Diskussion zu Fahrtkartenverkauf im Zug / ÖPNV-Vorlauf (Allgemeines Forum)
Da ich mich aus dem anderen Thread ausklinken möchte, da dessen Ausgangsthema ja nun abgeschlossen ist, möchte ich zu dem Themenkomplex Fahrkartenverkauf im Zug, Vorverkaufsfristen und knappe Ankunft des ÖPNV vor Abfahrt des Zuges einen neuen Thread starten.
Ich als Bewohner ländlichen Gebietes und Nutzer von Bus-Bahn-Übergängen wäre dafür, dass alle Regionalzüge einen Fahrkartenautomaten bekommen. Wenn man erst 5 Minuten vor Abfahrt es Zuges mit einem nur alle 2-4 Stunden verkehrenden Linienbus am Bahnhof ankommt, hat man je nach Laufwege und Schlange am stationären Automaten nicht immer die Zeit noch eine Fahrkarte zu bekommen. Dann ist es blöde, wenn man nur wegen einer Fahrkarte eine ganze Stunde auf den nächsten Zug warten muss oder wenn man im tiefsten Thüringer Wald wohnt, dann ggf. gleich mal zwei Stunden auf den nächsten Zug... bspw. zwischen Eisfeld und Sonneberg.
Ich bin daher absoluter Befürworter für Fahrkartenautomaten im Zug. Dann kann sich auch kein Fahrgast mehr herausreden, der im Zug ohne Fahrkarte angetroffen wird!
Dann hast Du bei einer Kontrolle auf einmal x-Leute, die gerade und just in diesem Moment auf dem Weg zu dem Automaten sind. In den Straßenbahnen der KVB in Köln gang und gäbe. Ehrlich: Ist doch nicht so schlimm, sich vorher ein Ticket zu besorgen. Und gerade für solche Nahverkehrssachen kann man doch Vierertickets auf Vorrat dabei haben.
Fahre mal hier bei uns im wilden Osten von A-Dorf nach B-Stadt. Da gibt es keine Möglichkeit irgendwelche Fahrkarten vorab zu kaufen, wenn man nicht gerade Handy-Ticket hat.
Da kommt man nach einer Stunde Busfahrt aus der tiefsten Pampa in der nächstgrößeren Stadt am Busbahnhof an und der nächste zweistündlich verkehrende Zug fährt innerhalb der nächsten paar Minuten. Da bleibt keine Zeit sich irgendeine Fahrkarte zu besorgen.
Ich bin 3 Jahre lang jeden Tag 50 km von zu Hause zu meiner Schule in Eisenach gependelt. Jeden Tag 23 km Bus und 27 km Bahnfahrt. Jeden Morgen zittern den 5-minütigen Anschluss zu bekommen oder 1 1/2 Stunden zu spät im Unterricht zu sein.
Ich war soo dankbar als die STB mit ihren Regioshuttles und Fahrkartenautomaten kamen. So konnte ich in Ruhe meine Zeitkarten kaufen.
Am Nachmittag das gleiche Spiel. Ankunft Zug aus Eisenach 15:40 Uhr, Abfahrt Bus 15:45 Uhr. Allerdings kann man im Bus die Fahrkarte beim Fahrer kaufen. Der nächste Bus wäre übrigens 17:50 Uhr gefahren. Jedes mal Zitterpartie, ob man 16:30 oder 19:00 Uhr zu Hause ist.
Ich steige jedenfalls immer wenn ich vom Überlandbus komme und die Umsteigezeit unter 10 min liegt ohne Fahrkarte in den Zug.
Zum Glück hat die NVS Thüringen in ihren Ausschreibungen die EVU verpflichtet Fahrkartenautomaten in den Zügen mitzuführen. Im IC(E) kann man die Fahrkarten auch noch ganz legal, jetzt jedoch mit horrendem Aufpreis, kaufen. Da bezahle ich lieber die 7,50 Euro Bordzuschlag als 40 Euro FPN.
Früher hielt ich es auch für richtig, dass in die Züge Automaten gehören. Bis ich dann in der Praxis regelmäßig sah, was ein gar nicht so kleiner Teil der Kundschaft daraus macht - und sich dabei oft genug auch noch im Recht fühlt. Seitdem bin ich ein absoluter Verfechter des Fahrscheinbesitzes bei Betreten des Zuges.
Immerhin halten wir fest, dass es also durchaus möglich war, vorab eine Zeitkarte zu erwerben - dem wird ja nicht widersprochen.
Man kann auch Samstag mit dem Auto nach Berlin zum Hbf fahren, um für Montag eine Fahrkarte zu haben.
Es geht hier weniger um die Möglichkeit als die Praktikabilität. Aus dem Grund schätze ich die NVS Thüringen dafür, dass sie Fahrkartenautomaten in den Nahverkehrszügen vorschreibt. Warum sollte man diese Züge, die auch zur Grundversorgung zählen, anders behandeln als Busse oder Straßenbahnen, wo es auch Fahrkartenverkauf im Fahrzeug durch Automat oder Personal gibt?
Was ich nicht verstehe: Wenn Du von A-Dorf nach B-Stadt fährst, kannst Du nicht direkt beim Fahrtantritt im Bus ein durchgehendes Ticketlösen?
Nein, weil die Busfahrer keine Bahntickets verkaufen und die Dörfer hier im Wartburgkreis oder südlich davon in keinem Verkehrsverbund sind. Ich habe dann immer mein Bahnticket eben im Zug gekauft, weil es eben nicht anders ging. Damals auch kein Problem. Als die DB noch fuhr, konnte man Tickets noch regulär und legal beim KiN kaufen und seit 2001 mit Umstellung auf STB gab es Automaten. Ansonsten hätte ich wohl oder übel entweder 1 Stunde auf den nächsten Zug oder Schwarzfahren müssen.
5 Minuten vor Abfahrt erlischt der Anspruch auf Ausgabe eines Fahrscheins!
Dumm nur, dass die DB im Online-System Reiseverbindungen bewirbt, wo man mit dem Bus oder der Straßenbahn gerade mal 5 min vor Abfahrt des Zuges am Bahnhof ist.
Dann sollen sie die Mindestübergangszeiten von ÖPNV auf Zug entsprechend anpassen und keine Verbindungen mehr ausgeben, wo man erst kurz vor Abfahrt des Zuges am Bahnhof is
Ok, dann werden 20 Minuten Minimum angegeben und spaetestens bei 18 Minuten Verspaetung hast du die gleiche Diskussion. Die Uebergangszeit ist VOLLKOMMEN irrelevant!
Aus dem Grund befürworte ich Automaten im Zug, da ist die Übergangszeit irrelevant, weil man sich dann das Ticket im Zug kaufen kann, sofern man ihn dann noch erreicht.