Kuba in vier Teilen (Reiseberichte)
Alexander, Donnerstag, 18.09.2014, 13:45 (vor 4247 Tagen)
Hallo zusammen,
der diesjährige Urlaub wurde in Kuba verbracht. Als Eisenbahner konnte ich mir es natürlich nicht nehmen lassen, auch einmal die U.E.B. Ferrocarriles de Cuba zu nutzen. Aber auch andere zum Teil exotische Verkehrsmittel wurden von mir genutzt und sollen in drei Teilen vorgestellt werden.
Teil 1: Anreise mit Flug
Teil 2: Zugfahrt und Eisenbahnfotos
Teil 3: Eisenbahn in Havanna
Teil 4: weitere Verkehrsmittel in Kuba
Aber machen wir vorher einen kurzen Exkurs zur Anreise nach Kuba. Da neben der Eisenbahn auch die Fliegerei eine Leidenschaft ist, habe ich geschaut wie die Anreise am besten gestaltet werden konnte. Durch Zufall bin ich bei meinen Recherchen auf einen Flug mit Cubana von Paris Orly nach Santiago de Cuba gestossen. Dies war natürlich gleich doppelt erfreulich, zum einen sollte dies der Startpunkt unserer Rucksack Rundreise durch Kuba werden, zum anderen fliegt Cubana mit einer IL96-300 (als Weltweit letzter kommerzieller Betreiber, nach dem Aeroflot ihre Flieger zum April ausgemustert hat).
Aus Bayern nach Paris wählt man natürlich den TGV als bevorzugte Anreisevariante. In der früh ging es gegen 7:00 Uhr in Augsburg los und mittags erreicht man erholt Paris.
Allzu viel gibt es darüber nicht zu schreiben, der TGV wird nie mein bevorzugtes Reiseverkehrsmittel, aber für diese Strecke in der 1. Klasse noch ok.
Hier einfach mal ein Bild des aktuellen Inklusivessen in der 1. Klasse:
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/538/HQ8qBa.jpg)
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/673/1TIkWR.jpg)
Es gab Kaffee, Orangensaft, Croissant, Brötchen, Butter, Marmelade, 2 Wurstsorten, Käse und ein Jogurt mit Müsli.
Für ein Frühstück mehr als ausreichend.
Kommen wir zum Flug:
Hier ein Bild unseres Fliegers:
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/537/F4LeuW.jpg)
Der Flug selber war sehr angenehm, aber die Businessclass auch schon ordentlich in die Jahre gekommen:
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/537/xg6xbJ.jpg)
Zwei tolle Erlebnisse hatte der Flug, zu einem der Check-Inn und die schiere Masse an Gepäck:
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/673/kB9RJf.jpg)
Die auf dem Wagen dargestellten Wagen (danach folgten noch 8 weitere), waren das Gepäck für die 12(?) köpfige Crew. Das Gepäck der Kubaner sah nicht anders aus, ich konnte folgendes Sichten: Mikrowellen, Klimaanlagen, Flachbildfernseher in allen großen und diverses andere Technik.
Der Grund liegt in der Verknappung des Angebotes in Kuba, es gibt einfach nicht genug von allen.
Das zweite tolle Erlebnis war, dass die Cockpittüre fast den gesamten Flug offen war und auch betreten werden durfte. Dieses wirkte sehr rustikal, ich konnte nur 6 PC-Monitore sehen, alles andere waren manuelle Anzeigen und eine richtige Wand mit diversen Gerätschaften für den Flugingenieur.
![[image]](http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a7/Aeroflot_Il-96-300_cockpit_Petrov.jpg)
(von Wikipedia geklaut, da meine Fotos wegen der starken Sonneneinstrahlung nicht richtig geworden sind.
Während unseres Fluges befanden sich dauerhaft 4 Personen im Cockpit, aber ich glaube der Flieger wird normalerweise von 3 (Pilot, Copilot, Flugingenieur) geflogen.
Gut das war es mit Teil 1, ich hoffe ich habe euch mit dem Ausflug in die Luftfahrt nicht so sehr gelangweilt. In Teil 2 geht es hauptsächlich um die Eisenbahn.
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Es gibt Menschen, die geizen mit ihrem Verstand wie andere mit ihrem Geld. (Wilhelm Busch)
Teil 2
Alexander, Donnerstag, 18.09.2014, 13:46 (vor 4247 Tagen) @ Alexander
Von Deutschland aus wurde die Route geplant und die notwendigen Übernachtungen per e-mail gebucht. (teilweise gar nicht so einfach)
Der Plan sah den Besuch folgender Städte vor: Santiago de Cuba, Santa Clara, Trinidad und Havanna. Das Problem, wie bewegen wir uns zwischen diesen beiden Städten vorwärts? Es ist leider sehr schwierig Informationen über Zugverbindungen in Kuba zu erhalten. Es gibt keine Internetseite mit offiziellen oder richtigen Zugfahrzeiten. Orientiert habe ich mich auf www.seat61.com und http://www.fahrplancenter.com/AIFFLAKubaEntry04.html
Die Züge fahren leider nur selten täglich, sondern meistens nur alle 3 Tage. Die Fahrpläne für den aktuellen Tag werden immer am Bahnhof handschriftlich vermerkt, Fahrkarten können meist ein paar Tage vorher vor Ort gekauft werden, wenn man Glück hat hängt am Bahnhof ein A4 Zettel mit den Fahrtagen des aktuellen Monats.
Nun ja, am zweiten Tag in Santiago machten wir uns auf zum Bahnhof und fanden auch den Fahrplan für den aktuellen Tag:
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/538/KKH9PF.jpg)
Da leider nicht ersichtlich war, ob unser geplanter Tageszug auch am Donnerstag fährt haben wir den Fahrkartenschalter gegenüber des Bahnhof aufgesucht. (Der weiße Container)
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/910/kX31I3.jpg)
Dort habe ich den A4 Zettel mit Fahrtagen gefunden und hatte Glück, der Zug verkehrte am gewünschten Tag.
Nur das Fahrkarten kaufen war schwierig, am Bahnhof konnten uns keine Tickets ausgestellt werden, weil diese die CUC (konvertible Peso) nicht annehmen können/dürfen. In Kuba ist es so, dass es zwei Währungen gibt, zum einen den Peso (für Einheimische) und den CUC (für Touristen). Der CUC ist die „harte“ Währung womit man eigentlich fast alles bekommt.
Aufgrund fehlender Spanischkenntnisse scheiterte unserer Versuch eine Fahrkarte zu kaufen. Wieder angekommen in unserer Casa (dies ist eine Privatunterkunft bei einer kubanischen Familie) haben wir deren Besitzer um Hilfe gebeten. Dieser war mehr als entsetzt als wir unser Vorhaben mitteilten, aber er fuhr uns in die Innenstadt und setzte uns an einem Geschäft aus. Wie sich herausstellte war dies der Fahrkartenschalter, in welchen man die Tickets mit CUC bezahlen muss.
Während am Bahnhof eine Schlage vor dem Ticketschalter war, waren wir in diesem die einzigen.
In Kuba gibt es fast keine PC, daher wurde uns eine Fahrkarte handschriftlich ausgestellt. Aber das dauerte seine Zeit. Zuerst musste die Besetzungsliste des gewünschten Zuges herausgesucht werden. Anschließend wurden unsere Namen auf diese Liste gesetzt, dann wurden unsere Passdaten aufgenommen und schön auf die Fahrkarte geschrieben. Wie es sich für eine „Behörde“ gehört, mussten noch ein paar Stempel auf die Fahrkarte. Meine Fahrkarte hat auf Vorder- und Rückseite immerhin 6 Stempel erhalten!
Nach nur 20 Minuten waren wir fertig und stolze Besitzer dieser Fahrkarten:
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/661/gNEM2R.jpg)
Hier noch drei Bilder aus Santiago de Cuba. Mit solch einer Lok wurde auch Donnerstag unserer Zug gezogen. Bei Bild zwei auf die ordentlich aufgehängte Uniform des im Begleitwagen stehenden Schaffner beachten. Bild 3 ist symbolisch für Kuba, fast alle Verkehrsmittel auf einem Bild.
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/673/rrWcnu.jpg)
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/540/4AITp3.jpg)
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/911/IkqNH8.jpg)
Mittlerweile war Donnerstag und unsere Zugfahrt stand an. Die planmäßig Abfahrtszeit war um 7:20 Uhr. In Kuba ist es jedoch notwendig, dass man spätestens 1 Stunde vor Zugabfahrt am Bahnhof erscheint und seine Tickets rückbestätigen zulassen. Hier wird man auf einer Liste eingetragen wird und bekommt einen Sitzplatz zugeteilt. Natürlich dürfen auch hier weitere Stempel auf der Fahrkarte nicht fehlen. Wenn dies nicht geschieht, darf man zu einem den Bahnhof nicht betreten und zum anderen kann es passieren das man anschließend nicht mehr mitkommt, da der Platz an wartende Reisende verkauft wird.
Nun sitzen wir in der früh im Bahnhof Santiago de Cuba und warten über eine Stunde bis wir in den Zug dürfen:
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/537/lb20dD.jpg)
Nachdem die Ansage ertönt, dass der Zug zum einsteigen bereit ist, begeben sich alle zum Zug. Dieser bestand aus einer Lok, einem Güterwagen, einem Packwagen und 7 Personenwagen unterschiedlicher Bauarten. Wir hatten Wagen Nummer 6, leider sind nirgends Wagennummern angezeigt. Als Ersatz steht an jedem Wagen (!) ein Schaffner und kontrolliert die Tickets und den Reisepass und streicht einen von der Liste ab.
Nachdem sich der Zug gefüllt hat, geht es auch pünktlich auf die Minute um 7:20 Uhr los zur 15 1/2 Stundenfahrt nach Santa Clara. (welches übrigens nur 500 km entfernt liegt…)
Aber schon nach wenigen hundert Metern stoppt der Zug zum ersten mal. Der Grund, der Tf steigt aus und stellt sich erst mal die Weichen. Langsam und nach mehreren Stopps nimmt der Zug gemütlich an Fahrt zu. Als nächstes erscheint die Schaffnerin mit einer Liste und kontrolliert von jedem die Fahrkarte. Wehe es hat jemand in der vierer Gruppe den Platz getauscht, da hilft kein diskutieren! Die Liste muss stimmen, also mussten unter murren die Familien sich teilweise umsetzen und die Kinder sassen allein… Aber ganz wichtig! Die Fahrkarte hat noch einen Stempel bekommen.
Gegenüber von uns saß diese kubanische Familie.
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/673/D4uayB.jpg)
Aufgrund der enormen Temperaturen wurde der kleine nach und nach entkleidet, bis er nur noch die Unterhose an hatte.
Nach einiger Zeit musste der kleine auf Toilette, die Mutter hat doch allen ernstes ihr Kind versucht aus dem Fenster zu halten, damit dieses seine Notdurft erledigen konnte. Weil dies nicht so richtig funktionierte setzte sie dieses ab und es pullerte kurz auf den Sitz. Schnell wurde Richtung Wagenübergang gegangen und in den Spalt zwischen den Wagen gepinkelt. Zurück am Platz wurde die Sauerei mit dem orangen Oberteil aufgewischt.
Natürlich hätte auch das WC genutzt werden können, leider trauten sich selbst die Kubaner nicht da rein! Die Männer standen an der Türschwelle und haben auf den Boden gepinkelt! Es war einfach widerlich. Eine Mischung aus WC aus einem Nahverkehrszug in NRW nach dem Besuch von 1000 Fussballfans und einem DIXI auf einem Toten Hosen Konzert - einfach unbeschreiblich!
Der Hammer für mich war jedoch, dieses orangene Oberteil wurde auch zum aufwischen von Resten vom Essen und Sabber genutzt und zum Schluss dem Kind wieder angezogen!!!
Aber auch sonst sind die Kubaner Schweine, da wird einfach alles aus dem Fenster geschmissen. Von der Bierflasche über Hühnerknochen bis zum mitgebrachten Verpackungsmüll. Dementsprechend sieht es oft aus.
Nach diesem widerlichen Exkurs kommen wir wieder zurück zur eigentlichen Zugfahrt.
Ich habe während der Fahrt überlegt das mir dieser Wagen doch sehr bekannt vorkommt. Auf einen Rundgang hat sich mein Gefühl bestätigt, es handelt sich um einen Bn-Wagen aus Deutschland:
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/661/5rLMBj.jpg)
Die Zugfahrt war lang, ich hänge einfach ein paar Bilder mit Kommentaren dran, habe ja bereits genug geschrieben.
Unser Zug aus dem vorletzten Waggon heraus:
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/912/857MoF.jpg)
Die Sitzgelegenheiten für unsere Fahrt:
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/540/ACixEw.jpg)
Der Spalt zwischen den Wagen:
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/661/ZPqs4f.jpg)
Einer der Bahnhöfe unterwegs:
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/540/SUnyV7.jpg)
Ein weiterer Bahnhof von unterwegs, er heißt Florida. Bemerkenswert was aus dem Zug alles ausgeladen wurde. Der Zug hat erst in der Mitte des Bahnsteig gehalten, damit die Wellblechplatten ausgeladen werden konnten. Anschließend fuhr der Zug weiter vor, damit die Reisenden am Bahnsteig aussteigen konnten. Wer genau hinsieht, sieht das die Güter direkt auf Pferdekutschen verladen wurden:
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/674/EHEPhC.jpg)
Ein Wärterhäuschen unterwegs. An einigen zentralen Hauptstrecken gibt es extra Mitarbeiter, welche zur Weichenstellung zuständig sind:
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/661/ZPMG74.jpg)
An dieser Stelle wurde 4x angehalten um die Weichen zu stellen, dabei ist aber nicht einer vorgelaufen und hat alle Weichen gestellt, nein anhalten, Weiche stellen, 10m fahren, Weiche stellen, 10m fahren, Weiche stellen….
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/913/BAzyXw.jpg)
Zwischenstopp an einem Bahnhof, ca. 20 Minuten mitten auf den Bahnübergang:
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/537/lqTyWk.jpg)
Sieht nicht gerade vertrauenserweckend aus:
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/661/IVgQf9.jpg)
Es hätte uns auch schlimmer treffen können:
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/661/IJ7Dyl.jpg)
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/901/ou0GnX.jpg)
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/674/vNhht9.jpg)
Die üblichen Transport- und Fortbewegungsmittel auf dem Land:
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/673/reTXcT.jpg)
Wir waren froh als wir 20 Minuten zu früh endlich Santa Clara erreicht hatten. Freundlich wurden wir von unseren Unterkunftsbesitzern am Bahnhof empfangen und zur nächsten Casa gebracht. Die erste Aktion war der Besuch des WC.
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Es gibt Menschen, die geizen mit ihrem Verstand wie andere mit ihrem Geld. (Wilhelm Busch)
Teil 3
Alexander, Donnerstag, 18.09.2014, 13:47 (vor 4247 Tagen) @ Alexander
bearbeitet von Alexander, Donnerstag, 18.09.2014, 13:48
Die nächsten Berührungspunkte mit der Eisenbahn hatten wir nur kurz in Havanna, dort sind diverse Dampfloks ausgestellt, auch ein Restaurations-/Schrottplatz für Dampfloks befindet sich mitten in der Stadt. Dem Bahnhof wurde selbstverständlich auch kurz ein Besuch abgestattet.
Ein geplanter Besuch der Hershey-Bahn wurde aus Rücksichtnahme auf meine Partnerin ausgelassen.
Havanna Central:
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/904/e3SB4N.jpg)
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/537/sk6t3W.jpg)
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/537/kGBD84.jpg)
Der Fahrplan in Havanna:
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/903/LomtmR.jpg)
Neben dem Bahnhof befindet ein Park mit ausgestellten Dampfloks:
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/746/zYgoSi.jpg)
Die Zentrale der Kubanischen Staatsbahnen, nicht ganz so prunkvoll wie der DB Tower :D
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/661/AVny3c.jpg)
Nebenan startet eine Diesellok:
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/537/b6ea3E.jpg)
In der Innenstadt stehen an mehreren Stellen Dampfloks ausgestellt:
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/538/acYu9I.jpg)
Und dieser Wagen (Präsidentenwagen) der für umgerechnet 5€ besichtigt werden kann:
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/909/RT8ThJ.jpg)
Dann steht mitten in Havanna ein Dampflokfriedhof. Es sieht auch so aus, als ob diese dort restauriert werden sollen.
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/538/ulYRIN.jpg)
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/537/kGBD84.jpg)
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/746/pRnM0D.jpg)
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/743/ltlWJC.jpg)
Weiter zu Teil 4, diesmal ohne Eisenbahn.
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Teil 4
Alexander, Donnerstag, 18.09.2014, 13:49 (vor 4247 Tagen) @ Alexander
Nicht nur der Zug ist in Kuba abenteuerlich, auch die anderen Verkehrsmittel. Zur Bewegung nutzten wir nutzten Fahrradtaxis, Taxis, Pferdekutschen und Busse.
Als innerstädtische Verkehrsmittel nutzten wir hauptsächlich unsere eigenen Füsse, Cocotaxis und Taxen.
Hier eines der Cocotaxis. Diese sehen zwar witzig aus aber sind unheimlich laut und stinken.
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/540/fXflbZ.jpg)
Stadtbusse nutzen wir gar nicht, wir hätten gar nicht gewusst wie wir einsteigen hätten können, so voll waren diese. Hier zwei Busbilder, der Doppeldecker sieht aus wie selbst gebaut:
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/674/seRYpz.jpg)
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/540/U6gZls.jpg)
Für die Fahrten von Santa Clara nach Trinidad und Trinidad nach Havanna benutzten wir den Viazul. Der Viazul ist eine Buslinie, welche nur gegen CUC Fahrkarten verkauft. Damit ist diese praktisch nur für Touristen nutzbar. Für Einheimische gibt es dann noch den Astro, dieser verkauft Fahrkarten gegen Peso.
Diese Buslinie ist schon etwas besser auf Touristen vorbereitet, eine Reservierung und Fahrkartenkauf ist unter www.viazul.com möglich. Die Fahrzeiten sind sicher und die Busse fahren für kubanische Verhältnisse pünktlich.
Für die erste Tour von Santa Clara nach Trinidad mussten wir uns noch Tickets besorgen, da mir bei der online Buchung ein Fehler unterlaufen war.
Also ab zum Busbahnhof, er ist daran erkennbar das davor ganz viele Schlepper stehen und alle einen irgendwo hinfahren oder uns mitteilen wollen das der Bus nicht mehr fährt. Nachdem wir uns durchgeschlagen haben standen wir vor dem Viazulbüro um unsere Fahrkarten zu kaufen.
Wieder wurde die jeweilige Liste für den Bus hervorgekramt und wir eingetragen. Anschließend wurde ein Kassenzettel aus einer Uraltkasse geholt und ein Stempel drauf gesetzt. Anschließend wurde darein unsere Daten geschrieben und schon hatten wir unsere Fahrkarten.
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/661/Dsl4Os.jpg)
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/909/q5IDFC.jpg)
Auch hier war wieder angesagt mind. 30 Minuten vorher anwesend zu sein. Man musste sich natürlich wieder auf einer Liste abstreichen lassen…
Nun mussten wir mal wieder warten, diesmal im Busbahnhof:
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/661/4Ii2uY.jpg)
Hier der Fahrplan für alle Busse:
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/661/H0FyzQ.jpg)
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/673/h4bJDc.jpg)
Es wird schnell deutlich welches der Bus für die Einheimischen und welcher für die Touristen ist:
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/673/BOLWF8.jpg)
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/743/OW3w6a.jpg)
Die Rückfahrt war ähnlich, nur das wir ein Onlineticket genutzt hatten, welches am Fahrkartenschalter gegen ein Ticket wie oben umgetauscht wurde.
Hier der Fahrplan im Viazul-Terminal Trinidad inkl. den Fahrpreisen:
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/743/gD2gv4.jpg)
Hier noch ein paar Bilder von den Linienbussen in Kuba. Es fahren auf dem Land meist LKW mit Sitzplätzen. Diese haben aber keinen Fahrplan, sondern fahren einfach den ganzen Tag. Es kann aber schon mal ein paar Stunden dauern bis einer vorbei kommt. Die Kubaner sind dies gewohnt und warten an Straßenkreuzungen (welche meist überdachte Wartemöglichkeiten haben) schon artig…
Hier ein LKW-Bus:
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/903/AJgAPR.jpg)
Auch private Autos werden als Bus genutzt:
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/909/XgQaIT.jpg)
Hier ein Stadtbus in Havanna:
![[image]](http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/746/xuc34J.jpg)
So das war es auch schon und ich hoffe ich habe euch nicht zu sehr gelangweilt.
Viele Grüße
--
Es gibt Menschen, die geizen mit ihrem Verstand wie andere mit ihrem Geld. (Wilhelm Busch)
Teil 4
schluggy, Donnerstag, 18.09.2014, 14:06 (vor 4247 Tagen) @ Alexander
Vielen Dank für den tollen Reisebericht.
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Viele Grüße
Marco Krings
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Mobilitätsportal für behinderte Reisende: https://www.oepnv-info.de
Datenbank Fernverkehr: https://www.fernbahn.de/datenbank/
Busfahren in Kuba
Christian_S, Donnerstag, 18.09.2014, 17:06 (vor 4247 Tagen) @ Alexander
Danke Alexander für die tollen Eindrücke!
In Kuba war ich im Frühjahr 2006 und es war einer der schönsten Urlaube meines Lebens. Diese herrlich warme Insel ist immer einen Besuch wert :-)
Eisenbahn bin ich damals nicht gefahren, habe mir aber sehr wohl den Hbf in Havanna angeschaut.
Dorthin brachte mich das von Dir ja auch bildlich dokumentierte Busunternehmen Viazul (Varadero-Havanna und zurück). Da liegt es nicht viel anders als beim Zug: Fahrkarte/Reservierung am Vortag tätigen, am Reisetag dann spätestens 30 min vor der Abfahrtszeit am Busterminal sein etc. Gab aber keine Probleme, trotz mangelnder Spanisch-Kenntnisse meinerseits.
Die offiziellen Überlandbusse für die Einheimischen (Astrobus) waren übrigens damals in keinem schlechteren Zustand als die Touristenbusse!
Was das Geld betrifft: Ja, das kann manchmal etwas kompliziert sein. Zum Glück habe ich durch eine Bekannte auch einheimische Peso bekommen, was gerade in den vielen kleinen Läden in Havanna sehr hilfreich ist und den Urlaub ein Stück billiger macht ;)
Privatauto als Bus: Gibt's da auch "Uber"? ;-)
Blaschke, Freitag, 19.09.2014, 20:28 (vor 4246 Tagen) @ Alexander
- kein Text -
Respekt für diese Abenteuerlust! ;-)
redcobra, Donnerstag, 18.09.2014, 14:23 (vor 4247 Tagen) @ Alexander
Hoffentlich war auch ein bisschen Erholung möglich und gesundheitlich alles in Ordnung?
Was hat die lange Zugfahrt und der Touristenbus gekostet?
Respekt für diese Abenteuerlust! ;-)
Christian_S, Donnerstag, 18.09.2014, 17:08 (vor 4247 Tagen) @ redcobra
Hoffentlich war auch ein bisschen Erholung möglich und gesundheitlich alles in Ordnung?
Gesundheitlich hatte ich damals (2006) in Kuba keinerlei Probleme! Essen war qualititiv in Ordnung, auch die Hygiene war für karibische Verhältnisse absolut vorbildlich (Toiletten etc)! Das konnte ich z.B. zwei Jahre später in Venezuela nicht behaupten ...
Was hat die lange Zugfahrt und der Touristenbus gekostet?
Zumindest bei mir damals war der Touristenbus kein wirkliches Schnäppchen, aber auch nicht teuer. Ich meine, Varadero-Havanna und zurück (140 km pro Richtung) kamen auch knapp 30€.
Danke für Kuba
DG, Donnerstag, 18.09.2014, 20:13 (vor 4247 Tagen) @ Alexander
Auch von mir vielen Dank für den tollen Reisebericht in eine Gegend, die ich auch noch auf der To-Do-Liste habe. Tolle Bilder, tolle Erläuterungen, das macht Lust aus einen persönlichen Besuch ;-)
Danke :-)
Matze86, München, Donnerstag, 18.09.2014, 20:35 (vor 4247 Tagen) @ Alexander
- kein Text -
Klasse Bericht
462 001, Taunus, Donnerstag, 18.09.2014, 23:30 (vor 4247 Tagen) @ Alexander
Hallo,
danke für den super Bericht. Der ÖPNV in Kuba ist schon was ganz anderes als hier bei uns.
Gruß
ICE1223
Danke für Kuba in vier Teilen-gibt es vielleicht noch mehr?
SunshineMouse, Freitag, 19.09.2014, 13:27 (vor 4246 Tagen) @ Alexander
Hallo Alexander,
vielen Dank für die super interessanten Eindrücke aus Kuba und einen kleinen Einblick in das öffentliche Nahverkehrssystem und Zugreisen dort. Ich weiß das wir uns hier zwar in einem Eisenbahnforum aufhalten, trotzdem wäre ich ggf. noch für weitere Eindrücke, Bilder von Land und Leuten und ein Fazit der gesamten Reise interessiert.
Lohnt sich die Reise in Deinen Augen? In wie weit merkt man bereits die zunehmende Privatisierung Kubas? Warst Du das erste Mal dort? Wenn nein, welche Veränderungen hast Du festgestellt? Wie ist das Preisniveau abseits der Touristen-Ghettos etc.?
Vielleicht wäre das ganze in einem Reiseforum besser aufgehoben, dort sind aber oft nur Pauschalreisende und mich interessieren eben wirkliche Eindrücke von Land & Leuten...
Dir nochmals Danke und sollte es noch weitere Bilder oder Eindrücke geben, die Du teilen magst, gerne hier oder per E-Mail.
SunshineMouse
Danke für Kuba in vier Teilen-gibt es vielleicht noch mehr?
Alexander, Freitag, 19.09.2014, 15:21 (vor 4246 Tagen) @ SunshineMouse
Wir sind im Bereich Reiseberichte, da gehe ich davon aus das es in Ordnung ist ;-)
Es war mein erster Besuch in Kuba, das Resümee ist unterschiedlich. Ein klares Ja zu Ressorts z.B. in Cayo Largo oder Varadero, ein vorerst nein, solange es unterschiedlich Währungen gibt und der Sozialismus weiterhin vollkommen vorhanden ist. (Bitte hier beachten, dass es keine Wertung von mir ist welche Regierungsform besser ist. Ich habe in diesem Land die guten Seiten und schlechten Seiten des Sozialismus erlebt)
Das Land hat einige richtig hübsche Ecken, diese sind auch sehr gut erschlossen. Leider bekommt man in diesen Ressorts das Leben nicht richtig mit.
Wir wählten daher bewusst die Möglichkeit mit dem Rucksack das Land zu bereisen. Wir haben hauptsächlich bei Privatleuten in deren Haus übernachtet (ein Zeichen das langsam auch die Privatwirtschaft im kommen ist).
Diese waren überaus aufgeschlossen und hilfsbereit, ich persönlich kann diese Übernachtungsform auch ausdrücklich empfehlen. Auch wenn der Kubanische Staat fast alle (!) Übernachtungseinnahmen als Steuern eintreibt, so verdienen diese sich durch ausgezeichnetes Essen und ihren guten Ruf ihr Geld und Wohlstand.
Das meiste Privatgewerbe erlebt man im Taxibereich, da wird man als Tourist ca. alle 2 Minuten angesprochen ob man nicht ein Taxi haben möchte. (Dies war besonders in Havanna lästig, da sind die Fahrer/Schlepper einen regelrecht nachgelaufen)
Für uns das größte Problem war das Problem der zwei Währungen. Nicht alle Läden erkennen den CUC an bzw. haben nicht genug Geld um zu wechseln (1 CUC sind 25 Peso), auch wird natürlich so versucht den Touristen das Geld aus der Tasche zu ziehen. (Museumseintritt 8 Peso bzw. 8 CUC, Zugfahrkarte 45 Peso oder 20 CUC, Kutschenfahrt 1 Peso oder 1 CUC - als Tourist ist es schwierig überhaupt an Peso heranzukommen). Dadurch sind Touristen schon fast gezwungen in die staatlichen CUC-Läden einkaufen zu gehen, dort kostet das 1,5l Wasser auch stolze 0,50€. Daher muss ich sagen, dass das Preisniveau für mich als Europäer zwar noch ok war, aber für die Leistung und das Land doch schon exorbitant hoch. (Für Hotels muss man durchaus ca. 100€ die Nacht rechnen -> alles staatlich und Preise meist vorgeschrieben)
Auch schlägt die Warenknappheit halt voll zu. Wir waren auf dem Land unterwegs, dort gab es halt seit 2 Tagen schon kein Wasser mehr zu kaufen. Aber auch andere Produkte wie Kekse oder ähnliches gibt es nicht immer. Teilweise sind haben wir 4 - 5 verschiedene Läden abklappern müssen bis das gewünscht zu erhalten war. (Dabei hatten wir es dank den CUC noch relativ leicht, die Kubaner sind da tagtäglich vor viele Probleme gestellt)
Ich habe meinen Eltern einiges über den Urlaub erzählt und diese mussten nur lachen, da sich einige meiner Erfahrungen mit ihren in der ehemaligen DDR gedeckt haben.
Ein weiterer negativer Punkt war die Bettelei. Man wird ja relativ leicht als Tourist erkannt und jeder möchte etwas haben. (Der Durchschnittslohn beträgt nur ca. 25 CUC (ca. 25$) im Monat) Ständig wird man angesprochen wo man herkommt und anschließend die Lebensgeschichte erzählt und wenn ich doch nur 1 CUC geben würde, könnte dies und das gekauft werden.
Hier muss jeder seine eigene Strategie wählen wie damit umgegangen wird. (wir haben nach ca. 1 Woche gesagt, wir kommen aus Norwegen und können schlecht Englisch und kaum spanisch, da hatten wir zu 95% unsere Ruhe)
Damit nicht alles negativ ist, es gibt einige sehr schöne Städte (bzw. Stadtteile). Diese sind wirklich sehenswert und es ist beachtlich was hier, trotz der Devisenknappheit, erschaffen wurde. Da können auch einige westliche Staaten nur neidvoll hinblicken!
Ich kann dir nichts raten ob es sich lohnt, es gibt in jedem Land seine Vor- und Nachteile. Ich kann auf alle Fälle sagen, dass ich viel gelernt und gesehen habe. Mich mit netten Menschen unterhalten und gelebt habe. Aber auch das ärmlichere Leben auf dem Land gesehen habe.
Wenn du unbedingt eine Empfehlung haben möchtest, dann fliege nach Varadero in ein Ressort und begibt dich von dort auf organisierte Tages- oder Mehrtagesfahrten. Da lernst du das Land auch kennen (vielleicht nicht so intensiv).
Viele Grüße
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Es gibt Menschen, die geizen mit ihrem Verstand wie andere mit ihrem Geld. (Wilhelm Busch)
Vielen Dank für die weiteren Eindrücke
SunshineMouse, Freitag, 19.09.2014, 16:11 (vor 4246 Tagen) @ Alexander
Hallo Alexander,
danke für das ausführliche Fazit, die geschilderten Eindrücke etc., genau so etwas schwebte mir vor. Ich glaube nicht, dass ich einen Resorturlaub mit Ausflügen buchen werde, dass ist einfach nicht meine Welt.
Mich interessiert das "normale" Leben, auch wenn man als Tourist auch nur Bruchteile davon wahrnehmen kann... - Gerade das Reflektieren ist für mich eines der schönsten Erlebnisse auf Reisen...
Der Alltag ist sicherlich für viele normale Menschen in Kuba hart, aber für mich ist es faszinierend was trotz jahrerlanger Wirtschaftssanktionen immer noch geschafft wird...
Genug der Politik, danke für die vielen Eindrücke!