Von Adler, Fink und Spatz – Reisebericht 1/2 mit 39 Bildern (Reiseberichte)
Hallo zusammen,
ja, ich weiß, meine Reiseberichte sind derzeit sehr alpenlastig, aber im Winterhalbjahr mache ich ungern große Reisen und unternehme lieber Tagestouren. Und da bieten sich die Nachbarländer nun mal an, zumal ich Anfang des Monats noch ein Halbtax hatte.
Und so möchte ich Euch nochmals für zwei Tage in die Schweiz mitnehmen. Eigentlich waren es zwei getrennte Tagestouren, aber da die Strecken thematisch zusammenpassen und ich zu faul bin, die An- und Abreise nach Luzern doppelt zu beschreiben, fasse ich das zu einem Reisebericht zusammen. Die erstklassigen Touren fanden Anfang Januar statt. Eigentlich hatte ich mir ein bisschen mehr Winter und Schnee erhofft, aber stattdessen gab es wenigstens Sonnenschein.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/045-Uetliberg-Bruenig/45-00Karte.jpg)
Von Konstanz geht es zunächst nach Zürich und auf den Uetliberg. Dann führt die Tour weiter über Luzern nach Engelberg. Am zweiten Tag geht es von Luzern über die Brünigstrecke zur Meiringen-Innertkirchen-Bahn und weiter nach Bern. Dann gibt es noch eine kleine Rarität auf schweizerischen Gleisen, nämlich eine Fahrt im Abteilwagen und das auch noch im Regionalverkehr. Und da ich die Stecke von Luzern nach Zürich bis dahin zur Genüge kenne, gibt’s als Alternative für die Rückfahrt einen kleinen Umweg über Olten.
Wie so oft herrscht am Bodensee Nebel, aber schon bei der Fahrt über den Seerücken nach Weinfelden verlassen wir das Grau und über dem Thurtal scheint die Sonne.
Im Hauptbahnhof Zürich angekommen geht es nun erst einmal in den Untergrund zum Tunnelbahnhof der Sihltal Zürich Uetliberg Bahn (SZU). Die SZU betreibt zwei Bahnlinien, einen Busbetrieb und eine Luftseilbahn. Wir widmen uns heute der Uetlibergbahn, die vom Hauptbahnhof auf den Hausberg von Zürich, den Uetliberg, führt.
Die Uetlibergbahn ist als Linie S 10 in das S-Bahn-Netz von Zürich integriert. Es fahren nicht alle Züge bis auf den Uetliberg, einige Kurse verkehren nur bis zur Station Triemli. Als ich zum Bahnsteig komme, steht dort gerade noch ein Zug bis Triemli. Rückblickend gesehen bin ich darüber ganz froh, denn das ist der einzige der alten Triebwagen, der mir heute begegnet. Und so geht es nun eben in zwei Etappen auf den Uetliberg.
Zunächst führt die Strecke durch den Sihltunnel und weiter durch das Stadtgebiet von Zürich, dabei beginnt nun langsam der Anstieg hinauf auf den Uetliberg.
Nach dem Umstieg in Triemli gewinnt die Strecke weiter an Höhe und es eröffnet sich ein erster Ausblick über die Dächer von Zürich. Die Uetlibergbahn war mit ihren bis zu 79 Promille Steigung einstmals die steilste Normalspur-Adhäsionsbahn Europas, wurde mittlerweile aber durch die U15 in Stuttgart übertroffen – das sagt zumindest Wikipedia. Auf der Homepage der SZU dagegen gibt man sich noch nicht geschlagen und schmückt sich weiterhin mit dem Titel.
Nach gut 10 Kilometern und 400 überwundenen Höhenmetern endet die Fahrt auf dem Uetliberg. Hier nun einer der neuen Zweispannungs-Triebzüge Be510 von Stadler, die seit Herbst 2013 im Einsatz sind. Man beachte auch die seitlich versetzen Stromabnehmer, die notwendig sind, da auf der Gemeinschaftsstrecke mit der zweiten Linie der SZU, der Sihltalbahn, zwei unterschiedliche Stromsysteme zum Einsatz kommen. Bei den neuen Triebzügen ist der Stromabnehmer verschiebbar, so dass diese erstmals auf beiden Strecken eingesetzt werden können.
Die letzten Meter bis zum Gipfel geht es dann zu Fuß weiter. Der Uetliberg ist 869 Meter hoch und ein beliebtes Naherholungsgebiet. Schilder weisen darauf hin, dass es um diese Jahreszeit hier eigentlich eine Schlittelbahn geben sollte, allein es fehlt der Schnee.
Neben einem Fernsehturm gibt es auf Gipfel auch einen öffentlich zugänglichen Aussichtsturm mit einer Höhe von 72 Metern (und ich war vor Ort eigentlich sicher, die Spitze ganz auf dem Bild zu haben)
Vom Aussichtsturm gibt es nicht nur einen tollen Blick über Zürich und den Zürichsee, sondern je nach Sichtverhältnissen von den Alpen über die Vogesen bis zum Schwarzwald und dem Hohentwiel.
Für die Talfahrt wartet bereits wieder einer der neuen Triebzüge im Bahnhof der Bergstation.
Recht kurvenreich geht es nun hinab nach Zürich, nach 21 Minuten Fahrzeit ist der Hauptbahnhof wieder erreicht.
Von Zürich führt uns die Tour mit einem InterRegio weiter nach Luzern. Vom Oberdeck des Doppelstockzugs bietet sich dabei ein schöner Blick über den Zürichsee.
Einen ersten Bahnhof in Luzern gab es um das Jahr 1856. Seither wurde der Bahnhof mehrfach neu gebaut, das alte Bahnhofsportal des zweiten Bahnhofs aus dem Jahr 1896 steht heute frei auf dem Bahnhofsplatz.
Dahinter befindet sich die Fassade der neuen Bahnhofsvorhalle des dritten und aktuellen Bahnhofs.
Und so sieht es in der Bahnhofsvorhalle aus. Ein Stockwerk tiefer befindet sich eine Shopping-Ebene.
Aber wir sind ja nicht des Bahnhofs wegen hier, sondern weil die Bahnstrecke Luzern-Engelberg noch in meiner Sammlung fehlt. Die Luzern–Stans–Engelberg-Bahn ist eine knapp 25 Kilometer lange Schmalspurstrecke, die von der Zentralbahn unter dem Namen Luzern-Engelberg Express betrieben wird.
Der lokbespannte Zug führt in der 1. Klasse einen Panoramawagen.
Die Streckenkarte ist allerdings nicht mehr ganz aktuell, denn die eingezeichneten Orte Obermatt und Grünenwald fährt die Bahn nicht mehr an, nachdem 2010 der neue Tunnel Engelberg in Betrieb genommen wurde.
Doch zunächst führt die Strecke nun für ein kurzes Stück am Ufer des Vierwaldstättersees und dann durch das Engelbergertal.
Dann folgt die Fahrt durch den gut 4 Kilometer langen Steilrampentunnel. Im Tunnel überwindet der Zug eine Höhendifferenz von 395 Metern...
...und auf der anderen Seite des Tunnels kommen wir im Winter an.
Und dann ist auch schon der Endbahnhof Engelberg erreicht. Der Ort geht auf ein im Jahr 1120 gegründetes Benediktinerkloster zurück; heute ist der Tourismus der größte Wirtschaftszweig. Schauen wir uns nun etwas im Ort um:
Kloster Engelberg
Blick auf Engelberg und Klosterkirche
Es geht gleich weiter...
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31.01.2014, 17:29
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