Meine praktische Erfahrung (Allgemeines Forum)

Freifahrtensammler, Montag, 16.12.2013, 15:25 (vor 4504 Tagen) @ GUM
bearbeitet von Freifahrtensammler, Montag, 16.12.2013, 15:29

Ist schon drei/vier Jahre her, da habe ich mal eine solche Bande an einem großen Hauptbahnhof in Deutschland beobachten dürfen. Waren Südosteuropäer (und nein ich bin nicht gegen Ausländer, waren wohl echt welche...).

Ich hatte so 30 Minuten Umsteigezeit und stand am Bahnsteig. Da fiel mir eine Gruppe (3 Männer + 1 Frau) auf, welche am benachbarten Bahnsteig in einen Zug stieg, aber kurz darauf wieder rauskamen. Da dachte ich: "die sind nich von hier, haben sich halt versehen". Als dann der nächste Zug am Gleis einfuhr (andere Fahrtrichtung) stiegen sie wieder in den Zug mit ein und danach wieder aus. Weiß nicht genau wie ich drauf gekommen bin, aber mir kam das seltsam vor, vielleicht auch weil die Gruppenmitglieder irgendwie "konspirativmässig" ständig um sich schauten. Bauchgefühl halt. Dann wurde mein Zug angekündigt und die Gruppe machte sich offensichtlich auf den Weg zu meinem Gleis.

Da habe ich mich entschlossen - falls die Gruppe tatsächlich an meinem Gleis auftaucht - mich an die Frau der Gruppe zu hängen und ihre Hände nicht aus den Augen zu lassen. Gedacht getan. In der "Wartetraube" beim Einsteigen stand ich direkt hinter der Frau. Ein weibliches Opfer - natürlich mit offener Umhängetasche (!) stieg direkt vor ihr ein. Vor dem vermeintlichen Opfer befand sich ein männliches Bandenmitglied welches für einen Moment abrupt anhielt und so Körperkontakt mit dem Opfer provozierte. Diesen Moment nutzte die Frau aus und griff schnell mit der Hand in die offene Handtasche des Opfers...
In diesem Moment fasste ich der Täterin mit von hinten auf die Schulter und sagte möglichst laut und mit fester Stimme: "Hier wird nicht gestohlen". Die Täterin erschrak, drehte sich um und machte sich mit ihren männlichen Kollegen aus dem Staub. Schuld daran war das vermeintliche Opfer. Denn die gute Frau war so in Gedanken beim Einsteigen, dass sie nicht auf meine deutliche Nachfrage, ob etwas in ihrer Handtasche fehlen würde, reagierte...diese paar Sekunden reichten den Tätern um sich zu verdrücken. Anzeige erstatten wollte das Opfer auch nicht, sei ja alles gut gegangen...anscheinend legen es manche Mitmenschen darauf an, beklaut zu werden.

Ich bin dann im Zug geblieben, habe dem ZuB bescheid gesagt, welcher mir die Nummer der 3S-Zentrale und von der Bundespolizei gab. So machte ich ein paar Tage später noch eine Zeugenaussage bei der Bundespolizei und fand die Täterin tatsächlich in der Taschendiebstahl-Fotomappe der Polizisten wieder. Das Verfahren wurde aber eingestellt, weil das Opfer keine Anzeige erstattet hatte.

Der Polizist meinte noch, es sei üblich, dass umherfahrende Banden das Gedränge beim Ein- und Aussteigen oft ausnutzen würden und man sie selten in flagranti erwischen könnte. Die Leute seien zu unaufmerksam.

Ca. 1 Jahr später habe ich die Täterin dann wieder auf einem Bahnsteig am gleichen Bahnhof gesehen, ich habe die Aufsicht verständigt, welche sich bei mir bedankte, eine Bundespolizeistreife informierte und eine Taschendiebstahl-Durchsage ("Sicherheitshinweis: Bitte...") veranlasste.

Also immer schön aufpassen und Wertsachen "am Mann" tragen!


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