NL: über "Entflechtung" und "uhrfester Fahrplan". (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 30.07.2014, 09:17 (vor 4272 Tagen)

Hallo ICE-Fans,


letztes Wochenende waren in Utrecht mal wieder Bauarbeiten, mit eingeschränktem Zugangebot zu Folge.
Prorail baut dort aus zwei Gründen: [1] "Entflechtung" und [2] "uhrfestem Fahrplan".

Zu [1]: damals musste man in der Lage sein, aus Gouda, Amsterdam, Hilversum oder Amersfoort kommend, jedes Gleis 1-19 zu erreichen. Vor allem an der Nordseite von Utrecht ist es somit ein wahrer Schienenspaghetti.
Die Anzahl der Weichen wird jetzt stark reduziert, es sollen feste Einfahrwege entstehen.

Positiv (laut Prorail):

+ höhere Ein-/Durch-/Ausfahrtsgeschwindigkeiten möglich = 80 statt 40 km/h. Dadurch ist die Infra eher frei und wird der Bahnhof leistungsfähiger. Auch Güterzüge profitieren davon.
+ die Weichenstörungen, wodurch bestimmte Gleise unverfügbar werden, sollten ein Ende haben.
+ die Verspätungen wegen des Abwartens kreuzender Züge, sollten ein Ende haben.

Negativ:

- Annahme der Züge auf abweichende Gleise nicht mehr so flexibel

Zu [2]: aktuell fahren die Züge bei uns recht oft. Sogar 4x pro Stunde pro Strecke pro Richtung pro Zuggattung. Die Züge fahren aber nicht immer in sauberem 15-Minutentakt. Das soll in den kommenden Jahre aber verbessert werden: man strebt einen "uhrfesten Fahrplan" nach.
Das bedeutet:

a. n mal pro Stunde bedeutet zugleich jeweils ein Interval von 60/n Minuten zwischen zwei Zügen. Also 10-10-10-10-10-10 und nicht 9-9-12-11-11-8.
b. feste Abfahrtsbahnsteige. Wie in Utrecht: Abfahrt "IC" nach Nijmegen und Eindhoven von Gleis 14 und 15 (diese teilen einen Bahnsteig).

Positiv (laut Prorail):

+ der Fahrplan wird leichter zu verstehen
+ der Fahrplan wird mit diesen "Automatismen" selbstverständlicher

Ich bin mir das aber noch nicht sicher. Wenn ein Halbstundentakt 30-30 ist und ein 15-Minutentakt auch wirklich 15-15-15-15, OK. Aber wenn man einen 10-Minutentakt nachstrebt, ist ein Unterschied zwischen 10-10-10-10-10-10 und 9-9-12-11-11-8 praktisch null. Man checkt ein, geht zum Bahnsteig, wartet den Zug ab und fährt los. Man guckt erst gar nicht mehr auf die Uhr.

Zugleich ermöglicht 9-9-12 zwei Gütertrassen pro Stunde (nämlich im 12er Raum) und 11-11-8 sogar vier. Klar erlaubt 10-10-10 sogar sechs Gütertrassen, aber dann müssen auch ausreichend Überholmöglichkeiten da sein. Aktuell überholt der "IC" Utrecht-Eindhoven die RB in Geldermalsen, genau in der Mitte der 48 km Strecke Utrecht-Den Bosch. Mit 10-Minutentakt geht das nicht mehr, dann ist eine extra Überholung in Houten notwendig. Die benötigte Infra ist schon gebaut worden. Es fehlen aber noch zwei zusätzliche Gleise zwischen Utrecht und Houten.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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