Neustadt Hauptbahnhof (40 Bilder) (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Samstag, 22.02.2014, 18:26 (vor 4453 Tagen)

Moin!

Neustadts gibt es viele in Deutschland, zwischen Ostsee und Rotem Fluß, zwischen Rübenberg und Kulm, 24 davon nennt das elektronische Kursbuch. Aber nur ein Neustadt hat einen Hauptbahnhof. Da sind wir heute: In Neustadt (Weinstraße), früher mal Neustadt (Haardt) genannt.


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Der hochwertigste Zugverkehr ist der ICE von Frankfurt nach Paris, der hält bloß nicht planmäßig (der TGV tut's zum Glück auch nicht). Es halten stattdessen einzelne Fernzüge zwischen Saarbrücken einerseits, Frankfurt, Stuttgart, München und Graz andererseits. Die Hauptstrecke Mannheim - Saarbrücken sieht daneben sage und schreibe zwei durchgehende Eilzugpaare, dafür Massen an S-Bahnen, die die Fahrt zwischen Homburg, Kaiserslautern und Mannheim schon bald zur Tortour machen. Nord- und südwärts geht es fahrdrahtlos weiter. Nordwärts bestreitet die Baureihe 628 den Gesamtverkehr über Bad Dürkheim und Freinsheim nach Grünstadt. Südwärts sieht man die Baureihen 642 und 643, die über Landau nach Winden und weiter entweder nach Weißenburg (67) oder über Wörth nach Karlsruhe fahren.


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Das Eisenbahnzeitalter begann in Neustadt am 11. Juni 1847 mit Eröffnung der Bahnstrecke von Ludwigshafen her. Sie war Teil der Pfälzischen Ludwigsbahn nach Bexbach, deren letzter Abschnitt am 25. August 1849 eröffnet wurde - es war die gegenüber dem Rheintal topographisch anspruchsvollere Fortsetzung von Neustadt hinein in den Wald. Seit 12. März 1964 ist gesamte Strecke Ludwigshafen - Saarbrücken elektrisch befahrbar, Teilstrecken schon eher.

Südwärts ins elsässische Weißenburg führt die Pfälzische Maximiliansbahn. Diese heute bis Winden zweigleisige Strecke wurde am 18. Juli 1855 zwischen Neustadt und Landau und am 26. November weiter nach Weißenburg eröffnet. Die Zweigleisigkeit bis Winden kam 1867, bis Weißenburg 1871. Winden - Wissembourg ist schon lange wieder eingleisig.

Von Neustadt nordwärts führt die Pfälzische Nordbahn, immer vorm Wald lang bis Monsheim. Am 6. Mai 1865 wurde zunächst der Abschnitt bis Bad Dürkheim eröffnet, erst 1873 folgte in zwei Etappen die Reststrecke.

Erst 1912/1913 wurde die "Schneck" eröffnet, eine meterspurige Überlandstraßenbahn von Neustadt nach Landau, dichter am Gebirge als die Hauptbahn. Sie wurde nicht alt, zwischen 1953 und 1955 erfolgte die Einstellung. Als PalatinaBus besteht sie bis heute als Busunternehmen.

Nicht am Hauptbahnhof angekommen ist die Lokalbahn nach Speyer, die 1905 zwischen Speyer und Geinsheim und 1908 bis Neustadt eröffnet wurde. Dort hatte sie ihren eigenen Bahnhof, den Lokalbahnhof. Der Reiseverkehr endete zum Sommerfahrplan 1956, der Güterverkehr zum Jahresende. Einige Erinnerungen an die Bahn auf pfefferminzbaehnel.de.

Das Empfangsgebäude des Neustädter Hauptbahnhofs stammt aus dem Jahr 1866, das Mansarddach und die Neorenaissancefassade sind eine Zutat des Jahres 1896, so die Denkmalliste. Erwähnenswert ist ferner das Eisenbahnmuseum der DGEG, das im Lokschuppen der Eröffnungszeit direkt hinterm Bahnhof residiert. Unter dem Markennamen "Kuckucksbähnel" verkehren im Sommer Museumszüge auf der Nebenstrecke nach Elmstein.

Meine Aufnahmen entstanden am 31. Juli 2012 und am 9. Juli 2013. Wir beginnen mit den neueren.


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1 Direkt hinterm Bahnhof der Lokschuppen. Die Sammlung des Museums besteht mehrheitlich aus Fahrzeugen der süddeutschen Länderbahnen.


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2 Die Ausfahrt Richtung Kaiserslautern.


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3 Das Empfangsgebäude ist tagsüber von der Gleisseite perfekt im Licht. Der Bahnhof hat fünf durchgehende und ein Stumpfgleis auf der Ostseite. Beachte die Erhöhung des mittleren Bahnsteigs.


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4 Daher der nicht allzu schöne Bahnhofsplatz und das Empfangsgebäude im Gegenlicht.


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5 So sieht's ein wenig freundlicher aus.


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6 Am Rand des Bahnhofsplatzes wird ans Schicksal Berlins erinnert.


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7 Links vom Empfangsgebäude der Bahnsteigzugang.


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8 Bahnhofsplatz. Nur links angeschnitten: Der Saalbau.


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9 Hinunter!


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10 Unten.


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11 Auf dem hinteren Bahnsteig der in nostalgischem Ton gehaltene Fahrkartenschalter des Kuckucksbähnels. Offenbar suchte ich den Bahnsteig extra für dieses Bild auf.


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12 Denn wir sind wieder unten...


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13 ...und gehen hinauf auf den Mittelbahnsteig.


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14 Das Empfangsgebäude.


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15 Die Bahnsteige. Der 425 im Bild freute mich besonders.


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16 Im Portrait.


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17 Und als Nahaufnahme. Hier ein paar Informationen dazu. Unmittelbar danach verließ ich Neustadt, den nicht angedachten Intercity nach Heidelberg nahm ich dankend an, ersparte ich mir doch so die S-Bahn.


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18 Damit wären wir im Jahr 2012. Wir überblicken die Gleise.


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19 Gleis 1 gen Westen. Kurz nach Signal 2P1 passiert man noch 2P12.


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20 Hinein ins Empfangsgebäude.


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21 Die Decke.


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22 Fußboden, Decke und dazwischen.


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23 Busbahnhof und Saalbau.


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24 Blick in Richtung Bahnsteigzugang.


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25 Von hier hatten wir diese Ansicht noch nicht. ;-)


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26 Von Gleis 207 fahren die Züge Richtung Dürkheim - Freinsheim.


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27 Gleis 5, rechts der Anschluß zum Museum.


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28 Museum.


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29 Hinter 643 009 der moderne Steg an der Bahnsteigostseite.


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30 Oben, Blick nach Osten. Im Hintergrund das bekannte Reiterstellwerk.


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31 Blick zurück.


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32 Im Steg. Er dient wohl in erster Linie dem barrierefreien Zugang.


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33 Ansicht gen Westen mit Empfangsgebäude und Pfälzerwald.


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34 Die Gleisachse.


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35 Nordwärts grünt es.


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36 Aus Richtung Landau erreicht 643 002 den Bahnhof.


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37 Die luftige Treppenkonstruktion des Steges.


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38 Stützmauer und Kilometerstein.


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39 Gesamtansicht westwärts.


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40 Abschließend 425 219 als S 2 nach Mosbach.


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Neustadt (Weinstraße), Deutschlands einziges Neustadt mit Hauptbahnhof. Einstmals gab es auch in Küstrin an der Oder einen neustädtischen Hauptbahnhof, aber das ist jetzt schon 69 Jahre her. So lange dauert es hoffentlich nicht bis zu meinem nächsten Bahnhofsportrait, das erscheint abhängig vom Sonnenschein vielleicht Mittwochabend.

Viele Grüße
Sören

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