Willkommen! Aber ein großes "Aber" (Reiseberichte)

ALR997, Montag, 11.08.2014, 14:20 (vor 4294 Tagen) @ BHSH

In was für einem Land lebe ich denn hier eigentlich? Die Schere im Kopf gehört in die DDR-Geschichte. Da wurden Eisenbahnfotografen und auch -interessenten zeitweise der Spionage und des Agententums verdächtigt. Wer eine Lok besichtigt, will sie sabotieren und wahrscheinlich eine Bombe anbringen.

Ich bezweifle, dass da wirklich Terrorangst eine Rolle spielt - zumindest nicht mehr heutzutage. (Russland und die USA mal ausgenommen, wer Angst hat, dass man ihn bombardieren will, sollte sich vielleicht mal fragen wieso!)

Aber es passt auch in mein Bild, was ich zunehmend von den Mitarbeitern der Bahn(en) bekomme. Ein Handeln nach Vorschrift, NUR aus Angst den Job zu verlieren, kann ja wohl niemals eine Grundlage für kundenfreundliches und effektives Arbeiten sein.

Ich habe diese Bahn-Testkunden ja immer für einen Mythos gehalten und war erstaunt, dass es so etwas tatsächlich gibt. Wie man das jetzt bewerten möchte ist jedem selbst überlassen, aber wie manche Mitarbeiter die Situation beschreiben, müssen die ja manchmal Angst haben, wenn sie die Regelungen nur mal ein Stückchen weiter dehnen.
Den typischen fröhlichen Schaffner, der lächelnd mal ein Auge zudrückt, den erlebe ich kaum noch. Dafür werden Kinder des Nächtens aus dem Zug geworfen...

Es muss doch möglich sein, dass ein Mitarbeiter ganz stolz sein Unternehmen präsentiert und sich über die Schulter schauen lässt.

Bloss nicht! Emotionen bei der Arbeit sind nicht angemessen für einen Riesenkonzern wie die DBAG ;-)

Wer weiß, ob mich das Bahnfieber infiziert hätte, wenn ich als Kind nicht auf dem "Schaffnersitz" in der U-Bahn oder im Schienenbus hätte sitzen dürfen... Später gab es öfter mal offene Türen im Steuerwagen und auch im ICE. Vor 2001 könnte man ja auch im Flieger noch vorne durchs Cockpit rausschauen manchmal.

Ich glaube, das gibts heute auch noch, nur sind wir meisten hier aus dem entsprechenden Alter raus.
Vor einigen Jahren (da war ich noch einige Köpfe kleiner ;-) ) wurde ich mal im ICE nach München vorne in die Fahrerkabine gebracht und konnte dann bei der Fahrt zuschauen. Als dann das Personal wechselte gabs auf einmal Riesenkrach zwischen dem Lokführer und dem neuen Zugchef, was dem anderen Zub denn einfiele einfach Fahrgäste in die Fahrerkabine zu schicken. Ich wurde dann vor die Tür gesetzt und durfte den Weg zu meiner Familie alleine suchen.

So unterschiedlich sind da also die Reaktionen und Umgänge.


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