Ein junger Hauptbahnhof (35 Bilder), Teil 1 (Reiseberichte)
Guten Tag,
der heutige Hauptbahnhof ist relativ jung, 18 Jahre jünger als die Eisenbahn in seiner Stadt und knapp 1900 Jahre jünger als die Stadtgründung. Denn die Stadt Trier als eine der ältesten Deutschlands wurde angeblich im Jahr 17 v. Chr. gegründet. Das schreibt sie selbst und nimmt Bezug aufs Fälldatum der Rohstoffe für die erste Moselbrücke dort. Die ist nicht mehr erhalten, wohl aber einige Bauten aus der Römerzeit, welche zu einem Besuch der Stadt einladen. Meine Aufnahmen beschränken sich jedoch auf den Hauptbahnhof. Zuvor aber ein wenig Text.
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Das Verkehrsangebot in Trier wird sich zum Fahrplanwechsel im Dezember ändern. Die beiden letzten Fernzugpaare zwischen Luxemburg, Trier, Koblenz, Köln und der Küste werden eingestellt (sie sind bis Koblenz eine der letzten Strecken, auf denen die 181.2 erforderlich ist). Stattdessen wird es eine stündliche RE-Linie zwischen Luxemburg und Koblenz geben (mit Kiss-Doppelstocktriebwagen der CFL), die zwischen Koblenz und Trier mit einem DB-Flirt verstärkt sind, der dann weiter nach Saarbrücken - Kaiserslautern und oft sogar bis Mannheim fährt. Derzeit fahren ergänzend zu den wenigen ICs zwischen Trier und Luxemburg Regionalzüge entweder mit der Baureihe 628.4 oder mit luxemburgischen Zügen (einmal täglich sogar bis Koblenz). Auf der Relation Koblenz - Trier - Saarbrücken - Kaiserslautern fahren derzeit Elektrotriebwagen der Baureihe 425 und Doppelstockzüge. Der Stundentakt ist ein wenig lückenhaft, besonders nach Koblenz.
Dazu kommen, durch zwei- und vierteilige Talent 2 gefahren, die stündlichen RB-Linien Koblenz - Wittlich - Trier und Wittlich - Trier - Perl sowie die stündliche RB-Linie nach Saarbrücken - Homburg mit der Baureihe 425/426. Über Perl hinaus nach Frankreich verkehren nur noch einige Ausflügszüge an Wochenenden mit SNCF-Material.
Ein wenig provisorisch ist derzeit der Fahrplan auf der Eifelstrecke nach Köln. Derzeit kommt hier überwiegend die Baureihe 644 zum Einsatz, die für solche längeren Strecken nicht unbedingt geeignet ist. Wenn irgendwann die neuen Lint-Triebwagen der Baureihen 620 und 622 (Vareo) zum Einsatz kommen, soll es stündliche langsame Verbindungen nach Köln geben, die nördlich von Kall beschleuningt sind. Dazu kommen einige wenige Expreßzüge, die eine halbe Stunde schneller sein werden. Das aktuelle Fahrplanangebot ist bitte der Kursbuchtabelle 474 zu entnehmen.
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Triers Altstadt liegt am rechten Moselufer. Der erste Bahnhof der Stadt liegt am linken Ufer und wurde später zum Westbahnhof. Zuerst in Trier war die Saarstrecke. Von Saarbrücken aus fuhren die Züge am dem 16. Dezember 1858 bis Merzig, seit dem 26. Mai 1860 ist die Verlängerung über Saarburg nach Trier in Betrieb. Zur Bundesbahnzeit wurde die Strecke elektrifiziert, 1962 von Saarbrücken bis Völkingen, 1972/1973 weiter bis Trier. Im Dezember 2002 fuhr der letzte Interregio, seitdem besteht neben dem Güter- nur noch Regionalverkehr.
Am 29. August 1869 wurde die Verbindung nach Luxemburg eröffnet, die links der Mosel von der ursprünglichen Saarstrecke abzweigt. Und am 15. Mai 1878 ging die Obermoselstrecke von Ehrang über Trier rechts der Mosel und Perl nach Diedenhofen/Thionville in Betrieb und somit auch der heutige Hauptbahnhof. Beide Strecken sind überwiegend zweigleisig und seit 1974 elektrifiziert (die Literatur ist sich uneins, wann genau).
Die erste Eisenbahnstrecke durch Trier, die heute als Weststrecke bekannte am linken Moselufer, verlor 1983 ihren Reiseverkehr. Er soll aber gemäß SPNV-Konzept im Jahr 2018 wieder aufgenommen werden.
Damit haben wir der Geschichte ein wenig vorgegriffen. Denn am 15. Juli 1871 wurde die Strecke von Gerolstein über Ehrang nach Trier als vorletzte Etappe der Eifelstrecke von Köln her eröffnet. Erst 1875 war diese Verbindung mit Inbetriebnahme der Strecke Kalscheuren - Euskirchen durchgehend befahrbar.
Am 15. Mai 1879 schließlich ging die heute als Moselstrecke bekannte Verbindung von Koblenz nach Ehrang in Betrieb. Die Moselstrecke wurde 1973 elektrifiziert, hieran erinnert am Trierer Hauptbahnhof eine Gedenktafel, die ich nicht fotografieren konnte.
Nun gilt es noch, zwei Strecken zu beschreiben, die man auf der Landkarte heute vergeblich sucht. Da wäre zunächst die am 15. August 1889 eröffnete Strecke durchs Ruwertal nach Hermeskeil. Am 31. Mai 1981 endete der Reiseverkehr auf dem oberen Abschnitt ab Pluwig, am 2. Juni 1984 auch auf dem nördlichen Teil. 1998 erfolgte die Stillegung.
Dann war da noch die Moselbahn, das "Saufbähnchen". Die Moselstrecke verläuft zwischen Bullay und Trier fernab der Mosel über die Hochfläche, die beiden Stichstrecken nach Traben-Trarbach und Bernkastel-Kues erschlossen das Tal nur unzureichend. Nach Jahren der Planung wurde daher 1899 die Moselbahn AG gegründet, deren Strecke 102 Kilometer durchs Moseltal führt (die Hauptbahn ist etwa halb so lang). Die Eröffnung erfolgte abschnittsweise; am 2. April 1903 fuhren die ersten Züge ab Trier und am 15. März 1904 wurde Bullay erreicht. In beiden Orten hatte die Moselbahn eigene Stationen. Wie so viele andere Privatbahnen wurde auch die Moselbahn stillgelegt. Diese erfolgte genau andersherum: Am 30. September 1961 zwischen Bullay und Traben-Trarbach, am 31. Dezember 1962 weiter bis Niederemmel-Piesport, am 22. Mai 1966 zwischen Niederemmel-Piesport und Neumagen-Dhron und Ende Januar 1968 endete auch der Restverkehr bis Trier, wo die Züge in den letzten Jahren den Hauptbahnhof bedienten. Ein letzter Rest der Strecke ist noch für gelegentliche Transporte in Betrieb. Das Unternehmen besteht noch als Busbetrieb, der auch noch auf der Stammstrecke unterwegs ist.
Das soll reichen. Meine Aufnahmen entstanden am 8. August 2012 und ergänzend am 1. September 2014. Zuvor aber ein Dankeschön an DSO-Nutzer Obermoselstrecke, der mir bei der Datensammlung behilflich war.
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Der Rundgang findet im 2. Teil statt.
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