nach einer knappen halben Stunde Weinfelden. Luftlinie sind wir nun immerhin schon 11 km weiter ;-). Auch die nächste ITF-Kante bis Winterthur wird eher beschaulich, gemütlich zurückgelegt.
Dafür wird’s ab Winterthur _richtig_ voll. Es sind nicht nur alle Sitzplätze belegt, im Prinzip sind auch alle Stehplätze belegt, denn der Gang ist zugestellt. Spätestens ab dem Züricher Flughafen, wo nochmals ein gehöriger Schwung Leute dazukommt, aber quasi niemand aussteigt. Freitagnachmittag halt. Die Hoffnung, in Zürich kommen wir da schon durch, wir sind sicherlich nicht die einzigen, die aussteigen wollen, wird nur zum Teil erfüllt. Mit Gepäck, an anderen Leuten vorbei zu kommen, die mit Gepäck im Gang stehen, ist dann teilweise schon eine Herausforderung, aber wir schaffen es aus dem Zug heraus: und siehe da: wir stehen direkt vor dem Abgang zum Bahnsteigtunnel. Also nichts wie raus aus dem Getümmel nach unten, und erstmal in Ruhe nach dem Abfahrtsgleis für die Weiterfahrt suchen.
Auf Gleis 17 soll’s weitergehen. Wo ist das eigentlich? Ach, hier. Na gut, dann eben dieselbe Treppe wieder herauf. Da hätte man sich halt mal vorher informieren sollen. Falls es im Zug eine Ansage der Anschlusszüge gab, hab ich sie jedenfalls in der allgemeinen Unruhe verpasst.
Der Andrang am Gleis lässt dann darauf schließen, dass es auch im nächsten Zug nicht leerer wird. Es kommt ein ziemlich langer Zug aus IC-2000-Dostos angefahren, der schon gut besucht ist. Es gelingt uns trotzdem im Untergeschoss zwei freie Plätze nebeneinander zu finden. Soweit so gut. Nur wohin mit dem Gepäck? Die Gepäckablage kommt einem sehr bekannt aus den deutschen Dostos vor. Da passt nun wirklich gar nichts hinein. Zwischen den Sitzreihen ist auch schon sämtlicher Platz ausgenutzt. Vorläufig haben also unsere Taschen einen Sitzplatz, wir stehen im Gang daneben ;). Wir erhalten aber von unseren zukünftigen Gegenübersitzerinnen den freundlichen Hinweis, dass es am anderen Ende des Wagens Gepäckregale gibt. Da ist dann in der Tat noch Platz für zwei Taschen, danach war hier aber auch alles voll.
Die restlichen Gepäckstücke – gerne in Form von Seesäcken und Gewehr - stehen mit ihren Besitzern im Eingangsbereich und auf den Treppen. Auch gefühlt 20 Dostos reichen also Freitagnachmittag zwischen Zürich und Bern nicht.
Kurz darauf machen wir mit einem weiteren Feature der IC-2000 Bekanntschaft, die aus dem deutschen Nahverkehr bekannt ist: Die Steckdosen sind überkopf, und das auch nur in jeder zweiten Reihe. Unser Gegenüber muss nun nämlich ihr Notebook bei uns überm Kopf einstecken. Es funktioniert erstaunlich gut. Die Wagen sind kein Komfortwunder, aber für ihr Einsatzgebiet wohl recht zweckmäßig. Ob ich bei der Auslastung von St. Gallen bis Geneve fahren möchte. Hm.
Zwischen Olten und Rothrist kommen wir kurz zum Stehen, da steht uns wohl noch der Zug aus Basel im Weg. Mit eigentlich nicht erwähnenswerten - wenn wir nicht in der Schweiz wären - 3 Minuten Verspätung erreichen wir dann Bern. Wieder stehen wir direkt vor der Treppe. Oben an der „Welle“ werden wir schon erwartet. Das Wochenende kann beginnen.
Tag 3 (Sa, 4. Okt 2014)
geplanter Fahrtverlauf:
+-------------------------+--------+--------+----------+----------------+
| Bahnhof | An | Ab | Zug Nr. | Bemerkungen |
+-------------------------+--------+--------+----------+----------------+
| Bern | | 08:07 | IC 810 |FB RE UA BT MB HD KK |
| Brig | 09:11 | | Fußweg | 7 Min. |
| Brig Bahnhofplatz | | 09:23 | R 530 |FB |
| Fiesch | 09:56 | | Fußweg | 6 Min. |
| Fiesch FE | | 10:30 | SB |FB |
| Fiescheralp | 10:37 | | | |
+-------------------------+--------+--------+----------+----------------+
| Fahrzeit: 2:30; |
Samstag steht dann erst einmal die große Wanderung auf dem Programm, da ist früh aufstehen angesagt. Gleich in der Früh sind dann die Vorzüge (no pun intended!) des Schweizer ÖV zu bestaunen. Es fährt auch schon um 08:01 ein Zug nach Brig, den wir dann dankend nehmen. Fährt dieser Zug denn einfach „auf Verdacht“ an jedem Herbst-Samstag, oder schaut der zuständige SBB-Mitarbeiter am Tag vorher auf den (sicherlich äußerst zuverlässigen) schweizer Wetterbericht und entscheidet dann, ob dieser Zug eingelegt wird?
An diesem Tag war er jedenfalls notwendig. Die Besetzung ist recht gut. Außerdem lernen wir, dass in die Gepäckablage der IC-2000-Dostos auch kein normal gepackter Wanderrucksack passt. Nun ja. Eine Aktenmappe dürfte reinpassen (ein dicker Ordner vmtl. schon wieder nicht mehr).
Kurz hinter Bern lichtet sich auch der Frühnebel und das Frutigtal begrüßt uns bei strahlendem Herbstwetter. Damit ist’s auch gleich wieder vorbei, es geht in den Lötschbergbasistunnel. Die Fahrt über den Berg ist nicht nur am Nichtanschluss in Brig, sondern auch an unserem generell sehr engen Zeitplan gescheitert. Knapp 15 Minuten später sind wir südlich des Alpenhauptkamms, das Wetter bleibt uns gewogen.
Der Bahnsteig am Bahnhofplatz in Brig quillt schon über, obwohl wir mit dem Vorzug gekommen sind! Das ändert sich auch nicht, nachdem der Glacier-Express ein- und wieder ausgefahren ist. Die wollen wohl tatsächlich alle in den Regio. So ist das halt, wenn den GA-Besitzer der Samstags-Ausflug nichts kostet. Aber, es passen alle rein ins Bähnli, wird halt ein bisschen gemütlicher. So ganz klappt’s dann auch nicht mehr mit der schweizer Pünktlichkeit. Aber alles im grünen Bereich, Ankunft in Fiesch war dann so gegen 5 nach zehn. Den Weg zur Seilbahn braucht man nicht zu kennen, einfach den gefühlt 100 anderen hinterher. Und es klappt zuverlässig: wenn der erste falsch abbiegt, die anderen rennen einfach hinterher ;-). In die erste Seilbahn kommen wir nicht mehr hinein, in die zweite schon, die dann tatsächlich um ca. 10:30 fährt. Das haben die bestimmt schon bei der Fahrplanauskunft berücksichtigt ;-). Für unsere schweizer Freunde ist selbst die Seilbahn im GA drin. Der gemeine Tourist muss 16 CHF zahlen, was in Anbetracht des sonstigen Preisniveaus geradezu ein Schnäppchen ist.
So. In gut 7 Stunden geht’s dann von der Fischeralp über’s Obere Tälli und den Tälligrattunnel zum Märjelensee und zur Pause direkt am Gletscher. Dann über Roti Chumme und Biel zur Bettmeralp. Ein paar visuelle Eindrücke:
![[image]](http://abload.de/img/p1110649yfu3d.jpg)
Kurzer und einziger Blick auf den zweitlängsten Gletscher der Alpen (Fischergletscher) mit Finsteraahron
![[image]](http://abload.de/img/p11106552pure.jpg)
Direkt am Aletschgletscher
![[image]](http://abload.de/img/p1110675znupe.jpg)
Überm Alteschgletscher
![[image]](http://abload.de/img/p1110669rsuf0.jpg)
In diesem Bild könnte eine Bahnstation versteckt sein
Nach einem echt guten Pfefferhirsch für wirklich günstige 24 CHF auf der Bettmeralp treten wir pünktlich zum Regenbeginn die Rückfahrt an.
geplanter Fahrtverlauf:
+-------------------------+--------+--------+----------+----------------+
| Bahnhof | An | Ab | Zug Nr. | Bemerkungen |
+-------------------------+--------+--------+----------+----------------+
| Bettmeralp | | 18:55 | SB |FB |
| Betten Dorf | 19:00 | 19:05 | SB |FB |
| Betten BAB | 19:09 | | Fußweg | 2 Min. |
| Betten Talstation | | 19:15 | R 559 |FB |
| Brig Bahnhofplatz | 19:33 | | Fußweg | 7 Min. |
| Brig | | 19:49 | IC 843 |FB RE UA BT HD KK |
| Bern | 20:54 | | | |
+-------------------------+--------+--------+----------+----------------+
| Fahrzeit: 1:59; |
Auf der Bettmeralp lerne ich wieder die guten Seiten des Schweizer ÖVs kennen: ich kann gleich direkt ein Billet bis Brig erstehen. Das spart den schnellen Kauf beim Umstieg von Seilbahn auf MGB in Betten Talstation. Mit zwei in den ITF integrierten - wenn auch nicht ganz nullsymmetischen ;-) – Seilbahnen fahren wir ins Tal hinab. Zwischen Ankunft Seilbahn und Abfahrt MGB muss man nicht einmal ins Freie und nach eine paar Minuten kommt auch schon der Regio nach Brig hinab.
Die weitere Rückfahrt verläuft unspektakulär und weitgehend im Dunkeln, was überwiegend an der Tageszeit liegt und weniger an den Tunneln.
München – Fi-esch und zurück (ohne Eisenbahnbilder), Teil 3
Tag 4 (So, 5. Okt 2014)
geplanter Fahrtverlauf:
|
+-------------------------+--------+--------+----------+----------------+
| Bahnhof | An | Ab | Zug Nr. | Bemerkungen |
+-------------------------+--------+--------+----------+----------------+
| Bern | | 17:02 | IC 835 |FB RE UA BT MB HD KK |
| Zürich HB | 17:58 | 18:16 | EC 197 |FR FB BR M1 |
| München Hbf | 22:45 | | | |
+-------------------------+--------+--------+----------+----------------+
| Fahrzeit: 5:43;
Den Sonntag verbringen wir mit einer Tour auf den Gurten ohne dabei (OnT-)Verkehrsmittel benutzt zu haben.
Ganz konventionell geht’s abends wieder zurück in die Heimat. Diesmal haben wir sogar Reservierungen. Für den deutschen Fahrgast erstmal ungewohnt: es gibt in Bern / in der Schweiz keine Wagenstandanzeiger. Zumindest ich finde sie nicht. Wie man dann unter den bekanntlich gefühlt 20 Wagen im Zug nach Zürich Wagen 5 finden soll, bleibt ein Rätsel. Aber in der Schweiz muss man ja eh nicht reservieren… Dass dann Wagen 6 direkt vor unserer Nase hält ist nun wirklich Zufall, wir besteigen dann doch Wagen 5 und begeben uns auf die Suche nach unseren Plätzen, die noch frei sind. Im Oberstock des Wagens 5 sind dann auch einige Plätze reserviert, wir sind also nicht die einzigen ausländischen Sonderlinge. In Anbetracht der wieder sehr hohen Auslastung (Sonntagabend halt) bin ich um die Reservierung recht froh. Mit 200 km/h fahren wir am Stau, in dem wir ein halbes Jahr vorher nach dem Ski-Wochenende standen, vorbei. Die Fahrt bis Zürich ist dann unaufgeregt. Diesmal bin ich informiert, der Zug nach München fährt von Gleis 14, wir kommen auf Gleis 9 an. Diesmal müssen wir also wirklich durch den Bahnsteigtunnel.
Unser Zug steht noch nicht da, einen Wagenstandanzeiger gibt’s wieder nicht. Also erstmal an Ort und Stelle bleiben. Reichlich vor Abfahrt wird dann der Zug hereinrangiert. Bis Wagen 305 müssen wir noch ein bisschen laufen. Einige steigen schon vorher auf „schweizer“ Art ein. Die wissen wohl, dass die Türen schon aufgehen und nutzen das aus: sie steigen schon während der Zug noch rollt ein. Teilweise mit Gepäck. Ist das hier so üblich? Wir steigen nach dem ganzen Trubel ein, schließlich haben wir ja ohnehin reserviert.
Der Zug ist gut ausgelastet und zumindest mit 2 Fensterplätzen wäre es knapp geworden, auch wenn der EC gefühlt nur mit Auslandsreisenden besetzt ist. Eine weitere Reisende verlässt unsere Sitzgruppe schlagartig, als wir unsere reservierten Plätze einnehmen. Hm. Das sollte uns dann doch zu denken geben ;-).
Die Ausfahrt aus Zürich HB Richtung Örlikon ist immer wieder recht spektakulär. Beim ein oder anderen fährt man doch im 4. Stock durchs Wohnzimmer. Bei aller Eisenbahnbegeisterung, ich weiß nicht, ob ich da würde wohnen wollen.
Der Zug wird schon ab Zürich durch einen deutschen Schaffner begleitet, der sich auch gleich ans Kontrollieren macht. Keine 5 Minuten später taucht ein etwas hyperaktiver schweizer Kollege auf, der die Billets nochmals sehen will. Das erklärt er auch recht wortreich, und meint er hätte ja dem deutschen Kollegen gesagt er müsse hier nicht kontrollieren, da er auch nochmals alles in seinem Gerät erfassen muss. Kurzum: das sieht mir sehr nach Fahrgastzählung bzw. Erfassung der benutzten Fahrkarten aus. Nur sagen tut er das nicht, es erweckt bei den Fahrgästen den Eindruck von Unkoordiniertheit zwischen DB und SBB bei der Fahrkartenkontrolle. Vielleicht hat er’s auch gesagt, und es ist nur in seinem restlichen Redeschwall untergegangen.
Die SBB-EC-Wagen sind ganz in Ordnung und wie ich finde weitgehend gewöhnlich. Die gespalten polarisierenden Meinungen in den Foren zwischen „Ich nutze nur die Wagen“ bis hin zu „ich vermeide sie tunlichst“ kann ich nicht ganz nachvollziehen. Man sitzt gut und komfortabel, ohne dass es jetzt das Nonplusultra wäre.
Dieses Mal haben wir uns extra schon in Bern mit einer Abend-Brotzeit eingedeckt, da kommt doch diesmal tatsächlich die Minibar vorbei. Und hinter St. Magrethen sogar nochmals! Die letzten beiden Male, wo ich diesen Zug zwischen St. Magrethen und München nutzte wäre ich beinahe verhungert. Einmal kam die Minibar kurz vor München – da nutzt sie mir auch nichts, das andere Mal kam sie gar nicht. Diesmal kam sie, tja, aber den Umsatz hat der Migros takeaway in Bern gemacht.
Bis St. Gallen ist die Fahrt flott, bis Lindau zumindest kurzweilig. Danach wird’s wie immer zäh. Auch wenn die Durchschnitts-Geschwindigkeit hier höher ist als vorher, es zieht sich. Vor allem die extra halbe Stunde für Kempten macht das Ganze nicht besser. Der Fairness halber sei aber gesagt, der Halt in Kempten wird gut genutzt. Offensichtlich vor allem von Urlaubern, die den Züricher Flughafen genutzt haben. Auch in Buchloe nutzt ein ganz schöner Schwung den Anschluss zum RE nach Augsburg, und so ist die Besetzung im letzten Abschnitt auf gefühlte 50% gesunken. Pünktlich um 22:45 kommen wir dann am Münchner Hautbahnhof an. Eine letzte Überraschung hält der Zug noch bereit: er wurde nur von einer Lok gezogen. Trotzdem waren wir überall pünktlich, die Klimaanlage lief auch. Ich dachte immer dafür reicht eine Lok nicht aus.
Die U-Bahn brachte uns dann wieder unversehrt nach Hause zurück.
Fazit: ein nicht nur bahntechnisch gelungenes verlängertes Wochenende.
Danke fürs Lesen,
Uli
Sammelkommentar :-)
Moin Uli,
Danke für den Bericht :)
-> Fahrkartenkontrolle zwischen Friedrichshafen Stadt und Hafen: Ist mir schon öfters passiert, unterschätze das nicht ;)
-> Fahrkartenkauf ab Bettmeralp: Da wäre auch ein Europaspezial bis München via Bern-Zürich-Lindau drin gewesen - in der Schweiz geht sowas ;). Fiesch via Übergang Lindau geht in der Tat nur über Disentis-Chur.
-> Wagenstandsanzeiger gibt es durchaus - befinden sich üblicherweise auf blauen Zetteln :)
-> Die Extrazüge gibts offiziell bei bestimmten Anlässen, sprich Tagen mit zu erwartendem hohem Fahrgastaufkommen: http://www.sbb.ch/fahrplan/bahnverkehrsinformation/zusatzzuege/herbst.html
-> Wieso wartet ihr auf die Minibar, die Züge München-Zürich haben doch einen Speisewagen?
-> Üblicherweise ist hier (und auf Stuttgart-Zürich) nur entweder DB- oder SBB-Personal drauf...
-> Danke für deinen Eindruck zu den Aussteigerzahlen im Allgäu :)
Gruß,
JeDi
--
Weg mit dem 4744!
Danke fürs Schreiben
Danke fürs Lesen [...]
Danke fürs Schreiben, Uli! Gut geschrieben und wunderschöne Bilder. Bilder, auf denen ich keine Eisenbahn und auch keinen Bahnhof vermisse.
Viele Grüße
Sören
--
![[image]](https://up.picr.de/48317654tz.jpg)
Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr
Danke! Macht Lust auf einen Gletscherbesuch.
- kein Text -
München – Fi-esch und zurück (ohne Eisenbahnbilder), Teil 3
Pünktlich um 22:45 kommen wir dann am Münchner Hautbahnhof an. Eine letzte Überraschung hält > der Zug noch bereit: er wurde nur von einer Lok gezogen. Trotzdem waren wir überall
pünktlich, die Klimaanlage lief auch. Ich dachte immer dafür reicht eine Lok nicht aus.Die U-Bahn brachte uns dann wieder unversehrt nach Hause zurück.
Fazit: ein nicht nur bahntechnisch gelungenes verlängertes Wochenende.
Hallo,
auch von meiner Seite herzlichen Dank für deinen schönen Reisebericht!
Die eine Lok für den EC München-Zürich reicht durchaus. Üblicherweise macht man damit aber etwa 10 Min. Verspätung, so zumindest meine Erfahrungen bei Fahrten über Memmingen. Hintergrund ist, dass die Klimaanlagen etc. recht viel Strom "fressen", sodass weniger für die Traktionsleistung übrigbleibt. Damit dauert´s dann seine Zeit, bis man nach Geschwindigkeitseinbrüchen wieder auf Tempo kommt... Könnte allerdings sein, dass die Fahrzeit über Kempten etwas großzügiger bemessen ist.
Viele Grüße,
Klaus
München – Fi-esch und zurück (ohne Eisenbahnbilder), Teil 2
Samstag steht dann erst einmal die große Wanderung auf dem Programm, da ist früh aufstehen angesagt. Gleich in der Früh sind dann die Vorzüge (no pun intended!) des Schweizer ÖV zu bestaunen. Es fährt auch schon um 08:01 ein Zug nach Brig, den wir dann dankend nehmen. Fährt dieser Zug denn einfach „auf Verdacht“ an jedem Herbst-Samstag, oder schaut der zuständige SBB-Mitarbeiter am Tag vorher auf den (sicherlich äußerst zuverlässigen) schweizer Wetterbericht und entscheidet dann, ob dieser Zug eingelegt wird?
Wie Dir der Fahrplan sicher schon gesagt hat, fährt der der erste Zug auf dieser Strecke schon um sechs.
An diesem Tag war er jedenfalls notwendig. Die Besetzung ist recht gut. Außerdem lernen wir, dass in die Gepäckablage der IC-2000-Dostos auch kein normal gepackter Wanderrucksack passt. Nun ja. Eine Aktenmappe dürfte reinpassen (ein dicker Ordner vmtl. schon wieder nicht mehr).
Sammelkommentar :-)
Moin Uli,
Danke für den Bericht :)
Bitte, gerne! Das gilt natürlich auch für alle anderen, die sich bedankt haben ;-).
-> Fahrkartenkauf ab Bettmeralp: Da wäre auch ein Europaspezial bis München via Bern-Zürich-Lindau drin gewesen - in der Schweiz geht sowas ;). Fiesch via Übergang Lindau geht in der Tat nur über Disentis-Chur.
Damit hätte ich ja nie gerechnet. In der Tat zeigt es mir, wenn ich jetzt suche zumindest Preise für Bettmeralp - München an, wenn auch kein Europa-Spezial. Ich hab sogar von Betten aus gesucht, da ich dachte, das ist doch ein wichtiger Zugangspunkt zur Bettmeralp, die ja touristisch nicht gnaz uninteressant ist. Aber4, dass ich ab Bettmeralp selbst schau - nö: auf die Idee wäre ich nie gekommen.
-> Wagenstandsanzeiger gibt es durchaus - befinden sich üblicherweise auf blauen Zetteln :)
So Din-A4-, na ja vielleicht Din-A3-Zettel? Ah ja. Ich glaube ich hab sie schonmal gesehen. In Bern an diesem Tag hab ich aber selbst die nicht gefunden
-> Die Extrazüge gibts offiziell bei bestimmten Anlässen, sprich Tagen mit zu erwartendem hohem Fahrgastaufkommen: http://www.sbb.ch/fahrplan/bahnverkehrsinformation/zusatzzuege/herbst.html
Danke. Also nicht ganz spontan.
-> Wieso wartet ihr auf die Minibar, die Züge München-Zürich haben doch einen Speisewagen?
Beim letzten Mal war ich dann in der Tat im Speisewagen. Aber mir fehlt hier einfach ein mit dem Bistro vergleichbares Angebot. Wo ich einfach einen kleinen Snack zwischendurch kaufen kann, ob jetzt zum dort Essen, oder zum mit an den Platz nehmen ist dann nicht so entscheidend. Gut, mit der Minibar gibt's das ja. Ich dachte echt, die wurde in den Schweiz-ECs abgeschafft,
Gruß,
JeDi
Ciao,
Uli
München – Fi-esch und zurück (ohne Eisenbahnbilder), Teil 3
Hallo Uli
Schöner Bericht.
Wagenstandsanzeiger gibt es aber doch in der Schweiz:
In Bern sind etwa in der Mitte des Perrons Infotafeln aufgestellen, mit Abfahrts, Ankunfts- und eben Wagenstandsanzeiger. Die Grundfarbe ist blau.
Gruss Guru