Welt Online zur Neuvergabe des Regionalverkehrs in NRW (Allgemeines Forum)
westtoeast, Freitag, 13.06.2014, 10:55 (vor 4315 Tagen)
Welt Online zur Neuvergabe des Regionalverkehrs in NRW
Hermes, Freitag, 13.06.2014, 11:07 (vor 4315 Tagen) @ westtoeast
Vorrangig ist der VRR doch eines der zahlreichen Versorgungswerke für abgehalfterte Politiker und ihre Spezln in NRW. Da bleibt halt nicht mehr so viel Geld für die Infrastruktur oder den Einkauf von Leistungen übrig. Das wird die Bahn wohl verstehen müssen.
Die Verlierer sind die Mitarbeiter
ICE-T-Fan, Freitag, 13.06.2014, 11:19 (vor 4315 Tagen) @ westtoeast
bearbeitet von ICE-T-Fan, Freitag, 13.06.2014, 11:20
Ein dickes Ding, falls es wirklich soweit kommt. Vor allem stört mich, dass es wieder zu Lasten des Personals geht, da wirklich nur noch die Höhe des Lohns über Sieg oder Niederlage entscheidet, wenn sämtliche Wartung vom Fahrbetrieb abgespalten werden soll.
Andererseits sehe ich für die Besteller und Kunden durchaus auch Vorteile. Vielleicht sollte sich die DB um den Wartungsvertrag der Züge im Auftrag des VRR bewerben. Sie hat von allen Mitbewerbern ja die meiste Erfahrung in Sachen Wartung, wenn auch nicht immer mit positivem Image.
Das klingt für mich...
ALR997, Freitag, 13.06.2014, 12:34 (vor 4315 Tagen) @ westtoeast
...nach einem ziemlich dummen Erpressungsversuch, bei dem die Bahn die Ausschreibung nach ihren Wünschen ändern lassen möchte.
Wo kommen wir denn da hin, wenn das so passieren würde? Entscheidet der Koch im Restaurant, was der Gast essen soll, oder entscheidet der Gast, was er essen möchte?
Entscheidet das Orchester, was es spielen will oder entscheidet sich der Zuschauer für ein Orchester seiner Wahl?
Ich hoffe, dass der VRR mal Stärke beweist und sich nicht von der Bahn diktieren lässt.
Wenn der VRR an einen Billiganbieter vergibt, ist das seine Sache und wenn das am Ende zu Problemen führt, dann muss er dafür gerade stehen, aber wenn jetzt als Bahnunternehmen schon in die Ausschreibung pfuschen möchte, scheint man sehr verzweifelt zu sein.
Das klingt für mich...
GUM, Freitag, 13.06.2014, 12:54 (vor 4315 Tagen) @ ALR997
... zudem auch noch nach fehlendem, gesunden Menschenverstand.
Einerseits möchte man als Unternehmen - wo immer es geht - die Vorteile einer Privatisierung nutzen (=Börsengang oder Zusammenstreichen von Fernverbindungen).
Wenn es dann aber eng wird, dann wird wieder nach der Politik gerufen. Es wäre besser die Kunden durch Qualität zu begeistern. Der dann einsetzende Einnahmestrom führt auch zu verbesserten Leistungen und langfristig steigenden Margen.
Denke nur an die neue 2+2 Bestuhlung in der 1. Klasse vieler Fahrzeuge.
Wenn die Bahn den Werbedruck ein bisschen herunterfährt, dann bleibt mehr für's Produkt übrig. Die Markenbekanntheit dürfte ja eh gegen 100 % gehen.
--
Sicherheitshinweis: Lassen Sie Ihre Politiker nicht unbeaufsichtigt!
Security advice: Don't leave your politicians unattended!
Grundsätzlich vernünftiger Ansatz
Hustensaft, Freitag, 13.06.2014, 18:48 (vor 4315 Tagen) @ westtoeast
Ich halte den Ansatz im Grundsatz für vernünftig:
Wie ist es denn heute? Ein neuer Anbieter muss quasi aus dem Nichts eine ganze Armada Züge stellen, auf denen er nach Ablauf des Vertrages sitzenzubleiben droht. Das ist nicht nur nahezu unmöglich, da wir alle um Lieferzeiten und Zulassungsproblematik wissen, sondern auch betriebswirtschaftlich riskant respektive macht das die Leistung teuer, weil Abschreibungsdauer = Vertragslaufzeit sein muss. Daher ist es durchaus nachvollziehbar, dass der Auftraggeber das Fahrzeugmaterial stellt und eigentlich nur noch einen Betreiber sucht. Zeiten wie jene, als die Bahn beispielsweise vom Land Hessen Zuschüsse für die Beschaffung neuer Wagen bekam, waren für die DB sicher schön, sind aber endgültig vorbei.
Fazit 1: Das neue Modell öffnet den Markt in durchaus erwünschter Weise und ermöglicht echte Konkurrenz.
Die Kehrseite der Medaille ist, dass die Unternehmen, um sich unterscheiden zu können, letztlich nur noch über die Personalkosten agieren können. Natürlich ist zu befürchten, dass dies mit Kürzungen einhergeht, andererseits sollte eine starke Gewerkschaft mit einem einheitlichen Tarifwerk für alle Bahnunternehmen so etwas unterbinden können. Es fragt sich zudem, wie die schon heute aktiven Wettbewerber es hinbekommen, günstiger als die DB zu sein - und mit metronom, abellio, Vias, cantus, vectus und wie sie alle heißen, sind doch Unternehmen im Markt, die nicht davon leben, dass sie zuzahlen. Vielleicht sind aber auch deren Verwaltungsstrukturen etwas schlanker und die Plüschetagen kleiner ... Schon heute fehlen wohl nahezu allen Bahnunternehmen Lokführer. Personal, welches knapp ist, läuft übrigens kaum Gefahr, unter Lohndruck zu kommen. Und auch das übrige Personal fällt nicht vom Himmel und muss ausgebildet werden, von heute auf morgen lässt sich das nicht ersetzen.
Fazit 2: Es besteht die Gefahr, dass der Kostendruck auf dem Rücken des Personals ausgetragen wird - zwingend ist dies aber keineswegs.
Fahrkartenvertrieb und Wartung - tja, auch da sind die goldenen Zeiten vorbei. Beim Fahrkartenvertrieb bläst der Bahn schon heute der Wind mächtig ins Gesicht und es wird mit Sicherheit in den nächsten Jahren zu massiven Änderungen kommen, selbst ohne das VRR-Modell. Und wenn die Bahn in der Wartung sich saniert, muss es doch nicht verwundern, dass derart lukratives Geschäft Konkurrenz auf den Plan ruft. Einerseits will man nicht eigenwirtschaftlich agieren und hat viele Verkehre an die Länder abgewälzt, aber wenn es dann nicht mehr so läuft wie man das gerne hätte, reagiert man verschnupft.
Fazit 3: Alles absehbare Entwicklungen, die nun eben eintreten - früher oder später wäre das ohnehin passiert.
Gesamtfazit: Die einzige echte Gefahr ist, dass die Kosten über die Lohntüte gedrückt werden, aber da gibt es durchaus Möglichkeiten, solche Effekte zu verhindern - allerdings sind die Gewerkschaften dabei gefordert, nicht denselben Unsinn zu verzapfen, wie sie es im Busgewerbe getan haben, wo die Lohnschere zwischen "öffentlichem" und "privatem" Tarif zeitweise etwa 30 % betrug.
Welt Online zur Neuvergabe des Regionalverkehrs in NRW
Tabernaer, Irgendwo im grünen Nirgendwo, Freitag, 13.06.2014, 18:49 (vor 4315 Tagen) @ westtoeast
Da offenbart sich wieder mal der ganze Wahnsinn der Idee Bahnreform.
Allerdings bin sicherlich nicht nur ich geneigt, der Argumentation des Bahnvorstandes zu folgen.
Warum sollte ich als Bahn mich an Ausschreibungen teilnehmen, deren Bedingungen
ich durch verschiedene Sachzwänge nicht erfüllen kann ?
Nur, weil es eben immer so war ???
Ich mit meiner körperlichen Gesamtverfassung bewerbe ich ja auch nicht bei der Polzei oder dem THW - wohl wissend, daß die Hürden des Einstellungstests für mich zu hoch sind.
Kein vernünftiger Geschäftsmann lässt sich auf sowas ein.
Sicherlich könnte man den ein oder anderen Kompromiss schliessen, aber ob der Betriebsrat da immer mitspielt ?
Irgendwie ist das schon Erpressung. Auch der Mitarbeiter.
Da braucht man sich nicht zu wundern, wenn DB Regio in NRW schon jetzt an manchen Stellen die Zügel schleifen lässt.
Wozu auch noch groß Welle machen - oder gar Leute einstellen -, wenn eh bald alles vorbei ist...
Und die privaten Mitbewerber haben bis 2020 Zeit, sich einen ausreichenden, gut ausgebildeten und motivierten Mitarbeiterstamm zusammenzusuchen . Ich wünsche schon mal viel Spaß dabei.
Wenn sich die Bahn nicht mehr an den Ausschreibungen beteiligt, hoffe ich nur, dass sie dann auch nicht als Lückenfüller einspringt, wenn das Konzept in die Hose geht. Soll doch einfach mal kein SPNV über Wochen oder Monate stattfinden, wenn die Hersteller nicht rechtzeitig liefern, die Wartung nicht stattfinden kann oder der Betreiber außer Erfahrung als stellvertretender Bürgermeister eines kleinen Kaffs nichts weiter mitbringt, was mit dem Eisenbahnwesen zu tun hat.
Mein Gott, es geht doch nur um den Personennahverkehr in einem Ballungsgebiet mit 8 Millionen Einwohnern und täglich 4 Millionen Fahrgästen. Was soll da schon passieren, wenn mal ein Experiment total schief geht? Habt euch doch nicht so kleinlich...
Liebe DB Regio, lass sie doch wursteln und sei taub, wenn um Hilfe geschrien wird.
VRR: Nichts aus [GB] gelernt?
sb, Freitag, 13.06.2014, 21:27 (vor 4315 Tagen) @ westtoeast
http://www.welt.de/wirtschaft/article129028386/Bahn-droht-mit-Rueckzug-aus-Nordrhein-We...
Der VRR scheint wohl nichts aus Großbritannien der 1990er Jahre gelernt zu haben?
In GB wurde anfangs alles getrennt: So gab es auch "TOCs (Train Operating Companies)" und "ROSCOs (Rolling Stocking Operating Companies)" – ähnlich wie es der VRR offensichtlich nun vorschlägt?
Doch genau dies und die Privatisierung des Eisenbahninfrastruktur hat zu dem Chaos geführt, welches sich erst im Großbritannien der 2000er Jahre nach der Verbesserung der Zusammenarbeit der TOCs/ROSCOs und der Wiederverstaatlichung der Infrastruktur wieder sortierte – und nach dieser Korrektur tatsächlich ziemlich erfolgreich wurde; aber ich wiederhole mich:
Die Fortschritte und deutlichen Zugewinne des britischen SPV und SGV gibt es seit dem staatlichen Rückkauf der Infrastruktur – welche als eigenständiges staatliches EIU weiterhin getrennt von den EVU ist; dabei sollte man bedenken, dass Großbritannien naheliegenderweise kein Transitland ist und das Wachstum im Schienenverkehr selbst generieren musste.
Mehdorn stellte das "britische Modell" immer als Gegenmodell zu seinen Ideen dar – obwohl sein Kernziel, die Infrastruktur an die Börse zu bringen, genau der Hauptgrund für den damaligen Verfall der britischen Eisenbahnen war!
Meine Meinung hierzu:
- Fahrzeugpool wie in Niedersachen oder ähnliche Modelle prüfenswert
- getrennte Ausschreibung EVU / Fahrzeugwartung etc. definitiv Nein!
VRR: Nichts aus [GB] gelernt?
Benjamin.Keller, Samstag, 14.06.2014, 12:13 (vor 4314 Tagen) @ sb
bearbeitet von Benjamin.Keller, Samstag, 14.06.2014, 12:14
Meine Meinung hierzu:
- getrennte Ausschreibung EVU / Fahrzeugwartung etc. definitiv Nein!
Warum nicht? Meines Wissens nach ist doch der
- Fahrzeugpool wie in Niedersachen
genau das, wogegen du oben argumentierst. Die OHE hat die Ausschreibung zur Wartung des Landesnahverkehrspools gewonnen und in Uelzen ein Betriebswerk gebaut.
Anschließend hat in einer zweiten Ausschreibung MetroRail/Metronom (an denen die OHE allerdings beteiligt ist) den Betrieb gewonnen, so zumindest meine Erinnerung. Die OHE zumindest bezeichnet das Werk Uelzen als ihr Werk: http://www.ohe-transport.de/werkstaetten/standort-uelzen/ (man beachte den OHE-Schriftzug auf Gebäuden in den Farben des Fahrzeugpools).
Ich jedenfalls finde: der VRR macht alles richtig.
Ausschreibung Fahrzeugwartung NRW ./. Fahrzeugpool LNVG
sb, Samstag, 14.06.2014, 21:39 (vor 4314 Tagen) @ Benjamin.Keller
Niedersachen:
Meine Meinung hierzu:
- getrennte Ausschreibung EVU / Fahrzeugwartung etc. definitiv Nein!
Warum nicht? Meines Wissens nach ist doch der
- Fahrzeugpool wie in Niedersachen
genau das, wogegen du oben argumentierst.
Ein solcher Sachverhalt würde mich überraschen, denn:
"Die Fahrzeuge werden an die Eisenbahnverkehrsunternehmen, welche die jeweiligen Verkehrsausschreibungen gewonnen haben, streckenbezogen vermietet. " [LNVG, Abruf 14.06.2014]
Ferner ist die OHE an Metronom derzeit zu 41,94% (OHE zu 60% an NiedersachsenBahn, NiedersachsenBahn zu 69,9% an Metronom) beteiligt. [Metronom, Abruf: 14.06.2014]
In Niedersachsen werden in jenen Ausschreibungen mit Nutzung des Fahrzeugpoools zwar die Fahrzeuge durch das Land gestellt, deren Einrichtung, Wartung und Betrieb durch das EVU verantwortet.
Die OHE, welche die Betriebswerkstatt Uelzen betreibt, ist Anteilseigner des Unternehmens Metronom, d.h. arbeitet nicht in einem Auftragsverhältnis desselben wie aus nach meinen Informationen irreführend behauptet.
=> Wenn dem wirklich anders sei: Bitte belegen!
Wie das EVU die Wartung selbst regelt, sollte deren unternehmerische Verantwortung / Freiheit bleiben (ob in eigener Hand, per Direktvergabe oder per eigener Ausschreibung).
NRW:
Dagegen wird in NRW überlegt, auch die Fahrzeugwartung vom Land unabhängig von den SPNV-Leistungen auszuschreiben, was ich für eine absolute Fehlentwicklung halte:
"Die Verantwortlichen haben nämlich entschieden, die Bereitstellung und Instandhaltung von Fahrzeugen sowie den eigentlichen Zugbetrieb getrennt voneinander zu vergeben." [Die Welt, 13.06.2014]
Wer meint, SPNV-Betrieb und dessen Fahrzeugwartung unabhängig voneinander ausschreiben zu können, scheint mir die betrieblich-technischen Wechselwirkungen innerhalb der EVU-Kernkompetenzen doch etwas stark zu unterschätzen...
Daher stimme ich in diesem Punkt mit DB Regio absolut überein:
"Für die Deutsche Bahn ist dagegen Beschaffung und Wartung von Zügen seit jeher fester Bestandteil ihrer Angebote." [Die Welt, 13.06.2014]
Wartung in Großbritanien erfolgt durch den Hersteller
JW, Sonntag, 15.06.2014, 09:32 (vor 4313 Tagen) @ sb
Hallo sb,
ich stimme Dir zu, dasss das heutige System in Großbritanien sehr gut funktioniert. Allerdings werden die Züge meines Wissens nach nicht durch den Betreiber gewartet, sondern es werden Wartungsverträge mit dem Hersteller geschlossen.
Die meisten Fahrzeugausschreibungen der letzten Zeit hat ja Siemens mit der Desiro UK Platform gewonnen. Hier ein Siemens-Artikel, wie sie Ihre Fahrzeuge warten:
http://www.siemens.com/news-topics/de/teasers/vorausschauende-wartung-sorgt-fuer-zuverl...
Nicht viel anders sieht bei Hitachi aus, die die Class 395 HGV-Züge für den Inlandsverkehr gebaut haben:
http://www.hitachirail-eu.com/ashford-depot_58.html
Ich finde es sehr sinnvoll, dass die Hersteller der Züge die Wartung übernehmen:
-Denn diese kennen die Züge am besten
-Aus den Ausfallstatistiken können sie gezielt Verbesserungen für zukünftige Züge ableiten
-Es ist egal ob es ein Konstruktionsfehler oder ein Wartungsfehler ist, der Hersteller wird versuchen ihn abzustellen um Strafen für die Nichtverfügbarkeit zu umgehen.
Viele Grüße
Jörg
entscheidend ist, wer die Wartungsaufträge vergibt
sb, Sonntag, 15.06.2014, 17:17 (vor 4313 Tagen) @ JW
Allerdings werden die Züge meines Wissens nach nicht durch den Betreiber gewartet, sondern es werden Wartungsverträge mit dem Hersteller geschlossen.
...was gar nicht die entscheidende Frage ist:
Entscheidend ist, wer die Wartungsverträge spezifiziert, ausschreibt, vergibt und kontrolliert.
Die betrieblichen und technischen Wechselwirkungen zwischen EVU-Betrieb und Fahrzeugwartung sind wesentlich größer als zwischen EVU und EIU.
Ich finde es sehr sinnvoll, dass die Hersteller der Züge die Wartung übernehmen:
-Denn diese kennen die Züge am besten
-Aus den Ausfallstatistiken können sie gezielt Verbesserungen für zukünftige Züge ableiten
-Es ist egal ob es ein Konstruktionsfehler oder ein Wartungsfehler ist, der Hersteller wird versuchen ihn abzustellen um Strafen für die Nichtverfügbarkeit zu umgehen.
Dem stünde aus meiner Sicht nichts entgegen, wenn die Entscheidung für oder gegen dieses Modell beim entsprechenden EVU liegt und dieses die Wartungsverträge entsprechend spezifizieren könnte.
Denn die EVU-Kalkulation im Rahmen einer SPNV-Ausschreibung ist auch wesentlich abhängig vom Umlauf- und Wartungskonzept sowie der Fahrzeugverfügbarkeit – wofür es bei EVUs unterschiedliche Philosophien gibt.
Hat die DB AG nicht auch Vorteile gegenüber den 'Privaten'
JW, Samstag, 14.06.2014, 08:21 (vor 4314 Tagen) @ westtoeast
Hallo,
ich kann nicht ganz nachvollziehen, das sich die kosten allein am Tarifvertrag entscheiden sollen. Wenn man die Personalkosten über den gesamten Zeitraum ab der Vergabe rechnet sehe ich gerade in der Anfangsphse enorme Vorteile für die DB AG, denn die DB AG hat jetzt schon qualifiziertes Personal in ausreichender Anzahl vor Ort.
Alle anderen EVUs müssen auf einen Schlag eine große Anzahl von qualifizierten Mitarbeitern bereitstellen. Diese muss man mindestens einige Monate vorher einstellen, um sie zu qualifizieren. Hier laufen in der Anfangsphase hohe Kosten auf, denen keine Einnahmen gegenübr stehen. Dies bedeutet eine hohe Zinnslast über den gesamten Vertragszeitraum.
Eigentlich ist die Vergabe als großes Netz doch ein Geschenk für die DB AG. Würde man die einzelnen Strecken zeitlich versetzt ausschreiben sähe dies anders aus, da man eine kleine Anzahl an Lokführern eher auf den Arbeitsmarkt finden kann. Bei einem großen Netz kommt man um die Neuausbildung wohl kaum herum.
Gruß Jörg
Hat die DB AG nicht auch Vorteile gegenüber den 'Privaten'
Kundenzug, Samstag, 14.06.2014, 09:41 (vor 4314 Tagen) @ JW
Unter der Annahme, dass das bundeseigene Eisenbahnunternehmen die für die Volkswirtschaft sinnvollste Weiterentwicklung des Eisenbahnangebotes betreiben würde und dies auch noch mit so wenig Ressourceneinsatz wie möglich schaffen würde, so wäre das eigentlich der Idealzustand.
Nur ist an der verallgemeinerten Form dieser Annahme schon eine große Wirtschaftstheorie in der Praxis gescheitert. Deswegen betreiben wir dieses ganze Wettbewerbsding, das jede Menge Ärger macht.
Dass ein Anbieter versucht, eine Drohkulisse aufzubauen, um seine Interessen durchzudrücken und dafür auch gerne die Arbeitnehmer instrumentalisiert, findet sich immer wieder. Ein anderer Fall aus Berlin wurde vor kurzem ebenfalls diskutiert. Von daher mache ich mir da wenig sorgen.
Wenn ein Unternehmen aber tatsächlich nicht die Flexibilität haben sollte, sich auf solche Ausschreibungen einzustellen, dann würde ich mir schon arge Sorgen um das Unternehmen machen.
Dieses Unternehmen stellt zudem gerade in großem Umfang Personal ein. Da sollte sich das Unternehmen doch eigentlich freuen, wenn es ein paar bewährte Mitarbeiter an der einen Ecke frei stellen kann, um sie für andere dringende Aufgaben einsetzen zu können. Sollte man allerdings Neueinsteiger den bewährten Kräften vorziehen, so spräche das ganz und gar nicht für das Unternehmen, denn es war selbst für die Prägung sowie für die Aus- und Weiterbildung dieser Mitarbeiter verantwortlich.
Kosten Qualifizierungsmaßnahmen
Fabian318, Münster i. W., Samstag, 14.06.2014, 16:52 (vor 4314 Tagen) @ JW
bearbeitet von Fabian318, Samstag, 14.06.2014, 16:55
Alle anderen EVUs müssen auf einen Schlag eine große Anzahl von qualifizierten Mitarbeitern bereitstellen. Diese muss man mindestens einige Monate vorher einstellen, um sie zu qualifizieren.
Eigentlich lese ich immer aus derartigen Stellenausschreibungen heraus, dass die EVU am liebsten die Qualifizierungsmaßnahmen nicht selbst tragen würden und bspw. einen Bildungsgutschein zur Finanzierung haben möchten. Hier ist die Frage, ob die Qualifizierungskosten, die jetzt in einem erheblichen Maße offenbar die öffentliche Hand trägt, nicht auch in den Kilometerpreis für die Ausschreibung mit hereingerechnet werden müssten. (Und ob bei nur marginalen Unterschieden im Kilometerpreis dasjenige EVU, welches die Qualifizierungskosten durch den Staat tragen lässt, nicht unterm Strich doch teurer ist.)
Bsp.:
http://www.eurobahn.de/karriere/qualifizierung-als-tf/
http://westfalenbahn.de/aktuelles/stellenangebote/index.php?we_objectID=395
https://www.abellio.de/karriere/stellenbeschreibungen/abrm___weiterbildung_zum_tf_mw.php
Wieso fällt der DB das jetzt auf?
kimba2k, Wuppertal-Frankfurt am Main, Samstag, 14.06.2014, 13:19 (vor 4314 Tagen) @ westtoeast
Das RRX Prinzip wird seit Jahren vorbereitet und bedeutet genau das, was hier nun bemängelt wird?!
Der Fahrzeugpark wird vom Betrieb entkoppelt beschafft, das EVU ist nur noch für den Betrieb verantwortlich. Das ist politisch so gewollt.
Mal 'ne blöde Frage
JanZ, HB, Samstag, 14.06.2014, 18:51 (vor 4314 Tagen) @ westtoeast
Um welche Verkehre geht es hier eigentlich? Es wird doch nicht der gesamte SPNV im VRR oder gar in NRW auf einen Schlag ausgeschrieben?
Es geht um die folgenden RE Linien
JW, Sonntag, 15.06.2014, 09:16 (vor 4313 Tagen) @ JanZ
Die folgenden RE Linie sind für den RRX-Vorlaufbetrieb ausgeschrieben, nur um die geht es hier:
RE1 (Aachen – Köln – Essen – Hamm)
RE4 (Aachen – Mönchengladbach – Hagen – Dortmund)
RE5 (Koblenz – Köln – Düsseldorf – Wesel)
RE6 (Köln-Flughafen – Köln – Düsseldorf – Essen – Hamm – Minden)
RE11 (Düsseldorf – Essen – Dortmund – Hamm – Kassel)
Es geht um die folgenden RE Linien
kimba2k, Wuppertal-Frankfurt am Main, Sonntag, 15.06.2014, 13:40 (vor 4313 Tagen) @ JW
bearbeitet von kimba2k, Sonntag, 15.06.2014, 13:44
Der Vorlaufbetrieb beginnt 2018, die Bahn bezieht sich explizit auf Ausschreibungen ab 2020, wohl dann Betrieb ohne "Vorlauf".
http://blog.vrr.de/index.php/2013/10/24/rrx-aktueller-stand/
Es geht um die folgenden RE Linien
JanZ, HB, Sonntag, 15.06.2014, 14:01 (vor 4313 Tagen) @ JW
Die folgenden RE Linie sind für den RRX-Vorlaufbetrieb ausgeschrieben, nur um die geht es hier:
RE1 (Aachen – Köln – Essen – Hamm)
RE4 (Aachen – Mönchengladbach – Hagen – Dortmund)
RE5 (Koblenz – Köln – Düsseldorf – Wesel)
RE6 (Köln-Flughafen – Köln – Düsseldorf – Essen – Hamm – Minden)
RE11 (Düsseldorf – Essen – Dortmund – Hamm – Kassel)
Und da redet die DB von "komplettem Rückzug aus NRW"?
Das ist doch nur ein Bluff, die Bahn
maxiboy, IBNR: 7006966, Sonntag, 15.06.2014, 21:53 (vor 4313 Tagen) @ westtoeast
bearbeitet von maxiboy, Sonntag, 15.06.2014, 21:54
spielt beleidigte Leberwurst und will ein bisschen politisches Duzi-Duzi haben.
Vor ein paar Jahren hieß es noch, die DB würde gar keinen Wettbewerbsnachteil durch Personalkosten mehr haben, und jetzt plötzlich doch… wer soll das glauben? Natürlich schmeckt das der DB nicht, wenn sie Macht verliert, aber was ist das Gegenmodell? Die S-Bahn Berlin doch nicht, wo alles ach so integriert ist.
Ach ja, die Tariftreuegesetze werden voll angewendet.