Großherzoglich: Oldenburg Hbf (60 Bilder), Teil 1 (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Samstag, 18.01.2014, 16:48 (vor 4484 Tagen)

Moin,

Oldenburg gibt's öfter in Deutschland. In der hochdeutschen Variante werden wir es auch noch besuchen (ich freue mich schon auf meinen Besuch dort), heute steht mit dem oldenburgischen Oldenburg die niederdeutsche Variante auf dem Programm.


------------


Was fährt in Oldenburg?
Ab und an ein ICE, abends hin und morgens ausgeschlafen zurück.
Alle zwei Stunden ein IC, die Linie Norddeich - Leipzig ist zwischen Norddeich und Bremen auch mit Fahrscheinen des Nahverkehrs nutzbar. In der anderen Stunde fährt ein RE, aber nur zwischen Norddeich und Hannover (Baureihe 146 mit Doppelstockwagen). Er ist auch mit nicht zuggebundenen Fahrscheinen des Fernverkehrs nutzbar, als Ausgleich.
Das war die DB, den übrigen Verkehr betreibt die Nordwestbahn. Da ich Einzelleistungen nicht nenne, entfällt die Erwähnung der Direktverbindungen von Bremen nach Wilhelmshaven. So bleibt der Stundentakt Osnabrück - Quakenbrück - Oldenburg - Wilhelmshaven (Baureihe 648) und die Regiosbahn zwischen Bremen und Bad Zwischenahn (Baureihe 440).


------------


Da Oldenburg ein eigener Staat war, liegt es nur nahe, daß es auch eine eigene Staatsbahn bekam (Schaumburg-Lippe hatte immerhin die Bad Eilsener Kleinbahn). Das waren die Großherzoglich Oldenburgischen Staatseisenbahnen, die vom Beginn bis zum Jahr 1920 existierten.

Den Anfang machte die Strecke nach Bremen und wurde am 14. Juli 1867 eröffnet. Diese Strecke ist zweigleisig und seit 1980 elektrifiziert. Am 15. Juni 1869 wurde die westwärts nach Leer führende Strecke dem Betrieb übergeben. Sie ist eingleisig und seit 1992 elektrifiziert.

Am 3. September 1867 wurde der Betrieb auf der nordwärts nach Wilhelmshaven führenden Bahnstrecke aufgenommen, sie verband den preußischen Marinehafen mit dem Rest der Welt. Diese Strecke wird derzeit modernisiert, mittlerweile ist sie zweigleisig, demnächst erfolgt die Elektrifizierung für den Güterverkehr.
Südwärts nach Osnabrück führt die Oldenburger Südbahn, sie ist nahezu komplett eingleisig und ohne Oberleitung. Der Nordabschnitt von Oldenburg nach Quakenbrück wurde am 15. Oktober 1875 eröffnet, die Fortsetzung nach Osnabrück wurde am 15. November 1876 offiziell dem Verkehr übergeben.

Ein Fall für die Geschichtsbücher ist die Bahnstrecke nach Brake, sie wurde am 1. Mai 1896 eröffnet. Der Reiseverkehr endete mit dem Sommerfahrplan 1961, 1976 wurde der größte Teil der Strecke abgebaut.

Oldenburgs Bahnhof sollte ursprünglich südwestlich der Innenstadt entstehen. Man entschied sich aus Platzgründen doch für die heutige Stelle. Dort wurde erst im Jahr 1879 ein repräsentatives Empfangsgebäude errichtet, bis dahin war der Bahnhof ein Provisorium. Ein neues Provisorium gab es von 1911 bis 1915, als das heutige Empfangsgebäude (nebst eigenem Großherzogsbahnhof) errichtet wurde. Seine Bahnhofshalle ist heute die einzige Niedersachsens und seit Februar 2013 ohne Glas. Das mildert den Eindruck doch ein wenig. Hingewiesen sei ferner darauf, daß der Bahnhof teilweise nicht als Hauptbahnhof bezeichnet wird. Wer ihn sieht, kann darüber nur den Kopf schütteln.

Erwähnenswert wäre noch, daß Oldenburg vom 1936 bis 1957 ein großes Trollibusnetz hatte, betrieben durch die Firma von Theodor Pekol. Hierzu sei auf einschlägige Literatur oder die Seite von Klaus-Dieter Stolle verwiesen. Ferner erwähnenswert ist eine eisenbahntechnische Besonderheit, aber dazu später mehr.

Die nachfolgenden Aufnahmen entstanden hauptsächlich am 22. Mai 2013, einige auch am 20. Januar 2011 und am 4. September 2013. Für manche vielleicht überraschend sehe ich Überlängegefahr (diesen Satz schrieb ich vor der Bildauswahl. Er hat sich bestätigt).


------------


[image]

1 Der Bahnhof liegt etwas abseits der Innenstadt, vielleicht kommt man an diesem Straßenschild vorbei.


[image]

2 Oder man kommt durch diese hohle Gasse.


[image]

3 Egal, früher oder später sieht man das Empfangsgebäude, das entfernt einer Kirche ähnelt.


[image]

4 Im Osten ein Seitenblick auf die Unterführung und die Bahnsteighalle.


[image]

5 Fahrradstadt.


[image]

6 Im Westen der in großherzoglicher Bescheidenheit als Fürstenbau bezeichnete Nebeneingang für die gekrönten Häupter.


[image]

7 Der Westflügel des Empfangsgebäudes wird vom Turm dominiert.


[image]

8 Nahaufnahme.


[image]

9 Ornamentik neben dem Eingang.


[image]

10 Der Bahnhofsplatz. Drehen wir uns um und gehen wir hinein.

Moment, da muß ich erst noch das richtige Bild finden.


[image]

11 Gefunden. Beachte die dezente Werbung der Lokalzeitung.


[image]

12 Werbepause.


[image]

13 Die Osthalle.


[image]

14 Dort befindet sich die Bahnhofsmodellbahn.


[image]

15 Nebenan kann man dritt- und viertklassig warten, …


[image]

16 … ein nicht ganz jugendfreies Standbild betrachten…


[image]

17 … oder erst- und zweitklassig warten. Das tun wir mal.


[image]

18 Ganz nett. Ganz hinten links (ohne Detailbild) ein Kamin oder was das ist.


[image]

19 Die Gegenrichtung.


[image]

20 Zu den Zügen.


[image]

21 Hinterm Bahnhof der ziemlich große Busbahnhof.


[image]

22 Am Straßenrand hingegen die Fernbushaltestelle. Von Fass-Reisen sehen wir WHV-FR 87 auf der Fahrt in die Hauptstadt.


[image]

23 Das Bahnbetriebswerk.


[image]

24 Zu den Zügen.


[image]

25 Anno 2011. 440 330 kommt zur Fahrt nach Bremen.


[image]

26 Der kleine Dienstweg.


[image]

27 Anno 2013 ist die Halle entglast. Die Landeshauptstadt wirbt für sich als Urlaubsziel. Nun ja.


[image]

28 Gepäckaufzug.


[image]

29 Die Ausfahrt Richtung Osten.


[image]

30 Hochwertiger Zugverkehr.


Geht gleich weiter.

Großherzoglich: Oldenburg Hbf (60 Bilder), Teil 2

Sören Heise, Region Hannover, Samstag, 18.01.2014, 16:48 (vor 4484 Tagen) @ Sören Heise

[image]

31 Hallenansicht. Das da rechts ist wohl keine moderne Kunst, auch wenn es so scheint.


[image]

32 Blick nach hinten.


[image]

33 Die fast schon obligatorische Spiegelung.


[image]

34 Dreierbande. 101 089, 294 698 (meine erste 294, glaube ich) und 146 132.


[image]

35 Nach Wilhelmshaven 648 292.


[image]

36 Treppenabgang.


[image]

37 Im Personentunnel.


[image]

38 Er ist hell und großzügig. Sind die zurückgesetzten Treppenaufgänge original oder entstammen sie dem Umbau im Zusammenhang mit dem Aufzugeinbau?


[image]

39 Gleis 1 von Westen.


[image]

40 Des Großherzogs Ausgang.


[image]

41 Treppenaufgang.


[image]

42 Die Hallenkonstruktion.


[image]

43 Nach hinten hin ist der alte Dienstbahnsteig verschwunden.


[image]

44 Bahnhofsschild.


[image]

45 Bahnsteighäuschen.


[image]

46 Geländer.


[image]

47 Die Westfront der Halle.


[image]

48 Bummelzug von Bremen.


[image]

49 Bummelzug nach Bremen.


[image]

50 Künstlerpech (gibt’s da feste Öffnungszeiten?). Aber ihr wollt da bestimmt trotzdem hin.


[image]

51 Kurz vorm Ziel, mit Wasserturm.


[image]

52 Brücke.


[image]

53 Durchblick.


[image]

54 Spalt.


[image]

55 Unmittelbar östlich der Hunte-Klappbrücke verläßt die Strecke Richtung Osnabrück (rechts) die Strecke Richtung Bremen.


[image]

56 Gesamtansicht.


[image]

57 Mit Zug.


[image]

58 Das Stellwerk.


[image]

59 Eine weitere Ansicht.


[image]

60 Mit dieser Erinnerung an die eingestellte Bahnstrecke verabschieden wir uns aus Oldenburg.


------------


Zum Schluß noch ein Link zu laenderbahn.info, dort einige ältere Ansichten des Bahnhofs. Ferner sei aufs Historische Forum von DSO verwiesen, dort gab es in letzter Zeit viele Aufnahmen vom Bahnbetrieb, wie er einstmals war.
Die Überlänge bitte ich mal wieder zu entschuldigen. Mir sind Bahnhof und Stadt (wenn man erstmal im Zentrum ist) irgendwie sympathisch. Das auch wenn die Sonne in Oldenburg offenbar nie scheint.

Viele Grüße
Sören

--
[image]

Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr

Großherzoglich: Oldenburg Hbf (60 Bilder), Teil 2

Christian_S, Samstag, 18.01.2014, 17:17 (vor 4484 Tagen) @ Sören Heise

Oldenburg in Oldenburg ... danke für das Portrait!
2x bin ich dort schon umgestiegen, das war allerdings im Jahre 2002. Damals waren die Bahnsteige noch nicht modernisiert. Für mehr als die Bahnhofshalle hatte ich eh keine Zeit, da die Umsteigezeiten zwischen NWB und Fernverkehr äußerst kurz waren.

Eine Frage zur Hunte-Brücke: Der Abzweig der Osnabrücker Strecke sieht so aus, als sei diese Strecke mal zweigleisig weiter nach Süden verlaufen. Oder ist der erste abzweigende Gleis nur ein Anschlussgleis?

Großherzoglich: Oldenburg Hbf (60 Bilder), Teil 2

Turbonegro, Samstag, 18.01.2014, 17:30 (vor 4484 Tagen) @ Christian_S
bearbeitet von Turbonegro, Samstag, 18.01.2014, 17:32

Oldenburg in Oldenburg ... danke für das Portrait!
2x bin ich dort schon umgestiegen, das war allerdings im Jahre 2002. Damals waren die Bahnsteige noch nicht modernisiert. Für mehr als die Bahnhofshalle hatte ich eh keine Zeit, da die Umsteigezeiten zwischen NWB und Fernverkehr äußerst kurz waren.

Eine Frage zur Hunte-Brücke: Der Abzweig der Osnabrücker Strecke sieht so aus, als sei diese Strecke mal zweigleisig weiter nach Süden verlaufen. Oder ist der erste abzweigende Gleis nur ein Anschlussgleis?

Hallo,

wenn der Eisenbahnatlas Deutschland nicht lügt und die schlechten Bilder in Google Earth irgendwas verwertbares ausspucken, ist die Strecke Richtung Osnabrück bis Kilometer 2,3 zur Üst Osternburg zweigleistig, ab da dann eingleisig.


Sören: Wie immer toller Bericht über einen Bahnhof, der aussieht wie eine Kirche ;)

Großherzoglich: Oldenburg Hbf (60 Bilder), Teil 2

Christian_S, Samstag, 18.01.2014, 17:42 (vor 4484 Tagen) @ Turbonegro


wenn der Eisenbahnatlas Deutschland nicht lügt und die schlechten Bilder in Google Earth irgendwas verwertbares ausspucken, ist die Strecke Richtung Osnabrück bis Kilometer 2,3 zur Üst Osternburg zweigleistig, ab da dann eingleisig.

Ok, danke Dir für die Info. In dem Bild wirkt das zuerst abzweigende Gleis irgendwie wie hinter der Weiche dann überwachsen, daher meine Vermutung. Außerdem hat die dahinterfolgende Kreuzung ja auch eine Weiche, um vom Regelgleis Oldenburg-Bremen aufs quasi Gegengleis der Osnabrücker Strecke zu kommen, was meine Vermutung bestärkte.

Großherzoglich: Oldenburg Hbf (60 Bilder), Teil 2

Yassakka, Berlin, Samstag, 18.01.2014, 19:41 (vor 4484 Tagen) @ Christian_S

Vielen Dank für die Fotos.

Gibt es eigentlich Pläne, die Bahnhofshalle wieder zu verglasen? Mit Milchglas wie früher ist natürlich blöd und dunkel, aber Klarglas wäre doch besser, oder nicht?
So ganz ohne regenabhaltendes Glas nützt ja eine Halle irgendwie für nicht viel mehr als eine vertikale Altmetalllagerung.

Sammelantwort

Sören Heise, Region Hannover, Sonntag, 19.01.2014, 14:00 (vor 4484 Tagen) @ Christian_S

Moin,

vielen Dank für die Kommentare.

Christian: Die Umstiege sind auch heute noch recht kurz.
Das überwachsene Gleis nach Osnabrück ist, auf dem Originalbild erkennbar, blank. Das spricht für eine Zweigleisigkeit. Ich bin die Strecke allerdings zuletzt im letzten Jahrtausend gefahren.

Turbonegro: Ja, in der Tat, wie eine Kirche. Der Gedanke kam mir bei einem Bild von Südwesten aus erhähter Position. Turm, Hauptschiff, Querschiff, Chor. Gut, der Turm ist ein wenig dünn, aber trotzdem. ;-)

Yassakka: Eine Wiederverglasung ist beabsichtigt. Allerdings gibt es das Glas nicht von der Stange und der Denkmalschutz redet zu recht auch noch mit.


Dir Programmvorschau: In ein paar Tagen besuchen wir eine Station, die aus der Hauptbahnhofsliga abgestiegen ist. Und am nächsten Wochenende eine, die noch eine Liga tiefer spielt. Wie lang der Bericht aus Neuruppin wird, weiß ich noch nicht, Stresow aber wird kürzer als dieser.

Viele Grüße
Sören

--
[image]

Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr

Brückenöffnungszeiten Eisenbahnbrücke Drielake

michael_seelze, Dienstag, 21.01.2014, 20:13 (vor 4481 Tagen) @ Sören Heise

[image]

42 Die Hallenkonstruktion.

Da fehlte nur noch, dass die Bahnsteigüberdachung auch fehlt, noch ein paar Trümmer und Glassplitter dazu und man könnte entfernt an WKII denken.

[image]

50 Künstlerpech (gibt’s da feste Öffnungszeiten?). Aber ihr wollt da bestimmt trotzdem hin.


Ja, gibt es. Zwar ist der von der DB Netz verröffentlichte Link in dieser Tabelle veraltet, aber unter folgendem Link finden sich diese Öffnungszeiten, die allerdings vom Schiffsverkehr abhängig sind, d. h. liegen keine Anmeldungen "mit dem Ruf "Oldenburg Bridge" auf UKW-Kanal 73" vor, unterbleibt wahrscheinlich die Öffnung:

täglich:

  • 0:36-0:49
  • 1:37-1:49
  • 2:25-2:39
  • 3:15-3:27
  • 3:48-4:00 17.06.-20.07.2014
  • 3:53-4:05 außer 17.06.-20.07.2014
  • 5:08-5:20
  • 6:08-6:20
  • 8:38-8:49
  • 9:08-9:20
  • 9:38-9:49
  • 10:37-10:49
  • 12:37-12:49
  • 13:53-14:05
  • 14:37-14:48
  • 15:37-15:49
  • 16:37-16:48
  • 17:37-17:49
  • 18:09-18:19
  • 19:38-19:49
  • 21:38-21:49
  • 22:37-22:49
  • 22:36-22:47

nicht täglich:

  • 7:38-7:50 Sa, So, Feiertags
  • 08:08-8:20 Mo-Fr
  • 11:37-11:49 Fr, nicht 18.04, 03.10, auch 17.04, 30.04, 28.05, 02.10
  • 11:53-12:05 Mo-So; Sa, So; nicht 17.04, 30.04, 28.05, 02.10, auch 18.04, 03.10
  • 18:37-18:46 Mo, Mi, Fr
  • 18:37-18:49 Di, Do, Sa, So
  • 20:37-20:49 Mo-Sa
  • 20:40-20:49 So

Juhu - endlich meine Heimatbetriebsstelle!

AX-330, Sonntag, 19.01.2014, 21:38 (vor 4483 Tagen) @ Sören Heise

Moin,

Oldenburg gibt's öfter in Deutschland.

...aber die schönste Stadt Deutschlands gibts nur einmal. Sankt Bad HOLDenborg, mein kleiner Kur- und Badeort - genau die richtige Sache nach einer Überdosis Kreuzkölln!

Ganz herzlichen Dank für das wirklich vorzeigenswerte Portrait eines vorzeigenswerten Bahnöfs in wenig vorzeigbarer unmittelbarer Umgebung - diese Bausünden dürfen wir uns selber in die Schuhe schieben; wie jemand auf der Drehscheibe richtig anmerkte, haben die Alliierten bei uns nicht abgekoffert und die gesamte Stadt bis auf ganz kleine Ausnahmen vollständig intakt gelassen.

Die betrieblichen Fragen zur Strecke Richtung Ahlhorn sind ja schon geklärt, da bleibt es mir noch übrig, auf die ungewöhnliche Bügel-Ab-Strecke auf der Brücke, aus Richtung Bremen her kommend, hinzuweisen. Man hat die eingerichtet, weil der Übergang von Oberleitung zu einer Art Stromschienenkonstruktion sich unvorteilhaft auf das Durchhaltevermögen der Stromabnehmerschleifleisten auswirkt. Bei klassischen Bügel-Ab-Strecken wie zum Beispiel ehedem auf der Anklamer Klappbrücke fehlt normalerweise die Oberleitung vollständig. Dort hatte man, damit die Sache rund ist, auch gleich noch eine 30er-La samt 500-Hertz-Magnet eingerichtet, was durchaus den einen oder anderen Liegenbleiber produzierte. In Oldenburg kann das nicht passieren - Bügel runter, mit 60 über die Brücke rollen, und falls man doch mal stehenbleibt, geht der Haken eben wieder hoch.


In Gegenrichtung - also Richtung Bremen fahrend - fehlt die Bügel-Ab-Signalisierung erstaunlicherweise, da der Übergang von Strippe auf Brückenschiene offenbar besser gelöst ist, aber einige alte Oldenburger Lokführer lassen den Stromabnehmer trotzdem unten, um das Material zu schonen. So brachte es mir ein befreundeter Oldenburger Regio-Bahnbeamter bei, und so habe ich es bei meiner ersten und einzigen Fahrt durch meine eigentliche Heimatbetriebsstelle auch gemacht - allerdings deswegen, weil ich mir nicht sicher war, in welcher Richtung die Bügel-Ab-Strecke doch gleich noch mal stattfindet und ich intensiv mit dem Genießen des Ausblicks beschäftigt war - nicht aber mit dem Wahrnehmen von El-Signalen. Wenn alles unten ist, kann ja nichts schiefgehen.

Ob es noch als Besonderheit durchgehen mag, daß unsere Ladestelle in äußerst regem Betrieb steht (hauptsächlich verlädt man da Landmaschinen), mehrere Privatbahnen mit historischen Kleindieseln im Bahnöf herumsägen und der C-Funk dank humoristisch wertvoller Verständigungsprobleme zwischen Sachsen und Norddeutschen durchaus mit-dem-Scanner-abhörenswert ist, weiß ich nicht - erwähnen wollte ichs sicherheitshalber.

Vielleicht das noch zum Abschluß: 1990 kam Oldenburg als eine der ersten westdeutschen Städte in den Genuß der ersten DR-Lokomotiven der Baureihe 212, da die Maschinen testweise in Seelze (oder Lehrte? Eins von beiden) stationiert waren. Die Oldenburger Beamten waren natürlich erst so aufgelegt wie der Bauer, der nur das frißt, was er kennt - aber nach kurzer Zeit äußerst beeindruckt von den Maschinen, auf denen sie Lotsendienste taten. Der mir bekannte Oldenburger Beamte wuchs verkehrlich mit 141, 218 und einem 2,8er Ford Capri auf, heute reißt er sich allerdings um jede 143er-Schicht, die er noch kriegen kann. :-)

Gruß aus BGZB nach HOLD und in die Runde,
Andreas (gebürtiger Kreyenbrücker)

RSS-Feed dieser Diskussion
powered by my little forum