Von FWB, Arosabahn und GlarnerSprinter (Fortsetzung) (Reiseberichte)
Endpunkt der Strecke ist der Luftkurort Arosa auf 1.739 Höhenmetern. Arosa lebt überwiegend vom Tourismus, 2.200 Einwohnern stehen 4.500 Gästebetten gegenüber und im Ort ist viel internationales Publikum unterwegs. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören das Post- und Telefongebäude, das für die Architektur der 1940er-Jahre steht...
...und die Dorfkirche.
Die Bahnlinie unterquert das Ortsgebiet im Arosa-Tunnel. Ja, ich weiß, mit rotem Zug wäre der Blick von der Poststraße über dem Tunnelportal noch schöner, aber man kann nicht alles haben.
Im Sommer ist hier der Obersee, der sich im Winter zu einer Eisbahn verwandelt.
Ebenfalls am Obersee liegt auch der Bahnhof. Der Kopfbahnhof wurde so konzipiert, dass er auch in einen Durchgangsbahnhof umgestaltet werden könnte, sofern es zu einer Verlängerung der Bahnlinie käme.
Mittlerweile wurde rangiert, so dass sich die Wagen wieder am Zugschluss befinden. Diesmal wähle ich nicht den Triebwagen, sondern den 1.Klasse-Wagen am Zugschluss. Ich spekuliere darauf, dass die anderen Fahrgäste zu faul sind, bis zum letzten Wagen nach hinten zu laufen und ich ungestört bzw. ohne andere Fahrgäste zu stören trotz der winterlichen Temperaturen das Fenster aufmachen kann. Der Plan geht nicht ganz auf und es verirren sich doch vier Mitreisende in den Wagen, aber trotzdem gibt es jetzt noch ein paar Bilder am offenen Fenster.
Zugkreuzung in Litzirüti
Die Bahnhöfe an der Strecke wurden 1914 eröffnet und als Chalets ausgeführt in ortsüblicher Bauweise. Jeder der Bahnhöfe trägt einen Sinnspruch, hier am Bahnhof Peist „Es eilt die Zeit, Mensch, sei bereit.“
So, dass war es aber nun mit den Winterbildern, zurück in Chur herrscht wieder das Grün vor. Mit einem Regio-Dosto geht es nun nach Ziegelbrücke.
Ich weiß gar nicht, wie viele Bilder von der Strecke am Walensee ich schon in Reiseberichten eingebaut habe, aber bei dem Ausblick kann ich mich nicht bremsen.
Ziegelbrücke ist ein kleiner Ort, der hauptsächlich als Bahnknoten bekannt ist, da hier von der Bahnstrecke Zürich-Sargans die Linien nach Rapperswil und Linthal abzweigen. Und genau das ist das letzte Ziel für heute, nämlich die Stichstrecke nach Linthal.
Für die Hinfahrt wähle ich die S 6 aus Rapperswil nach Linthal, ein Doppelstocktriebzug der S-Bahn Zürich.
Die Strecke wurde in zwei Abschnitten 1859 und 1879 eröffnet und führt durch das Glarner Unterland und im Tal des Flusses Linth am Fuße des Vorderglärnisch nach Glarus und weiter durch das Glarner Großtal nach Linthal.
Durch die Tallage ist die Strecke landschaftlich nicht spektakulär, aber ganz nett. Nur verabschiedet sich jetzt die Sonne schon aus dem Tal und große Teile liegen bereits im Schatten.
Nach gut 40 Minuten ist der Endbahnhof Linthal erreicht. Die S-Bahn wird in 25 Minuten zurückfahren, aber ich habe mir einen anderen Zug für die Rückfahrt ausgesucht. Und so bleibt nun etwas Zeit um mich am Bahnhof und im 1.000-Einwohner-Dorf umzusehen. Die Gegend ist sehr ländlich, schon beim Aussteigen hat man das Läuten von Kuhglocken im Ohr.
Der Bahnhof von Linthal wurde seinerzeit noch von der Schweizerischen Nordostbahn eröffnet. Um das Jahr 1900 gab es Überlegungen, die Strecke als „Tödi-Greina-Bahn“ bis nach Biasca an der Gotthardbahn zu verlängern, diese Idee wurde 1963 von einem Aktionskomitee erneut aufgegriffen, aber lest selbst:
Während für die Bahn Linthal der Endpunkt ist, geht es im Sommerhalbjahr auf der Straße von hier über den Klausenpass in den Kanton Uri.
Die andere Blickrichtung in das Glarner Großtal liegt noch in der Sonne, hier das Dorf Rüti. Die Wasserkraft der Flüsse Linth und Marglenbach führte hier einst zur Ansiedlung einer Textilindustrie mit Baumwollspinnerei und Wollweberei.
So, jetzt aber zurück an den Bahnhof. Hinter dem Bahnhofsgebäude steht eine große Halle. Heute am Feiertag herrscht hier kein Betrieb, aber Infotafeln künden vom Güterumschlag.
Ich hatte in Zürich schon häufiger der GlarnerSprinter gesehen, heute will ich nun endlich mal mitfahren. Der RegioExpress bietet eine schnelle Verbindung zwischen Glarnerland und Zürich. Werktags endet die Verbindung in Schwanden, an Wochenenden gibt es einzelne Verbindungen nach und ab Linthal. Und so geht es jetzt ab Linthal im NPZ Domino direkt nach Zürich.
Über mangelnde Beinfreiheit kann man sich hier wahrlich nicht beschweren.
Draußen ist es mittlerweile dunkel, aber auch so hat die Fahrt entlang des Zürichsees ihren Reiz, wenn am gegenüberliegenden Ufer die erleuchteten Orte strahlen.
Und mit der Ankunft des GlarnerSprinters in Zürich endet dieser Reisebericht. Für mich geht es nun mit einem InterRegio wieder zurück nach Konstanz, aber das hatten wir ja schon so oft...
Viele Grüße und einen schönen Sonntag
Tobias
PS: Meine früheren Reiseberichte gibt’s unter www.bahnreiseberichte.de.
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