Ein "like" für Münsters Hbf bei Nacht :-) (Reiseberichte)

Blaschke, Sonntag, 19.01.2014, 09:14 (vor 4471 Tagen)
bearbeitet von Blaschke, Sonntag, 19.01.2014, 09:17

Hallöchen allerseits!


Da juckelt man als Gastfahrt kurz nach 22 Uhr vom schönen Münster nach Enschede, um festzustellen, dass auf dem Zug ein "Kollege" Fahrgäste zählt. Ich habe Gastfahrt bis Enschede und zähle dann auf dem Rückweg nach Münster, der Kollege - aus Münster kommend - zählt bis Enschede und fährt Gastfahrt zurück. Auch sinnig sowas. Aber nun, die Wege der Bahn und der mir ihr verbandelten Firmen sind ja manchmal unergründlich. Mir war's ja recht, mache ich einen kleinen Ausflug und bekomme noch Geld dafür.

In Münster um 0:43 Uhr mit einer Minute Verfrühung eingetrudelt, wollte ich eigentlich mit dem prinzipiell hervorrangendem Nachtbussystem der "Regionalverkehr Münsterland GmbH" (RVM) über Ibbenbüren (Umstieg N 9 --> N 19) nach Hause nach Osnabrück fahren.

Allerdings spielte der Bus dann Bahn: Kam mit 8 Min. Verspätung. Und Fahrer und Beifahrer (irgendein Mitarbeiter der Busfirma, der auch mitfuhr) waren sich uneins, ob der 2-Min-Anschluß in Ibbenbüren klappt bzw. der Anschlußbus wartet. Man machte den Westernhagen. "Nein, Garantien gibt Dir keiner; kein Lieber Gott, auch der nicht - leider".

Okay, kann ich auch. Weiter heißt es ja: "Mein Mädchen, komm, lass uns verschwinden
und frag mich nicht nach einem Sinn, ich liebe Dich, ohne zu denken". Bin zwar ein Junge und der Bus war ein Citaro, den ich eher "hasse" denn "liebe" - aber die Aussicht, nachts um 3 in Ibbenbüren 2 km vom Bahnhof entfernt zu stranden, war nicht sehr reizvoll.

Also noch 2 Std. in Münster gewartet auf den IC 2020. Der hatte zwar zu der Zeit reichlich Verspätung, aber es war ja noch Zeit und der Fahrplan ist ja mittlerweile, nachdem man fast 60 Min. zugesetzt hat, gigantisch großzügig. In Münster war er also wieder plan und in Osnabrück trudelte er sogar zu früh ein.

Auf die Bahn ist allerdings auch Verlaß: IC 2021 war falsch rum gereiht, was auch angezeigt und durchgesagt wurde. Was IC 2021 kann, kann IC 2020 auch: Ebenfalls falsch rum gereiht, aber ohne Durchsage und Anzeige! Auf die DB ist Verlaß. Bei meinem IC 2307, mit dem ich nach Münster fuhr, standen immerhin Wagen 3 und 4 an richtiger Stelle, während Wagen 5 bis 14 verdreht waren. Vielleicht sollte man demnächst nur noch vorwarnen vor Zügen, bei denen die Wagenreihung stimmt; erspart vermutlich viel Arbeit. Aber es zeigt, dass bei DB Fernverkehr wohl auch an anderer Stelle so einiges falsch gereiht ist (z.B. die Gewinnmaximierung zu weit vor der Zuverlässigkeit).

Apropos IC: Ist das Einbildung oder ist die Beinfreiheit in den Redesign-Großraumwagen dank schlankerem Sitzgestühl gestiegen?! Kommt mir jedenfalls irgendwie so vor. Da hätte man bestimmt auch noch knapsen können, aber dann hätten die Leseleuchten und die Reservierungsanzeigen ja nicht mehr gepaßt.

Zurück zur Nacht. Verwundert stellte ich aber fest, dass Münster Hbf. am Wochenende einiges bietet: Die Freßbude in der noch unsanierten prähistorischen Bahnhofshalle hatte rund um die Uhr geöffnet. Der Dönerladen im Seitenflügel auch. Passend dazu war das WC ebenfalls geöffnet und personell besetzt. Die Rolltreppen liefen ununterbrochen nach oben und nach unten, auch wenn gar kein Reisender da war zu der Zeit. Blechelse war in Höchstform und brabbelte schon ab 1:15 Uhr pausenlos, dass der Zug um 2:10 Uhr nach Essen von Gleis 2, Abschnitt xxx fährt (ohne Halt bis Wanne-Eickel). Und das beste: Die Wartehäuschen auf den Bahnsteigen waren geöffnet UND BEHEIZT!!!

Da war ich richtig happy, das Geld für die teure Busfahrt gespart zu haben und dann doch die Zeit für den Gratis-IC abgewartet zu haben.

Und im IC fand ich sogar noch ein plüschiges Abteil, na okay, nicht gaaaaaaaaanz so plüschig, weil es die blauen Sitze enthielt und nicht die grünen, aber trotzdem ein schnuckeliges Abteil für mich, wo ich noch etwas Augenpflege betreiben konnte. Es fand sich im Abteil rumliegend noch ein Stapel Reservierungszettel für den Zug vom Vortag. Habe ich dann erstmal eingesackt; braucht ja niemand mehr - falls der entsprechende User hier im Forum Interesse dran hat, eben bei joerg007(at)osnanet.de melden (74 Zettel, 0 Blätter).

Und wenn man dem Hbf noch von früher kennt, dann sind Personentunnel, Rolltreppen, Beleuchtung und überhaupt das Ganze ja durchaus eine Wucht. Noch nicht übel, wie der Einheimische als höchstens Lob hervorbringen würde.

Schöne Grüße aus der Friedensstadt Osnabrück von

jörg

Streiche "noch", fügen ein "gar".

Blaschke, Sonntag, 19.01.2014, 09:24 (vor 4471 Tagen) @ Blaschke

Noch nicht übel, wie der Einheimische als höchstens Lob hervorbringen würde.

GAR nicht übel


soll es natürlich heißen. UPS! :-)

Das ist dann wohl der Beweis...

ALR997, Sonntag, 19.01.2014, 11:50 (vor 4471 Tagen) @ Blaschke

...dass Nachtbusse nicht nur hier bei uns recht unzuverlässig/vertrauensunwürdig sind.

Da juckelt man als Gastfahrt kurz nach 22 Uhr vom schönen Münster nach Enschede, um festzustellen, dass auf dem Zug ein "Kollege" Fahrgäste zählt. Ich habe Gastfahrt bis Enschede und zähle dann auf dem Rückweg nach Münster, der Kollege - aus Münster kommend - zählt bis Enschede und fährt Gastfahrt zurück. Auch sinnig sowas.

Wer's Geld hat. Und du hast was von Enschede bei Nacht gesehen ;-)

Allerdings spielte der Bus dann Bahn: Kam mit 8 Min. Verspätung. Und Fahrer und Beifahrer (irgendein Mitarbeiter der Busfirma, der auch mitfuhr) waren sich uneins, ob der 2-Min-Anschluß in Ibbenbüren klappt bzw. der Anschlußbus wartet. Man machte den Westernhagen. "Nein, Garantien gibt Dir keiner; kein Lieber Gott, auch der nicht - leider".

Na da fällt mir auch was ein. ICE zwischen Frankfurt und Mainz - ich komm ins Zugbegleiterabteil mit der Frage, wie es denn mit dem Anschluss in Mainz aussieht. Antwort halb gesungen vom Zugbegleiter: "Mainz bleibt Mainz, wies singt und lacht". Hilfreich ist was anderes, aber spaßig waren die letzten 3 Minuten von der Fahrt schon, denn der Zugbegleiter hatte nicht etwa aufgehört mit den Singen von Karnevalsliedern.

Okay, kann ich auch. Weiter heißt es ja: "Mein Mädchen, komm, lass uns verschwinden
und frag mich nicht nach einem Sinn, ich liebe Dich, ohne zu denken". Bin zwar ein Junge und der Bus war ein Citaro, den ich eher "hasse" denn "liebe" - aber die Aussicht, nachts um 3 in Ibbenbüren 2 km vom Bahnhof entfernt zu stranden, war nicht sehr reizvoll.

Was hat der Mann nur gegen Citari? Besonders die Münsterschen Varianten empfinde ich als echt hochwertig und angenehm.

Also noch 2 Std. in Münster gewartet auf den IC 2020. Der hatte zwar zu der Zeit reichlich Verspätung, aber es war ja noch Zeit und der Fahrplan ist ja mittlerweile, nachdem man fast 60 Min. zugesetzt hat, gigantisch großzügig. In Münster war er also wieder plan und in Osnabrück trudelte er sogar zu früh ein.

Nachts ist ja auch kaum was los, was den Zug ausbremsen würde...

Auf die Bahn ist allerdings auch Verlaß: IC 2021 war falsch rum gereiht, was auch angezeigt und durchgesagt wurde. Was IC 2021 kann, kann IC 2020 auch: Ebenfalls falsch rum gereiht, aber ohne Durchsage und Anzeige! Auf die DB ist Verlaß. Bei meinem IC 2307, mit dem ich nach Münster fuhr, standen immerhin Wagen 3 und 4 an richtiger Stelle, während Wagen 5 bis 14 verdreht waren. Vielleicht sollte man demnächst nur noch vorwarnen vor Zügen, bei denen die Wagenreihung stimmt; erspart vermutlich viel Arbeit. Aber es zeigt, dass bei DB Fernverkehr wohl auch an anderer Stelle so einiges falsch gereiht ist (z.B. die Gewinnmaximierung zu weit vor der Zuverlässigkeit).

...andererseits - ich nehm alles zurück.

Apropos IC: Ist das Einbildung oder ist die Beinfreiheit in den Redesign-Großraumwagen dank schlankerem Sitzgestühl gestiegen?! Kommt mir jedenfalls irgendwie so vor. Da hätte man bestimmt auch noch knapsen können, aber dann hätten die Leseleuchten und die Reservierungsanzeigen ja nicht mehr gepaßt.

Ja etwas mehr Platz scheint es schon zu sein, generell finde ich die Redesignten Züge ganz angenehm auch wenn man nicht mehr in den Sitz hineinsinkt, wie früher bei dem alten Polster.

Zurück zur Nacht. Verwundert stellte ich aber fest, dass Münster Hbf. am Wochenende einiges bietet: Die Freßbude in der noch unsanierten prähistorischen Bahnhofshalle hatte rund um die Uhr geöffnet. Der Dönerladen im Seitenflügel auch. Passend dazu war das WC ebenfalls geöffnet und personell besetzt. Die Rolltreppen liefen ununterbrochen nach oben und nach unten, auch wenn gar kein Reisender da war zu der Zeit. Blechelse war in Höchstform und brabbelte schon ab 1:15 Uhr pausenlos, dass der Zug um 2:10 Uhr nach Essen von Gleis 2, Abschnitt xxx fährt (ohne Halt bis Wanne-Eickel). Und das beste: Die Wartehäuschen auf den Bahnsteigen waren geöffnet UND BEHEIZT!!!

Münster bei Nacht ist in etwa so interessant wie Münster bei Tag (oder war es umgekehrt? Das darf sich jetzt jeder selber überlegen!).
Aber die Modernisierungsmaßnahmen am Münsteraner Hbf sind wirklich gut gelungen.

War wieder mal ein interessanter Bericht, spannend zu lesen, besonders im Mittelteil, das Bangen mit dem Protagonisten. "Kommt er noch nach Hause? Oder ist er in Münster gestrandet? Oh Gott oh Gott" ;-)

Lieben Gruß,
Lucas

Busse unter sich

DG, Sonntag, 19.01.2014, 18:57 (vor 4471 Tagen) @ ALR997

(...) und der Bus war ein Citaro, den ich eher "hasse" denn "liebe" - aber die Aussicht, nachts um 3 in Ibbenbüren 2 km vom Bahnhof entfernt zu stranden, war nicht sehr reizvoll.


Was hat der Mann nur gegen Citari? Besonders die Münsterschen Varianten empfinde ich als echt hochwertig und angenehm.

Ich kriege die Busse jetzt nicht auseinander, aber Weser-Ems-Bus hat seit einigen Monaten aus den verschiedensten anderen Regionen, unter anderem mit Mainzer und Koblenzer Kennzeichen, nach einigen Wochen waren dann auch die "Rhein-Mosel-Bus"-Aufkleber ab.
Jedenfalls weiss ich jetzt, wie bequem die ursprünglichen Busse dort waren, das was da momentan ab und an fährt ist jedenfalls schrecklich, zum Glück auch die Ausnahme.
Überwiegend bequem finde ich übrigens die Lions-City-Busse...

Citaros

Fabian318, Münster i. W., Sonntag, 19.01.2014, 19:33 (vor 4471 Tagen) @ ALR997

Okay, kann ich auch. Weiter heißt es ja: "Mein Mädchen, komm, lass uns verschwinden
und frag mich nicht nach einem Sinn, ich liebe Dich, ohne zu denken". Bin zwar ein Junge und der Bus war ein Citaro, den ich eher "hasse" denn "liebe" - aber die Aussicht, nachts um 3 in Ibbenbüren 2 km vom Bahnhof entfernt zu stranden, war nicht sehr reizvoll.


Was hat der Mann nur gegen Citari? Besonders die Münsterschen Varianten empfinde ich als echt hochwertig und angenehm.

Die Citaros hier sind absoluter Standard ohne irgendwelchen komfortsteigernden Schnickschnack.

Insgesamt ist der Innenraum der Citaros außerordentlich verbaut (besonders nach der dritten Achse), dunkel (Farbe der Innenverkleidungen) und wenig durchdacht (Heizungsverkleidungen, hinter denen keine Heizung ist, engen den Fußraum ein).

IC mod

ES89, Hamburg / Rostock, Sonntag, 19.01.2014, 19:51 (vor 4471 Tagen) @ Blaschke

Apropos IC: Ist das Einbildung oder ist die Beinfreiheit in den Redesign-Großraumwagen dank schlankerem Sitzgestühl gestiegen?! Kommt mir jedenfalls irgendwie so vor.

Im Bpm(b/d)z(f): Logisch, da man am Sitzteiler nichts verändert hat. Zum Dicke-Vergleich: alt und neu (jeweils http://www.vagonweb.cz/fotogalerie/D/DB_Bpmz.php entnommen).

Im Großraum des Bvm(s)z 186 hingegen ist jetzt eine Sitzreihe mehr drin, so dass der Sitzteiler wieder zu den Fenstern passt.

--
Gegen Großraum-Zwang im Fernverkehr!
Für zumindest drei Abteile je Wagenklasse!

Ein "like" für den Bericht!

oppermad, Wuppertal/Wunstorf, Montag, 20.01.2014, 13:46 (vor 4470 Tagen) @ Blaschke

Moin,

das mit den zwei Zählern ist interessant und irgendwie dumm zugleich. Warum schlagen sich gleich zwei Menschen dort eine Nacht um die Ohren??? Bei Selbstständigkeit kann es an Arbeitszeiten nicht liegen. Oder zwei Eisenbahnfreaks, die günstig einen kleinen Ausflug machen können? Oder will man so dafür sorgen, dass zumindest ein Fahrgast an Bord ist?? Oder gar das Resultat eines NSA-Angriffes;-)

Und zu Blechelse: Vor einigen Jahren war ich Verkehrsmuseum Nürnberg und auf dem Stellwerk im Außengelände war Else gleich über drei Lautsprecher mit unterschiedlichen (aber immerhin realen) Ansagen im Einsatz. Damit kann man sehr gut die Nervenkostüme der Besucher testen, sehr lange war dort niemand...

Wie dem auch sei: Ein schöner Reisebericht der etwas anderen Art!

Freundliche Grüße,

Dirk

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