Als Hauptbahnhof höchst kurzlebig (40 Bilder), Teil 1 (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Freitag, 29.08.2014, 17:12 (vor 4264 Tagen)

Moin,

der heutige Titel war eher da als das erste Bild. Ich besuchte den Bahnhof Frankfurt-Höchst am 17. Juli zum ersten und hoffentlich auch letzten Mal. Wenn ich aus der langen Liste der (ehemaligen) Hauptbahnhöfe in Deutschland meine persönlichen Schrott-Drei küren müßte, Frankfurt-Höchst wäre gesetzt.


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Höchst ist mittlerweile ein Stadtteil von Frankfurt am Main, also beginnen wir die Übersicht über den Zugverkehr mit der Linie nach Bad Soden. Denn das ist die einzige, die nicht weiter nach Frankfurt hineinfährt. Ein Dieseltriebwagen der Hessischen Landesbahn pendelt auf der kurzen Linie.
Der Rest fährt ab Frankfurt. Das ist einmal Vias mit ihren Flirts, die weiter über Wiesbaden und den rechten Rhein bis Neuwied fahren, aber Koblenz linksrheinisch mitnehmen. Dann wäre da noch DB Regio Hessen auf der Strecke nach Limburg. Elloks der Baureihe 143 und Doppelstockwagen. Letzter im Bunde ist die Hessische Landesbahn, die halbstündlich von Frankfurt über Höchst nach Königstein fährt, neben neuen Lints kommen auch ältere Blechdosen aus Salzgitter zum Einsatz.
Und die S-Bahn Frankfurt fährt mit ihren Triebwagen auf zwei Linien. Einmal von Wiesbaden, einmal von Niedernhausen. Von Höchst weiter durch Frankfurt nach Offenbach und weiter nach Dietzenbach beziehungsweise Ober Roden.


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Die Eisenbahngeschichte verteilt sich auf die Verbindung Frankfurt - Höchst - Wiesbaden, die Strecke nach Limburg, die nach Bad Soden und die Kleinbahn nach Königstein.

Den Anfang machte eine kurze Strecke von Frankfurt nach Höchst, die am 26. September 1839 eröffnet wurde. In Höchst war ihr Bahnhof einige Meter weiter östlich. Am 24. November wurde Hattersheim erreicht, am 13. April 1840 Kastel und schließlich am 19. Mai 1840 Wiesbaden.

Als erster Abschnitt der Limburger Strecke wurde am 1. Februar 1875 der Abschnitt von Niederselters nach Eschhofen (hier schließt die Strecke an die Lahntalbahn an) eröffnet. Seit dem 15. Oktober 1877 wird die Strecke Höchst - Limburg durchgehend bedient. 1880 erfolgte die Verlängerung Richtung F-Griesheim. Kurz vorm Weltkrieg wurde die Strecke zweigleisig ausgebaut, 1971 erfolgte im Vorgriff der S-Bahn die Elektrifizierung von Höchst bis Niedernhausen, erst 1986 erfolgte die Verlängerung bis Limburg. Dort ist elektrisch Schluß.

Seit dem 22. Mai 1847 ist Bad Soden an die weite Welt der Eisenbahn angeschlossen, als die Strecke dorthin von Höchst in Betrieb genommen wurde. 1979 wurde der elektrische Betrieb aufgenommen, bis 1997 fuhr die S-Bahn. Seitdem fährt die Hessische Landesbahn mit Dieseltriebwagen. Als kürzlich ausnahmsweise ein Elektrotriebwagen verkehrte, war das der Frankfurter Allgemeinen wohl sogar ein Titelbild wert. Nein, jetzt schreibe ich wohl Unsinn.

Bad Soden ist rechts raus, links raus geht es seit dem 24. Februar 1902 nach Königstein. Anfänglich durch die Kleinbahn AG Höchst-Königstein betrieben, gehört sie heute zur Hessischen Landesbahn, die auch die Infrastruktur betreibt. Die Fahrten verkehren im Regelfall bis Frankfurt Hbf.

Bleibt der Hauptbahnhof. Ab 15. Mai 1927 wurde der Bahnhof als Höchst (Main) Hbf bezeichnet, da war das heutige Empfangsgebäude gerade sieben Jahre alt. Es folgte der 1914 vollendeten Hochlegung der Bahnanlagen nach. Bereits 1880 war der erste Höchster Bahnhof durch einen neuen in heutiger Lage ersetzt worden, der jedoch war bald dem wachsenden Verkehr nicht mehr gewachsen, weshalb der Umbau erfolgte. Am 1. April 1928 hörte Höchst auf, als selbständige Stadt zu existieren und wurde zum Stadtteil von Frankfurt, am 7. Oktober zog die Reichsbahn nach und seitdem heißt der Bahnhof nicht mehr Höchst (Main) Hbf, sondern Frankfurt-Höchst. Nun aber die Bilder.


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Teil 2 folgt sogleich.


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