Wie viel verdienen eigentlich die Vorstände der DB? (Allgemeines Forum)
Ösi, Dienstag, 17.06.2014, 15:59 (vor 4311 Tagen)
Diese Frage habe ich mir gestellt, und den Vergütungsbericht des DB-Konzerns gefunden.
Es gibt ihn hier zum Download: http://www1.deutschebahn.com/file/6629990/data/2013_cgbericht.pdf
Wer ihn nicht lesen will:
- 6.130.000 Euro als Vergütung für die sechs Personen des Vorstands. Grube ist bei etwa 1,6 Millionen, der Rest zwischen 1,0 und 1,1 Millionen.
- 2.139.000 Euro für zwei weitere, die dem Vorstand der "DB ML AG" angehören, was auch immer das ist.
- 3.523.000 Euro an Pensionsrückstellungen.
- 812.000 Euro an Pensionsrückstellungen für die DB ML AG.
Macht insgesamt 12.604.000 Euro für acht Personen (davon sieben Personen für das ganze Jahr und eine Person für einen Monat), also im Durchschnitt 1.779.388 Euro pro Jahr und Person.
Wie viel ist das jetzt konkret? Machen wir den Vergleich: Ein Tfzf verdient im Durchschnitt 37.350 Euro, das macht für den Arbeitgeber etwa 44.550 Euro. Das heißt, ein Vorstandsmitglied entspricht ungefähr vierzig Lokführern.
Was lernen wir daraus? Wer sich über die Schmarotzer aufregt und Hartz-IV-Empfänger meint, ist an der falschen Adresse.
Finde ich angemessen...
geko, München, Dienstag, 17.06.2014, 16:01 (vor 4311 Tagen) @ Ösi
... angesichts der Größe des Unternehmens.
Ich nicht...
Ösi, Dienstag, 17.06.2014, 16:08 (vor 4311 Tagen) @ geko
...denn selbst Angela Merkel verdient weniger als 300.000 Euro.
Ich nicht...
Henrik, Dienstag, 17.06.2014, 17:18 (vor 4311 Tagen) @ Ösi
...denn selbst Angela Merkel verdient weniger als 300.000 Euro.
echt jetzt?
da verdient ja nahezu jeder Sparkassendirektor in Nordrhein-Westfalen mehr.
Angela Merkel
regiobaden, Dienstag, 17.06.2014, 17:20 (vor 4311 Tagen) @ Henrik
echt jetzt?
Ja, nachzulesen hier.
Angela Merkel
Henrik, Mittwoch, 18.06.2014, 19:07 (vor 4310 Tagen) @ regiobaden
Ich auch nicht.
Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Dienstag, 17.06.2014, 16:13 (vor 4311 Tagen) @ geko
Solchen Phantasiegehältern steht einfach kein realer Gegenwert mehr gegenüber.
Den Kopf schüttelnde Grüße
der Colaholiker
Ich auch nicht.
moonglum, Hagen, Dienstag, 17.06.2014, 16:59 (vor 4311 Tagen) @ Colaholiker
Ich auch nicht, und die absurden Ergebnisse dieser Herrschaften sehen wir täglich...
--
Schöne Grüße aus den EC 6/7/8/9,
wo es Wein in Karaffen, keine Mikrowelle und kein in Schüsseln gepamptes Essen gibt.
https://adobe.ly/2PMZyEV
Wie viel verdienen eigentlich die Vorstände der DB?
ICE-T-Fan, Dienstag, 17.06.2014, 16:05 (vor 4311 Tagen) @ Ösi
Diese Frage habe ich mir gestellt, und den Vergütungsbericht des DB-Konzerns gefunden.
Es gibt ihn hier zum Download: http://www1.deutschebahn.com/file/6629990/data/2013_cgbericht.pdf
Wer ihn nicht lesen will:
- 6.130.000 Euro als Vergütung für die sechs Personen des Vorstands. Grube ist bei etwa 1,6 Millionen, der Rest zwischen 1,0 und 1,1 Millionen.
Kann so nicht ganz stimmem.
6,13 - 1,6 = 4,53
4,53 / 5 = 0,906
Somit dürften die anderen Vorstandsmitglieder im Schnitt nur 906.000 Euro pro Jahr bekommen.
- 2.139.000 Euro für zwei weitere, die dem Vorstand der "DB ML AG" angehören, was auch immer das ist.
ML seht für Mobility Logistics, das ist der Tochterkonzern zu dem DB Fernverkehr, DB Regio, DB Schenker, usw gehören.
-> http://de.wikipedia.org/wiki/DB_Mobility_Logistics
- 3.523.000 Euro an Pensionsrückstellungen.
- 812.000 Euro an Pensionsrückstellungen für die DB ML AG.Macht insgesamt 12.604.000 Euro für acht Personen (davon sieben Personen für das ganze Jahr und eine Person für einen Monat), also im Durchschnitt 1.779.388 Euro pro Jahr und Person.
Wie viel ist das jetzt konkret? Machen wir den Vergleich: Ein Tfzf verdient im Durchschnitt 37.350 Euro, das macht für den Arbeitgeber etwa 44.550 Euro. Das heißt, ein Vorstandsmitglied entspricht ungefähr vierzig Lokführern.
Was lernen wir daraus? Wer sich über die Schmarotzer aufregt und Hartz-IV-Empfänger meint, ist an der falschen Adresse.
Wie viel verdienen eigentlich die Vorstände der DB?
Ösi, Dienstag, 17.06.2014, 16:07 (vor 4311 Tagen) @ ICE-T-Fan
Kann so nicht ganz stimmem.
6,13 - 1,6 = 4,53
4,53 / 5 = 0,906
Somit dürften die anderen Vorstandsmitglieder im Schnitt nur 906.000 Euro pro Jahr bekommen.
Eines dieser Vorstandsmitglieder kam erst mit 1. Dezember 2013 dazu, hat also nur ein Zwölftel bezogen.
ML seht für Mobility Logistics, das ist der Tochterkonzern zu dem DB Fernverkehr, DB Regio, DB Schenker, usw gehören.
Alles klar, danke!
Wie viel verdienen eigentlich die Vorstände der DB?
ICE-T-Fan, Dienstag, 17.06.2014, 16:21 (vor 4311 Tagen) @ Ösi
Kann so nicht ganz stimmem.
6,13 - 1,6 = 4,53
4,53 / 5 = 0,906
Somit dürften die anderen Vorstandsmitglieder im Schnitt nur 906.000 Euro pro Jahr bekommen.
Eines dieser Vorstandsmitglieder kam erst mit 1. Dezember 2013 dazu, hat also nur ein Zwölftel bezogen.
Dann stimmt die Aussage aber immer noch nicht, wonach "der Rest" zwischen 1,0 und 1,1 Millionen bezogen hat, da mindestens ein Mitglied nicht soviel bezogen haben kann. ;)
Wie viel verdienen eigentlich die Vorstände der DB?
Ösi, Dienstag, 17.06.2014, 16:23 (vor 4311 Tagen) @ ICE-T-Fan
Dann stimmt die Aussage aber immer noch nicht, wonach "der Rest" zwischen 1,0 und 1,1 Millionen bezogen hat, da mindestens ein Mitglied nicht soviel bezogen haben kann. ;)
Mit zwölf multipliziert (= auf ein Jahr hochgerechnet) schon.
Wie viel verdienen eigentlich die Vorstände der DB?
JanZ, HB, Dienstag, 17.06.2014, 16:10 (vor 4311 Tagen) @ Ösi
Was lernen wir daraus? Wer sich über die Schmarotzer aufregt und Hartz-IV-Empfänger meint, ist an der falschen Adresse.
Nun ja, die DB-Vorstände haben das Unternehmen ja nicht mit vorgehaltener Waffe zur Zahlung dieser Summen gezwungen. Ich finde es schwierig zu beurteilen, welcher Lohn "angemessen" sein soll. Nach unten ist es klar: man muss irgendwie davon leben können, egal ob das Geld nun vom Arbeitgeber, vom Staat oder von beiden kommt. Nach oben sollte es sich eigentlich von alleine regulieren: Wenn der Vorstand zu viel verlangt, dann bekommt er es schlicht und einfach nicht, wenn der Job zu niedrig dotiert ist, will ihn keiner machen.
Wie viel verdienen eigentlich die Vorstände der DB?
Ösi, Dienstag, 17.06.2014, 16:14 (vor 4311 Tagen) @ JanZ
Nach oben sollte es sich eigentlich von alleine regulieren: Wenn der Vorstand zu viel verlangt, dann bekommt er es schlicht und einfach nicht, wenn der Job zu niedrig dotiert ist, will ihn keiner machen.
Das wäre der Fall, würden wir vom freien Markt sprechen. Wir sprechen hier aber nicht von idealisierten, rationalen Marktteilnehmern, sondern von Menschen, die auch einmal Freunderlwirtschaft betreiben.
Wie viel verdienen eigentlich die Vorstände der DB?
JanZ, HB, Dienstag, 17.06.2014, 16:21 (vor 4311 Tagen) @ Ösi
Nach oben sollte es sich eigentlich von alleine regulieren: Wenn der Vorstand zu viel verlangt, dann bekommt er es schlicht und einfach nicht, wenn der Job zu niedrig dotiert ist, will ihn keiner machen.
Das wäre der Fall, würden wir vom freien Markt sprechen. Wir sprechen hier aber nicht von idealisierten, rationalen Marktteilnehmern, sondern von Menschen, die auch einmal Freunderlwirtschaft betreiben.
Steht das Gehalt nicht fest, bevor klar ist, wer die Position einnimmt? Aber selbst dann kann man noch argumentieren, dass Aufsichtsrat und Vorstand immer Freunderln sind ;-).
Ergänzung
Ösi, Dienstag, 17.06.2014, 16:11 (vor 4311 Tagen) @ Ösi
Weiß jemand, wie viel Personen in äquivalenten Posten zu Bundes- und Reichsbahnzeiten verdient haben?
Ergänzung zur Ergänzung
JanZ, HB, Dienstag, 17.06.2014, 16:13 (vor 4311 Tagen) @ Ösi
Das Ergebnis dann bitte inflations- bzw. im Falle der Reichsbahn auch kaufkraftbereinigen ;-)
Ergänzung zur Ergänzung
Ösi, Dienstag, 17.06.2014, 16:15 (vor 4311 Tagen) @ JanZ
Das Ergebnis dann bitte inflations- bzw. im Falle der Reichsbahn auch kaufkraftbereinigen ;-)
Interessant wären auch Lokführergehälter aus derselben Zeit, um einen Vergleich anstellen zu können. Denn ich bezweifle stark, dass zu Bundes- und insbesondere zu Reichsbahnzeiten das Verhältnis 1:40 betrug.
Ergänzung zur Ergänzung
Henrik, Dienstag, 17.06.2014, 17:35 (vor 4311 Tagen) @ Ösi
Weiß jemand, wie viel Personen in äquivalenten Posten zu Bundes- und Reichsbahnzeiten verdient haben?
das ist bekannt & nachlesbar,
aber eben nicht vergleichbar, siehe Produktivität der quasi total insolventen staatsbehördlichen Unternehmen.
die größten Veränderungen bei den Managergehältern der DB fielen in der Mehdorn-Ära
eben wegen den massiven Erweiterungen, Umsatzzuwächsen des Unternehmens.
Das Ergebnis dann bitte inflations- bzw. im Falle der Reichsbahn auch kaufkraftbereinigen ;-)
das ja eh.
Interessant wären auch Lokführergehälter aus derselben Zeit, um einen Vergleich anstellen zu können. Denn ich bezweifle stark, dass zu Bundes- und insbesondere zu Reichsbahnzeiten das Verhältnis 1:40 betrug.
das is doch albern - die Leier ist bekannt,
kennt man eher von allen anderen großen DAX-Unternehmen.
und?
was verdient ein Profifussballer heute vs. vor 30 Jahren?
was bekommt ein Lottogewinner?
Ergänzung zur Ergänzung
sylterjung, Dienstag, 17.06.2014, 22:12 (vor 4310 Tagen) @ Henrik
sind da die Boni drin? Die errechnern sich ja in aller regel aus dem operativem Ergebnis der Vorjahres also 2012, 2013 war ja nicht so erfolgreich.
Grube verzichtet auf Gehaltserhöhung
Henrik, Dienstag, 17.06.2014, 22:45 (vor 4310 Tagen) @ sylterjung
sind da die Boni drin? Die errechnen sich ja in aller regel aus dem operativem Ergebnis der Vorjahres also 2012, 2013 war ja nicht so erfolgreich.
nicht nur daraus, das ist nur ein Teil.
ja, da ist alles mit drin.
Eigentlich stehe ihm ab Mai eine kräftige Erhöhung seines Grundgehalts zu. Auf dieses Angebot wolle er jedoch verzichten.
Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Rüdiger Grube, verzichtet in diesem Jahr auf eine Erhöhung seines Grundgehalts. Zwar sei ihm zum 1. Mai 2014 eine Anpassung zugesagt worden, doch er wolle "auf dieses Angebot verzichten", erklärte Grube am Dienstag in Berlin.
[...]
900.000 Euro Festgehalt für den Bahnchef
Grube bekommt seit seinem Amtsantritt 2009 ein Festgehalt von 900.000 Euro. Dazu kommen je nach Erreichen bestimmter Ziele Sonderzahlungen in unterschiedlicher Höhe.
[...]
Im vergangenen Jahr verdiente Grube dem Bericht zufolge rund eine Million weniger als 2012. Grund sei vor allem, dass der Gewinn des Konzerns die Erwartungen weit verfehlt habe, schrieb die Zeitung. Demnach verdiente Grube im vergangenen Jahr 1,66 Millionen Euro, im Jahr davor waren es noch 2,66 Millionen Euro gewesen.
http://www.derwesten.de/wirtschaft/bahnchef-grube-verzichtet-auf-gehaltserhoehung-id916...
25.03.2014 | 19:21 Uhr
Grubes Gehalt betrug 2012 insgesamt 2,66 Millionen Euro. Es setzte sich aus 900 000 Euro Fixgehalt und Boni zusammen. Das Fixgehalt sollte nun um 20 Prozent steigen, so hatte es Grube bei seiner Vertragsverlängerung ausgehandelt. Er hätte also in diesem Jahr 180 000 Euro zusätzlich verdient - auf die verzichtet er nun. 2013 war Grubes Lohn durch das schlechte Betriebsergebnis bereits um etwa eine Millionen Euro gesunken.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/bahnchef-grube-verzichtet-auf-euro-1.1921543
25. März 2014 18:25
Niemals 1:40
GUM, Mittwoch, 18.06.2014, 09:54 (vor 4310 Tagen) @ Ösi
Interessant wären auch Lokführergehälter aus derselben Zeit, um einen Vergleich anstellen zu können. Denn ich bezweifle stark, dass zu Bundes- und insbesondere zu Reichsbahnzeiten das Verhältnis 1:40 betrug.
Diese Tabelle gibt Dir einen wunderbaren Einblick in die Taifwelt des öffentlichen Dienstes.
http://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/!ut/p/c4/DckxDoAgDADAt_gBurv5C3UhRSppIMWUgomvl9x...
Dies lässt sich analog auch auf die Bahn übertragen.
Das realistische Monatsgehalt einer absoluten Führungsposition in der Marine (Admiral) oder Heer/Luftwaffe (General) erreicht demnach in den seltensten Fällen einen Wert von 10.000 Euro pro Monat (brutto).
Wenn Du also den Lokführer bei Weitergelten des bisherigen Systems mit Schichtzulagen so in etwa um die 3.000 Euro berechnen könntest, so ist es der verantwortungsvolle General der etwa maximal das Vierfache bekommt.
In diesem Betrag ist aber die Verantwortung für das Leben Tausender Zivilisten enthalten sowie die erheblichen Unannehmlichkeiten der Sicherheitsüberprüfung Ü3 - für die es eigentlich ein zusätzliches Schmerzensgeld geben sollte.
In der Realität werden die meisten verantwortungsvollen Positionen bei der Bundeswehr wohl um die 4.000 bis 6.000 Euro Monatsbrutto einbringen. Wobei allerdings erhebliche Opfer auch im Bezug auf den Schichtdienst und entlegenste Einsatzorte zu erbringen sind.
So wäre es in der Welt eines Herrn Grube wohl unvorstellbar in einer Arbeitsumgebung ohne natürliches Licht zu sitzen und dort Opfer für das Land zu bringen.
Wie auch im anderen Beitrag geschrieben geht also eine Privatisierung mit einer vollkommenen Veränderung der Einkommenspyramide einher. Die ich allerdings in einem Eisenbahnforum nicht politisch diskutieren möchte.
Du hast ja die exorbitanten Summen genannt, die der Vorstand bekommt. Ergänze vielleicht auch das Anmieten von Protzbauten im Stile des Potsdamer Platzes wo in Frankfurt sogar eine leere Baugrube für die ursprünglich geplante vollständige Zusammenlegung der Zentrale in einem eigenen Gebäude leersteht....
--
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Niemals 1:40
heinz11, Mittwoch, 18.06.2014, 10:33 (vor 4310 Tagen) @ GUM
Interessant wären auch Lokführergehälter aus derselben Zeit, um einen Vergleich anstellen zu können. Denn ich bezweifle stark, dass zu Bundes- und insbesondere zu Reichsbahnzeiten das Verhältnis 1:40 betrug.
Diese Tabelle gibt Dir einen wunderbaren Einblick in die Taifwelt des öffentlichen Dienstes.
http://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/!ut/p/c4/DckxDoAgDADAt_gBurv5C3UhRSppIMWUgomvl9x...
Dies lässt sich analog auch auf die Bahn übertragen.
Diese Tabelle gilt aber nur, wenn der Lokführer auch ein Beamter ist. Denn entscheidend ist, was hinten heraus kommt, will sagen: Die Beamten haben bei gleichem Bruttogehalt ein deutlich höheres Netto, weil sie keine Abzüge für Arbeitslosen- und Rentenversicherung zahlen müssen und im Krankheitsfall über die Beihilfe abgesichert sind. Und ich wage zu bezweifeln, daß neu eingestelltes Personal den Beamtenstatus erhält.
Im Übrigen hat sich im gesamten öffentlichen Dienst die Unsitte eingebürgert, Dienstposten, die sowohl nach TVöD als auch mit Beamten besetzt werden, für letztere eine Stufe höher einzugruppieren. Als Begründung wird auf die (geringfügig) geringeren Bruttogehälter für Beamte verwiesen, was aber in der Endabrechnung, siehe oben, eben nicht stimmt.
Unter 1:10
GUM, Mittwoch, 18.06.2014, 11:03 (vor 4310 Tagen) @ heinz11
Interessant wären auch Lokführergehälter aus derselben Zeit, um einen Vergleich anstellen zu können. Denn ich bezweifle stark, dass zu Bundes- und insbesondere zu Reichsbahnzeiten das Verhältnis 1:40 betrug.
Diese Tabelle gilt aber nur, wenn der Lokführer auch ein Beamter ist. Denn entscheidend ist, was hinten heraus kommt, will sagen: Die Beamten haben bei gleichem Bruttogehalt ein deutlich höheres Netto, weil sie keine Abzüge für Arbeitslosen- und Rentenversicherung zahlen müssen und im Krankheitsfall über die Beihilfe abgesichert sind. Und ich wage zu bezweifeln, daß neu eingestelltes Personal den Beamtenstatus erhält.
Genau das war eben die Ausgangsfrage im Beitrag von Ösi. Wie lassen sich die Gehaltsstrukturen der früheren Bundesbahn mit dem heute privatrechtlich organisierten Mobilitätsdienstleister Nr. 1 vergleichen.
De facto bedeutet die Privatisierung für alle Neueinstellung eine Annäherung an die Konditionen eines "normalen" Wirtschaftsunternehmens. Mit den entsprechenden damit verbunden Einbußen.
Im Übrigen hat sich im gesamten öffentlichen Dienst die Unsitte eingebürgert, Dienstposten, die sowohl nach TVöD als auch mit Beamten besetzt werden, für letztere eine Stufe höher einzugruppieren. Als Begründung wird auf die (geringfügig) geringeren Bruttogehälter für Beamte verwiesen, was aber in der Endabrechnung, siehe oben, eben nicht stimmt.
Das halte ich nicht unbedingt für eine Unsitte. Der öffentliche Dienst bietet jede Menge Beschäftigungschancen für engagierte Menschen. Und im Brutto-Vergleich mit der sogenannten "freien Wirtschaft" dürfen natürlich auch nicht der erhebliche Leistungsdruck und die auf die Arbeitnehmer ausgeübten Druckinstrumente fehlen. Deshalb ist es eine echte Fehlentscheidung sich nicht für den öffentlichen Dienst zu entscheiden.
Anders sieht es natürlich in sicherheitsrelevanten Positionen (wie dem angesprochenen General als berechtigtem Spitzenverdiener) aus, die mit einem früheren Bundesbahndirektor vergleichbar sind. Nicht jeder mag es auf seinem Weg zum Arbeitsplatz mehrere Pforten zu durchgehen und sich jedes Mal mit einer Ausgangskarte ab-/anzumelden und vor der Sicherheitszone den Ausweis in die entsprechend farbig codierte Zugangskarte zu tauschen. Da geht irgendwie das Freiheitsgefühl verloren - obwohl ich natürlich weiß, dass diese Sicherheitsmaßnahmen notwendig sind.
Um noch mal kurz auf das Gehaltsthema zurückzukommen: Es ist unglaublich, was man sich vom 10-fachen Durchschnittsgehalt aus gesehen alles gönnen kann. Da braucht es dann keine "Grube-Ausstattung" um motiviert zu sein.
Beispielsweise das hier:
http://www.lufthansa.com/mediapool/pdf/01/media_1971830401.pdf
Billigflieger bringen auf dem gleichen Platz 66 statt 8 Plätze unter! Also Faktor 8,25.
Oder diesen wunderbaren Sitzplatz (für nur 1,6 mal den 2. Klasse-Fahrpreis plus 15 Euro):
http://www.oebb.at/de/Services/Zuege_und_Ausstattung/Wagenausstattung/Business_Class/in...
Faktor 40 braucht also zur Motivation kein Mensch....
--
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Unter 1:10
ICE 79, Mittwoch, 18.06.2014, 11:16 (vor 4310 Tagen) @ GUM
deswegen kostet es ja auch nur knapp 8x mehr in der 1. zu fliegen ;-) Und in den IC/EC in Deutschland (ÖBB-Material) kostet sogar das Business Abteil nur den 1. Klasse Aufschlag.
Die besten Plätze im Fernverkehr.....
GUM, Mittwoch, 18.06.2014, 11:35 (vor 4310 Tagen) @ ICE 79
Und in den IC/EC in Deutschland (ÖBB-Material) kostet sogar das Business Abteil nur den 1. Klasse Aufschlag.
Genau so!
Die 4er-Abteile oder die aufgelockerte Sitzanordnung des Railjet-Steuerwagens sind genial. Auch das Kirschholz(?)-Dekor des IC/EC passt irgendwie immer noch in die heutige Zeit, obwohl der Entwurf schon ein paar Jahre alt ist.
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Die besten Plätze im Fernverkehr.....
ICE 79, Mittwoch, 18.06.2014, 19:04 (vor 4310 Tagen) @ GUM
und auch die Sessel erinnern an hochwertiges Möbel und nicht an einen "Hocker". Ich fahre öfters mit diesen Zügen und muss sagen, dass ich dies immer einem ICE vorziehe.
Grüße aus nem 643er (eher unbequem...)
Die größte Leistung der Privatisierung
GUM, Mittwoch, 18.06.2014, 09:39 (vor 4310 Tagen) @ Ösi
bearbeitet von GUM, Mittwoch, 18.06.2014, 09:43
Weiß jemand, wie viel Personen in äquivalenten Posten zu Bundes- und Reichsbahnzeiten verdient haben?
Vielen Dank für Deine beiden kurzen und in der Tat sehr heftigen Beiträge.
Eine der größten Leistungen der Privatisierung ist die Schaffung neuer Einkommensperspektiven für diejenigen, die sich für die Führungskräfte halten. Die frühere Bezahlung bei der Deutschen Bundesbahn richtete sich nach der klassischen Tariftabelle im öffentlichen Dienst.
Einen interessanten Link gibt es hier:
http://norm.bverwg.de/jur.php?elv,5
Allerdings ist die Anzahl der Personen und die Einkommenshöhe nicht direkt vergleichbar. Die ehemaligen Bundesbahndirektionen waren als Behörde organisiert und der jeweilige Behördenleiter der Tarifgruppe des Tarifvertrages zugeordnet.
Du kannst guten Gewissens davon ausgehen, dass die Schiefe der Einkommensverteilung geringer war. Ergo: Alle Mitarbeiter haben weniger verdient als der Bundeskanzler (um den Vergleich eines anderen Beitrags heranzuziehen). Das Unternehmen war sehr lange Jahre an der Produktqualität und den "produzierten" Zugkilometern orientiert.
Im Rahmen der Privatisierung setzte sich die Einkommensschere in beide Richtungen in Bewegung: Die hohe Zahl der wirklich arbeitenden Menschen und mit Beamtenpensionen ausgestatteten Positionen wurde erheblich abgebaut. So sind die normalen Rentenansprüche der heutigen Lokführer mit "früher" nicht mehr vergleichbar.
Hier ist also jede Menge Kaufkraft verloren gegangen. In der auch von einem kleinen, unbedeutenden Verlag in Gütersloh benutzten Terminologie nennt sich das dann "Erhöhung der Wettbewersbfähigkeit".
Am oberen Ende der Einkommensskala wurden einige Spitzenpositionen geschaffen - wie der von Dir angegebene Bahnvorstand - die mit exorbitanten Summen nach Hause gehen. Insbesondere deshalb weil die Bahn auch heute noch ein staatliches Unternehmen ist und enorme Infrastukturzuschüsse bekommt.
Ösi schrieb: "Grube ist bei etwa 1,6 Millionen, der Rest zwischen 1,0 und 1,1 Millionen."
Einen Bundesbahndirektor, der für eine ganze Region verantwortlich war (also vergleichbar einem Geschäftsleiter bei DB Regio) würde mit der Besoldungstabelle A 16 mit so knapp über 5.000 Euro Monatsbrutto und ein paar Zulagen vergütet werden.
Die Terminologie des Verlages geht aber noch weiter: Ständig werden Privatisierung, Effizienzsteigerung und eine gute Ausstattung der "Leistungsträger" propagiert. Nur so könne die Bahn die besten Mitarbeiter bekommen. Ohne die hohen Spitzenvergütungen würden Leute á la Grube in andere Unternehmen gehen und die Bahn würde nicht das bestmögliche Management bekommen.
Meiner ganz persönlichen Meinung nach ist das derzeitige Management es aber nicht wert, weil außer einem Zusammenschieben der Sitze und weiteren Sparorgien keine echten Management-Tätigkeiten ausgeübt oder Innovationen in Angriff genommen werden.
Bei dem exorbitanten Gehalt insbesondere eines Personenverkehrsvorstandes erwarte ich zumindest einen am Vorstand angehängten Ideenzug, den das Büro des Vorstandes persönlich betreut. Und der die Zukunft des Reisens in allen Facetten präsentiert um höhere Einnahmen zu generieren.
Um die hohen Ausstattungen der Vorstände zu rechtfertigen werden dann Geschichtenerzähler engagiert, die sich gegenseitig die Bälle zuspielen. In bester angelsächischer Tradition wird dann kommuniziert, warum es allen besser geht, wenn die Menschen weniger haben.
So darf Liz Mohn, Eigentümerin dieses unbedeutenden Verlags aus Gütersloh, in der Papier- und Online Ausgabe von DB Mobil auftreten:
http://mobil.deutschebahn.com/leben/wir-wollen-impulsgeber-sein/
(Seite 61)
Im Gegenzug tritt dann Rüdiger Grube im "Change Magazin" der Bertelsmann Stiftung auf, um die Menschen auf Linie zu bringen:
http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xbcr/SID-629280E6-A48465F1/bst/xcms_bst_dms_...
HIer propagiert er eine enorme Ausweitung des Arbeitskräftepotenzials, um die schädlichen Lohnforderungen der Menschen durch ein Überangebot an Arbeitskräften zu begrenzen. Insofern ist eine der größten Leistungen bei der Bahn-Privatisierung eine komplette Verwandlung des Bildes des Bahn Managements in der Öffentlichkeit.
Von einem uhrwerkartigen Staatsbetrieb verwandelt sich das Unternehmen - von Politik und Wählern gewünscht - in eine PR Maschine für Veränderungen und "Change Management".
Dabei darf die stabilisierende Wirkung der Bahn auf die anderen Verkehrsträger nicht unterschätzt werden. Je schlechter die Bahn ist, desto besser geht es anderen Verkehrsträgern. Deshalb ist es absolut unverständlich, warum keine echten Eisenbahner diese Führungsposition innehaben.
Kurz und gut: Die Gehälter in den Führungspositionen und deren gesellschaftliche Außenwirkung haben sich vervielfacht.
Erstaunlich aber wahr ist, dass einer der letzten Züge die das frühere Bundesbahnzentralamt mitentwickelt hat (ICE 1) in der Ursprungsversion vor Redesign ein unglaubliches Komfortniveau anbot.
Danach hielt ein sehr kurzfristiges Denken Einzug, was sich an Quartalsgewinnen orientiert und letztendlich mehr Werte vernichtet denn generiert. Man denke nur an die Millioneninvestitionen und Betriebskosten, die alleine das neue Preissystem PEP verursacht.
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