Auf ins wilde Kurdis... ähm, Emsland! (Reiseberichte)

Blaschke, Mittwoch, 16.04.2014, 22:14 (vor 4384 Tagen)
bearbeitet von Blaschke, Mittwoch, 16.04.2014, 22:16

Hallöchen!


Unser Maestro der Bahnhofsportraits verschläft die Strecke ja nun lieber. Das ist ein Jammer. :-)

Der Auftrag: 5:02 Uhr ab Münster bis Emden Kunden zählen und auf dem Rückweg auch wieder. Es sind Ferien, also keine "Piss-Blagen" (wie es mal ein Reisender so "schön" ausdrückte) und Arbeiters werden auch weniger unterwegs sein. Das verspricht eine schöne Tour. Bis Rheine wird ein paar Mal öfter gehalten als üblich, in Rheine wird dann der Schaffner ausgetauscht und dann ab durch die herrliche Landschaft hoch gen Küste.

Vorher steigen in Emsdetten noch ein paar junge Nachtschwärmerinnen aus und stellen fest: "Abends" um 5:20 Uhr morgens ist Emsdetten tot und überhaupt alles Murks, weil sie um 9 Uhr schon wieder arbeiten müssen. Ja, die Jugend hat es nicht leicht. Aber es sei ihnen gegönnt. Unsereins im gesegneten Alter muß nach einem 24-Std.-Wachbleibe-Tag anschließend die Infusionen aus dem Schrank holen, sich selbst an den Tropf anschließen und die nächsten Stunden im vorher hergerichteten Sauerstoffzelt verbringen, damit man wieder fit wird in angemessener Zeit.

Aber jetzt sitzen wir ja im Zug und wollen gen Norden. Herrlich, wenn über den unendliche Weiten des Emslandes zwischen ein paar Wolken langsam die Sonne aufgeht. Die Windräder ziehen sanft ihre Kreise. Die ersten Vögel bereichern den Himmel. Auf den Straßen spiegelt sich der Regen der Nacht. Die Schiffe in den Häfen in Papenburg und Emden wecken das Fernweh und die Sehnsucht nach der großen weiten Welt. Das Geschepper beim Überqueren der Klappbrücken macht die Technik hörbar. Und in der Ferne zeigt sich für eine Weile ein herrlicher Regenbogen. Modernisierte Bahnhöfe welchseln sich ab mit Bahnhöfen, wo man aus dem Zug purzelt dank Niedrigstbahnsteig und noch das Gegengleis überqueren muß.

Neben den üblichen Stammfahrgästen sind auch schon ein paar Urlauber mit Sack und Pack unterwegs. Am besten sitzt man dann direkt neben der Dosto-Durchgangstür und stört sich dann daran, dass die ständig aufgeht und Leute durchlaufen und es so ständig lärmt. Da helfen keine Pillen: Reif für die Insel! (das sogenannte Peter-Cornelius-Syndrom).

Genial auch die Bäckerei in Emden Main Station: Ich kaufe ein belegtes Brötchen und die Verkäuferin tippt zig Preise einzeln in die Kasse. Ich staune noch und denke: Hey, ich wollte nur ein Brötchen und nicht die ganze Auslage. Da verlangt sie 2,92 € von mir - der erste Bäcker mit krummen Preis für ein verzehrfertiges belegtes Brötchen.

Also Brötchen, BILD und Coke. Und nach passender Pause wieder retour. In Papenburg steigen 3 sprachunkundige Arbeiter ein, vermutlich Rumänen, die für eine bekannte ansässige Firma tätig sind und offenkundig über Ostern gen Heimat wollen. Sie zeigen mir den Fahrschein: Man hat ihnen bis Frankfurt einen Normalpreis(!) für 276 €(!) verkauft, wo ich mich so frage, wer ihnen den wohl angedreht hat und wer den wohl bezahlt hat.

Dieses Anfahr-Geruckel der 111 wird langsam ein wenig nervig - wobei das ja eigentlich die ideale Fuzzy-Lok ist - sofern man IM Zug sitzt und nicht von außen knipst: Einfach Hand anlegen, der Rest kommt dann von ganz allein.

Am Bahnübergang bremsen wir den Apothekenkurier aus - tröstlich, dass auch die Kollegen leiden und nicht immer nur ich derjenige bin, dem die Bahn in die Quere kommt im anderen Job.

Plötzlich ziehen am vordersten Fenster bergeweise Federn vorbei - ui, da wurde wohl eine Taube ins Jenseits befördert. Wollte der Täuberich seiner Auserwählten mal zeigen, wie mutig er ist, was er nun mit dem Leben bezahlt und Mausi zur Witwe macht. Auch nicht klüger als manch anderes zweibeiniges Geschöpf auf Erden. Okay, das ist eine freihändige Interpretiation des Poeten; möglich auch, dass Mausi im Werbeprospekt des Schuhhändlers blätterte und ihren Hintern samt Rumpf nicht rechtzeitig hochbekam. Da ist er dann Witwer, aber vielleicht heimlich gar nicht so unglücklich - muß er nicht mehr ewig mit ihr Samstags nach Bremen zum Einkauf fliegen; dank Westwind ist der Hinweg zwar problemlos, aber zurück... Und dann noch mit Gepäck...

Derweil zuckeln wir weiter, die magische 9:00 Uhr-Grenze für Ländertickets wird zwischen Geeste und Lingen überquert. Hinter Lingen scheppert man dann direkt an den Kühltürmen des Kraftwerks vorbei, wo ich mich immer frage, ob das Wasser, was dort drunter tröpfelt und aufgefangen wird, wohl auch Trinkwasserqualität hat. Oder wird man beim Genuß verstrahlt und als Folge schreibt man Beiträge wie diesen?

Bis vor Rheine geht alles gut. Dann heißt es warten, warten, warten, weil derzeit nicht alle Bahnsteigkanten nutzbar sind. Man baut mal wieder in Rheine - wobei man sich dort im allgemeinen Zeit läßt mit der Rumwerkelei; Kenner des Bahnhofsumbaus vermuten ja, dass der ProblemBER früher fertig wird.

Nach der Verspätung ab Rheine paßt es dann in Greven und dem dortigen faktisch eingleisigem Betrieb natürlich auch nicht mehr. Also wird Münster mit 12 Minuten Verspätung erreicht; der IC unserer Rumänen ist weg (schadet auch nicht, sie hätten in Schweizer Waggons fahren müssen und wer macht das schon gerne).

In Münster wird dann der Zähler ausgetauscht - denn die DB besteht auf einer "Wendezeit" von 10 Minuten zwischen 2 Zügen; und planmäßig sind es in Münster nur 9 - dass es dieselbe Garnitur ist, die zurückfahrt, man die als Zähler also gar nicht verpassen kann, interessiert dabei wenig. Bzw. gar nicht. Vorschrift ist Vorschrift.

Und so nahm der bahntechnische Arbeitstag erstmal eine Pause und der nächste Job wartete - bevor es abends auf den Rhein-Haard-Expreß ging mit Quietschie hin und zurück ENDLICH mal wieder in einem Aquarien-Dosto!

Schöne Grüße aus der Friedensstadt Osnabrück von

jörg


Sie sehen, lieber Herr H.: Auch die Emsland-Strecke hat einiges zu bieten! :-)))

Auf ins wilde Kurdis... ähm, Emsland!

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Mittwoch, 16.04.2014, 22:41 (vor 4384 Tagen) @ Blaschke

Tach!

Sage mal, kommst Du denn morgens mit nur einem Brötchen lang? Ich habe ja morgens Knast wie ein zerlauster Braunbär und nehme regelmäßig die halben Auslagen mit.


"Man hat ihnen bis Frankfurt einen Normalpreis(!) für 276 €(!) verkauft, wo ich mich so frage, wer ihnen den wohl angedreht hat und wer den wohl bezahlt hat."

Sind es nicht meistens Ämter und Behörden (Unterschied?), die solche Beträge für Fahrkarten ohne jede emotionale Regung ausgeben? Für Frankfurt - Bukarest haben die vom staatlichen Sachbearbeiter bestimmt Flugtickets für je 1290 EUR bekommen. Eine Richtung versteht sich.


"...scheppert man dann direkt an den Kühltürmen des Kraftwerks vorbei, wo ich mich immer frage, ob das Wasser, was dort drunter tröpfelt und aufgefangen wird, wohl auch Trinkwasserqualität hat. Oder wird man beim Genuß verstrahlt und als Folge schreibt man Beiträge wie diesen?"

Hööm? Jetzt sage nicht, daß Du Dich an dieser Brühe schon erfrischt hast.

Für mich sieht auf der Emslandstrecke übrigens auch jeder Kilometer aus wie der davor und der danach.

Schönen Gruß
Olaf

Ja, ja...

Blaschke, Mittwoch, 16.04.2014, 22:48 (vor 4384 Tagen) @ Alibizugpaar

Hallo!

Sage mal, kommst Du denn morgens mit nur einem Brötchen lang? Ich habe ja morgens Knast wie ein zerlauster Braunbär und nehme regelmäßig die halben Auslagen mit.

Na ja, ich habe ja vorher während der Autobahnfahrt nach Münster gemampft. Und nachher in Münster natürlich auch. Und ein paar Vorräte hatte ich auch noch dabei.

Während der Fahrt halte ich mich ein wenig zurück - man muß sich das auf den Klo-gehen ja einteilen; darf schließlich nicht passieren, wenn grad ein Halt kommt. Denn da muß ich ja zählen...

...scheppert man dann direkt an den Kühltürmen des Kraftwerks vorbei, wo ich mich immer frage, ob das Wasser, was dort drunter tröpfelt und aufgefangen wird, wohl auch Trinkwasserqualität hat. Oder wird man beim Genuß verstrahlt und als Folge schreibt man Beiträge wie diesen?"


Hööm? Jetzt sage nicht, daß Du Dich an dieser Brühe schon erfrischt hast.

Leider hatten wir da noch nie eine Betriebsstörung. So dass ich die Gelegenheit noch nicht wahrnehmen konnte.

Verbotsschilder sehe ich jedenfalls keine. Aber das kommt ja jetzt vielleicht... :-)

Für mich sieht auf der Emslandstrecke übrigens auch jeder Kilometer aus wie der davor und der danach.


Ja, ja - da sagen sie alle "Böh, ist das langweilig!". Aber dann träumen sie von der Transsib, wo es wohl auch MEHRERE Kilometer davor und danach gleich aussieht...

Schöne Grüße von

jörg

Ja, ja...

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Mittwoch, 16.04.2014, 23:02 (vor 4384 Tagen) @ Blaschke

Ach ein kleiner Zwischen-Mampf nur, um den wiehernden Cholesterinwert bei der Fahnenstange zu halten. Na dann ist ja gut.

Ich stehe nun mal auf mehr dramatische Bühnenbilder wie das Rheintal. Der Abschnitt Koblenz - Bingen dürfte gern 10x länger sein. Is doch herrlich, wenn man in den engen Kurven aus dem letzten Wagen immer wieder die Zuglok sehen kann.

Vor allem, als dies noch 103er waren.

Alla hopp!
Olaf

Ja, ja...

Markus-P, Donnerstag, 17.04.2014, 17:04 (vor 4384 Tagen) @ Blaschke

...scheppert man dann direkt an den Kühltürmen des Kraftwerks vorbei, wo ich mich immer frage, ob das Wasser, was dort drunter tröpfelt und aufgefangen wird, wohl auch Trinkwasserqualität hat. Oder wird man beim Genuß verstrahlt und als Folge schreibt man Beiträge wie diesen?"


Hööm? Jetzt sage nicht, daß Du Dich an dieser Brühe schon erfrischt hast.


Leider hatten wir da noch nie eine Betriebsstörung. So dass ich die Gelegenheit noch nicht wahrnehmen konnte.

Verbotsschilder sehe ich jedenfalls keine. Aber das kommt ja jetzt vielleicht... :-)

Hi,

dann müsstest Du aber erst den gut zwei Meter hohen Betonzaun und den Graben dahinter überwinden.
Aber ansonsten sollte keine Radioaktivität im Kühlwasser sein.
In Lingen steht ein Druckwasserreaktor.
Das Kühlwasser, kühlt nur das Wasser für die Generatoren, und das Wasser für die Generatoren gelangt noch nicht einmal in den Reaktor.

Aber Du meinst wahrscheinlich die Kühlturme vom Gaskraftwerk. Die haben eh erstmal Sommerpause dank der Energiewende.

Ja, ja...

Holger2, Dienstag, 22.04.2014, 00:56 (vor 4379 Tagen) @ Blaschke

Hallo,
also Transsib würde ich auch gerne mal fahren. Wobei dort die Natur wohl über hunderte Kilometer gleich ist. Dadurch stellt sich dann eine Lethargie ein, so dass man nicht mehr zwanghaft ständig aus dem Fenster schaut mit dem Gefühl, man könnte ja was verpassen.

Holger

Oh ja

MvG, Donnerstag, 17.04.2014, 00:59 (vor 4384 Tagen) @ Blaschke

In Münster wird dann der Zähler ausgetauscht - denn die DB besteht auf einer "Wendezeit" von 10 Minuten zwischen 2 Zügen; und planmäßig sind es in Münster nur 9 - dass es dieselbe Garnitur ist, die zurückfahrt, man die als Zähler also gar nicht verpassen kann, interessiert dabei wenig. Bzw. gar nicht. Vorschrift ist Vorschrift.

Oh ja, am schönsten ist es wenn das System einem dann "Pausen" von 1-2 Stunden in der Pampa beschert.

? verstärkte Zählereinsätze auf "Abgabestrecken"?

oppermad, Wuppertal/Wunstorf, Donnerstag, 17.04.2014, 13:10 (vor 4384 Tagen) @ Blaschke

Moin,

der Bericht ist wie immer sehr schön und unterhaltsam; keine Frage!

Ich habe irgendwie den Eindruck, dass auf Strecken, die demnächst von einem anderen EVU im Nahverkehr bedient werden, vorher verstärkt Zähler/Befrager zum Einsatz kommen. Täuscht mich das oder nicht?

Freundliche Grüße,

Dirk

Wilder Westen halt

Sören Heise, Region Hannover, Donnerstag, 17.04.2014, 14:01 (vor 4384 Tagen) @ Blaschke

Unser Maestro der Bahnhofsportraits verschläft die Strecke ja nun lieber. Das ist ein Jammer. :-)

Sie sehen, lieber Herr H.: Auch die Emsland-Strecke hat einiges zu bieten! :-)))

Sehr geehrter Herr B.,

abgesehen davon, daß Sie mich diskriminieren (das tun Sie dadurch, daß Sie die mich betreffenden Zeilen bei der Zweiterstellung in einem anderen Forum einfach gestrichen haben), sei gesagt, daß erstgenannte Behauptung nichtzutreffend ist, denn nicht ich habe mich bewußt zum Verschlafen der Strecke entschieden, nein, die zahlreichen Wahrnehmungen während der Fahrt hat die zuständigen Stellen dazu gebracht, mich vor einer Reizüberflutung zu bewahren und mich daher zwischenzeitlich dem Reich der Träume zugeführt. Mir sind die Bahnhöfe von Papenburg, Meppen und Lingen (oder Lingen und Meppen? Ich werde das nie begreifen) durchaus erinnerlich, ebenso der erwähnte Badeteich am Überlaufventil. Und falls es mich jemals zu den Vorbereitungen für ein Bahnhofportrait mit dem Titel Leer (o.w.T.) treiben wird, dann werde ich vielleicht der Emslandstrecke eine weitere Chance geben, mich von ihrer Schönheit zu überzeugen. Ich bin mir allerdings sicher, an die Schönheit der Strecke 391 an einem sonnigen Frühligstag wird sie an einem nebligen Herbsttag nicht herankommen.


Mit freundlichen Grüßen aus dem Dunstkreis der Landeshauptstadt in die Wüste im Wilden Westen,

Ihr

Herr H.
(der sich nun wieder der Zweiterstellung des nächstfolgenden Hauptbahnhofsportraits zuwendet)

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Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr

Pfui Federvieh

AX-330, Donnerstag, 17.04.2014, 18:23 (vor 4384 Tagen) @ Blaschke

Moin,

Plötzlich ziehen am vordersten Fenster bergeweise Federn vorbei - ui, da wurde wohl eine Taube ins Jenseits befördert.

Diese leidigen Viecher sind entsetzlich blöde. Ganz anders Jagdvögel zum Beispiel, oder alles aus den Geschmacksrichtungen bubo bubo und corvus crax. Die sind erstaunlich pfiffig und manövrieren elegant aus dem Lichtraumprofil heraus, bevor es ihnen ans Leder geht. Besonders Raben wissen aber haargenau, wann sie starten müssen und betreiben das Schienensitzen mit einer faszinierenden Kaltschnäuzigkeit und fast schon arrogant-lässigen Art. Diese Brüder kriegste nicht tot.

Gelegentlich erlegt man unfreiwillig vom Prinzip her alberne und überflüssige Vögel, wie erst aufgeblasen herumbalzende und dann in schiere Lauf-Panik verfallende Sorten des Phänotyps Auerhahn, Rebhuhn undsoweiter. In rauhen Mengen sind es aber Tauben, die angesichts des großen roten schnellen Etwas dem Gehirnstorno erliegen und sich ziellos herumfliegend ins Jenseits befördern lassen. Manchmal lassen sie sich sogar von Auggen bis Offenburg befördern, weil sie sich mit einem Flügel am Handlauf unter den Stirnfenstern einklinken. Da hat man die Wahl: In Heitersheim herausnehmen lassen, das leidige Tier herauspopeln und zünftig eckenstehen, bis man mal wieder einscheren kann - oder bis zum Planhalt in Offenburg Gbf weiter durchfahren, allerdings ständig dieses Gefleddere und Geflattere links unten im Auge haben. Also ich persönlich ordne die Optik der Zugförderung unter, und einen gesunden Magen braucht man als Lokführer eh ;-)

Kapitale Zwölfender, um in der Jagdsprache zu verweilen, erliegen zum Beispiel einer erstaunlichen Farbwandlung, wenn sie sich dazu entschließen, sich ihrer Existenz zielstrebig (also mehr als abblenden und den Schallwandler durchpusten kann ich nicht) und vollspann mittels Schneeräumer und Zughaken zu entledigen. Vom hübsch-hellbraunen Fell ist beim fälligen Inspektionshalt nicht mehr viel zu sehen, stattdessen trägt die Lok dann ein erdbeerpüreefarbenes Lätzchen. Da muß man dann mit dem Dampfstrahler beigehen.

Füchse sind ja mythologische Musterbeispiele von Schläue und Intelligenz, heißt es. Hierbei handelt es sich in der Tat um einen Mythos. Ganz so aufgeweckt sind die Burschen dann doch nicht, ebenso der gemeine Schwarzkittel, der Streunerhund und erst recht nicht der Gaul an sich. Ich darf zu Protokoll geben, jede Gattung bereits einmal zur Strecke gebracht haben zu müssen, wenn auch waidmännisch nicht ganz so, wie das im Großen Blase vorgesehen ist.

Etwas oberhalb der Paarhufer, jedoch weit unterhalb des Zaunkönigs, ordnet sich die Gattung homo erectus ein, wenn es um das unbefugte Passieren von Gleisanlagen geht. Wobei man desöfteren angesichts des dargebrachten Verhaltens davon ausgehen sollte, eher einen Australopitheken statt des neuesten Modells vor sich stehen/sitzen/rennen zu haben. Nehmen wir als Kompromiß die Sammelbezeichnung Menschenaffen her und halten fest, daß jener eine große Varianz zeigt: Vom eiskalten Schlendern trotz des heranbrausenden Güterzuges, das Fahrrad und den bierkannengefüllten Leinenbeutel lässig über die Schulter gelegt, über den gezielt-strammen Stechschritt samt dargebotenem Gruß (in einer überhaupt nicht einsehbaren 80er-Linkskurve), bis hin zum panischen Davonstieben samt slapstickreifem Am-Schienenkopf-Hängenbleiben-und-(pardon)volle-Kanne-längs-auf-die-Fresse-legen ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Oder wird man beim Genuß verstrahlt und als Folge schreibt man Beiträge wie diesen?

Hanekenfähr heißt der Laden, da verbringe ich angelegentlich Stahlzüge hin. Deswegen habe ich jetzt schon eine ganz blaue Zunge von der ganzen Strahlung und leide unter einem ähnlich phantasierenden Schwadronierzwang. Sollten wir vielleicht mal über eine Sammelklage nachdenken?

In Münster wird dann der Zähler ausgetauscht - denn die DB besteht auf einer "Wendezeit" von 10 Minuten zwischen 2 Zügen; und planmäßig sind es in Münster nur 9 - dass es dieselbe Garnitur ist, die zurückfahrt, man die als Zähler also gar nicht verpassen kann, interessiert dabei wenig. Bzw. gar nicht. Vorschrift ist Vorschrift.

Mensch, die Bahnbahn gefällt mir immer besser. Der Verein denkt ja wirklich an alles!

zurück ENDLICH mal wieder in einem Aquarien-Dosto!

Was isn das? :-)

Waidmannsheil,
Andreas

Pfui Federvieh

MvG, Freitag, 18.04.2014, 11:01 (vor 4383 Tagen) @ AX-330

Die blödesten unter den Viechern sind übrigens Amseln. Die kreuzen oft extra noch mal die Fahrbahn um den Nervenkitzel zu erhöhen.
Auch beim Fahrradfahren ist dieses Verhalten zu beobachten - erst schießen sie nach rechts hoch, drehen dann jedoch wieder ein und fliegen nach links - oder auch nicht, einmal konnte ich da nicht mehr ausweichen...

Aquariendosto... (und Fasane *g*)

Blaschke, Freitag, 18.04.2014, 16:41 (vor 4383 Tagen) @ AX-330

Moin!

Gelegentlich erlegt man unfreiwillig vom Prinzip her alberne und überflüssige Vögel, wie erst aufgeblasen herumbalzende und dann in schiere Lauf-Panik verfallende Sorten des Phänotyps Auerhahn, Rebhuhn undsoweiter.

Zumindest auf der Straße sind es u.a. auch FASANE. Da beklagt die Jägerschaft derzeit ja grad ausgiebig deren Aussterben und die damit einhergehende eigene Arbeitslosigkeit. Vielleicht sollte man aber einfach mal dazu übergehen, den Viechern (also der Fasan ist gemeint) einzutrichtern, dass das Verweilen mitten auf der Straße nicht so sehr sinnvoll ist, wenn Kurierfahrer (oder andere) das Verlangen haben, auf selbiger schnellstmöglich ans Ziel zu gelangen.

Oder wird man beim Genuß verstrahlt und als Folge schreibt man Beiträge wie diesen?


Hanekenfähr heißt der Laden, da verbringe ich angelegentlich Stahlzüge hin. Deswegen habe ich jetzt schon eine ganz blaue Zunge von der ganzen Strahlung und leide unter einem ähnlich phantasierenden Schwadronierzwang. Sollten wir vielleicht mal über eine Sammelklage nachdenken?

Gute Idee! Vielleicht finden wir ja auch noch ein paar Mitstreiter... :-)

zurück ENDLICH mal wieder in einem Aquarien-Dosto!


Was isn das? :-)

Den Begriff "Aquarium" kenne ich im Zusammenhang mit Dostos als Teekesselchen :-)

a.) das gläserne Kabuff im Steuerwagen auf der anderen Seite des Lokführerraumes, wo der Schaffner sich aufhalten, seine Sachen einschließen, die Kundschaft mittels Sprechanlage beglücken und dank Pult seine BILD lesen und dabei frühstücken/Abendessen/Mittagessen kann.

b.) Ein neuerer Typ Doppelstockwagen - die mit dem schönen blauen Licht innendrinnen.

In meinem o.g. Falle war dann natürlich "b.)" gemeint... Irgendwie vermisse ich die Dinger hier. Weiß gar nicht, wo die alle abgeblieben sind... :-(


Waidmannsdank für Deinen Beitrag - schöne Grüße von

jörg

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