Zug fahren bald Luxus? (Allgemeines Forum)

CNL484, Donnerstag, 16.01.2014, 11:14 (vor 4479 Tagen)

Gerade im Radio gehört. Bahnchef höchst persönlich warnt vor 10% Ticketpreis Erhöhung. Na da dann "Gute Fahrt" War wohl Scherz oder wie?

Zug fahren bald Luxus?

moonglum, Hagen, Donnerstag, 16.01.2014, 11:39 (vor 4479 Tagen) @ CNL484
bearbeitet von moonglum, Donnerstag, 16.01.2014, 11:39

Warum? Ist es nicht konsequent gedacht, immer engere Züge zu bauen und als Ausgleich von den Reisenden höhere Preise zu verlangen?
Das mehrt erheblich die Einnahmen, um irgendwelche globalen Projekte zu finanzieren.

Der Reisende mag natürlich immer schwerer einen Sitzplatz finden, aber deswegen erhöht man ja auch freundlicherweise die Platzreservierungsgebühr. Du siehst, alles greift sinnvoll ineinander....

Und egal, was Du denken magst, ob Du herumtobst, schimpfst...
Gemacht wird es trotzdem.....
:-(

--
Schöne Grüße aus den EC 6/7/8/9,
wo es Wein in Karaffen, keine Mikrowelle und kein in Schüsseln gepamptes Essen gibt.

https://adobe.ly/2PMZyEV

Glaube nicht, dass das ein Scherz war!

GUM, Donnerstag, 16.01.2014, 11:45 (vor 4479 Tagen) @ CNL484
bearbeitet von GUM, Donnerstag, 16.01.2014, 11:46

Gerade im Radio gehört. Bahnchef höchst persönlich warnt vor 10% Ticketpreis Erhöhung. Na da dann "Gute Fahrt" War wohl Scherz oder wie?

Die Bahn steht vor enormen unternehmerischen Herausforderungen:

- Diverse Fernbusse, die sich Rosinenstrecken heraussuchen, knabbern an den Erlösen
- Das Wirtschaftswachstum in Kerneuropa bleibt hinter der Inflationsrate zurück. Deshalb wird sich die Zahl der bezahlten "Geschäfts-Passagierkilometer" nicht unbedingt massiv erhöhen. Politisch korrekt könnte von einem Minuswachstum gesprochen werden. Das Brutto-Sozialprodukt (vor Einrechnung der Inflation) steigt zwar, aber die Zahl der abgesetzten Güter und Dienstleistungen stagniert.
- Die Bahn konnte die Schwächephase der Automobilindustrie nicht nutzen
- Der Bahnvorstand hat überhaupt keine Ahnung, wie er den 2002 abgeschafften Hauptvorteil/Unique Selling Position der Bahn wieder einführen kann. Wir erinnern uns: Ermäßigte Wochenendrückfahrkarten (-20 %) und ähnliche Angebote (Freizeit-Tickets, Mitfahrerrabatte, rosarote Elefanten und viel mehr) hatten keine Zugbindung.
- Der administrative Aufwand für die Fahrgastrechte-Bearbeitungen und Auszahlungen steigt explosionsartig aufgrund der reduzierten Reserveflotten
- Das Produkt IC bedarf einer Neupositionierung und Kapazitätsaufstockung
- Insgesamt wirkt sich der bisherige Sparkurs aus, weshalb die Bahn dringend Mittel für das Business Reengineering/Wiederaufbau der Kompetenzen benötigt
- Heute entscheidet die GDL über einen Streik, der auch wieder enorme Einnahmeverluste mit sich bringen wird
- Inzwischen ist das Selbstbewusstsein der Bahn so gering, dass Leistungen quasi verschenkt werden und die Bahn als Sportwettenanbieter (Gold BahnCard) antritt.

Es gibt also viel zu tun.

Allerdings ist eine Fahrpreisanhebung von 10 % relativ blödsinnig, weil diese wieder Abwanderungseffekte auslösen wird. Zumal die Autolobby enorm mit dem sogenannten ADAC Mitfahrclub aufholt:

Guckst Du hier

Zumal die Bahn viele Chancen eines kundenfreundlichen Auftretens verpasst hat. Nur 3 Beispiele:

- Cent-Einsparungen bei der BahnCard25/50 ohne Foto. Kundenbindung sinkt
- Entwertung des bahn.bonus-Programmes durch Abschaffung der 1,5-fachen Punkte Regelung für 1. Klasse Fahrten
- Die Veränderung des Sitzteilers 1+2 zu 2+2 im Nahverkehr trifft ausgerechnet die bestzahlenden Kunden.

Die Herausforderungen lösen leider wieder nur einen Fluchtreflex in höhere Preise aus.

Die Begründungen kannst Du Dir jetzt schon denken: Gestiegene Energie- und Personalkosten.....

--
Sicherheitshinweis: Lassen Sie Ihre Politiker nicht unbeaufsichtigt!
Security advice: Don't leave your politicians unattended!

Glaube nicht, dass das ein Scherz war!

agw, NRW, Donnerstag, 16.01.2014, 14:20 (vor 4478 Tagen) @ GUM

- Die Veränderung des Sitzteilers 1+2 zu 2+2 im Nahverkehr trifft ausgerechnet die bestzahlenden Kunden.

Sicher, dass dieser Schritt von der DB vorgegeben war?

Außerdem kann man davon ausgehen, dass man bald keinen Nahverkehr mehr auf den ersten Blick der DB zuordnen kann und nur noch die Leute übrig bleiben, für die alle Eisenbahngesellschaften in Deutschland die "Bundesbahn" sind.

Glaube nicht, dass das ein Scherz war!

GUM, Donnerstag, 16.01.2014, 14:47 (vor 4478 Tagen) @ agw
bearbeitet von GUM, Donnerstag, 16.01.2014, 14:48

- Die Veränderung des Sitzteilers 1+2 zu 2+2 im Nahverkehr trifft ausgerechnet die bestzahlenden Kunden.

Sicher, dass dieser Schritt von der DB vorgegeben war?

Ich bin mir da relativ sicher, da im Moment ein sehr striktes Kostendenken herrscht und man die Multiplikator- und Werbeeffekte von Komfort stark unterschätzt.

Das erste Mal, dass ich 2+2 in der 1. Klasse gesehen habe ist schon relativ lange her. Es war/ist der 628/928. Bei dem allerdings 2+2 nicht durchgängig ist, sondern ein paar Gepäckablagen bzw. Freiflächen die Szenerie abrunden. Die Tendenz war aber schon da.

Ich verstehe es aber nicht, da der Klassenfaktor von 1,6 über 2,0 Verkehrsverbund um Stuttgart Bsp. Tageskarte bis zu 3,875 (Mitfahrer-Bayern-Ticket) reicht.


Außerdem kann man davon ausgehen, dass man bald keinen Nahverkehr mehr auf den ersten Blick der DB zuordnen kann und nur noch die Leute übrig bleiben, für die alle Eisenbahngesellschaften in Deutschland die "Bundesbahn" sind.

Nicht unbedingt. DB Südostbayern-Bahn erfreut sich einer sehr guten Beliebtheit und hat 2+1 im Oberdeck der 1. Klasse.

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Glaube nicht, dass das ein Scherz war!

heinz11, Donnerstag, 16.01.2014, 20:53 (vor 4478 Tagen) @ GUM

Gerade im Radio gehört. Bahnchef höchst persönlich warnt vor 10% Ticketpreis Erhöhung. Na da dann "Gute Fahrt" War wohl Scherz oder wie?


Die Bahn steht vor enormen unternehmerischen Herausforderungen:

- Diverse Fernbusse, die sich Rosinenstrecken heraussuchen, knabbern an den Erlösen

Und wieviele davon betreibt die DB oder eines ihrer Tochterunternehmen?

- Das Wirtschaftswachstum in Kerneuropa bleibt hinter der Inflationsrate zurück. Deshalb wird sich die Zahl der bezahlten "Geschäfts-Passagierkilometer" nicht unbedingt massiv erhöhen. Politisch korrekt könnte von einem Minuswachstum gesprochen werden. Das Brutto-Sozialprodukt (vor Einrechnung der Inflation) steigt zwar, aber die Zahl der abgesetzten Güter und Dienstleistungen stagniert.
- Die Bahn konnte die Schwächephase der Automobilindustrie nicht nutzen
- Der Bahnvorstand hat überhaupt keine Ahnung, wie er den 2002 abgeschafften Hauptvorteil/Unique Selling Position der Bahn wieder einführen kann. Wir erinnern uns: Ermäßigte Wochenendrückfahrkarten (-20 %) und ähnliche Angebote (Freizeit-Tickets, Mitfahrerrabatte, rosarote Elefanten und viel mehr) hatten keine Zugbindung.
- Der administrative Aufwand für die Fahrgastrechte-Bearbeitungen und Auszahlungen steigt explosionsartig aufgrund der reduzierten Reserveflotten
- Das Produkt IC bedarf einer Neupositionierung und Kapazitätsaufstockung
- Insgesamt wirkt sich der bisherige Sparkurs aus, weshalb die Bahn dringend Mittel für das Business Reengineering/Wiederaufbau der Kompetenzen benötigt
- Heute entscheidet die GDL über einen Streik, der auch wieder enorme Einnahmeverluste mit sich bringen wird
- Inzwischen ist das Selbstbewusstsein der Bahn so gering, dass Leistungen quasi verschenkt werden und die Bahn als Sportwettenanbieter (Gold BahnCard) antritt.

Zwei Dinge hast Du noch vergessen:

1. Muß die Bahn 500 Mio € pro Jahr an den Bund abführen

2. Muß man als "Global Player" für "Mobility", "Networks" und "Logistics" ja auch irgendwie das Auslandsgeschäft finanzieren, oder?

sehr gute Analyse: seit 2002 falsche DB-Tarifstrategie

sb, Freitag, 17.01.2014, 09:52 (vor 4478 Tagen) @ GUM
bearbeitet von sb, Freitag, 17.01.2014, 09:56

Die präzise Analyse von GUM zum aktuellen DB-Personentarif teile ich, wobei sich wiederholt klar zeigt, dass die DB mit dem Preissystem "PEP" seit 2002 eine völlig falsche Preispolitik fährt:

- Diverse Fernbusse, die sich Rosinenstrecken heraussuchen, knabbern an den Erlösen

Das war vorhersehbar, denn seit 2002 hat die DB eine falsche Zielgruppe:

verkehrsmittel-unabhängige Preisminimierer...
(welche für jede Fahrt neu nach dem günstigsten Verkehrsmittel suchen)...

...statt eisenbahn-treue Stammkunden
(welche täglich, wöchentlich oder auch monatlich fahren, aber "ihre" Bahn für ihre Strecken nicht gegen ein anderes Verkehrsmittel tauschen wollen).

Und das, obwohl bisher alle Fernbusverbindungen an einem Tag einer durchschnittlichen Relation wesentlich weniger Fahrgäste fassen dürften als ein einziger Fernzug!

- Der Bahnvorstand hat überhaupt keine Ahnung, wie er den 2002 abgeschafften Hauptvorteil/Unique Selling Position der Bahn wieder einführen kann. Wir erinnern uns: Ermäßigte Wochenendrückfahrkarten (-20 %) und ähnliche Angebote (Freizeit-Tickets, Mitfahrerrabatte, rosarote Elefanten und viel mehr) hatten keine Zugbindung.

Exakt!

Denn der Hauptvorteil/Unique Selling Position der DB wäre eigentlich:

- meist mindestens stündliches oder zweistündliches Fahrtenangebot

- einigermaßen merkbare einheitliche Abfahrtszeiten zumindest im SPNV (die SPFV-Attraktivität wird leider durch eine zunehmende "Französisierung", sprich eine Linienzersplitterung und Fahrplanstreuung, verschlechtert)

- hohe Netzwirkung durch weitgehend flächige Abdeckung des Landes mit meist guten Umsteigeverbindungen (Anm.: Fernbusse könnten das zwar künftig auch, deren Knoten müssten aber meist abseits der Stadtzentren eingerichtet werden, um auch durchfahrenden Fahrgästen attraktive Reisezeiten anzubieten.)

- nahezu kein Einfluss des Individualverkehrs (vgl. Fernbus: Staus auf Autobahnen)

Tariflich will man stattdessen den SPFV in Deutschland zu einem "Schienen-Flugzeug" bzw. einem "Schienen-Fernbus" machen – mit allen beiderseitigen Nachteilen. Dies kann auf längere Zeit nicht wirklich gutgehen, wie sich nun mehr und mehr zeigt.

Eine Rückbesinnung auf viele wegweisenden Ideen der Deutschen Bundesbahn der 1980er und 1990er Jahre sowie ein Erkenntisgewinn durch Lernen von der Schweiz (siehe ganz unten) könnte die Vorteil der Bahn auch tariflich wieder besser zur Geltung bringen.

- Der administrative Aufwand für die Fahrgastrechte-Bearbeitungen und Auszahlungen steigt explosionsartig aufgrund der reduzierten Reserveflotten

...und aufgrund der Zugbindung vieler vergünstigter Fahrkarten (siehe oben)! (= Bumerang-Effekt...)

- Das Produkt IC bedarf einer Neupositionierung und Kapazitätsaufstockung

Besser: Redimensionierung des IC als IC+IR...

- Insgesamt wirkt sich der bisherige Sparkurs aus, weshalb die Bahn dringend Mittel für das Business Reengineering/Wiederaufbau der Kompetenzen benötigt

Das ist ja nett formuliert... ;))

- Inzwischen ist das Selbstbewusstsein der Bahn so gering, dass Leistungen quasi verschenkt werden und die Bahn als Sportwettenanbieter (Gold BahnCard) antritt.

Wenn die DB clever ist, würde sie ab 08.02.2014 (einen Tag nach dem letzten bisher kommunizierten Kauftag für die Gold BahnCard) diesselbe weiterhin anbieten, evtl. mit einem kleinen Zuschlag gegenüber dem Kauf bis 07.02.2014, welcher noch immer geringer ist als der normale jährliche Kaufpreis.

Es gibt also viel zu tun.

Vorbild "Halbtax" (Schweiz):

- Günstiger Kartenpreis mit 50%-Ermäßigung:
ab "175,– CHF" (= ca. 145,– EUR) – statt massenhafter DB-Billigfahrkarten mit Zugbindung (vgl. oben)

- Rabatt bei Kartenkauf über 2 oder 3 Jahre:
"Das Halbtax erhalten Sie für 1, 2 oder 3 Jahre (...). 1-Jahres-Halbtax CHF 175.– / 2-Jahres-Halbtax CHF 330.– / 3-Jahres-Halbtax CHF 450.–"
(etwa um 2006 war es mal einfacher merkbar: 150,– CHF / 250,– CHF / 350,– CHF)

- Gleicher Kartenpreis für 1./2. Klasse:
"(...) und bezahlen damit für Ihr Billett in der 1. oder 2. Klasse nur die Hälfte*."

Immerhin ist inzwischen auch die BahnCard in vielen deutschen Verkehrsverbünden als Ermäßigungskarte anerkannt.

Seit 2002 falsche DB-Tarifstrategie?

michael_seelze, Freitag, 17.01.2014, 15:17 (vor 4477 Tagen) @ sb

Das war vorhersehbar, denn seit 2002 hat die DB eine falsche Zielgruppe:

verkehrsmittel-unabhängige Preisminimierer...
(welche für jede Fahrt neu nach dem günstigsten Verkehrsmittel suchen)...

...statt eisenbahn-treue Stammkunden
(welche täglich, wöchentlich oder auch monatlich fahren, aber "ihre" Bahn für ihre Strecken nicht gegen ein anderes Verkehrsmittel tauschen wollen).

Es mag auch noch die Gruppe der bahntreuen Preisoptimierer geben.

Eine Rückbesinnung auf viele wegweisenden Ideen der Deutschen Bundesbahn der 1980er und 1990er Jahre sowie ein Erkenntisgewinn durch Lernen von der Schweiz (siehe ganz unten) könnte die Vorteil der Bahn auch tariflich wieder besser zur Geltung bringen.

Welche tariflichen Maßnahmen/Ideen waren das und wie wirtschaftlich waren sie?

- Der administrative Aufwand für die Fahrgastrechte-Bearbeitungen und Auszahlungen steigt explosionsartig aufgrund der reduzierten Reserveflotten


...und aufgrund der Zugbindung vieler vergünstigter Fahrkarten (siehe oben)! (= Bumerang-Effekt...)

FGR-Aufwand dürfte bei zuggebundenen FV-FK nicht höher sein; man kann ja auch so einen anderen Zug nutzen. Entschädigungen sollte es auch bei NP-FK geben.

- Das Produkt IC bedarf einer Neupositionierung und Kapazitätsaufstockung


Besser: Redimensionierung des IC als IC+IR...

Dazu müsste man die Regionalisierung des SPNV rückgängig machen. Unwahrscheinlich, dass das noch mal passiert.

- Insgesamt wirkt sich der bisherige Sparkurs aus, weshalb die Bahn dringend Mittel für das Business Reengineering/Wiederaufbau der Kompetenzen benötigt

Seit 2002 richtige nachfragebezogene DB-Tarifstrategie

Henrik, Freitag, 17.01.2014, 17:15 (vor 4477 Tagen) @ michael_seelze

Das war vorhersehbar, denn seit 2002 hat die DB eine falsche Zielgruppe:

verkehrsmittel-unabhängige Preisminimierer...
(welche für jede Fahrt neu nach dem günstigsten Verkehrsmittel suchen)...

...statt eisenbahn-treue Stammkunden
(welche täglich, wöchentlich oder auch monatlich fahren, aber "ihre" Bahn für ihre Strecken nicht gegen ein anderes Verkehrsmittel tauschen wollen).

Es mag auch noch die Gruppe der bahntreuen Preisoptimierer geben.

eben.
es gibt da sehr viele Gruppen.
Ziel sollte es sein, möglichst vielen dieser Gruppen sehr gerecht zu werden,
das gelingt seit 2002 natürlich immer besser,
nachvollziehbar.

Eine Rückbesinnung auf viele wegweisenden Ideen der Deutschen Bundesbahn der 1980er und 1990er Jahre sowie ein Erkenntisgewinn durch Lernen von der Schweiz (siehe ganz unten) könnte die Vorteil der Bahn auch tariflich wieder besser zur Geltung bringen.

Welche tariflichen Maßnahmen/Ideen waren das und wie wirtschaftlich waren sie?

keine oder gar keine? ^^
..waren ja auch kaum möglich wegen der unflexiblen Strukturen der Behördenbahn und der Verflechtungen mit der Politik.

und sie waren eher unwirtschaftlich, s.o.
die Bahnreform hat uns jährliche dauerhafte Subventionen in Höhe von 10 Mrd erspart.

- Der administrative Aufwand für die Fahrgastrechte-Bearbeitungen und Auszahlungen steigt explosionsartig aufgrund der reduzierten Reserveflotten

...und aufgrund der Zugbindung vieler vergünstigter Fahrkarten (siehe oben)! (= Bumerang-Effekt...)

FGR-Aufwand dürfte bei zuggebundenen FV-FK nicht höher sein; man kann ja auch so einen anderen Zug nutzen. Entschädigungen sollte es auch bei NP-FK geben.

;)
ja.

- Das Produkt IC bedarf einer Neupositionierung und Kapazitätsaufstockung

Besser: Redimensionierung des IC als IC+IR...

Dazu müsste man die Regionalisierung des SPNV rückgängig machen. Unwahrscheinlich, dass das noch mal passiert.

das wäre in der Tat eher sehr unwahrscheinlich,
müsste man aber auch nicht machen.
IR ist Fernverkehr bzw. es geht hier ja um einen low-cost Fernverkehr.
Für derlei Linien & Angebote sind die Länder nicht zuständig, also es beträfe nicht die Regionalisierung,
abesehen davon dass der Nahverkehr in der Folge an Verkehrsleistung verlieren würde.
Die DB AG ist ein privatwirtschaftlich orientiertes Unternehmen, dass danach orientiert ist, Gewinne zu erzielen. Man kann ihr also kaum vorwerfen, dass sie unwirtschaftlichen Fernverkehr nicht anbietet.

Eine Neupositionierung und Kapazitätsaufstockung des IC-Verkehrs findet derzeit statt.

- Insgesamt wirkt sich der bisherige Sparkurs aus, weshalb die Bahn dringend Mittel für das Business Reengineering/Wiederaufbau der Kompetenzen benötigt

Im Business-Bereich ist die DB grundsätzlich gut aufgestellt,
es mangelt derzeit an Lobbyposition gegenüber der Politik, aber daran arbeitet man ja seit einigen Monaten.
Ein Reengineering wirds kaum geben, nicht geben können. Da kann die DB nichts dafür,
zum einen haben die(/wir) Ingenieure das Feld des Managements leider kampflos den Juristen & Betriebswissenschaftlern überlassen,
zum anderen gibt es immer weniger Ingenieure.

Tarifangebote der 1980er/1990er Jahre

sb, Freitag, 17.01.2014, 21:35 (vor 4477 Tagen) @ michael_seelze

Eine Rückbesinnung auf viele wegweisenden Ideen der Deutschen Bundesbahn der 1980er und 1990er Jahre sowie ein Erkenntisgewinn durch Lernen von der Schweiz (siehe ganz unten) könnte die Vorteil der Bahn auch tariflich wieder besser zur Geltung bringen.

Welche tariflichen Maßnahmen/Ideen waren das und wie wirtschaftlich waren sie?

- (ab 50km) zuschlagfreier InterRegio-Verkehr als Bindeglied zwischen Regional- und Fernverkehr

- BahnCard 50

- Tramper-Monatsticket

- Schönes-Wochenende-Ticket nach SWT-Logik (welche der subjektiven Kostenermittlung einer konkurrierenden Pkw-Fahrt mit bis zu 5 Personen entsprach), nicht nach QDL-Logik...

- Gute-Abend-Ticket

sehr gute Analyse: seit 2002 falsche DB-Tarifstrategie

kimba2k, Wuppertal-Frankfurt am Main, Freitag, 17.01.2014, 22:18 (vor 4477 Tagen) @ sb

Das war vorhersehbar, denn seit 2002 hat die DB eine falsche Zielgruppe:

verkehrsmittel-unabhängige Preisminimierer...
(welche für jede Fahrt neu nach dem günstigsten Verkehrsmittel suchen)...

Aber in großer Masse auftauchen

...statt eisenbahn-treue Stammkunden
(welche täglich, wöchentlich oder auch monatlich fahren, aber "ihre" Bahn für ihre Strecken nicht gegen ein anderes Verkehrsmittel tauschen wollen).

Deren Anzahl sehr übersichtlich ist, mit denen man somit keinen Konzern am Leben halten kann, geschweige denn die heute in der BWL-Kultur eingebürgerten schwindeligen Wachstumszahlen generieren kann. Dafür braucht es laufend frische zahlende Kunden, die man aus dieser Gruppe nicht erhalten kann. Ok, irgendwann kann man die gar nicht mehr generieren, aber das sehen wir in 10-20 Jahren, was dann kommt.

Preisminimierer ./. Stammkunden

sb, Montag, 20.01.2014, 08:34 (vor 4475 Tagen) @ kimba2k
bearbeitet von sb, Montag, 20.01.2014, 08:34

Das war vorhersehbar, denn seit 2002 hat die DB eine falsche Zielgruppe:

verkehrsmittel-unabhängige Preisminimierer...
(welche für jede Fahrt neu nach dem günstigsten Verkehrsmittel suchen)...


Aber in großer Masse auftauchen

...statt eisenbahn-treue Stammkunden
(welche täglich, wöchentlich oder auch monatlich fahren, aber "ihre" Bahn für ihre Strecken nicht gegen ein anderes Verkehrsmittel tauschen wollen).


Deren Anzahl sehr übersichtlich ist, mit denen man somit keinen Konzern am Leben halten kann, geschweige denn die heute in der BWL-Kultur eingebürgerten schwindeligen Wachstumszahlen generieren kann. Dafür braucht es laufend frische zahlende Kunden, die man aus dieser Gruppe nicht erhalten kann. Ok, irgendwann kann man die gar nicht mehr generieren, aber das sehen wir in 10-20 Jahren, was dann kommt.

Diese Einschätzung, vereinfacht ausgedrückt als...

n_Preisminimierer * p_Sparpreis > n_Stammkunden * p_Kundenbindungskarten (?)

...wage ich doch zu bezweifeln:

In der Schweiz werden bis heute nur wenige Sparpreisangebote genutzt, welche in Randstunden durchaus ihren Sinn haben. Umso mehr Kunden – und nicht alle fahren täglich – nutzen ein Halbtax (50%-Ermässigung auf 1.+2.Klasse) oder gar ein Generalabonnement.

Da sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz die Züge einigermaßen bzw. sehr häufig fahren und viele Anschlüsse bestehen, wären die Schweizer doch längst auf die Sparpreis-Strategie umgestiegen, würde diese sich mittelfristig wirklich lohnen?

Der Kartenpreis der BahnCard50 (welche ähnlich zum Schweizer Halbtax ist) wurde doch nur künstlich so teuer gemacht und für eine Kombination mit den Sparpreisen gesperrt, damit möglichst viele Kunden auf die BahnCard25 umsteigen – bis heute hat sich aber die BahnCard50, trotz einer mehrmonatigen (gescheiterten) Abschaffung im Sommer 2002, dennoch gehalten...

Preisminimierer ./. Stammkunden

JanZ, HB, Montag, 20.01.2014, 08:45 (vor 4475 Tagen) @ sb

Nun ja, in Deutschland sind die zurückgelegten Entfernungen auch deutlich größer, und damit das Interesse, höhere Rabatte zu geben. Ich rechne jedes Jahr durch, ob sich eine BC 50 für mich lohnen würde und komme immer wieder zu dem Ergebnis, dass sie das nicht tut. Übrigens auch meist dann nicht, wenn sie nur so viel kosten würde wie eine BC 25 - der Normalpreis ist einfach zu hoch. Gibt es eigentlich auf die Schweizer Sparpreise Halbtax-Rabatt?

Preisminimierer ./. Stammkunden

sb, Montag, 20.01.2014, 08:53 (vor 4475 Tagen) @ JanZ

Nun ja, in Deutschland sind die zurückgelegten Entfernungen auch deutlich größer, und damit das Interesse, höhere Rabatte zu geben.

Hängt das wirklich von der Entfernung ab oder ist das eher eine Frage der Auslastung (und damit in Wechselwirkung mit der Preispolitik)?

Gibt es eigentlich auf die Schweizer Sparpreise Halbtax-Rabatt?

Ja, gibt es, allerdings keine 50% bei einem soeben nachgesehenen Beispiel:

Mo, 03.02.2014, IC Zürich HB ab 06:04, Geneve an 08:42

Sparbillett mit Halbtax = 31,60 CHF
Sparbillett ohne Halbtax = 46,20 CH

= ca. 31% Ermässigung mit Halbtax (in diesem Beispiel)

(Anm.: Halbtax gewährt sonst stets 50%, in Verkehrsverbünden unterschiedlich je nach Preis der ermässigten Billette)

Preisminimierer ./. Stammkunden

JanZ, HB, Montag, 20.01.2014, 09:05 (vor 4475 Tagen) @ sb

Nun ja, in Deutschland sind die zurückgelegten Entfernungen auch deutlich größer, und damit das Interesse, höhere Rabatte zu geben.


Hängt das wirklich von der Entfernung ab oder ist das eher eine Frage der Auslastung (und damit in Wechselwirkung mit der Preispolitik)?

Beides. Wenn die durchschnittlich zurückgelegte Entfernung größer ist, ist es auch der Preis. Dann will ich aber eher Leute anlocken, indem ich den senke.

Ja, gibt es, allerdings keine 50% bei einem soeben nachgesehenen Beispiel:

Mo, 03.02.2014, IC Zürich HB ab 06:04, Geneve an 08:42

Sparbillett mit Halbtax = 31,60 CHF
Sparbillett ohne Halbtax = 46,20 CH

= ca. 31% Ermässigung mit Halbtax (in diesem Beispiel)

(Anm.: Halbtax gewährt sonst stets 50%, in Verkehrsverbünden unterschiedlich je nach Preis der ermässigten Billette)

OK, die DB würde sich nichts vergeben, wenn man mit der BC 50 auch 25% auf Sparpreise bekäme (außer dass manche das Tarifsystem dann für wieder etwas komplizierter hielten).

:-) owT

GUM, Montag, 20.01.2014, 09:43 (vor 4475 Tagen) @ sb

- kein Text -

--
Sicherheitshinweis: Lassen Sie Ihre Politiker nicht unbeaufsichtigt!
Security advice: Don't leave your politicians unattended!

Glaube nicht, dass das ein Scherz war!

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Freitag, 17.01.2014, 21:46 (vor 4477 Tagen) @ GUM

Ich bin zwar neu hier (erster Beitrag nachdem ich schon lange unregistriert mitgelesen habe), aber muß doch gleich mal eine Frage in den Raum werfen.

Ich stimme Dir ja in weiten Teilen mit Deinen Ausführungen zu, aber...

- Cent-Einsparungen bei der BahnCard25/50 ohne Foto. Kundenbindung sinkt

...wieso sinkt die Kundenbindung, nur weil kein Foto mehr auf der Bahncard ist?

Ich persönlich bin froh drum. Spart einem den Aufwand, ein Foto machen zu lassen, es einzusenden, etc, etc. So etwas ist für mich persönlich immer eine gewaltige Hemmschwelle, weil mehr Aufwand. Ich fühle mich damit nicht weniger kundengebunden als wenn da mein Gesicht drauf wäre.
Sinn der Karte ist es, 25 oder 50% auf den Fahrpreis zu sparen. Dies erfüllt die Karte ohne Foto genauso gut.

Bedankende Grüße
der Colaholiker

Glaube nicht, dass das ein Scherz war!

Giovanni, Sonntag, 19.01.2014, 16:54 (vor 4475 Tagen) @ Colaholiker

Ich bin zwar neu hier (erster Beitrag nachdem ich schon lange unregistriert mitgelesen habe), aber muß doch gleich mal eine Frage in den Raum werfen.

Ich stimme Dir ja in weiten Teilen mit Deinen Ausführungen zu, aber...

- Cent-Einsparungen bei der BahnCard25/50 ohne Foto. Kundenbindung sinkt


...wieso sinkt die Kundenbindung, nur weil kein Foto mehr auf der Bahncard ist?

Ich persönlich bin froh drum. Spart einem den Aufwand, ein Foto machen zu lassen, es einzusenden, etc, etc.

Demgegenüber steht der Aufwand, zusätzlich einen Lichtbildausweis bei jeder Kontrolle bereit halten zu müssen. Es gibt aber auch Unternehmen, die auf Wunsch direkt bei Ausstellung einer Kundenkarte auf Wunsch ein Foto erstellen.

Man könnte ja das Foto auch optional machen...

--
Wo Logik aufhört fängt das DB-Preissystem an.
2.4.4: "Eine Fahrkarte für eine höhere Produktklasse berechtigt [...] auch zur Beförderung in einer niedrigeren Produktklasse."
Ein Doppelstock-RE ist 4.631,5mm hoch - ein ICE1-Speisewagen nur 4.295mm ;)

Glaube nicht, dass das ein Scherz war!

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Montag, 20.01.2014, 07:47 (vor 4475 Tagen) @ Giovanni

Demgegenüber steht der Aufwand, zusätzlich einen Lichtbildausweis bei jeder Kontrolle bereit halten zu müssen. Es gibt aber auch Unternehmen, die auf Wunsch direkt bei Ausstellung einer Kundenkarte auf Wunsch ein Foto erstellen.

In den letzten zwei Jahren, die ich jetzt nach einiger Unterbrechung wieder mit Bahncard unterwegs bin, kam diese (theoretisch durch die Geschäftsbedingungen mögliche) Überprüfung noch nicht vor. Fahrkarte scannen/stempeln, Bahncard kontrollieren/einlesen, bittedankegernewiedersehn. Eine Zugbegleiterin murmelte mal was von "Die is' aber nich' unterschrieben", konnte mir aber auch keinen Sninvollen Grund nennen, wozu sie es denn sein müßte außer "Da ist ein Feld dafür". Bei Kredit-Bahnkarten verstehe ich das ja noch, wenn bei Bezahlungen die Unterschrift mit der auf der Karte verglichen wird, aber bei denen die nur rabattieren und Punktesammeln? Ideas, anyone?

Man könnte ja das Foto auch optional machen...

Mit dieser Lösung leben können würdende Grüße
der Colaholiker

Drohung an die Politik / EEG-Umlage gemeint

MC_Hans, 8001376, Donnerstag, 16.01.2014, 11:56 (vor 4479 Tagen) @ CNL484

http://www.ad-hoc-news.de/bahnchef-droht-mit-preisanstieg-um-10-prozent--/de/News/33900164

"Wenn die Bahn künftig die volle Umlage zahlen muss, kommen Ausgaben von ungefähr 500 Millionen Euro auf uns zu", sagte Grube auf einer Veranstaltung des Deutschen Verkehrsforums in Berlin, wie die F.A.Z. berichtet. "Die zusätzliche Belastung würde sich auf die Fahrpreise mit einer Erhöhung von um die 10 Prozent niederschlagen."

Das Problem ist, dass die Umlege für erneuerbare Energien...

joerg-dd, Dresden, Donnerstag, 16.01.2014, 12:10 (vor 4479 Tagen) @ MC_Hans

nur auf Strom umgelegt wird.
Es wäre auch möglich, die EEG-Umlage nicht nur auf Strom, sondern auch auf andere Endenergien umzulegen. Damit würde Benzin, Diesel und Gas auch teurer. Grob Überschlagen reduziert sich dadurch die EEG-Umlage für Strom auf ca. 2 cent/kWh.

1 Liter Diesel bei 10 kWh Energiegehalt wird 20 cent teurer.

Ist das fair? Aus meiner Sicht schon, da der Verkehr ca. 40% unserer Endenergie verheißt.

Das passierte schon 1999!

kimba2k, Wuppertal-Frankfurt am Main, Donnerstag, 16.01.2014, 12:22 (vor 4479 Tagen) @ joerg-dd
bearbeitet von kimba2k, Donnerstag, 16.01.2014, 12:25

Nennt sich "Gesetz zum Einstieg in die ökologische Steuerreform" und "Gesetz zur Fortführung der ökologischen Steuerreform" zudem noch "Gesetz zur Fortentwicklung der ökologischen Steuerreform" oder Platt "Ökosteuer".

wiki

Noch ein wenig mehr "Umlagen", was o.g. Steuern nicht sind, weil sie im Haushalt von Mutti verpuffen, zuletzt mit 17,5 Mrd. Euro.

Warum sollte der übrige Verkehr (ausser der Luftverkehr, der ja ausgenommen ist, was man überdenken sollte) unsinnige Solarzellen die sich Otto Huber von Mutti hat aufschwätzen lassen bezahlen? Damit wir demnächst noch öfter Geld dafür bezahlen müssen, damit der negative Strompreis an der Börse an sonnigen und windigen Tagen ausgeglichen wird?

Nein, nicht mehr, nur anders

joerg-dd, Dresden, Donnerstag, 16.01.2014, 15:03 (vor 4478 Tagen) @ kimba2k

Hallo kimba2k,
nicht mehr Umlagen, aber halt anders. Warum kann die Umlage nicht auf alle Energieträger umverteilt werden? Das ist eine Festlegung der Polititk.
Im jetzige System wird insbesondere die Bahn benachteiligt. Ich bin der Meinung, dass sich das ändern sollte.

Nein, nicht mehr, nur anders

kimba2k, Wuppertal-Frankfurt am Main, Donnerstag, 16.01.2014, 17:04 (vor 4478 Tagen) @ joerg-dd

Nein, wird sie nicht, da alle anderen Verkehrsteilnehmer schon seit 1999 ihren Beitrag über die Ökosteuer liefern. Die Bahn ist da, genau so wie der Luftverkehr, im Vorteil gegenüber Bussen, oder dem PKW, außer bei Dieseltriebwagen, da sie durch geschickte Konstruktion von Produkten, wie andere u.a. die DTAG auch, die Stromsteuer aus dem Ökosteuerpaket, welche wir alle seit 1999 zahlen, auch nicht zahlt.

Benachteiligt wird der Busverkehr und der PKW Verkehr und das schon seit langer Zeit.

Das die Ökosteuer mit Öko so rein gar nichts zu tun hat,sondern in Muttis Etat verbrannt wird, ist ja nicht Problem des Nutzers. Das Mutti allerdings die "Energiewende" aus diesem Topf finanziert, da träumt ja nur von. Was Berlin hat, rückt Berlin nicht mehr raus.

Bisher hat das tolle EEG ja auch nur 2, naja 3 Dinge geschafft:

1) Es gibt mehr Kohlekraftwerke, deren Strom wir exportieren!!!, Atomkraft stagniert (wird also nicht weniger) SPON dazu
2) Es gibt eine Menge angeschmierter Häuslebauer, die in den nächsten 10 Jahren noch ihr blaues Wunder erleben werden, wenn der Ausstieg vom Ausstieg aus dem Ausstieg des Ausstiegs prozediert wird.
3) Der Konsument zahlt eine Subvention, schlimmstenfalls an Österreich, damit die den überschüssigen Sinnlosstrom abnehmen, den man gar nicht produzieren würden, wenn man ein sinnvolles Konzept hätte und nicht holter-die-polter irgendwelche Wenden erklären würde. Damit hat unsere Politik aber Erfahrung. Wende, wir machen das einfach mal, die Zeche zahlen in 10 Jahren die dummen Bürger.

Zustimmung & Ergänzung

GUM, Donnerstag, 16.01.2014, 12:24 (vor 4479 Tagen) @ joerg-dd
bearbeitet von GUM, Donnerstag, 16.01.2014, 12:24

nur auf Strom umgelegt wird.
Es wäre auch möglich, die EEG-Umlage nicht nur auf Strom, sondern auch auf andere Endenergien umzulegen. Damit würde Benzin, Diesel und Gas auch teurer. Grob Überschlagen reduziert sich dadurch die EEG-Umlage für Strom auf ca. 2 cent/kWh.

1 Liter Diesel bei 10 kWh Energiegehalt wird 20 cent teurer.

Ist das fair? Aus meiner Sicht schon, da der Verkehr ca. 40% unserer Endenergie verheißt.

Danke für die Berechnung! Der Idee der Berechnung einer EEG-Umlage auch auf andere Brennstoffe kann ich mich voll anschließen.

Gestatte mir bitte noch eine allgemeine Ergänzung zur EEG-Umlage und aktuellen Politik: Am problematischsten dabei ist, dass bei der Umstellung des Energiemixes praktisch niemals die positiven volkswirtschaftlichen Aspekte gesehen werden.

Ganz reduziert gesprochen ist das Geld für russisches Erdgas oder Öl aus fernen Ländern einfach weg. Während die erneuerbaren Energien auch Wertschöpfung im Inland schaffen. Und im Endeffekt diskutiert man eine zusätzliche Belastung von 15 Euro pro Haushalt und Monat.

Die Strategie der Bevorzugung der reichsten Familien Europas Quandt/Piech setzt sich damit auch im Energiesektor fort. Autofahrten werden künstlich verbilligt, Bahnfahrten verteuert. Wertschöpfung konzentriert sich weiter bei den Öl-/Gasmultis und den Autoproduzenten.

Wird Zeit, dass sich die Bahn mal richtig wehrt....

--
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Zustimmung & Ergänzung

kimba2k, Wuppertal-Frankfurt am Main, Donnerstag, 16.01.2014, 12:35 (vor 4479 Tagen) @ GUM

Wird Zeit, dass sich die Bahn mal richtig wehrt....

Es wird Zeit, dass sich der Verbraucher mal richtig wehrt. Die EEG Umlage wird zum größten Teil von Privathaushalten gestemmt, die dürfen dann zum 10ten Mal ihren Beitrag zur Volkswirtschaft erbringen, während die Industrie weder direkt, noch indirekt, wie eben über Dienstfahrten mit der Bahn, daran beteiligt wird. Deren Gewinne verschwinden unbelastet in der Tasche eben jener Familie Quandt.

Wenn nun alle Verbraucher von Strom diese, zwar sinnlose, Umlage erbringen müssen, greift direkt und indirekt das Verursacherprinzip und die Umlage wird per KWh wesentlich geringer. Ich brauche ein KWh Strom, also zahle ich. Ich kaufe einen Fernseher, dessen Produktion X KWh Strom verbracht hat, wessen Umlage man mir über den Preis auferlegt, also zahle ich, aber für das, was ich auch verursache. Ich fahre Bahn, das braucht x KWh Strom, ich zahle, aber genau so wie BWM/Bayer/XXX für Dienstfahrten etc.

Gegenbeispiel: Ich lebe in einem Erdloch ohne Strom und Fernseher und gehe zu Fuß, ich produziere also keinen Verbrauch, also zahle ich nicht. (Ok, das ist ein Extrembeispiel)

Zustimmung & Ergänzung

GUM, Donnerstag, 16.01.2014, 13:00 (vor 4479 Tagen) @ kimba2k

Wird Zeit, dass sich die Bahn mal richtig wehrt....


Es wird Zeit, dass sich der Verbraucher mal richtig wehrt.

Da fehlt es - wie bei vielen anderen Herausforderungen auch - leider an der Medien- und Demokratiekonpetenz der Menschen. Die aktuellste Chance wurde ja am 22.09. verpasst.

Mit dem Resultat, dass ein Gleichstand zwischen den politischen Lagern herrschte.

Die EEG Umlage wird zum größten Teil von Privathaushalten gestemmt, die dürfen dann >zum 10ten Mal ihren Beitrag zur Volkswirtschaft erbringen, während die Industrie >weder direkt, noch indirekt, wie eben über Dienstfahrten mit der Bahn, daran >beteiligt wird. Deren Gewinne verschwinden unbelastet in der Tasche eben jener >Familie Quandt.

Ja, das sehe ich genauso.

Wenn nun alle Verbraucher von Strom diese, zwar sinnlose, Umlage erbringen müssen, greift direkt und indirekt das Verursacherprinzip und die Umlage wird per KWh wesentlich geringer. Ich brauche ein KWh Strom, also zahle ich. Ich kaufe einen Fernseher, dessen Produktion X KWh Strom verbracht hat, wessen Umlage man mir über den Preis auferlegt, also zahle ich, aber für das, was ich auch verursache. Ich fahre Bahn, das braucht x KWh Strom, ich zahle, aber genau so wie BWM/Bayer/XXX für Dienstfahrten etc.

Ist natürlich die Frage, ob diese EEG-Umlage wirklich sinnlos ist! Dem Grunde nach ist sie eine Investition in die Zukunft und sollte aus ganz normalen Steuergeldern beglichen werden.

Vorstellbar wäre dabei das "Zurückdrehen" der Steuer-Uhr auf den 01.01.2009. An diesem Tag wurde ja die Abgeltungssteuer eingeführt dank derer große Kapitaleinkünfte genauso niedrig besteuert werden wie kleine.

Dank der erheblichen Mehreinnahmen könnte man all die Spezialitäten wie EEG-Umlage, "Umweltplaketten" für Autos und ähnliches einfach nach Hause schicken. Denn es handelt sich um eine langfristige, investive Aufgabe.

Und die Bahn würde nicht mehr mit künstlich subventionierten Verkehrsmitteln konkurrieren.

Also wäre es nicht Zeit für "Pofalla zur Bahn", sondern für einen "Eisenbahner ins Kanzleramt"....

Gegenbeispiel: Ich lebe in einem Erdloch ohne Strom und Fernseher und gehe zu Fuß, ich produziere also keinen Verbrauch, also zahle ich nicht. (Ok, das ist ein Extrembeispiel)

:-)

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Zustimmung & Ergänzung

JanZ, HB, Donnerstag, 16.01.2014, 14:04 (vor 4479 Tagen) @ GUM

Da fehlt es - wie bei vielen anderen Herausforderungen auch - leider an der Medien- und Demokratiekonpetenz der Menschen. Die aktuellste Chance wurde ja am 22.09. verpasst.

Mit dem Resultat, dass ein Gleichstand zwischen den politischen Lagern herrschte.

Sowas Dummes aber auch, dass sich nicht alle Bundesbürger auf eine Partei einigen konnten. Vielleicht liegen wir ja auch falsch und sollten alle zu Autofans werden? Im Ernst, ich halte die Zerrissenheit der deutschen Gesellschaft durchaus für ein Problem. Übrigens kann ich mir bei deinen Ansichten überhaupt nicht ausmalen, welche Partei du wählst. Du musst es natürlich auch nicht verraten ;-).

Zustimmung & Ergänzung

GUM, Donnerstag, 16.01.2014, 14:49 (vor 4478 Tagen) @ JanZ

Da fehlt es - wie bei vielen anderen Herausforderungen auch - leider an der Medien- und Demokratiekonpetenz der Menschen. Die aktuellste Chance wurde ja am 22.09. verpasst.

Mit dem Resultat, dass ein Gleichstand zwischen den politischen Lagern herrschte.


Sowas Dummes aber auch, dass sich nicht alle Bundesbürger auf eine Partei einigen konnten. Vielleicht liegen wir ja auch falsch und sollten alle zu Autofans werden? Im Ernst, ich halte die Zerrissenheit der deutschen Gesellschaft durchaus für ein Problem. Übrigens kann ich mir bei deinen Ansichten überhaupt nicht ausmalen, welche Partei du wählst. Du musst es natürlich auch nicht verraten ;-).

Meine Stimme ist im Bundestag vertreten :-)

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Zustimmung & Ergänzung

JanZ, HB, Donnerstag, 16.01.2014, 14:54 (vor 4478 Tagen) @ GUM

Das beruhigt mich ;-). Meine übrigens auch.

:-)

GUM, Donnerstag, 16.01.2014, 15:34 (vor 4478 Tagen) @ JanZ

- kein Text -

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Zug fahren bald Luxus? - Nö

ICE-T-Fan, Donnerstag, 16.01.2014, 19:18 (vor 4478 Tagen) @ CNL484
bearbeitet von ICE-T-Fan, Donnerstag, 16.01.2014, 19:18

Nagut, dann muss ich eben für Erfurt-Eisenach statt 9,75 € eben etwa 11 € bezahlen. Was ist daran Luxus?

Zug fahren bald Luxus? - Nö

Reservierungszettel, KDU, Donnerstag, 16.01.2014, 19:28 (vor 4478 Tagen) @ ICE-T-Fan

Nagut, dann muss ich eben für Erfurt-Eisenach statt 9,75 € eben etwa 11 € bezahlen. Was ist daran Luxus?

Dann fahr mal längere Strecken bei denen 10% auch ca. 10,00€ ausmachen - sich aber eine BC 100 (noch) nicht lohnt - das merkt man dann schon. Es sei denn Du bist Gutverdiener (ab 5000€ Monatseinkommen), aber dann kauft man sich sowieso eine BC 100 und keine Einzelkarten.

Grüße Andreas

Zug fahren bald Luxus? - Nö

ICE-T-Fan, Donnerstag, 16.01.2014, 19:33 (vor 4478 Tagen) @ Reservierungszettel

Das Preiserhöhungen in dieser Größenordnung blöde sind, möchte ich nicht abstreiten. Aber die Überschrift ist mir hier etwas übertrieben. Andererseits müssen wir uns in Zukunft eh an steigende Transportkosten gewöhnen, da die fossilen Brennstoffe immer teurer werden und Alternativen erst einer gewissen Grundinvestition bedürfen, ehe sich deren Wirtschaftlichkeit bemerkbar macht.

Zug fahren bald Luxus? - Nö

Henrik, Donnerstag, 16.01.2014, 21:01 (vor 4478 Tagen) @ ICE-T-Fan

Dass Preiserhöhungen in dieser Größenordnung blöde sind, möchte ich nicht abstreiten.

das möchte ich entschieden bestreiten.

in einem anderen Posting wurde bereits die Frage aufgeworfen, ob die aktuellen Preise fair seien.
und selbst wenn, hätte das noch längst keinen Aussagewert.
Inflation hatten wir in der Bundesrepublik schon immer, fast immer - so wirklich blöd war es aber nie,
erst recht nicht in dem Maße, dass wir begründet ernsthaft behaupten dürften, wir hätten genau davon am meisten Angst, es ist aber doch so,
unsere geliebte "perverse Inflationsfurcht" (Draghi)
stattdessen sollten wir aktuell mal besser auf die mögliche Deflation aufpassen.

Aber die Überschrift ist mir hier etwas übertrieben.

ja.
an einer 10%igen Preiserhöhung entscheidet sich nun nicht gerade die Frage, ob Bahnfahren Luxus sei,
was ja eh eine recht subjektive Einschätzung ist.
Die Aussage von Grube ist ja auch im Kontext zu sehen.

Andererseits müssen wir uns in Zukunft eh an steigende Transportkosten gewöhnen, da die fossilen Brennstoffe immer teurer werden und Alternativen erst einer gewissen Grundinvestition bedürfen, ehe sich deren Wirtschaftlichkeit bemerkbar macht.

eher Nein.
Es mag sein, dass hierzulande die Transportkosten steigen, ob wir uns daran gewöhnen ist aber ne andere Frage,
und müssen müssen wir schon gar nicht.
Und erst recht hätte es nichts Zwingendes mit dem anschließend formulierten zu tun.
Dass ein derartiger Zusammenhang gerne konstruiert wird, ist eine andere Frage. -.-

Vor wenigen Wochen ließ Orkan "Xaver" Strompreise fallen,
im letzten Jahr sind die Spritpreise gefallen,
Öl bleibt auf lange Sicht billig,
Preise für Brennstoff, Mineralöl sind um 4% letztes Jahr gefallen,
für die oft maßgebliche Ölsorte Brent gar um 7 Prozent.
Die fossilen Brennstoffe werden also alles andere als immer teurer.
..und das nicht erst heute,
auch vor wenigen Jahren wurde gemeldet:
"Mineralölprodukte seien im Vorjahresvergleich um knapp 29 Prozent billiger geworden. Der Heizölpreis halbierte sich, Diesel wurde fast ein Drittel billiger, Benzin rund 17 Prozent. Erdgas kostete fast 22 Prozent weniger als im Vorjahresmonat"
berliner-zeitung.de/.niedrige-energiekosten-erzeugerpreise-fallen-im-juli-so-stark-wie-nie

Von den für die nächsten Jahrzehnte sehr günstigen Energiepreisen in den USA ganz zu schreigen.

Zug fahren bald Luxus? - Nö

ICE-T-Fan, Donnerstag, 16.01.2014, 22:08 (vor 4478 Tagen) @ Henrik

Die fossilen Brennstoffe werden also alles andere als immer teurer.

Sie sind derzeit künstlich niedrig, weil die Nachfrage stagniert oder sogar leicht zurückgegangen ist und gleichzeitig durch Fracking und Ölsand-Verarbeitung neue unkonventionelle Quellen erschlossen wurden.

Die konventionellen Quellen können die Nachfrage seit 2005 nicht mehr decken, warum bis 2008 der Preis auch stark gestiegen ist. Dann kam die Wirtschaftskrise und hat diese Energiepreisinflation abgebremst und ins Gegenteil verkehrt.

Langfristig wird fossile Energie aber teurer, da die Quellen langsam zur Neige gehen und man immer kompliziertere Verfahren benötigt, um die Reste aus der Erde zu holen. Das kostet natürlich Geld für technische Forschung und materielle Investition.

Ich bin mal gespannt, ob 2035, wie 1999 vorausberechnet, die konventionellen Erdöl-Quellen versiegen.

Zug fahren bald Luxus? - Nö

Henrik, Freitag, 17.01.2014, 16:34 (vor 4477 Tagen) @ ICE-T-Fan

Die fossilen Brennstoffe werden also alles andere als immer teurer.

Sie sind derzeit künstlich niedrig, weil die Nachfrage stagniert oder sogar leicht zurückgegangen ist und gleichzeitig durch Fracking und Ölsand-Verarbeitung neue unkonventionelle Quellen erschlossen wurden.

.."künstlich" -.-
also künstlich in dem Sinne von "vom Markt bestimmt", vom Kartell der Ölproduzenten (OPEC) diktiert,
heute künstlich niedrig, gestern künstlich hoch bzw. höher,
höher als er sein müsste, ist er eh immer, schon immer gewesen,
folglich könnte er auch immer wieder mal wieder niedriger sein als im jeweiligen Jahr zuvor.

Die konventionellen Quellen können die Nachfrage seit 2005 nicht mehr decken, warum bis 2008 der Preis auch stark gestiegen ist.

gedeckt werden konnte die Nachfrage immer, sie auch künftig immer,
nur wenn die Nachfrage steigt, wieso sollte ich mit dem Preis gleichbleiben, erst recht wenn ich keinerlei Probleme hinsichtlich des Angebotes habe - dann wäre ich doch schön blöd.

Dann kam die Wirtschaftskrise und hat diese Energiepreisinflation abgebremst und ins Gegenteil verkehrt.

eben. ne reine Marktfrage, logisch.

Langfristig wird fossile Energie aber teurer, da die Quellen langsam zur Neige gehen

Die Quellen sind nicht zur Neige gegangen und der Preis trotzdem gestiegen,
eben nicht wegen nicht vorhandener Möglichkeiten (die Reserven sind bislang immer stets gestiegen!), sondern aus Marktgründen.
Also wird genau andersrum ein Schuh draus,
steigt der Preis, dann steigen auch die Reserven
und......

und man immer kompliziertere Verfahren benötigt, um die Reste aus der Erde zu holen. Das kostet natürlich Geld für technische Forschung und materielle Investition.

..nicht benötigt - benötigt man ja schließlich nicht, Ölförderung wirds ganz sicher auch in 100 Jahren noch geben.
Aber mit steigendem Preis lohnen sich auch mehr andere Verfahren, Investitionen in neue Technologien,
Energieeffizienz wird noch mehr an Bedeutung gewinnen,
Marktliberalisierung wird kommen
und vor allem viel mehr nicht-OPEC Staaten Öl fördern.
Das alles spräche aus Marktgründen eher nicht dafür, dass der Preis steigen würde, im Gegenteil.
Der Preis wird steigen, langfristig, aber eben auch langsam.
Auswirkungen auf das Transportwesen muss das nicht wirklich zwingend haben,
erst recht nicht für unsere Generation und für den Eisenbahnverkehr, speziell HGV.
Die Energiekosten nehmen nur einen sehr geringen Teil ein
und Energieverbrauch pro Person nimmt immer mehr ab.
Nach jahrelangen Empfehlungen aus der Wissenschaft & Forschung fährt die DB ja endlich seit 2002 mit einer sehr richtigen Tarifstrategie, der Steuerung der Auslastung ihrer Züge durch Angebot & Nachfrage.
Auch zu nachfrageschwachen Zeiten lockt die DB Fahrgäste in ihrer Züge.
Einsatz von Triebwagenzüge anstatt von Triebkopfzügen, bessere Ausnutzung des Nutzraumes tun ihr übriges.
etc.

Ich bin mal gespannt, ob 2035, wie 1999 vorausberechnet, die konventionellen Erdöl-Quellen versiegen.

:D

und heute ist vom Jahre 2055 die Rede, mit dem Nebensatz, "es könne auch sehr viel später sein"
Ging es nach den Prognosen der 70er Jahre, hätten wir schon seit Jahrzehnten keinen einzigen Tropfen Öl mehr.

lustig.. :D

Zug fahren bald Luxus? - Nö

ICE-T-Fan, Freitag, 17.01.2014, 17:18 (vor 4477 Tagen) @ Henrik

und man immer kompliziertere Verfahren benötigt, um die Reste aus der Erde zu holen. Das kostet natürlich Geld für technische Forschung und materielle Investition.


..nicht benötigt - benötigt man ja schließlich nicht, Ölförderung wirds ganz sicher auch in 100 Jahren noch geben.

Allerdings nur noch ein kleiner Bruchteil der heutigen Mengen. Vermutlich so zwischen 1 und 10%, wenn überhaupt.

Erdöl wächst nämlich nicht nach, jedenfalls nicht in anthropologischen Zeiträumen.

Zug fahren bald Luxus? - Nö

Henrik, Freitag, 17.01.2014, 17:49 (vor 4477 Tagen) @ ICE-T-Fan

und man immer kompliziertere Verfahren benötigt, um die Reste aus der Erde zu holen. Das kostet natürlich Geld für technische Forschung und materielle Investition.

..nicht benötigt - benötigt man ja schließlich nicht, Ölförderung wirds ganz sicher auch in 100 Jahren noch geben.

Allerdings nur noch ein kleiner Bruchteil der heutigen Mengen. Vermutlich so zwischen 1 und 10%, wenn überhaupt.

wie auch immer,
ganz gewiss wird die Welt in 100 Jahren anders aussehen als heute,
das muss deswegen aber auch nicht schlecht sein

Erdöl wächst nämlich nicht nach, jedenfalls nicht in anthropologischen Zeiträumen.

und muss der Satz einen Aussagewert an sich haben?
..wenn die Erdölreserven stets anwachsen, dann hat die Aussage, dass Erdöl nicht nachwachsen würde keinen Wert an sich,
sie wirkt sogar gradezu komisch.

Zug fahren bald Luxus? - Nö

ICE-T-Fan, Freitag, 17.01.2014, 22:41 (vor 4477 Tagen) @ Henrik

und man immer kompliziertere Verfahren benötigt, um die Reste aus der Erde zu holen. Das kostet natürlich Geld für technische Forschung und materielle Investition.

..nicht benötigt - benötigt man ja schließlich nicht, Ölförderung wirds ganz sicher auch in 100 Jahren noch geben.

Allerdings nur noch ein kleiner Bruchteil der heutigen Mengen. Vermutlich so zwischen 1 und 10%, wenn überhaupt.


wie auch immer,
ganz gewiss wird die Welt in 100 Jahren anders aussehen als heute,
das muss deswegen aber auch nicht schlecht sein

Erdöl wächst nämlich nicht nach, jedenfalls nicht in anthropologischen Zeiträumen.


und muss der Satz einen Aussagewert an sich haben?
..wenn die Erdölreserven stets anwachsen

Das tut es ja gerade nicht. Das Erdöl wird stetig weniger.

Zug fahren bald Luxus? - Nö

Henrik, Freitag, 17.01.2014, 23:36 (vor 4477 Tagen) @ ICE-T-Fan

und man immer kompliziertere Verfahren benötigt, um die Reste aus der Erde zu holen. Das kostet natürlich Geld für technische Forschung und materielle Investition.

..nicht benötigt - benötigt man ja schließlich nicht, Ölförderung wirds ganz sicher auch in 100 Jahren noch geben.

Allerdings nur noch ein kleiner Bruchteil der heutigen Mengen. Vermutlich so zwischen 1 und 10%, wenn überhaupt.

wie auch immer,
ganz gewiss wird die Welt in 100 Jahren anders aussehen als heute,
das muss deswegen aber auch nicht schlecht sein

Erdöl wächst nämlich nicht nach, jedenfalls nicht in anthropologischen Zeiträumen.

und muss der Satz einen Aussagewert an sich haben?
..wenn die Erdölreserven stets anwachsen

Das tut es ja gerade nicht. Das Erdöl wird stetig weniger.

Die Erdölreserven sind stets angestiegen und werden es auch in Zukunft.
Klingt ja auch nur nachhvollziehbar, denn
wenn es der weltweiten Ölindustrie in den vergangenen Jahren gelungen ist, das eigene Ende immer weiter hinauszuzögern, obwohl die Nachfrage anzog, muss sich auf der Seite der Reserven einiges getan haben.
Heute sind die Reserven etwa um 50% höher als zur Jahrtausendwende.

Zug fahren bald Luxus? - Nö

ICE-T-Fan, Freitag, 17.01.2014, 23:43 (vor 4477 Tagen) @ Henrik

und man immer kompliziertere Verfahren benötigt, um die Reste aus der Erde zu holen. Das kostet natürlich Geld für technische Forschung und materielle Investition.

..nicht benötigt - benötigt man ja schließlich nicht, Ölförderung wirds ganz sicher auch in 100 Jahren noch geben.

Allerdings nur noch ein kleiner Bruchteil der heutigen Mengen. Vermutlich so zwischen 1 und 10%, wenn überhaupt.

wie auch immer,
ganz gewiss wird die Welt in 100 Jahren anders aussehen als heute,
das muss deswegen aber auch nicht schlecht sein

Erdöl wächst nämlich nicht nach, jedenfalls nicht in anthropologischen Zeiträumen.

und muss der Satz einen Aussagewert an sich haben?
..wenn die Erdölreserven stets anwachsen

Das tut es ja gerade nicht. Das Erdöl wird stetig weniger.


Die Erdölreserven sind stets angestiegen und werden es auch in Zukunft.

Nein, diese Formulierung ist falsch.
Die globale Menge sinkt, da mehr gefördert wird als sich neues Erdöl bildet. Das was du meinst, ist der technische Fortschritt bei der Ausbeutung. Man kann heute Quellen anzapfen, die vor 20 Jahren noch technisch schwierig und teuer waren. Diese Quellen waren vor 20 Jahren aber schon vorhanden.

Zug fahren bald Luxus? - Nö

Henrik, Samstag, 18.01.2014, 00:05 (vor 4477 Tagen) @ ICE-T-Fan

und man immer kompliziertere Verfahren benötigt, um die Reste aus der Erde zu holen. Das kostet natürlich Geld für technische Forschung und materielle Investition.

..nicht benötigt - benötigt man ja schließlich nicht, Ölförderung wirds ganz sicher auch in 100 Jahren noch geben.

Allerdings nur noch ein kleiner Bruchteil der heutigen Mengen. Vermutlich so zwischen 1 und 10%, wenn überhaupt.

wie auch immer,
ganz gewiss wird die Welt in 100 Jahren anders aussehen als heute,
das muss deswegen aber auch nicht schlecht sein

Erdöl wächst nämlich nicht nach, jedenfalls nicht in anthropologischen Zeiträumen.

und muss der Satz einen Aussagewert an sich haben?
..wenn die Erdölreserven stets anwachsen

Das tut es ja gerade nicht. Das Erdöl wird stetig weniger.

Die Erdölreserven sind stets angestiegen und werden es auch in Zukunft.

Nein, diese Formulierung ist falsch.
Die globale Menge sinkt, da mehr gefördert wird als sich neues Erdöl bildet. Das was du meinst, ist der technische Fortschritt bei der Ausbeutung. Man kann heute Quellen anzapfen, die vor 20 Jahren noch technisch schwierig und teuer waren. Diese Quellen waren vor 20 Jahren aber schon vorhanden.

Nein, die Formulierung ist richtig, bzw.
das was man allgemein unter Erdölreserven versteht ist in den letzten Jahren, Jahrzehnten stets angestiegen.
Das liegt zum einen an der Entdeckung und Erschließung neuer Lagerstätten, zum anderen aber auch an technischen und wissenschaftlichen Fortschritten. Letztere ermöglichen die Erdölförderung beispielsweise auch in schwerer zugänglichen Gebieten.

Zum Thema Erdöl.

ICE-T-Fan, Sonntag, 19.01.2014, 17:01 (vor 4475 Tagen) @ Henrik
bearbeitet von ICE-T-Fan, Sonntag, 19.01.2014, 17:02

Andererseits ist keine dieser Lagerstädten nun wirklich neu, die hat es auch schon vor 100 Jahren gegeben. Neue Entdeckungen verbuche ich unter "technischen Fortschritt".

Unter "Erdölreserven" verstehe ich die Gesamtheit des global verfügbaren Erdöls und das ist mehr als die bekannten Lagerstädten. Diese Reserven sinken, da das Erdöl nicht so schnell entsteht, wie wir es abbauen. Langfristig wird dies zu einer massiven Preissteigerung führen, da die dann noch erreichbaren Vorkommen so tief oder in so unzugänglichem Gebiet liegen, dass die Abbaukosten stark steigen.

Wirklich zu 100% können wir die globalen Erdölreserven nicht ausbeuten, da uns dazu die technischen Mittel fehlen und an irgendeinem Punkt der ökonomische Vorteil weg ist.

Um die Jahrtausendwende hat man mit 40 Jahren gerechnet und ich denke, dass diese Zahl auch heute noch gilt. In 20-25 Jahren wird die gleichbleibende oder steigende Nachfrage nicht mehr durch das Angebot gedeckt werden können. Das verstehe ich unter "Erdöl wird aufgebraucht sein". Es wird immer noch irgendwo ein Rest da sein, aber dieser wird preislich und technisch nicht mehr sinnvoll verwertbar sein, wodurch der globale Erdölhandel mehr oder weniger zusammenbrechen wird.

Für Erdgas gilt die Argumentation sinngemäß. Dort wird es aber etwa länger dauern, da es einfacher zu fördern ist. Kohle und Uran werden noch bis ins 22. Jahrhundert den Bedarf decken können, falls dieser nicht sprunghaft ansteigen sollte... eben durch die Knappheit an Öl und Gas.

Ölsand

ES89, Hamburg / Rostock, Freitag, 17.01.2014, 18:23 (vor 4477 Tagen) @ ICE-T-Fan

Ich bin mal gespannt, ob 2035, wie 1999 vorausberechnet, die konventionellen Erdöl-Quellen versiegen.

1999 hatte man Ölsand noch nicht richtig auf dem Zettel. Laut dem entsprechenden Wikipedia-Artikel wird dieser erst seit 2002 in die weltweiten Erdölreserven mit einberechnet.

--
Gegen Großraum-Zwang im Fernverkehr!
Für zumindest drei Abteile je Wagenklasse!

Sei es drum

kimba2k, Wuppertal-Frankfurt am Main, Freitag, 17.01.2014, 21:39 (vor 4477 Tagen) @ ES89

Fossile Brennstoffe sind nun einmal endlich, in 30-40 Jahren hat sich unser globalisiertes Affentheater eh erledigt, weil es dann billiger ist einen "teuren" Deutschen die Arbeit machen zu lassen, als 1 Liter Kerosin für 20€ zu kaufen um es in China machen zu lassen und zu transportieren, was auch schon heute fragwürdig ist. Das Problem löst sich halt ganz von alleine, nur das es heute keiner so richtig sehen will. Wann genau, ok, das weiß man nicht zu 100%, aber dass es kommt, das weiß man zu 100%. Wir leben auf einem Planeten mit endlichen Ressourcen (in jeder Hinsicht) und lassen uns vom Märchen des unendlichen Wachstums, den wir ja angeblich brauchen, einlullen.

Man schaut sich besser schnell nach anderen Quellen um. 30-40 Jahre sind nicht lang für solche Technologieschritte.

Zug fahren bald Luxus? - Nö

kimba2k, Wuppertal-Frankfurt am Main, Donnerstag, 16.01.2014, 20:19 (vor 4478 Tagen) @ Reservierungszettel

Das können dann maximal 3 Stück im Monat sein, somit 30€.

Was aber mein Einkommen mit der Wahl der BC100 oder Einzelkarten zu tun hat, erschließt sich mir nicht so ganz.

Zug fahren bald Luxus? - Nö

Reservierungszettel, KDU, Donnerstag, 16.01.2014, 22:41 (vor 4478 Tagen) @ kimba2k

Das können dann maximal 3 Stück im Monat sein, somit 30€.

Was aber mein Einkommen mit der Wahl der BC100 oder Einzelkarten zu tun hat, erschließt sich mir nicht so ganz.

Naja, ansich ganz einfach wenn Du genung verdienst brauchst Du nicht groß rechnen, was kommt mich günstiger wo kann ich was sparen - dann kauft man sich jedes Jahr die BC 100 und hat sein Ticket in der Tasche.

Und für einen Normalverdiener (bis 2000€) sind 30€ haben oder nicht haben schon ein unterschied.

Zug fahren bald Luxus? - Nö

kimba2k, Wuppertal-Frankfurt am Main, Freitag, 17.01.2014, 21:31 (vor 4477 Tagen) @ Reservierungszettel

Nana, haben kommt von behalten ;-) sonst wird das nie was mit der Rente in der Karibik, von daher rechne ich auch nach.

Zug fahren bald Luxus? (In 3 Jahren schon)

Skater06, Freitag, 17.01.2014, 19:11 (vor 4477 Tagen) @ CNL484

Gerade im Radio gehört. Bahnchef höchst persönlich warnt vor 10% Ticketpreis Erhöhung. Na da dann "Gute Fahrt" War wohl Scherz oder wie?

Die 10 Prozent erreichen wir doch locker in 3 Jahren (wenn jedes Jahr ca. 3% bei der üblichen Preiserhöhung)

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