Erfahrungsbericht Dänemark ICE und Krisenmanagement DB (Reiseberichte)

westtoeast, Sonntag, 10.08.2014, 00:08 (vor 4284 Tagen)
bearbeitet von westtoeast, Sonntag, 10.08.2014, 00:12

Ich hatte in diesem Sommer erstmals die Gelegenheit mit einem der Dänemark-ICEs ab Kopenhagen zu fahren. Meine bisherigen Erfahrungen, wenn ich den bis Berlin weiter verkehrenden Zug ab Hamburg genutzt habe, war eigentlich durchweg eher negativ, da schlicht und einfach sehr voll. Vor kurzem habe ich zudem einen der Dänemark-ICEs ab Flensburg genutzt, auch da war die Auslastung spätestens ab Flensburg bei über 100 Prozent (immer 2. Klasse). Grundsätzlich scheint also, auch wenn es nur Momentaufnahmen sind, durchaus eine gute Nachfrage da zu sein, was einen auch daran zweifeln lässt, ob es wirklich nicht möglich sein sollte, einen Nachtzug ab Kopenhagen rentabel zu betreiben. Auf der innerdänischen Strecke war der ICE ebenfalls *deutlich* über 100 Prozent ausgelastet, leerte sich dann aber ein wenig kurz vor der Fähre.

In Puttgarden wurde der Zug dann wieder sehr voll, was wohl vor allem daran lag, dass der vorangegangene EC ausgefallen war und bestelle Ersatzbusse noch nicht eingetroffen waren. Problematisch wurde die Situation dann, als auch der besagte ICE nicht weiterfahren konnte, wegen technischer Probleme. Da es in Dänemark keine solchen gegeben hatte, ist meine Vermutung, dass es Schwierigkeiten bei der Umstellung auf deutsche Sicherheitssysteme gab, aber genau weiß ich das nicht. Jedenfalls half auch ein durchgeführter kompletter "Reset" nicht. Dies führte natürlich zu einer gewissen Unruhe gerade auch unter den EC-Fahrgästen, unter denen sich auch einige ältere Personen und Familien mit Kindern befanden, die auch noch keine Versorgung mit Getränken erhalten hatten.

Der Zugchef blieb dennoch sehr professionell, letztendlich war aber relativ schnell klar, dass es nichts mehr werden würde mit der Weiterfahrt, so dass alle Fahrgäste gebeten wurden, auszusteigen und auf die bereits für die EC-Fahrgäste bestellten Ersatzbusse zu warten. Von denen trafen die ersten beiden auch gerade ein, wobei sehr klar war, dass die Kapazität bei weitem nicht für die EC- und ICE-Fahrgäste reichen würde. An diesem Punkt muss ich dann auch das Krisenmanagement der Bahn deutlich kritisieren. Denn während der Zugchef weiter damit beschäftigt war, den Zug zu räumen und die Fahrgäste zu informieren, sah ich auf dem Weg zu den Bussen, wie sich zwei weitere ZUB – ganz offensichtlich auch frustiert angesichts der Situation – einfach auf den Bänken am Bahnsteig niederließen. Es gab kein Personal an den Bussen, kein Versuch, zu organisieren, dass zuerst die EC-Fahrgäste und alte Personen und Familien mit Kindern fahren, nichts. Teilweise rannten Fahrgäste an allen anderen vorbei, nur um ja noch einen Platz zu bekommen. Die Koffer wurden unten in den Bus geräumt, mussten später wieder ausgeräumt werden, weil gar nicht alle einen Sitzplatz fanden. Keine Information seitens des Busfahrers, ob auch die planmäßigen Zwischenhalte angefahren würde, keine Durchsage zur ungefähren Ankunft in Hamburg.

Klar, dass es schwierig ist, mehrere hundert Fahrgäste zu bändigen (von denen für die meisten wohl gilt, dass sie in so einer Situation nur noch sich selbst am nächsten sind) und klar auch, dass es an so einem Bahnhof eben kein Personal gibt für solche Situationen vorhanden ist. Trotzdem: Das war schlecht, richtig schlecht. Ich hoffe nur, dass die weiteren Ersatzbusse bald kamen und alle gut aus Puttgarden weggekommen sind. In Hamburg dann wieder super nettes und professionelles Personal an der DB Information, und für mich waren es sogar nur +60 (wobei ich in einem der ersten Busse war), für die EC-Fahrgäste aber also mindestens +180. Genauso unerfreulich natürlich, wie meistens in solchen Situationen: Fahrgäste die total ausrasten, Personal übel beschimpfen (nein, das Personal hat den Zug nicht absichtlich kaputtgemacht) und damit alles noch viel unangenehmer machen, als es sowieso ist. Positive Beispiele gab es zum Glück auch, zum Beispiel eine Familie, die noch bis Zürich wollte und dennoch mit einer gewissen Ruhe meinte "shit happens" und sogar noch sehr nett einer älteren Frau half.

Am Rande: Was ich jedoch nunmehr auch ganz sicher weiß: Selbst wenn ich einmal mit dem Gedanken gespielt hätte, Fernbusse kommen für mich nicht in Frage – und dass, obwohl es jetzt nur eine kurze Strecke war. Und ich werde nie wieder behaupten, die Toiletten im ICE 3 seien eng – wer das sagt, war noch nie in der halböffentlichen Kammer eines Fernbusses, die sich Toilette schimpft.

Im Ergebnis: Sehr erfreulich, dass die Dänemark-ICEs offensichtlich so gut angenommen werden, wobei die Auslastung grenzwertig ist (in Dänemark standen selbst in den Gängen und nicht nur in den Übergängen die Leute), eine Ausweitung des Angebots wäre vielleicht sinnvoll. Krisenmanagement der DB dort top, wo es offensichtlich Routine gibt (Hamburg), das "normale" Personal schien überfordert, bzw. sich nach Räumung des Zuges nicht mehr zuständig zu fühlen – großes Minus. Mangelnde Schulung für solche (seltenen?) Fälle? Zur Zuverlässigkeit der Dänemark-ICEs generall kann ich nichts sagen, aber vielleicht gibt es hier User, die öfter auf den Strecken unterwegs sind? Eine Zusatzfrage hätte ich noch: Sind die Ruhezonen in den Dänemark-ICEs abgeschafft? Hatte extra im Ruhebereich reserviert, konnte allerdings keinerlei Kennzeichnung finden (außer, dass es auf meiner Reservierung stand).

Erfahrungsbericht Dänemark ICE und Krisenmanagement DB

Der Bielefelder, Sonntag, 10.08.2014, 01:49 (vor 4284 Tagen) @ westtoeast

In Puttgarden wurde der Zug dann wieder sehr voll, was wohl vor allem daran lag, dass der vorangegangene EC ausgefallen war und bestelle Ersatzbusse noch nicht eingetroffen waren. Problematisch wurde die Situation dann, als auch der besagte ICE nicht weiterfahren konnte, wegen technischer Probleme. Da es in Dänemark keine solchen gegeben hatte, ist meine Vermutung, dass es Schwierigkeiten bei der Umstellung auf deutsche Sicherheitssysteme gab, aber genau weiß ich das nicht. Jedenfalls half auch ein durchgeführter kompletter "Reset" nicht. Dies führte natürlich zu einer gewissen Unruhe gerade auch unter den EC-Fahrgästen, unter denen sich auch einige ältere Personen und Familien mit Kindern befanden, die auch noch keine Versorgung mit Getränken erhalten hatten.


PZB-Ausfall, bei dem EC vorher war es totaler Klimaanlagenausfall. Das ist Halt Kooperation zwischen zwei Bahnunternehmen, welche beide nicht genügend Ressourcen für dieses Projekt haben. Der DB fehlen 605er und der DSB fehlen IC3. Das Angebot auf dieser Strecke wird überdeutlich angenommen und ich sehe oft Züge mit einer Auslastung weit über 100%. Nur wird sich mittelfristig dort nichts ändern (können). Warten wir mal ab wie es aussehen wird, wenn die ersten 605er in die Revision gehen und ob sich die DSB mit einer generellen Reservierungspflicht für diese Züge durchsetzen wird...

Erfahrungsbericht Dänemark ICE und Krisenmanagement DB

ALR997, Sonntag, 10.08.2014, 02:43 (vor 4284 Tagen) @ Der Bielefelder

Wie siehts aus mit anderen Zügen und Angeboten nach Kopenhagen?

Idee 1: Sobald/falls irgendwann IC-Wagen durch ICx und Dosto frei werden (was sicher vor Fertigstellung des Belttunnels passiert) könnte man doch alte IC-Wagen (DK-tauglich?) rüberschicken?

Idee 2: Expresszüge nach Puttgarden (Verdichtung auf Stundentakt mit ICE) mit RE-Material (da wird ja einiges frei) und dann mit der Fähre rüber. Wie sieht die Situation auf dem dänischen Abschnitt aus? Ist die Strecke bereits elektrifiziert? Gibt es Triebwagen oder Züge zur Verfügung?

Das Problem - und das finde ich persönlich traurig: wenn so eine Strecke existiert, wo die Nachfrage das Angebot übersteigt, dann ist das natürlich gerade die Strecke, auf der man der Nachfrage nicht gerecht werden kann. Sei es wegen Fahrzeug- oder Streckenbedingter Probleme.

Ist das deutsche Bahnsystem wirklich so schwerfällig und unflexibel? Ich kann mir kaum vorstellen, dass diese Züge im Konzern unerwünscht sind.
Welche Kriterien muss ein Zug nach Dänemark erfüllen? Kann man nicht im Zweifelsfall wie HKX ausländische Wagen kaufen?

Und wo wir schon dabei sind: aus Erfahrung habe ich die Strecken von Dresden nach Prag, von Nürnberg nach Wien und von München nach Verona als sehr stark ausgelastet in Erinnerung. Täusche ich mich da?

Und wie siehts bei den EC von München nach Zürich aus?


Das sind viele Fragen, ich hoffe mal ihr könnt sie mir beantworten.

Gute Nacht,
Lucas

Meine Erfahrungen

JW, Sonntag, 10.08.2014, 07:56 (vor 4283 Tagen) @ ALR997

Hallo,

ich bin diesmal zwei mal Hamburg Flensburg gefahren. Beide Male war reservieren aus "technischen Gründen" in diesem Zug nicht möglich.

Bei der ersten Fahrt erwartete mich in Hamburg ein leerer 605er. Kein Platz wurde als reserviert angezeigt - das änderte sich aber schnell.
Der Grund war dass der eigentliche 605er aus Berlin kam und wegen einem Defekt in Hamburg ausgesetzt werden musste. Ich saß im noch leeren Ersatzzug. Dann kamen die Fahrgäste aus Berlin in den Zug. Und auch die Reservierungsanzeigen wurden aktiv. Die zweite Klasse war bis auf etwa 10 Plätze komplett von zwei Schülergruppen aus Arhus reserviert (die hatten wohl eine Klassenfahrt nach Berlin gemacht und waren auf dem Rückweg). Die Auslastung lag weit über und ich musste etwa anderhalb Stunden stehen. Der Zugchef agierte recht proffessionel, aber hatte natürlich keine Chance das Problem zu lösen. Weniger proffesionell verhielt sich die Dame aus dem Bistro, diese sah Ihre Hauptbeschäftigung darin Leute aus dem Bistro zu verjagen, die nur einen freien Stehplatz suchten und nichts verzehrten.

Bei meiner zweiten Fahrt war der ICE zwar gut ausgelastet, aber deutlich leerer, denn der Zug sollte an diesem Tag baustellenbedingt in Flensburg enden.
Enstsprechend fand ich einen bequemen Sitzplatz. Dort habe ich dann für eine Dreiviertelstunde bequem gesessen, bis ich in Hamburg wieder aussteigen musste. Die Ursache war zunächst, dass sich die beiden 605er Eineiten die aus Berlin kamen nicht trennen liessen. Die beiden Lokführer, waren intensiv damit beschäfftigt die Züge abwechselnd zu reseten (wird kurz dunkel im Fahrgastraum) und an der Kupplung selbst zu werkeln. Ich hatte eigentlich gehofft, dass die Doppeleinheit dann nach Flensburg fahren muss, denn auf die Fähre nach Kopenhagen passt sie ja nicht. Aber bei all den Entkupplungsversuchen hat man wohl das Bremssystem beschädigt. Der Zug war nicht mehr zu bewegen und man wartete laut Durchsage darauf, dass ein Techniker aus Berlin anreist.
Ich fuhr dann mit anderhalb Stunden Verspätung mit dem Schleswig-Holstein Express in Hamburg ab (dazwischen fährt planmässig nichts auf der Strecke). Wie lange der ICE noch in Hamburg Hbf stand weiß ich daher nicht.

Gruß Jörg

Meine Erfahrungen

JeDi, überall und nirgendwo, Sonntag, 10.08.2014, 10:49 (vor 4283 Tagen) @ JW

ich bin diesmal zwei mal Hamburg Flensburg gefahren. Beide Male war reservieren aus "technischen Gründen" in diesem Zug nicht möglich.

In den Dänemark-ICE gibt es nur ein kleines Reservierungskontingent für innerdeutsch Reisende.

--
Weg mit dem 4744!

Meine Erfahrungen

Markus-P, Sonntag, 10.08.2014, 11:29 (vor 4283 Tagen) @ JeDi

Hallo,

ich habe einmal den ICE genutzt. Es ging von Kopenhagen nach Hamburg.
In Kopenhagen erschien zur Abfahrtszeit ein einzelner IC3 ohne weitere Durchsage. Nach ein paar Gesprächen sagte der Lokführer wir sollten einsteigen. Der Triebwagen war dann sehr gut ausgelastet. Viele Reisende mussten stehen.
In Nyköbing stand dann der ICE bereit, und der Zug musste gewechselt werden. Das dauerte natürlich seine Zeit.
Im ICE mussten dann einige Reisende stehen.

Bei meiner letzten Reise ab Kopenhagen bin ich dann via Flensburg gefahren. Allerdings nicht mit dem ICE. Ab Odense wurde es im Zug merklich leerer und ab Kolding hatte ich die erste Klasse für mich alleine.

Probleme im Dänemark-Verkehr

Sören Heise, Region Hannover, Sonntag, 10.08.2014, 08:58 (vor 4283 Tagen) @ ALR997

Hej!

Idee 1: Sobald/falls irgendwann IC-Wagen durch ICx und Dosto frei werden (was sicher vor Fertigstellung des Belttunnels passiert) könnte man doch alte IC-Wagen (DK-tauglich?) rüberschicken?

Da wäre zunächst die Frage, ob es DK-taugliche gibt.
Ferner: Die Fähren haben nur ein Gleis, da sind enge Grenzen gesetzt. Dazu noch fehlende Rangierloks sowie auf dänischer Seite fehlende Streckendieselloks.
Über Pattburg dauert es länger. Und da wäre die Frage der Tunneltauglichkeit zu prüfen, wenn es dort spezielle Vorschfiten gibt; ferner müßte man E-Loks haben, die dänische EA wird wohl kaum noch in Frage kommen.

Idee 2: Expresszüge nach Puttgarden (Verdichtung auf Stundentakt mit ICE) mit RE-Material (da wird ja einiges frei) und dann mit der Fähre rüber. Wie sieht die Situation auf dem dänischen Abschnitt aus? Ist die Strecke bereits elektrifiziert? Gibt es Triebwagen oder Züge zur Verfügung?

Dänischerseits ist die Strecke im Ausbau befindlich. Sie ist teilweise eingleisig und nicht elektrifiziert. Zwischen Nykøbing F und Kopenhagen fahren zwei Züge pro Stunde und Richtung, der Fernverkehr ist in diesen Takt integriert.
Zwischen Nykøbing F und Rødby F (nun steht das F für Færge und nicht mehr für Falster) ist eher wenig Verkehr, nur einige innerdänische Züge verkehren bis dorthin.
Zug zur Fähre, dann mit Gepäck zu Fuß rauf und wieder runter und wieder in den Zug wäre äußerst unattraktiv, meine ich. Außerdem haben die DSB, solange die IC4 nicht so funktionieren wie es angedacht war - also wohl bis zu deren Abstellung -, massiven Fahrzeugmangel.
Ferner ist die Zulaufstrecke zwischen Kopenhagen und Roskilde bzw. Ringsted sehr stark belastet, die im Bau befindliche Neubaustrecke soll Entlastung bringen.

Das Problem - und das finde ich persönlich traurig: wenn so eine Strecke existiert, wo die Nachfrage das Angebot übersteigt, dann ist das natürlich gerade die Strecke, auf der man der Nachfrage nicht gerecht werden kann. Sei es wegen Fahrzeug- oder Streckenbedingter Probleme.

Man hat sich mit dem Gleis auf den Doppelendfähren auf eine maximale Zuglänge für den internationalen Verkehr festgelegt, einige ICEs werden innerdänisch um eine zweite Einheit verstärkt (Nykøbing F). Dazu kommt, daß die DB mit den ICE-TD und die DSB mit den deutschlandtauglichen MF ("IC3") nur Kleinserien zur Verfügung haben.

Ist das deutsche Bahnsystem wirklich so schwerfällig und unflexibel? Ich kann mir kaum vorstellen, dass diese Züge im Konzern unerwünscht sind.

Es wurde immer wieder kolportiert, daß selbst ein vollbesetzter ICE-TD nicht gewinnbringend ist. Was daran ist, weiß ich nicht.

Welche Kriterien muss ein Zug nach Dänemark erfüllen? Kann man nicht im Zweifelsfall wie HKX ausländische Wagen kaufen?

Dazu siehe oben.

Interessanter finde ich, ob man sich mittlerweile Gedanken macht, was für Fahrzeuge nach Fertigstellung des Fehmarnbelttunnels zum Einsatz kommen werden.


Viele Grüße
Sören

--
[image]

Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr

kurzfristige Lösung...

Der Bielefelder, Sonntag, 10.08.2014, 11:48 (vor 4283 Tagen) @ Sören Heise

...wäre für mich das Zugpaar ICE 380/381 zwischen Berlin und Hamburg einzustellen bzw. durch ICE-T, ICE2 oder IC zu ersetzen. Damit hätte man zwei zusätzliche Züge der BR 605 frei. Die Wartung der ICE-TD findet größtenteils in Langenfelde und/oder Eidelstedt statt, eine Anbindung an Rummelsburg ist daher nicht zwanfsläufig notwendig.

Reservierungspflicht ?

RadExpress, Sonntag, 10.08.2014, 14:52 (vor 4283 Tagen) @ Der Bielefelder

Eine Frage dazu:

Für International Reisende besteht Reservierungspflicht. Warum wird diese nicht auch für national Reisende gefordert.

Zwischen Hamburg und Berlin würde ich den Zug für Inlandsreisen sperren. Alternativen gibt es genug.

Hamburg- Puttgarden gibt es inzwischen auch mehrere RE. Zudem habe ich auch viele Pendler gesehen die nur Hamburg-Lübeck fahren wo ich meine, das muss nicht sein.

Schade das der CNL nach Kobenhavn eingestellt wird. Dieser war immer gut bis sehr gut gebucht und bequem. Eine schlechte Entscheidung der DB nachdem es keine Alternative außer Eurolines 18:30 ab Praha, 22:30 ab Berlin gibt.

Reservierungspflicht ?

Markus-P, Sonntag, 10.08.2014, 15:00 (vor 4283 Tagen) @ RadExpress

Hi,

das war mal so!
Auch hielten früher die Züge in Lübeck Richtung Norden nur zum Zustieg und Richtung Süden zum Ausstieg.

Reservierungspflicht ?

Henrik, Sonntag, 10.08.2014, 15:38 (vor 4283 Tagen) @ RadExpress

Eine Frage dazu:

Für International Reisende besteht Reservierungspflicht. Warum wird diese nicht auch für national Reisende gefordert.

für die Fernzüge zwischen Hamburg und Kopenhagen besteht keine Reservierungspflicht.

Zwischen Hamburg und Berlin würde ich den Zug für Inlandsreisen sperren. Alternativen gibt es genug.

klar gibt es genug, wieso sollte also gerade der einzelne langsamere ICE TD gesperrt werden?

Hamburg- Puttgarden gibt es inzwischen auch mehrere RE.

aber keinen durchgehenden,
wer sollte auch den ICE TD beutzen wollen, wenn er nach Puttgarden will bzw. wer will überhaupt nach Puttgarden? -.-

Zudem habe ich auch viele Pendler gesehen die nur Hamburg-Lübeck fahren wo ich meine, das muss nicht sein.

lange Zeit war es nicht möglich, zuletzt wars auch nur zu einem Aufpreis von 5 Euro möglich,
jetzt ists der gleiche Preis.
Hamburg-Lübeck im ICE TD? das muss sein. das waren gar jüngst diese 5 Euro Aufpreis wert.

Schade dass der CNL nach Kobenhavn eingestellt wird. Dieser war immer gut bis sehr gut gebucht und bequem.

ganz so voll scheint er ja nicht gewesen zu sein.

Reservierungspflicht – Nein

westtoeast, Sonntag, 10.08.2014, 18:42 (vor 4283 Tagen) @ RadExpress
bearbeitet von westtoeast, Sonntag, 10.08.2014, 18:43

Für International Reisende besteht Reservierungspflicht. Warum wird diese nicht auch für national Reisende gefordert.

Das kann ich nicht bestätigen, die Reservierung war optional, hat sich diesmal allerdings wirklich gelohnt. Bei der momentanen Auslastung – andere Erfahrungen scheinen meine ja zu bestätigen – wäre dies aber wohl eine Überlegung wert. Denn wenn wirklich selbst in den Gängen stehen, schmälert das den Komfort natürlich schon sehr.

Mangelwirtschaft, wohin das Auge reicht...

Blaschke, Sonntag, 10.08.2014, 21:27 (vor 4283 Tagen) @ Sören Heise

Hallo!

Da wäre zunächst die Frage, ob es DK-taugliche gibt.
Ferner: Die Fähren haben nur ein Gleis, da sind enge Grenzen gesetzt. Dazu noch fehlende Rangierloks sowie auf dänischer Seite fehlende Streckendieselloks.

(...)

(Über Padborg:) ferner müßte man E-Loks haben, die dänische EA wird wohl kaum noch in Frage kommen.

(...)

Außerdem haben die DSB, solange die IC4 nicht so funktionieren wie es angedacht war - also wohl bis zu deren Abstellung -, massiven Fahrzeugmangel.

(...)

Dazu kommt, daß die DB mit den ICE-TD und die DSB mit den deutschlandtauglichen MF ("IC3") nur Kleinserien zur Verfügung haben.


Kurzum: Es mangelt an allem!


Das sind dann also die Segnungen des Kapitalismus'...


Hoffnungslose Grüße von

jörg

Danke...

westtoeast, Montag, 11.08.2014, 23:43 (vor 4282 Tagen) @ Sören Heise

...für die zusätzliche Einblicke in den Dänemark-Verkehr. Ist es tatsächlich so, dass selbst ein vollbesetzter ICE-TD nicht gewinnbringend verkehren kann? Das wäre dann natürlich wirklich eine extreme Situation. Ansonsten ist es ja wirklich sehr erfreulich, dass, nach allem was man hier liest, die Verbindungen so gut angenommen werden, nur dass es eben schon wieder ein Stückchen zu gut ist. :-) Schade, dass es wohl kurzfristig keine Ausweitung der Kapazitäten geben wird. Wobei man sich die Durchbindung nach Berlin wirklich sparen könnte, wenn man dadurch die Frequenz auf der Strecke Hamburg–Kopenhagen erhöhen könnte, denke ich.

Danke...

CNL484, Montag, 11.08.2014, 23:51 (vor 4282 Tagen) @ westtoeast

Mann sollte als Entlastung ein Zug Hamburg-Flensburg-Kopenhagen anbieten.ein IC3 durchbinden. In der Verbindungssuche wird ja auch diese Verbindung angeboten über Flensburg.Auchmit Sparpreisen. Ist der 1.Kl Service eingestampft wurden im IC3 und ICE-TD ?

Erfahrungsbericht Dänemark ICE und Krisenmanagement DB

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Sonntag, 10.08.2014, 17:49 (vor 4283 Tagen) @ Der Bielefelder

"...Der DB fehlen 605er und der DSB fehlen IC3..."

Und den Fähren fehlt das zweite Gleis, um einen zweiten ICE mitnehmen zu können. Grauselig, wie man die einstigen Kapazitäten der Vogelfluglinie zerstört hat.

Gruß
Olaf

Erfahrungsbericht Dänemark ICE und Krisenmanagement DB

Markus-P, Sonntag, 10.08.2014, 17:58 (vor 4283 Tagen) @ Alibizugpaar

"...Der DB fehlen 605er und der DSB fehlen IC3..."

Und den Fähren fehlt das zweite Gleis, um einen zweiten ICE mitnehmen zu können. Grauselig, wie man die einstigen Kapazitäten der Vogelfluglinie zerstört hat.

Gruß
Olaf

Hi,

da Güterwagen dort nicht mehr abgefertigt werden, braucht man die Kapazitäten nicht.
Und bei einem Stundentakt Hamburg - Copenhagen ist der geringere Platz auf den Fähren auch kein Problem.

Hier ist aber von voll ausgelasteten Zügen die Rede.

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Sonntag, 10.08.2014, 18:16 (vor 4283 Tagen) @ Markus-P

Die Kapazitäten sind denkbar knapp auf Kante genäht und lassen null Flexibilität zu. Soll so die Zukunft des Verkehrsträgers aussehen, auf den fast alle ihre Hoffnungen setzen? Als vor vielen Jahren bekannt wurde, daß die Fähren nur noch ein Gleis bekommen, da war doch allen sofort klar, daß es zu den Zuständen kommt, über die wir u.a. auch heute wieder hier lesen.

Ein zweites Gleis auf den Schiffen verlegt = und die neuen Fähren wären damals nicht einen Euro teurer geworden. Das kannste mir glauben.

Gruß
Olaf

Hier ist aber von voll ausgelasteten Zügen die Rede.

Markus-P, Sonntag, 10.08.2014, 20:03 (vor 4283 Tagen) @ Alibizugpaar

Die Kapazitäten sind denkbar knapp auf Kante genäht und lassen null Flexibilität zu. Soll so die Zukunft des Verkehrsträgers aussehen, auf den fast alle ihre Hoffnungen setzen? Als vor vielen Jahren bekannt wurde, daß die Fähren nur noch ein Gleis bekommen, da war doch allen sofort klar, daß es zu den Zuständen kommt, über die wir u.a. auch heute wieder hier lesen.

Ein zweites Gleis auf den Schiffen verlegt = und die neuen Fähren wären damals nicht einen Euro teurer geworden. Das kannste mir glauben.

Gruß
Olaf

Hi,

bisher fährt man aber nicht jede Stunde im Sommer, das würde die Fahrgäste besser verteilen.

Hier ist aber von voll ausgelasteten Zügen die Rede.

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Sonntag, 10.08.2014, 21:53 (vor 4283 Tagen) @ Markus-P

vom handy: das geht aber gegen die natur der bahn, bei steigender nachfrage möglichst viele kurze züge einzeln laufen zu lassen. deshalb fährt der ice auch 1x mit 16 wagen von köln nach münchen und nicht in 8 einzelzügen von je 2 wagen.

gruß olaf

Krasser Vergleich

ALR997, Sonntag, 10.08.2014, 22:17 (vor 4283 Tagen) @ Alibizugpaar

vom handy: das geht aber gegen die natur der bahn, bei steigender nachfrage möglichst viele kurze züge einzeln laufen zu lassen. deshalb fährt der ice auch 1x mit 16 wagen von köln nach münchen und nicht in 8 einzelzügen von je 2 wagen.

Ich weiss nicht ob das ein Denkfehler deinerseits war und du vielleicht "2 Einzelzüge von je 8 Wagen" meintest.
Das wäre nämlich teilweise eine interessante Alternative:
Angenommen eine Zugfahrt wird mit 16 Wagen gefahren, dann könnte man die beiden Züge getrennt fahren lassen (z.B. auf der KRM einmal mit und einmal ohne Halt unterwegs, oder einmal direkt und einmal über Wiesbaden). Am Ende wird in Frankfurt geflügelt. Im Optimalfall fahren die Züge dann in Dortmund im Halbstundenabstand (ggf. via Wupper und via Ruhr im Wechsel) Richtung Köln.

Allerdings braucht man dann natürlich eine zusätzliche Trasse. Das müsste maj mman dann durchrechnen, ob sich das mit der damit verbunden Erschließung neuer Direktverbindungen lohnen würde.

Dieses Gedankenspiel kann man im Übrigen auch auf viele andere Strecken übertragen.

Hier ist aber von voll ausgelasteten Zügen die Rede.

Markus-P, Sonntag, 10.08.2014, 22:18 (vor 4283 Tagen) @ Alibizugpaar

vom handy: das geht aber gegen die natur der bahn, bei steigender nachfrage möglichst viele kurze züge einzeln laufen zu lassen. deshalb fährt der ice auch 1x mit 16 wagen von köln nach münchen und nicht in 8 einzelzügen von je 2 wagen.

gruß olaf

Ja, du hast Recht.
Aber dort wird jede Stunde gefahren, wenn nicht öfters.

Die Verdichtung auf einen Stundentakt würde der Linie Hamburg - Kopenhagen helfen. Ein weiteres Gleis wird man auf den Schiffen nicht errichten.

Da kommt mir ein GENIALES Konzept in den Sinn! Hammer!

Blaschke, Sonntag, 10.08.2014, 22:23 (vor 4283 Tagen) @ Alibizugpaar

Hallöchen!


Dann machen wir es so:

Alle 2 Std. fährt eine 3-teilige 605er Einheit in Hamburg los. Und fährt vereinigt bis Puttgarden.

Die Vogelfluglinie verkehrt im Halbstunden-Takt:

Also kommt auf jedes Schiff je eine Einheit!


Am anderen Ende wird dann gewartet, bis alle Einheiten rüberverschifft wurden und dann geht es dreiteilig im 2-Std. weiter nach Kopenhagen.


Unterm Strich verlängert sich da zwar die Reisezeit um eine Std. - aber dafür sind die Kapazitätsprobleme behoben.

Und die Kunden können auswählen:

0 Min Pause in Puttgarden, 60 Min Pause in Rodby
30 Min Pause in Puttgarden, 30 Min Pause in Rodby
60 Min Pause in Puttgarden, 0 Min Pause in Rodby

Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten für eine revolutionäres Preissystem.

Und aus Puttgarden und Rodby könnte man jeweils eine Art "Einkaufs- und Erlebnisbahnhof" machen - beide Bahnhöfe stünden dann im Wettbewerb. JA, WETTBEWERB!!! Da ist er wieder! Wenn Wettbewerb herrscht, wird alles gut. Beide Bahnhöfe würden dazu noch mit der Schiffsgastronomie konkurrieren. Na besser geht's doch gar nicht. Kann man die Bordrestaurants in den Zügen abschaffen!

Schöne Grüße von

jörg

Da kommt mir ein GENIALES Konzept in den Sinn! Hammer!

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Montag, 11.08.2014, 20:13 (vor 4282 Tagen) @ Blaschke

Moin Jörg!

Jetzt hätte ich fast schon geschrieben, daß die wartenden Zugteile in Puttgarden bzw Roedby auf ein sog. Rüttelgleis kommen, um den Reisenden während der Wartezeit eine rasche ICE-Fahrt vorzutäuschen. Aber die 605er vibrieren auch im Stand bei laufendem Motor so herrherrherrherrherrherrherrherrherrlich anregend, da kommt keine Thai-Massage mit. Ergo braucht man neben den Wartegleisen nur noch digitale Laufbanner wie im Fußballstadion, wo dann liebliche nordische Landschaften an den Zugfenstern vorbei ziehen. Diese Technik finanziert sich über in dem Landschaftsfilm in Bruchteilen einer Sekunde eingeblendete beliebte Markenzeichen wie Mc Donalds, Gazprom, Pepsi, DSO u.v.m. (upps)

Die Leute werden gar nicht merken, was da wirklich mit ihnen geschieht. Und wenn es so einem Querkopf doch irgendwie merkwürdig vorkommt, daß Dänemark über Nacht so groß geworden ist und die Züge fahren, fahren, fahren, ohne je in Kopenhagen anzukommen, dann wird vom 3. in den 4. Leergang geschaltet = dann ist auch der wieder friedlich.

´Total recall´ in Roedby

Ach und überhaupt: Wenn man kein zweites Bordgleis auf der Vogelfluglinie braucht, dann vielleicht auch keine Schnellfahrstrecke von Frankfurt ans Mittelmeer. Nicht einmal in eine lumpige Lauffähigkeitsbescheinigung braucht die Bahn noch investieren. In Frankfurt in den 605 setzen und drei Stunden im Stand durchrütteln lassen. Da fragt später keiner der Aussteiger noch nach Marseille, hübschen Französinnen oder der küssenden Sonne über der Côte d'Azur...

Die gehen auch so auf wackeligen Beinen zufrieden nach Hause. Das ganze ist unglaublich ausbaufähig und die Bahn braucht nur noch kassieren.

So Jörg - bevor die Kollegen uns hier noch ins Nirvana schießen und da eh keiner weiß, ob wir nicht schon längst alle im total recall gefangen sind (denn die Welt scheint wirklich verrückt zu sein), verbleibe ich mit einem ganz realen

GRUSS

Olaf

Hier ist aber von voll ausgelasteten Zügen die Rede.

Henrik, Montag, 11.08.2014, 00:38 (vor 4283 Tagen) @ Alibizugpaar

Die Kapazitäten sind denkbar knapp auf Kante genäht und lassen null Flexibilität zu.

sagt wer? über was?

wenn die Züge voll ausgelastet seien, dann sind sie doch genau richtig hinreichend genug ausgelastet.
wohlgemerkt über welchen ICE hier die Rede ist. !
Doppeltraktion oder Stundentakt - und das "defizitär" (FR 23.10.2013) kann nochmal dick & fett unterstrichen werden.

letztes Wochenende hatte ich Hin einen 4er Bereich mit Tisch für mich allein, am Freitagnachmittag,
Sonntagnachmittag zurück Auslastung bei etwa 100%, es saßen einige auf dem Boden, aber genau so waren auch noch Plätze frei.
..das zur Prime-Time.

Soll so die Zukunft des Verkehrsträgers aussehen, auf den fast alle ihre Hoffnungen setzen?

wer setzt alle ihre Hoffnungen auf die Bahn? Niemand oder Keiner?

Die Zukunft dieser Vogelfluglinie liegt in der Festen Fehmarnbeltquerung + Hinterlandanbindung
und das in weniger als 10 Jahren,
dann im Stundentakt, mit weniger als 4 Wagen pro Zug, mit Strom statt Diesel, erheblich schneller als heute.

Als vor vielen Jahren bekannt wurde, daß die Fähren nur noch ein Gleis bekommen, da war doch allen sofort klar, daß es zu den Zuständen kommt, über die wir u.a. auch heute wieder hier lesen.

alle dachten eher, wozu überhaupt noch ein Gleis in die Fähre rein?

Ein zweites Gleis auf den Schiffen verlegt = und die neuen Fähren wären damals nicht einen Euro teurer geworden. Das kannste mir glauben.

ja, klar..

> voll ausgelastete Züge => (Teil-)Räumung

Der Bielefelder, Montag, 11.08.2014, 16:37 (vor 4282 Tagen) @ Henrik

Guck Dir mal den ICE-TD der nach 14 Uhr aus Berlin in Hamburg ankommt (Puttgardener Flügel) an. Da steht regelmäßig Bundespolizei, da der Zug schon mehr oder weniger planmäßig Teilgeräumt werden muss. Ich habe es ein paar mal live erlebt und es erinnert mich an Szenen die man sonst nur aus Siegburg oder Limburg bei ICE3-Mangel in der HVZ kennt!

> voll ausgelastete Züge => (Teil-)Räumung

Henrik, Montag, 11.08.2014, 16:47 (vor 4282 Tagen) @ Der Bielefelder

Guck Dir mal den ICE TD der nach 14 Uhr aus Berlin in Hamburg ankommt (Puttgardener Flügel) an. Da steht regelmäßig Bundespolizei, da der Zug schon mehr oder weniger planmäßig Teilgeräumt werden muss. Ich habe es ein paar mal live erlebt und es erinnert mich an Szenen die man sonst nur aus Siegburg oder Limburg bei ICE-3-Mangel in der HVZ kennt!

;)

nach 13 Uhr ......ist noch Mittagszeit

bei meiner Hinfahrt letztens kam noch immerhin die Durchsage, man möge Durchgehen in hinteren Bereich, dort seien noch Plätze frei - dem war ja auch so, mehr als.

Erfahrungsbericht Dänemark ICE und Krisenmanagement DB

CNL484, Sonntag, 10.08.2014, 17:05 (vor 4283 Tagen) @ westtoeast

Massive Bauarbeiten sollen wohl ein mit Grund an der Einstellung sein. Chaos pur aber der "Dacia" fährt trotz Bauarbeiten in Rumänien. Wir verzweifeln schon daran in Westeuropa. Über Lübeck will oder kann man nicht fahren. Währe auch zu schnell für die "CNL". Die es gern gemächlich an geht. Über die Route wo es noch schneller geht, des alten Ostsee Express D 309 geht's schon lange nicht mehr.

Erfahrungsbericht Dänemark ICE und Krisenmanagement DB

4652, Sonntag, 10.08.2014, 19:24 (vor 4283 Tagen) @ CNL484

Massive Bauarbeiten sollen wohl ein mit Grund an der Einstellung sein.

In diesem Jahr endete der CNL während den Bauarbeiten auch in Flensburg. Güterzüge wurden über Niebüll-Tønder umgeleitet, wäre das für den CNL nicht möglich gewesen oder gäbe es dann eine massive Fahrzeitverlängerung?

Zu lange

Sören Heise, Region Hannover, Sonntag, 10.08.2014, 19:35 (vor 4283 Tagen) @ 4652

In diesem Jahr endete der CNL während den Bauarbeiten auch in Flensburg. Güterzüge wurden über Niebüll-Tønder umgeleitet, wäre das für den CNL nicht möglich gewesen oder gäbe es dann eine massive Fahrzeitverlängerung?

Prinzipiell wäre eine Umleitung wohl möglich gewesen, aber das hätte dann wohl einige Zeit länger gedauert. Zwei Stunden? Mehr? Also Ankunft gegen Mittag und Abfahrt auch und öfter mal eine Kurzwende in Roskilde.

Viele Grüße
Sören

Erfahrungsbericht Dänemark ICE und Krisenmanagement DB

bahnerausleidenschaft, Sonntag, 10.08.2014, 17:24 (vor 4283 Tagen) @ westtoeast

Hallo und erstmal danke für deine Eindrücke. Ich persönlich habe leider schon mehrmals Züge räumen müssen und jedesmal stehe ich mit meiner Warnweste (zur besseren Erkennbarkeit) am Zug oder an den Bussen. Immer versuche ich ein bisschen Ordnung reinzubringen. Aber leider wird dies nicht gewürdigt. Da werden alte Leute oder Familien mit kleinen Kindern fast überrannt nur um als erster in den Bus zu kommen. Da wird das Personal beschimpft und es werden Schläge angedroht. Also ich kann viele Kollegen in solch einer Situation leider verstehen.

Erfahrungsbericht Dänemark ICE und Krisenmanagement DB

CNL484, Sonntag, 10.08.2014, 17:36 (vor 4283 Tagen) @ bahnerausleidenschaft

Wenn es solche Szenen nicht das erste mal gibt. Gehört die Bundespolizei mit ins Bott. Die für Ordnung mit Sorgen muss.

Erfahrungsbericht Dänemark ICE und Krisenmanagement DB

westtoeast, Sonntag, 10.08.2014, 18:46 (vor 4283 Tagen) @ CNL484

Wenn es solche Szenen nicht das erste mal gibt. Gehört die Bundespolizei mit ins Bott. Die für Ordnung mit Sorgen muss.

Ich kenne die Situation in Puttgarden nicht, aber ich könnte mir vorstellen, dass die Bundespolizei in Puttgarden ein ganzes Stück weg ist. Die Frage wäre eher, woher die Busse in solchen Fällen kommen, und ob man dann nicht DB-Personal bei den Bussen mitfahren lassen sollte, die dann die Einstieg koordinieren können.

Bundespolizei Puttgarden

Berlin-Express, nähe BPHD, Sonntag, 10.08.2014, 20:52 (vor 4283 Tagen) @ westtoeast
bearbeitet von Berlin-Express, Sonntag, 10.08.2014, 20:55

Die Bundespolizei sitzt im Bahnhofsgebäude bzw. Fährterminal 3 Gehminuten vom Bahnsteig entfernt.


btw. hätte man nicht auch einen Ersatzzug schicken können? (zumindest ab Oldenburg oder Fehmarn-Burg?)

Bundespolizei Puttgarden

ALR997, Sonntag, 10.08.2014, 22:08 (vor 4283 Tagen) @ Berlin-Express

Generell fährt ab Puttgarden eine LINT-RB und ab Burg ein Dosto-RE, wenn ich nicht irre. Engagierte Fahrgäste (also die, die sich selbst informieren) kommen also auch ohne EC und ICE gut weg.

Dass man es innerhalb von 2 Stunden nicht schafft, einen Ersatzzug zumindest auf die Strecke zu schicken (bzw. den RE aus Burg ausnahmsweise bis Puttgarden zu verlängern) zeugt davon wie statisch und unflexibel man auf Aussenstrecken agiert.

Allerdings ist auch die Tatsache, dass auf den SEV bis zu 3 Stunden gewartet werden muss, nicht unbedingt positive Werbung für das Verkehrsmittel Bahn.

Könnte man nicht eine Fernbuslinie Kopenhagen - Hamburg einrichten? Und dazu eine direkt nach Berlin (via Rostock). Die Fahrzeiten dürften zum aktuellen Zeitpunkt kaum unterschiedlich sein, man ist flexibler, günstiger und kann auf der Fähre zuverlässiger queren als per Zug.

Bundespolizei Puttgarden

GibmirZucker, Sonntag, 10.08.2014, 22:44 (vor 4283 Tagen) @ ALR997

Könnte man nicht eine Fernbuslinie Kopenhagen - Hamburg einrichten? Und dazu eine direkt nach Berlin (via Rostock).

Kopenhagen-Berlin gibt es ja schon länger und bei unterschiedlichen Anbieter. Dauert eine halbe bis dreiviertel Stunde länger als mit dem ICE. Also nicht einmal soviel mehr und die Busreise wird durch eine längere Schiffahrt unterbrochen, wo man sich die Beine vertreten kann, also wohl auszuhalten.

Frage an erfahrenere Dänemark-Reisende: Die Fahrt auf eigene Faust mit RE nach Rostock, dann mit der Fähre und dann weiter mit Bus/Bahn ist zu aufwendig? Lustig was die DB da für Verbindungsvorschläge Berlin-Rostock Seehafen Fähre bietet. Da soll man über Hamburg-Nykoebing-Bus Gedser-Fähre fahren. Hoffe dass sich nicht mal ein Tourist auf diesem Weg verirrt der nach Rostock Seehafen will.

Bundespolizei Puttgarden

ALR997, Sonntag, 10.08.2014, 22:46 (vor 4283 Tagen) @ GibmirZucker

Komischerweise: umgekehrt, als ich mal von Rostock nach Gedser wollte wurde ich auch via Lübeck gelotst...

Bundespolizei Puttgarden

markw, Sonntag, 10.08.2014, 23:36 (vor 4283 Tagen) @ GibmirZucker

Frage an erfahrenere Dänemark-Reisende: Die Fahrt auf eigene Faust mit RE nach Rostock, dann mit der Fähre und dann weiter mit Bus/Bahn ist zu aufwendig? Lustig was die DB da für Verbindungsvorschläge Berlin-Rostock Seehafen Fähre bietet. Da soll man über Hamburg-Nykoebing-Bus Gedser-Fähre fahren. Hoffe dass sich nicht mal ein Tourist auf diesem Weg verirrt der nach Rostock Seehafen will.

Habe das vor Jahren mal gemacht. War ziemlich aufwendig, weil keine direkter Übergang. Mittlerweile soll es auf dänischer Seite noch schwieriger geworden sein, weil die Bahnlinie dort eingestellt wurde.

Über Rostock-Gedser

brandenburger, Perleberg, Dienstag, 12.08.2014, 00:28 (vor 4282 Tagen) @ GibmirZucker

Frage an erfahrenere Dänemark-Reisende: Die Fahrt auf eigene Faust mit RE nach Rostock, dann mit der Fähre und dann weiter mit Bus/Bahn ist zu aufwendig?

Ich bin zwar da noch nicht selbst gefahren, aber es wird als durchgehende Verbindung beworben:
http://www.intercombi-ticket.de/reisetipp.html

Über Rostock-Gedser

westtoeast, Dienstag, 12.08.2014, 00:52 (vor 4282 Tagen) @ brandenburger

Frage an erfahrenere Dänemark-Reisende: Die Fahrt auf eigene Faust mit RE nach Rostock, dann mit der Fähre und dann weiter mit Bus/Bahn ist zu aufwendig?

Genau zur Strecke Rostock-Gedser kann ich nichts sagen, aber die Hinfahrt führte mich über Rostock-Trelleborg-Malmö nach Kopenhagen. Seehafen Fähre in Rostock ist m.E. nicht wirklich ideal angebunden, zumindest am frühen Morgen war die Verbindung ab Hbf mit einem ewig lange fahrenden Bus. Dann Check-In für die Fähre, warten auf einen Shuttle-Bus zur Fähre, alles sehr zeitaufwändig, und es wird ziemlich klar, dass der Hafen in Rostock eher auf Autoreisende eingestellt ist, "Fußgänger" nur eine Randerscheinung sind. Halte ich von daher nicht für eine wirklich gute Alternative. Zur Weiterfahrt in Dänemark kann ich nichts sagen, die Fahrt mit dem Bus von Trelleborg nach Malmö war in Ordnung.

Über Rostock-Gedser

GibmirZucker, Dienstag, 12.08.2014, 00:59 (vor 4282 Tagen) @ westtoeast

Danke. Somit spricht dies wohl für den Bus, entweder direkt nach Kopenhagen oder mit Flix ab Berlin nach Rostock Fährterminal. Ist ja schon ab 7 Euro zu haben. Übrigens, will da keine Buswerbung machen, aber sehe gerade, dass Flix täglich mit zwei Bussen fährt am Abend, Freitag/Sonntag mit drei. Sieht also doch danach es, dass es nun genügend Fußreisende gibt, die mit der Fähre übersetzen. Ausgerichtet aber wohl eher auf den Fahrplan in Richtung Trelleborg.

Über Rostock-Gedser

westtoeast, Dienstag, 12.08.2014, 01:17 (vor 4282 Tagen) @ GibmirZucker

Danke. Somit spricht dies wohl für den Bus, entweder direkt nach Kopenhagen oder mit Flix ab Berlin nach Rostock Fährterminal. Ist ja schon ab 7 Euro zu haben. Übrigens, will da keine Buswerbung machen, aber sehe gerade, dass Flix täglich mit zwei Bussen fährt am Abend, Freitag/Sonntag mit drei. Sieht also doch danach es, dass es nun genügend Fußreisende gibt, die mit der Fähre übersetzen. Ausgerichtet aber wohl eher auf den Fahrplan in Richtung Trelleborg.

Das würde in der Tat für den Bus sprechen, wobei ich schon die Strecke Puttgarden-Hamburg für mich schwer erträglich fand (alleine die Toilette!). Aber wenn würde ich auch sagen: Komplett Bus. Die Lösung mit RE ab Hamburg/Berlin bis Rostock und dann dort auf die Fähre halte ich einmal wegen der schlechten Anbindung Hbf–Seehafen Fähre und auch wegen der langen RE-Fahrt für nicht empfehlenswert und für eine Notlösung. Dann lieber direkt Bus bis zur Fähre. Ich gehe davon aus, dass die Fernbusse direkt den Seehafen anfahren und dann dort die Passagiere rauslassen. Unbequemer als RE sind die Fernbusse dann sicherlich auch nicht und man spart sich die blödsinnige Fahrt mit dem Zuckelbus vom Hbf.

Was die Überfahrt nach Trelleborg betrifft: Tagsüber kriegt man die sechs Stunden rum, die Nachtfähre würde ich mir gut überlegen. Hatte die Gelegenheit, eine der Kabinen anzusehen, die mir, angesichts des relativ hohen Preises (ungefähr 80 Euro/2er Kabine) doch sehr einfach und nicht sehr sauber aussah. Auch nicht zu unterschätzen: Der Lärm des Schiffes, für mich deutlich unangenehmer als das sanfte Ruckeln eines Nachtzuges. Zur Hinfahrt Rostock-Trelleborg-Malmö ist es eigentlich vor allen Dingen gekommen, da kein günstiges ES mehr zu bekommen war, Highlight sollte dann die ICE-Rückfahrt sein. Und in der Tat: Hin war es dann S-Bahn Güstrow–Rostock, dann Bus, dann Shuttle-Bus, dann Fähre, dann Fußweg, dann Bus, dann endlich in Malmö und nach einem Tag Aufenthalt weiter nach Kopenhagen. Da ist die Fahrt mit dem ICE von Kopenhagen, im Zug auf die Fähre rauf und dann bis Hamburg und weiter natürlich wesentlich angenehmer, wenn es nicht gerade zu Komplikationen kommt.

Bundespolizei Puttgarden

brandenburger, Perleberg, Dienstag, 12.08.2014, 00:33 (vor 4282 Tagen) @ ALR997
bearbeitet von brandenburger, Dienstag, 12.08.2014, 00:34

Generell fährt ab Puttgarden eine LINT-RB und ab Burg ein Dosto-RE, wenn ich nicht irre. Engagierte Fahrgäste (also die, die sich selbst informieren) kommen also auch ohne EC und ICE gut weg.

Ja, einzelne engagierte Fahrgäste schon. Aber es ist eben von Puttgarden ein LINT41 alle zwei Stunden.

Okay, richtig voll wird der erst zwischen Sierksdorf und Timmendorfer Strand. Aber genau deswegen funktioniert das jedenfalls nicht in der Gegenrichtung.

Dosto-RE? Nur an bestimmten Sommer(sonn?)tagen und nur ein- bis zweimal täglich.

Alternative Nahverkehr

westtoeast, Dienstag, 12.08.2014, 00:54 (vor 4282 Tagen) @ brandenburger

Ja, einzelne engagierte Fahrgäste schon. Aber es ist eben von Puttgarden ein LINT41 alle zwei Stunden.

Richtig, ich habe vergessen zu erwähnen, dass einmal, als klar war, dass der ICE Probleme hatte, der Ausfall aber noch nicht feststand, ein Nahverkehrszug nach Lübeck (?, bin nicht ganz sicher) fuhr. Der Zug war extrem kurz, genaues Modell weiß ich nicht, und binnen Minuten so voll, dass er eigentlich schon wieder geräumt hätten werden müssen. :-) Völlig unrealtisch, dass man da EC plus ICE (oder auch nur einen der beiden) rein bekommen hätte.

Bundespolizei Puttgarden

westtoeast, Montag, 11.08.2014, 23:38 (vor 4282 Tagen) @ Berlin-Express

Die Bundespolizei sitzt im Bahnhofsgebäude bzw. Fährterminal 3 Gehminuten vom Bahnsteig entfernt.

Das wusste ich nicht, danke für die Information. Ist halt immer eine Abwägungsfrage: Braucht man die Bundespolizei wirklich oder produziert man dann doch wieder Negativeindrücke und -schlagzeilen? Aber wie gesagt: Die Reisenden sich selbst überlassen, das geht sicher nicht.

Es treibt einen aber auch in den Wahnsinn...

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Sonntag, 10.08.2014, 18:10 (vor 4283 Tagen) @ bahnerausleidenschaft

...wenn nach dem EC dann auch der ICE ausfällt. Die Karren sind entweder technisch überzüchtet oder werden in zu strammen Umläufen eingesetzt. Ich meine es ist doch wirklich lächerlich, daß sich zwei Zugteile nicht trennen lassen. Wann wurde die Scharffenbergkupplung erfunden und welches Jahr haben wir heute?

Nicht jeder betroffene Reisende ist bereit alle Ärgernisse still in sich hinein zu fressen. Nach zwei Stunden Warterei in der Servicewüste kann einem schon mal der Korken abgehen, weil es anscheinend nicht einmal ein Ersatz-Dieselzug von Regio aus Lübeck ins nahe Puttgarden geschafft hat. Da kramt die Bahn wieder irgendwo einzelne Busse zusammen.

Übrigens kann man es unserem Berichterstatter auch nicht verübeln, daß er erst an sich selber gedacht hat bei der Sache mit den Bussen. Nur sollte man das Verhalten der Leute dann nur leise kritisieren.

"Ich hatte in diesem Sommer erstmals die Gelegenheit mit einem der Dänemark-ICEs ab Kopenhagen zu fahren... Es gab kein Personal an den Bussen, kein Versuch, zu organisieren, dass zuerst die EC-Fahrgäste und alte Personen und Familien mit Kindern fahren, nichts. Teilweise rannten Fahrgäste an allen anderen vorbei, nur um ja noch einen Platz zu bekommen... In Hamburg dann wieder super nettes und professionelles Personal an der DB Information, und für mich waren es sogar nur +60 (wobei ich in einem der ersten Busse war)..."

Na, da scheint unser Kollege einer der schnellsten Läufer gewesen zu sein.

Es ist leider so, daß man der Bahn als Fahrgast ab dem Moment egal ist, wo man den Fahrpreis entrichtet hat. Dann wird man dem System "Hoffentlich geht alles gut!" übergeben. Das hofft man natürlich in allen Situationen des Lebens. Nur kommt bei der Bahn danach oft nichts mehr, das ist das traurige. Schlimm ist es, wenn die Bahn als Veranstalter um die Punkte weiß, mit denen mein Beitrag beginnt: Die Karren sind entweder technisch überzüchtet...

Gruß
Olaf

Es treibt einen aber auch in den Wahnsinn...

westtoeast, Sonntag, 10.08.2014, 18:40 (vor 4283 Tagen) @ Alibizugpaar

Nicht jeder betroffene Reisende ist bereit alle Ärgernisse still in sich hinein zu fressen. Nach zwei Stunden Warterei in der Servicewüste kann einem schon mal der Korken abgehen, weil es anscheinend nicht einmal ein Ersatz-Dieselzug von Regio aus Lübeck ins nahe Puttgarden geschafft hat. Da kramt die Bahn wieder irgendwo einzelne Busse zusammen.

Der Punkt ist nur, dass es überhaupt nicht hilft, in einer solchen Situation wütend zu werden oder seine Verärgerung am Personal vor Ort abzureagieren. Ja, es ist ärgerlich, aber es ist im eigenen Interesse, weil es die Situation besser erträglicher macht, ruhig zu bleiben. Insofern fand ich die Schweizer Reaktion "shit happens" – und diese Familie wollte bis Zürich! – sehr sympathisch. Ich fand die Busfahrt nach Hamburg auch ätzend, was mich nur immer wundert ist, dass manche, bei der Bahn besonders aggressiv zu reagieren scheinen. Bin letztes Jahr mit easyjet von London nach Deutschland geflogen, Flug über drei Stunden verspätet, niemand (!) hat sich aufgeregt, obwohl es keine Getränke gab, ewig lange keine Informationen.

Übrigens kann man es unserem Berichterstatter auch nicht verübeln, daß er erst an sich selber gedacht hat bei der Sache mit den Bussen. Nur sollte man das Verhalten der Leute dann nur leise kritisieren.

Na, da scheint unser Kollege einer der schnellsten Läufer gewesen zu sein.

Ich würde nicht so vorschnell urteilen, man kommt dann doch mal zu falschen Vorverurteilungen. Ich hatte einfach das Glück, dass ich in der Lounge gesessen habe und so schon vor der Durchsage mitbekommen habe, dass es mit der Weiterfahrt nichts mehr werden ürde. Habe mich dann ganz normal auf den Weg zu den Bussen gemacht und wurde von etlichen Leuten überholt, die wirklich *laufend* an allen anderen vorbeirannten.

Es ist leider so, daß man der Bahn als Fahrgast ab dem Moment egal ist, wo man den Fahrpreis entrichtet hat. Dann wird man dem System "Hoffentlich geht alles gut!" übergeben. Das hofft man natürlich in allen Situationen des Lebens. Nur kommt bei der Bahn danach oft nichts mehr, das ist das traurige. Schlimm ist es, wenn die Bahn als Veranstalter um die Punkte weiß, mit denen mein Beitrag beginnt: Die Karren sind entweder technisch überzüchtet...

Das kann ich so überhaupt nicht bestätigen, und dass wollte ich mit meiner Kritik, bei der es nur um die konkrete Situation in Puttgarden ging, auch nicht ausdrücken. Ich hätte als Zugchef allerdings erst meine Kollegen zu den Bussen geschickt, damit die dort beim Einsteigen für Ordnung sorgen und dann die Durchsage gemacht. Vielleicht noch mit dem Hinweis, kostenlose Heiß- und Kaltgetränke im Bordbistro für alle, die auf einen der späteren Busse warten, Einstieg in die Busse zunächst für Reisende mit EC-Ticket und Ältere sowie Familien mit Kindern. Wobei ich auch bahnerausleidenschaft verstehen kann, der schreibt, dass Kollegen sich dem nicht aussetzen wollen, weil eben vielen Reisenden, der – wie Du schreibst – der "Korken abgeht". Ansonsten wurde ich dann übrigens mit dem Taxi bis Güstrow (!) völlig anstandslos weiterbefördert, für andere Reisenden wurden ohne Diskussion und binnen Minuten Taxis nach Berlin und Ludwigslust organisiert. In Hamburg wurde also niemand im Regen stehen gelassen, nur in Puttgarden, da haperte es offensichtlich.

Es treibt einen aber auch in den Wahnsinn...

Skyeurope, Sonntag, 10.08.2014, 18:50 (vor 4283 Tagen) @ westtoeast

" Bin letztes Jahr mit easyjet von London nach Deutschland geflogen, Flug über drei Stunden verspätet, niemand (!) hat sich aufgeregt, obwohl es keine Getränke gab, ewig lange keine Informationen."

Hier ist auch eine Entschädigung von 400€ vorgesehen. Wenn die Airline nicht freiwillig zahlt, kann man immernoch über Unternehmen wie flightright, o.ä. gehen, die die Forderung in jedem Fall durchsetzen (selbst schon gemacht und kann nur Gutes berichten).

Bei der Bahn erhält man auch bei 4 Stunden Verspätung am Zielort nur eine lächerliche Entschädigung von 50% des Fahrpreises....

Es treibt einen aber auch in den Wahnsinn...

JeDi, überall und nirgendwo, Sonntag, 10.08.2014, 20:54 (vor 4283 Tagen) @ Skyeurope

Bei der Bahn erhält man auch bei 4 Stunden Verspätung am Zielort nur eine lächerliche Entschädigung von 50% des Fahrpreises....

Die erhält man dafür auch ohne zu Klagen. mMn sind im Luftverkehr die Entschädigungen schlicht zu hoch.

--
Weg mit dem 4744!

Es treibt einen aber auch in den Wahnsinn...

Skyeurope, Sonntag, 10.08.2014, 21:32 (vor 4283 Tagen) @ JeDi

Das Problem ist, dass die Entschädigung im Luftverkehr nicht an den entsprechenden Flugpreis gebunden ist.

Für einen 30€ Flug erhält man die selbe Entschädigung, wie für einen Langstreckenflug in der First Class für 6000€....

Entschädigungsanspruch

westtoeast, Dienstag, 12.08.2014, 00:00 (vor 4282 Tagen) @ Skyeurope
bearbeitet von westtoeast, Dienstag, 12.08.2014, 00:03

Hier ist auch eine Entschädigung von 400€ vorgesehen. Wenn die Airline nicht freiwillig zahlt, kann man immernoch über Unternehmen wie flightright, o.ä. gehen, die die Forderung in jedem Fall durchsetzen (selbst schon gemacht und kann nur Gutes berichten).

Bei der Bahn erhält man auch bei 4 Stunden Verspätung am Zielort nur eine lächerliche Entschädigung von 50% des Fahrpreises....

Ich würde zwei Dinge unterscheiden: Wie verhält sich das Transportunternehmen während der problematischen Situation, und welche Ansprüche habe ich danach. Wenn ich im Luftverkehr bei innereuropäischen Strecken einen Anspruch auf 400 Euro Entschädigung habe (wusste ich gar nicht), hilft mir das auch nicht, wenn ich während der Störung keine Informationen zur Dauer etc, keine Verpflegung usw. bekomme.

Eine Entschädigung, die nicht an den Ticketpreis gekoppelt ist und sogar über diesen hinausgeht, halte ich für grotestk (jedenfalls auf den Bahnverkehr bezogen). Irgendwo muss das Geld ja auch herkommen, d.h. im Zweifel dann über höhere Preise reingeholt werden. Im konkreten Fall hat die Bahn an dem Ticket eh nichts mehr verdient (ES, 25 Prozent Entschädigung) plus 2 Stunden Taxifahrt Hamburg-Zielort (nebst 2 Stunden Leerfahrt zurück). Ich denke, dass die Entschädigungen im Luftverkehr auch mit solchen Dingen wie Überbuchungen und ähnlichen Unarten zu tun haben, die im Bahnverkehr systembedingt nicht auftreten.

Ich denke auch nicht, dass es das Interesse des Reisenden ist, möglichst viel Geld rauszuholen, sondern 1. gut informiert, 2. ggf. versorgt und 3. so schnell wie möglich an Ziel gebracht zu werden (bzw. ggf. untergebracht zu werden). In keinem der Punkte kann ich mich, abgesehen vom Management in Puttgarden, beschweren. Was man auch noch hätte verbessern können wäre die Freigabe des Bordbistros. Hatte ich kürzlich selbst bei +60 in einem IC nach Hamburg, das durchgesagt wurde, jeder bekäme ein kostenloses Heiß- oder Kaltgetränk. Warum das hier dann nicht gemacht wurde, wo die EC-Leute schon zu dem Zeitpunkt +120 hatten, weiß ich nicht.

Es treibt einen aber auch in den Wahnsinn...

Der Bielefelder, Sonntag, 10.08.2014, 20:27 (vor 4283 Tagen) @ westtoeast

Nicht jeder betroffene Reisende ist bereit alle Ärgernisse still in sich hinein zu fressen. Nach zwei Stunden Warterei in der Servicewüste kann einem schon mal der Korken abgehen, weil es anscheinend nicht einmal ein Ersatz-Dieselzug von Regio aus Lübeck ins nahe Puttgarden geschafft hat. Da kramt die Bahn wieder irgendwo einzelne Busse zusammen.

Ich will nicht lügen, da ich in SH die vertraglichen Besonderheiten der Verkehrsverträge nicht kenne. Ich weiß aber aus einem anderen Bundesland, dass es wortwörtlich! DB Regio untersagt ist! mit gefördertem Wagenmaterial Ersatzverkehr für DB Fernverkehr zu fahren. In eben jenem Bundesland war es vorher Gang und Gäbe.

Zum Busnotverkehr muss man sagen, dass die Zahl der Busunternehmer auf und um Fehmarn wohl ziemlich übersichtlich ist. Und ehe ein Busunternehmen aus Kiel oder Lübeck aktiviert wird, den Bus fertig macht und nach Puttgarden aufbricht dürften auch einige Stunden ins Land gehen....

Vielleicht hat ja jemand aus diesen Reihen aber auch Lust eine Geschäftsidee zu machen und mit 2-3 Reisebussen ein Busunternehmen am Anleger Puttgarden aufzumachen ;)

Es treibt einen aber auch in den Wahnsinn...

ALR997, Sonntag, 10.08.2014, 22:54 (vor 4283 Tagen) @ Der Bielefelder

Nicht jeder betroffene Reisende ist bereit alle Ärgernisse still in sich hinein zu fressen. Nach zwei Stunden Warterei in der Servicewüste kann einem schon mal der Korken abgehen, weil es anscheinend nicht einmal ein Ersatz-Dieselzug von Regio aus Lübeck ins nahe Puttgarden geschafft hat. Da kramt die Bahn wieder irgendwo einzelne Busse zusammen.


Ich will nicht lügen, da ich in SH die vertraglichen Besonderheiten der Verkehrsverträge nicht kenne. Ich weiß aber aus einem anderen Bundesland, dass es wortwörtlich! DB Regio untersagt ist! mit gefördertem Wagenmaterial Ersatzverkehr für DB Fernverkehr zu fahren. In eben jenem Bundesland war es vorher Gang und Gäbe.

Eigentlich sogar nachvollziehbar. Man will verhindern, dass DB hier bevorzugt behandelt wird. Wenn jetzt z.B. die NordWestBahn ein großes FV-Netz anbieten würde, dann würde man dort vielleicht auch Maßnahmen ergreifen um diesen "Missbrauch" von Regiofahrzeugen zu verhindern.

Zum Busnotverkehr muss man sagen, dass die Zahl der Busunternehmer auf und um Fehmarn wohl ziemlich übersichtlich ist. Und ehe ein Busunternehmen aus Kiel oder Lübeck aktiviert wird, den Bus fertig macht und nach Puttgarden aufbricht dürften auch einige Stunden ins Land gehen....

Wie gesagt: hier liegt der Nachteil in der periphren Lage. Allerdings muss man auch sagen: Oldenburg und Neustadt liegen noch recht nah. Und selbst dann kann man immer noch Busse aus Lübeck ordern. Dank der A1 ist Fehmarn ja wejigstens auf der Strasse halbwegs gut angebunden.


Vielleicht hat ja jemand aus diesen Reihen aber auch Lust eine Geschäftsidee zu machen und mit 2-3 Reisebussen ein Busunternehmen am Anleger Puttgarden aufzumachen ;)

Ist sicher nur noch eine Frage der Zeit. Problematisch ist die Weiterreise in Dänemark. Da müssten sich also auch ein paar Verrückte finden... ;-)

Und dann bietet man Kombitickets inkl. Fähre an. Mittelfristig wird die Bahn dann wohl kaum noch Kapazitätsprobleme beklagen!

Es treibt einen aber auch in den Wahnsinn...

JW, Sonntag, 10.08.2014, 23:21 (vor 4283 Tagen) @ ALR997

Ich weiß aber aus einem anderen Bundesland, dass es wortwörtlich! DB Regio untersagt ist! mit gefördertem Wagenmaterial Ersatzverkehr für DB Fernverkehr zu fahren. In eben jenem Bundesland war es vorher Gang und Gäbe.


Eigentlich sogar nachvollziehbar. Man will verhindern, dass DB hier bevorzugt behandelt wird. Wenn jetzt z.B. die NordWestBahn ein großes FV-Netz anbieten würde, dann würde man dort vielleicht auch Maßnahmen ergreifen um diesen "Missbrauch" von Regiofahrzeugen zu verhindern.

Ich glaube nicht das dies der Grund ist. Dem Bundesland geht es allein darum, dass die von ihm bezahlten Fahrzeugen für den festgelegten Zweck zur Verfügung stehen.
Stell Dir vor, Du bezahlst der DB Regio mehrere Millionen Euro für ein Reservefahrzeug um einen zuverlässigen Betrieb zu gewährleisten. Dann geht tasächlich der von Dir bezahlte Zug kaputt, aber Dein Reservefahrzeug fährt gerade als Ersatz für einen anderen (DB Fernverkehr), der kein Reservefahrzeug bezahlt hat.

Es treibt einen aber auch in den Wahnsinn...

ALR997, Sonntag, 10.08.2014, 23:31 (vor 4283 Tagen) @ JW

Das war eigentlich das, was ich meinte, nur komplizierter umschrieben.

Es treibt einen aber auch in den Wahnsinn...

westtoeast, Sonntag, 10.08.2014, 18:49 (vor 4283 Tagen) @ Alibizugpaar

Nicht jeder betroffene Reisende ist bereit alle Ärgernisse still in sich hinein zu fressen. Nach zwei Stunden Warterei in der Servicewüste kann einem schon mal der Korken abgehen, weil es anscheinend nicht einmal ein Ersatz-Dieselzug von Regio aus Lübeck ins nahe Puttgarden geschafft hat. Da kramt die Bahn wieder irgendwo einzelne Busse zusammen.

Ich kann es durchaus verstehen, dass es nicht einfache ist ad hoc eine ganze Reihe von Bussen (idealerweise nebst Fahrern) zu organisieren, die ja sicherlich nicht irgendwo auf Stand by sind. Was ich aber in der Tat nicht ganz verstehen, warum man in einer solchen Situation nicht lieber einen Ersatzzug ab Hamburg kommen lässt, denn damit hätte man direkt höhere Kapazitäten, vermeidet den Kampf um die Plätze, kann Zwischenhalte bedienen (machen die Busse ja offensichtlich nicht). Viel länger dürfte es auch nicht dauern, wenn die Busse – wie diesmal wohl – erst einmal im Stau stehen, und die ersten beiden nach zwei Stunden in Puttgarden eintreffen. Wahrscheinlich hat man einfach keinen Ersatzzug genommen, wiel man nicht damit rechnete, dass der ICE auch noch ausfallen würde, und als genau das dann passierte, war eben Land unter.

Woher nehmen?

heineken, Sonntag, 10.08.2014, 19:31 (vor 4283 Tagen) @ westtoeast

DB Fernverkehr müßte, da in Lübeck sicher kein eigenes Material arbeitslos herumsteht, bei DB Regio einen Zug mieten.
Dann müßte bei DB Netze eine Trasse bestellt, die Fplo erstellt werden, diese dem Zugpersonal übermittelt … etc. und pipapo …
So krank und traurig das aussehen mag – es ist für DB FV mglw. »einfacher«, kurzfristig Kapazitäten bei den Gummibahnern anzumieten.

Daß die Zubs nicht bei Einstieg /Reihenfolge an den Bussen mithelfen: Könnte den ganz einfachen Grund haben, daß sie – falls etwas passiert – schlicht nicht versichert nicht.

Soweit ist es auch in Deutschland eben schon ;-(

Woher nehmen?

westtoeast, Montag, 11.08.2014, 23:36 (vor 4282 Tagen) @ heineken

DB Fernverkehr müßte, da in Lübeck sicher kein eigenes Material arbeitslos herumsteht, bei DB Regio einen Zug mieten.
Dann müßte bei DB Netze eine Trasse bestellt, die Fplo erstellt werden, diese dem Zugpersonal übermittelt … etc. und pipapo …
So krank und traurig das aussehen mag – es ist für DB FV mglw. »einfacher«, kurzfristig Kapazitäten bei den Gummibahnern anzumieten.

Da habe ich wohl kurzzeitig die komplexen Probleme der DB-Konzernstruktur vergessen. :-)

Daß die Zubs nicht bei Einstieg /Reihenfolge an den Bussen mithelfen: Könnte den ganz einfachen Grund haben, daß sie – falls etwas passiert – schlicht nicht versichert nicht.

Ist dem tatsächlich so? Das kann ich mir eigentlich gar nicht vorstellen, denn das Zugpersonal handelt ja im Auftrag des Arbeitgebers, so dass auch diese – vielleicht etwas unübliche Tätigkeit – sicherlich im Rahmen des Arbeitsverhältnisses geschieht. Im Übrigen denke ich, dass die Bahn sich eher Haftungsproblemen aussetzt, wenn sie *nicht* sicherstellt, dass genügend Personal bereitsteht, um einen Umstieg auf Ersatzbusse in geordneten Bahnen stattfinden zu lassen. Immerhin gibt sie die Verantwortung für die Reisenden nicht ab, nur weil diese den Zug verlassen und auf Ersatzbusse umsteigen müssen. Ganz im Gegenteil könnte man argumentieren, dass dann besondere Sorgfaltspflichten gelten.

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