Schönes Wochenende (Reiseberichte)
Hallihallo liebe Fangemeinde,
Es begann Freitag um 23:30 Uhr mit dem Bimmeln des Weckers. Fein machen, ab zum Bahnhof und mit der Bezahlbahn in die Nachbarfriedensstadt. Dort wartete um 1:10 Uhr der Quietschie gen Essen. Sind zähltechnisch ja tolle Züge; schön kurz, schön übersichtlich. Und da man ja nicht sitzen soll, sondern (durch)laufen, macht die etwas harte Bestuhlung auch nix aus. Die Besetzung war allerdings recht übersichtlich; schade, hätte doch etwas mehr des "Ruhrpottcharmes" erwartet. In Essen wird sogar für die paar Minuten Wendezeit in die Abstellung rangiert. Immerhin wurde mir auf der Rückfahrt klar, warum es mit der Revolution in Deutschland so schnell nix wird. Da saß er nun, mit mindestens 1,5 Promille Alk (oder sonstiges) im Blut, mit Lautsprechern in der 1. Klasse, laut Antifa-Lieder hörend, die Faust zum Himmel und als Zeichen des Protestes die Füße auf dem Sitz. Dumm nur, dass das in der 1. Klasse auf der Toilettenseite war. Sah also niemand, interessierte auch niemand. Pünktlich in Münster angekommen - die hervorrangende wochenend-nächtliche Aufenthaltsqualität erwähnte ich ja neulich schon! -, stellte ich fest, dass dort sogar der Reinigungsdienst auf zack ist: Waren auf dem Bahnsteig um 1 Uhr noch die Überreste eines Magen-Darm-Reverse-Betriebes zu sehen, war das um 4 Uhr schon alles weggewischt! TOP!!!! IC 2020 war plan, wie in der Vorwoche in umgekehrter Reihenfolge gereiht und es stank im ganzen Zug furchtbar, weil alle Welt beim Schlafen die Schuhe ausziehen muß.
Im Heimstadtstädtchen kurz noch Zeitungen verteilt, etwas geschlafen und dann gegen 13 Uhr wieder auf zum Bahnhof. Wieder war der IC umgekehrt gereiht - man hatte dafür extra Hamburg-Altona ausgelassen. Es scheint wohl den Job eines "Reihungsverdrehers" bei der DB zu geben. Der Zug hatte leicht plus - aber dafür einen der wenigen Zugchefs, die PERFEKTE Ansagen durch den Äther schicken können. Top! Trotz Verspätung klappt der Anschluß in Dortmund auf den Düsseldorf-Leipzig-IC - zu meinem Erschrecken richtig gereiht! In Paderborn diesen verlassen, big Pause mit ordentlich Mampfe beim Bahnhofsbäcker und dem Studium des neuesten "11-Freunde"-Magazins. Und dann auf mit 3 Kollegen, von denen 2 bis Hameln nix zu tun haben, auf dem langen S-Bahn-Weg nach Hannover Flughafen.
Lustig ist da übrigens die neue S 51-Sprinter-S-Bahn: Die S-Bahn-Hannover begrüßt die Gäste elsetechnisch ja immer erst direkt vor der Ansage der nächsten Haltestelle. Dauert bei der Expreßbahn also gute 10 Minuten. Dabei erwähnt Else dann auch, dass der Zug nicht auf allen Stationen hält. Hähä, denke ich, ham wa schon bemerkt, Bad Münder am Deister wurde schließlich durchfahren...
Nun, wir waren eine normale S-Bahn; auf der Rückfahrt nach Bad Pyrmont (wo es im Gegensatz zu Hameln immer spottgünstige Hotelzimmer gibt) waren noch ein paar Fußballfans im Zug, die sich den üblichen Spaß machten, dem durchgehenden Fahrgastzähler möglichst laut ein paar Zahlen zuzurufen, um ihn zu verwirren. War natürlich erfolglos, wie auch der Versuch, auf meine Aufforderung die richtige Anzahl der Fahrgäste zu schätzen - gut, dass sie Fans und keine Schiedsrichter sind, da würden aus Fußball- eher Handballergebnisse machen... Immerhin hatten wir nette Unterhaltung, angebotenes Bier mußte ich ablehnen, aber beim Schokoriegel sagt Blaschi nicht nein.
Ab Bad Pyrmont war Gastfahrt angesagt. Und auch hier konnte es die Bahn: Pünktlich sein bzw. versprochene Anschlüsse auch herstellen. Umstieg in Weetzen und Umstieg in Haste klappte, der RE nach Bielefeld hatte einen schönen Vegesack-Plüschsitze-Wagen. Und in Minden verbringt man 10 Min. Pause direkt vorm Automaten auf dem Bahnsteig. Und Blaschi hatte noch Kleingeld im Portemonnaie... Der Anschluß in Herford klappte; pünktlich gegen 1 Uhr lag ich friedlich im Bett. Morgens zwischendurch eben Sonntagszeitungen verteilt. 13:53 Uhr sollte dann der IC nach Amsterdam kommen. Es waren dann aber gut 10 Min plus und auch innen drinnen hängt man in Berlin noch hinterher: Alle anderen IC führten schon die Februar-Ausgabe der "mobil", nur die Berliner hatten noch die Januar-Ausgabe drin. In der Dauerbaustelle Rheine wurde der Emsland-Expreß noch erreicht - erstmal dösen bis Emden Außenhafen.
Statistik ist schon eine irre Sache: Zu zählen war der Zug VOM Außenhafen. Allerdings ist die ganze Zugfahrt Emden - Außenhafen - Emden der ZUbringer zur Borkum-Fähre und nicht der Abholer - die Fahrgastzahl auf der Rückfahrt betrug also vorhersehbar exakt "0"; im Gegensatz zur Fahrt zum Hafen. Sonntagabends wandelt sich das Bild dann allerdings recht schnell auf der Fahrt nach Münster: Das Emsland wandert aus. Knapp 400 Leutchen mit geschätzt 600 Koffern, Reisetaschen und ähnlichem Gepäck füllten die 4 Wagen doch ganz schön. Zum Glück waren wir trotzdem pünktlich in Münster; der dumme EC 2 war es natürlich auch - wie immer, wenn ich in Münster den Anschluß bekommen will, sind die IC/E/C dann plan. Und so gestehe ich: Ich nutzte Schweizer Wägelchen für die paar Kilometer durch Münsterland und den Teutoburger Wald.
Den Abschluß bildete am Montag dann die letzte RB von Bremen nach Osnabrück; der zur RB degradierte RE, der überall hält, auch in Dreye, Barrien und Barnstedt; einer meiner Lieblingszüge. Jetzt ja um einen Wagen verstärkt, sinniert man dann in den Minuten bis zur Abfahrt, was da an Platzkapazität für eine zweistellige Anzahl Reisender bereitgestellt wird. Das ist in etwa so, als hätte man in der Cargolifter-Halle in Halbe bei Berlin nicht eine tropische Insel gesetzt, sondern einen Tante-Emma-Laden mit 200 Artikeln. Und hinter Barnstorf mußte man, wenn man beim Besetzungsgrd ohne Komma auskommen will, schon im Promillebereich rechnen (wer mir bei knapp 560 Sitzplätzen jetzt die maximale Anzahl Reisender nennt, bekommt einen Bonuspunkt *g*). Immerhin geht es gut voran und fast pümktlich werden die heimischen Gleise wieder erreicht. Und ein arbeitsreiches und kurzschlafreiches Wochenende fand ein gutes Ende - weil nämlich alles perfekt geklappt hat! Und weil sich neben der Arbeit auch viele nette Gespräche mit netten Fahrgästen und freundlichen Eisenbahnern ergaben.
Und langsam bin ich auch so weit, über meinen in einem älteren Beitrag angedeuteten Schweizer Alptraum im tiefsten Hessen zu berichten.
Schöne Grüße aus der Friedensstadt Osnabrück von
jörg
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- Schönes Wochenende -
Blaschke,
29.01.2014, 23:11
- Schönes Wochenende - ICE-TD, 30.01.2014, 00:02
- TOP! Danke dafür!
-
fabs,
30.01.2014, 03:31
- Schönes Wochenende - EC 178, 30.01.2014, 10:16
- Schönes Wochenende - Regiosprinter, 30.01.2014, 21:29