Licht und Schatten im Werdenfels KBS 960, 961, 963, 965 (1) (Allgemeines Forum)

ThomasK, Mittwoch, 04.12.2013, 22:19 (vor 4507 Tagen)

Hallo!

Wegen Überlänge von mehr als 10000 Bytes muss ich auch dieses Posting wiederum in zwei Teile aufteilen.

Vor etlichen Monaten haben wir ja schon ausführlich über das Werdenfelsnetz (KBS 960, 961, 963, 965) und die Werdenfelsbahn diskutiert. Da aber im April längst noch nicht alle Aspekte des Umbaus bekannt waren, bzw. uns der Fahrplan nur teilweise zur Verfügung stand, ist jetzt ein neuer Thread erforderlich.

Prinzipiell ist es natürlich positiv zu sehen, wenn statt 2,9 Millionen Zugkilometern jährlich künftig 3,8 Millionen Zugkilometer jährlich gefahren werden, auch wenn man sich gewünscht hätte, das die ursprünglich geplanten 4,1 Millionen Zugkilometer mit verbesserten Tagesrandverbindungen, einem Stundentakt auch an 6 und 7 im Ausserfern, einem Halbstundentakt auch am Nachmittag in der HVZ nach Kochel und mehr Expresszügen umgesetzt worden wäre.

Vielleicht gelingt es ja ab Dezember 2014 diese 4,1 Millionen Zugkilometer zu fahren.

Erfreulich auch, dass der Talent 2 inzwischen die Zulassung hat, in Vierfachtraktion zu fahren. Positiv sind auch einige (nicht alle!) Umbaumassnahmen in Tutzing zu erwähnen. Lobenswert auch die Erhöhung der Bahnsteige auf vielen Bahnhöfen der KBS 961 auf 760 mm UIC-Standard. Lobenswert ebenfalls der Bau einer zweiten Bahnsteigunterführung in Tutzing, sowie der Neubau von zwei Aufzügen an den Bahnsteigen der Gleise 1 sowie 2/3.

Ich bin allerdings der Meinung, dass, wenn man das Angebot um 31% ausweitet und auch einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag in das Werdenfelsnetz investiert, man durchaus einiges hätte besser machen können.

Schauen wir uns mal den viergleisigen Bahnhof Tutzing an. Früher fuhr man Richtung Garmisch von Gleis 3 und von Garmisch nach München von Gleis 2. Die S-Bahn wendete an Gleis 1 und hatte somit eine Fahrstraßenkreuzung mit einer RB, die vom Gleis 2 aus nach München wollte, weswegen es zu begrüssen ist, dass die Aufgaben von Gleis 1 und 2 getauscht wurden. Demzufolge fährt der Zug von und nach Kochel - sofern er nicht nach München fährt künftig von Gleis 2 statt von Gleis 1.

Wegen der Vertauschung der Funktionen von Gleis 1 und 2 wurde dann das Gleis 1 von 960 mm Bahnsteighöhe im nördlichen Bereich auf 760 mm abgeschliffen. Das Gleis 2 wurde dementsprechend im nördlichen Bereich von 760 mm auf 960 mm Höhe aufgestockt. Leider aber nur in den nördlichen 140 m Bahnsteiglänge und nicht in den nördlichen 210 m Länge. Der Witz dabei ist, dass der Vollzug so hält, dass lediglich bei dem ET 423 ebenerdig ein- und ausgestiegen werden kann, der Richtung München steht.

Hier sollte man also den 960 mm Bereich auf Gleis 2 unbedingt noch 70 m Richtung Süden verlängern. Die Deckungssignale auf Gleis 2 stehen richtig, da im Gleis 2 genau 210 m im nördlichen Bereich für die S-Bahn (3 * ET 423) reserviert sind.

Notwendig ist auch der Bau eines Aufzuges auf Gleis 4. Nicht nachvollziehbar ist, warum auf den Bau dieses Aufzuges verzichtet wurde und nicht nachvollziehbar ist ebenfalls, warum der Bahnsteig auf Gleis 4 in wenigen Wochen wieder abgebaut werden soll. Die Infrastruktur im Werdenfels ist sehr knapp bemessen; bei Zugverspätungen kann es betrieblich vorteilhaft sein, wenn zusätzlich der Bahnsteig auf Gleis 4 zur Verfügung steht.

Ärgerlich auch, dass die Weichenverbindungen bei Unterzeismering (km 41,8 bzw. 2,0) lediglich auf 80 km/h ausgelegt sind. Genauso wie bei der Ausfahrt von Gleis 1 in Tutzing Richtung München Hbf hätte man durchaus eine Trassierung für 100 km/h erwarten können.

Ebenso darf man gespannt sein, wann endlich zwischen Mühltal Nord (km 23) und Westkreuz (km 9) die 16er-Tafeln aufgestellt werden. In diesem Bereich gibt es keine Bahnübergänge, von der Trassierung her sind 160 km/h problemlos möglich und früher war diese Strecke, wie mir ein Triebfahrzeugführer schilderte bereits für 160 km/h zugelassen. Wenn der ICE 1 in diesem Bereich nur 140 km/h fährt, spielt das keine Rolle; der Talent 2 sollte hier aber 160 km/h fahren, um eine ausreichende Betriebsstabilität zu erreichen. Mehrmals wurde ja auf der Homepage der DB unter www.bahn.de/werdenfelsbahn angekündigt, dass im Werdenfelsnetz bis zu 160 km/h gefahren wird. Man darf gespannt sein, wann den Ankündigungen der Deutschen Bahn dann auch mal Taten folgen werden. Die Erhöhung der Geschwindigkeit von 140 km/h auf 160 km/h zwischen Mühltal Nord und Westkreuz bringt 41 Sekunden Fahrzeitverkürzung, was für die Betriebsstabilität auf dieser Strecke, an der durchaus noch Winter zu verzeichnen sind, sehr wichtig ist.

Bedingt durch den weitestgehend eingleisigen Betrieb südlich von Tutzing kann man aktuell keine großen Sprünge machen. Dennoch sind einige Planungsfehler unterlaufen, die selbst bei eingleisiger Infrastruktur nicht hätten passieren dürfen.

Nicht nachvollziehbar ist es, wenn bei 25% aller Taktzüge zwischen München Hbf und Mittenwald künftig in Garmisch-Partenkirchen umgestiegen werden muss. Schaut man sich den Fahrplan genau an, dann stellt man fest, dass ausgerechnet bei dem Zug, den die Skifahrer, die in Seefeld Skifahren wollen (München Hbf ab 6.32 Uhr, Seefeld an 8.46 Uhr) benutzen, in Garmisch-Partenkirchen umgestiegen werden muss, was mit den schweren Skistiefeln und Skiern nicht unbedingt attraktiv ist. Ein weiteres Beispiel dafür, dass man bei der Deutschen Bahn bei der Fahrplangestaltung wieder einmal konsequent die Kundenbedürfnisse ausblendet.

Das Argument des Naturalausgleichs der ÖBB, alle vier Stunden mit dem Talent 1 nach Garmisch-Partenkirchen zu fahren ist nicht überzeugend. Da wäre es bei weitem sinnvoller gewesen, die ÖBB hätten ein einziges Zugpaar pro Tag komplett von Innsbruck Hbf über Garmisch-Partenkirchen nach München Hbf geführt.

Ebenfalls zu kritisieren ist, dass man zwischen Garmisch-Partenkirchen und Lermoos einen lächerlichen Humpeltakt von 24 und 96 Minuten fährt. Es wäre bei weitem sinnvoller, man würde die Expresszüge auf den Abschnitt München Hbf - Garmisch-Partenkirchen begrenzen und dafür südlich von Garmisch Partenkirchen sowohl Richtung Mittenwald als auch Richtung Reutte täglich einen reinen Stundentakt fahren.

Der eingleisige Betrieb führt nämlich dazu, dass entweder bei den Expresszügen oder bei den Regelzügen sich die Beförderungszeit zwingend verlängern muss, da die Expresszüge in Garmisch-Partenkirchen zur Minute 26 abfahren und die Regelzüge in Mittenwald zur Minute 36. Da bleibt von Express für die Mittenwalder nicht mehr viel übrig, wenn zwischen Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald die Beförderungszeit 27 Minuten - also 6 Minuten mehr als beim Taktzug - beträgt.

Die Anregung die Expresszüge den ganzen Tag fahren zu lassen und sie auf den Bereich München Hbf - Garmisch-Partenkirchen zu begrenzen, wurde abgelehnt, da die Infrastruktur dafür nicht ausreicht.

Dazu muss man sagen, dass die Forderung, die Expresszüge den ganzen Tag lang fahren zu lassen, zwar erhoben wurde, aber NICHT im Stundentakt, sondern im Zweistundentakt, und dann wäre es nämlich sehr wohl möglich.

Das wären dann 9 Zugpaare täglich mit den Abfahrtszeiten 5.36 Uhr - 21.36 Uhr ab Garmisch-Partenkirchen sowie täglich ab München Hbf alle zwei Stunden von 6.13 Uhr - 22.13 Uhr. Der Witz an der ganzen Sache ist nämlich, dass die Expresszüge im Stundentakt zwei Kreuzungen hätten, eine in Starnberg Nord bei km 27 und eine zwischen Uffing und Murnau bei km 74. Da der Bereich zwischen Uffing und Murnau eingleisig ist, muss bei einem Zweistundentakt der Expressverkehr so gelegt werden, dass die Zugkreuzung in Starnberg Nord (km 27) stattfindet und nicht zwischen Uffing und Murnau (km 74) und das Problem ist gelöst.

Dies wären zwar 440000 Zugkilometer jährlich zusätzlich, aber da zwischen Garmisch und Mittenwald, sowie Garmisch und Lermoos jährlich 50000 Zugkilometer entfallen würden, wären dies nur 390000 Zugkilometer mehr, die das Werdenfelsnetz bei weitem attraktiver machen würden.

Die jetzigen 3 Expresseinzelzüge werden in der Kundenwahrnehmung nur als singuläre Prestigeobjektaufhänger wahrgenommen. In der Wahrnehmung beleibt es dabei, dass man im Regelfall zwischen München Hbf und Garmisch-Partenkirchen fast andertalb Stunden unterwegs ist.

Wenn jetzt noch Schnellbusse auf der Autobahn angeboten werden, die von München Hackerbrücke nach Garmisch-Partenkirchen 70 Minuten unterwegs sind, dann ist es allerhöchste Zeit zusätzlich zur stündlichen Regionalbahn zwischen München Hbf und Garmisch-Partenkirchen einen ganztägigen zweistündlich fahrenden Regionalexpress fahren zu lassen, der nur in Pasing, Weilheim und Murnau hält.

Solange die Strecke nicht zweigleisig ausgebaut ist und man nicht mehr als 4,1 Millionen Zugkilometer fahren will, sollte man sich in dem Fall überlegen einzelne Verstärkerregionalbahnen mit überlangen und somit unattraktiven Beförderungszeiten von fast zwei Stunden (Garmisch-Partenkirchen ab 7.22 Uhr, München Hbf an 9.09 Uhr) entfallen zu lassen und dafür mit den Regelzügen ab Garmisch-Partenkirchen in Vierfachtraktion zu fahren. Bautechnisch ist es kein Problem, die Bahnsteige überall auf 290 m Länge zu verlängern, um auch südlich von Tutzing in Vierfachtraktion fahren zu können. In diesem Fall können die Kochelerzüge einfach im Blockabstand zwischen Tutzing und München Hbf hinter dem Regelzug aus Garmisch-Partenkirchen fahren und es entfällt die Kuppelung.

(Teil 2)

Licht und Schatten im Werdenfels KBS 960, 961, 963, 965 (2)

ThomasK, Mittwoch, 04.12.2013, 22:20 (vor 4507 Tagen) @ ThomasK

(Teil 2)

Nicht nachvollziehbar ist auch die Bestrafung von Ohlstadt.

Bekanntlich geht DB Netz beim Umbau der Bahnhöfe zumeist nach dem Prinzip vor, einfach die Bahnsteige zum nächsten Bahnübergang zu verlegen, um sich die Unterführungen zu sparen. Dass die Kunden dann oft wesentlich längere Wege haben und oft, um sich mehrere hundert Meter Fussweg zu sparen, über die Gleise rennen, wie z.B. in Oberau interessiert bei DB Netz niemanden. Nun will man den Unfug auch in Ohlstadt realisieren.

Völlig zu Recht hat sich die Gemeinde Ohlstadt dagegen gewehrt. Aus Strafe dafür, lässt jetzt die BEG mehrere Züge in Ohlstadt durchfahren.

Dieser Punkt zeigt erneut, dass bei der Deutschen Bahn AG der Gedanke, etwas aus Kundensicht zu sehen, völlig fremd ist. Die Diskussion um die Verschiebung des Bahnhofs Ohlstadt mehrere hundert Meter nach Süden sollte Anlass sein, gleich in die Diskussion um den zweigleisigen Ausbau Hechendorf (km 78) - Eschenlohe (km 86) einzusteigen. Diese Doppelspur würde bereits eine spürbare Entspannung im Betriebsablauf mit sich bringen.

Zu begrüssen ist die Angebotsausweitung zwischen Mittenwald und Seefeld. Allerdings hat man es verpasst zur Entspannung der Betriebssituation zwischen Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald die Strecke wenigstens teilweise auf 100 km/h zu ertüchtigen. Nach wie vor sollte aber ein zweigleisiger Ausbau zwischen Mittenwald und Scharnitz zusammen mit ÖBB Infra realisiert werden, um die Betriebsstabilität zu verbessern und die S-Bahn von Scharnitz nach Mittenwald zu verlängern.

Tarifmässig ist es zudem zu kritisieren, dass das Werdenfelsticket nur noch inklusive S-Bahn München für 19 € verkauft wird. Die Variante ohne S-Bahn München (gültig also erst ab Tutzing) für 11,50 € wird nicht mehr verkauft. Auch entfällt die Möglichkeit gegen einen Aufpreis für 4 € bis nach Seefeld in Tirol fahren zu dürfen. In Anbetracht der Tatsache, dass jetzt das Zugangebot bis Seefeld verdoppelt wird, ist diese Entscheidung der DB scharf zu kritisieren. Anstatt dem Kunden das Angebot schmackhaft zu machen, schiesst man sich jetzt wieder durch völlig unsinnige Tarifentscheidungen ins Knie.

Für Touristen war das Werdenfelsticket vor Ort für 11,50 € sehr attraktiv, weil man - im Gegensatz zum Bayernticket - sogar mit der Zahnradbahn bis Eibsee fahren konnte. Dass das DB-Management jetzt auch noch den Wegfall des Werdenfelstickets in drei Varianten als im Kundensinne bezeichnet, zeigt, dass das Management von Tuten und Blasen keine Ahnung hat.


Fazit:

Auch wenn die Infrastruktur derzeit noch mangelhaft ist, hat man fahrplanmässig mit dem aktuellen Betriebskonzept keinen großen Wurf gemacht.

Die Forderung zusätzlich zur stündlichen Regionalbahn ganztägig alle zwei Stunden mit Regionalexpresszügen zwischen München Hbf und Garmisch-Partenkirchen (9 Zugpaare) mit 70 Minuten Beförderungszeit zu fahren, bleibt in jedem Fall auf der Tagesordnung.

Frage an die Forumsleitung, ob man die Maximallänge der Postings von 10000 Bytes auf 20000 Bytes hochsetzen kann.

Licht und Schatten im Werdenfels KBS 960, 961, 963, 965 (1)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 05.12.2013, 19:37 (vor 4506 Tagen) @ ThomasK

Hallo ThomasK,

Also:

       Kochel (961) 
         /
        /
M --- Tutzing --- Murnau --- GAP --- Mittenwald (960)
                    \         \
                     \       Reutte (965)
                      \
                Oberammergau (963)

Erfreulich auch, dass der Talent 2 inzwischen die Zulassung hat, in Vierfachtraktion zu fahren.

Bedeutet also, dass man die 4 Ziele mit einem Zug fährt, pro Zielort einem Triebwagen?

Lobenswert auch die Erhöhung der Bahnsteige auf vielen Bahnhöfen der KBS 961 auf 760 mm UIC-Standard.

Angeblich waren die mal 550 mm. Passend für Dostos. Schade.
Dostos wären für die REs aufgrund starker Nachfrage besser gewesen.
Die ET442 wären dann die idealen Regionalbahnen.

Schauen wir uns mal den viergleisigen Bahnhof Tutzing an. Früher fuhr man Richtung Garmisch von Gleis 3 und von Garmisch nach München von Gleis 2. Die S-Bahn wendete an Gleis 1 und hatte somit eine Fahrstraßenkreuzung mit einer RB, die vom Gleis 2 aus nach München wollte, weswegen es zu begrüssen ist, dass die Aufgaben von Gleis 1 und 2 getauscht wurden.

Die alte Situation in Tutzing entspricht also etwa die von Tilburg Universität bei uns heute:

IC/RB Breda
<-----------------------
--------------------/---> IC/RB Tilburg
                   /
|-----------------/
Ende RB 52 Tilburg Uni-Weert

Der Witz dabei ist, dass der Vollzug so hält, dass lediglich bei dem ET 423 ebenerdig ein- und ausgestiegen werden kann, der Richtung München steht.

Wäre es nicht besser, ein A- und ein B-Gleis zu basteln, mit 760 bzw. 960 mm Höhe?
So würde man das in NL machen, siehe Gouda, wo die RB nach Alphen a.d. Rijn einiger Zeit als Trambahn fuhr mit niedrigen Bahnsteigen.

Ebenso darf man gespannt sein, wann endlich zwischen Mühltal Nord (km 23) und Westkreuz (km 9) die 16er-Tafeln aufgestellt werden.
Wenn der ICE 1 in diesem Bereich nur 140 km/h fährt, spielt das keine Rolle; der Talent 2 sollte hier aber 160 km/h fahren, um eine ausreichende Betriebsstabilität zu erreichen.

Das bringt aber nichts, wenn die ET423 nur 140 km/h fahren können. Südlich von Gauting haben die S-Bahnen (20-Minutentakt?) nicht mehr eigene Gleise.

Mehrmals wurde ja auf der Homepage der DB unter www.bahn.de/werdenfelsbahn angekündigt, dass im Werdenfelsnetz bis zu 160 km/h gefahren wird. Man darf gespannt sein, wann den Ankündigungen der Deutschen Bahn dann auch mal Taten folgen werden. Die Erhöhung der Geschwindigkeit von 140 km/h auf 160 km/h zwischen Mühltal Nord und Westkreuz bringt 41 Sekunden Fahrzeitverkürzung, was für die Betriebsstabilität auf dieser Strecke, an der durchaus noch Winter zu verzeichnen sind, sehr wichtig ist.

Wichtig ist, dass die S-Bahnen und die RB/RE einander nicht quer liegen.
Angeblich 20-Minutentakt S-Bahn und 30-Minutentakt RB/RE.

...dass ausgerechnet bei dem Zug, den die Skifahrer, die in Seefeld Skifahren wollen (München Hbf ab 6.32 Uhr, Seefeld an 8.46 Uhr) benutzen, in Garmisch-Partenkirchen umgestiegen werden muss, was mit den schweren Skistiefeln und Skiern nicht unbedingt attraktiv ist.

Ein Schönheitsfehler, aber nicht dramatisch.
Als Skifahrer kann ich sagen: daran gewöhnt man. Ab Seefeld sind Geigenbühel, Geschwandtkopf und Rosshütte auch nicht um die Ecke = man muss mit dem Bus weiter.

Da wäre es bei weitem sinnvoller gewesen, die ÖBB hätten ein einziges Zugpaar pro Tag komplett von Innsbruck Hbf über Garmisch-Partenkirchen nach München Hbf geführt.

Aber auch nur, wenn der ÖBB4024 auf dieselben Bahnsteighöhen angepasst ist als der ET442.

Ebenfalls zu kritisieren ist, dass man zwischen Garmisch-Partenkirchen und Lermoos einen lächerlichen Humpeltakt von 24 und 96 Minuten fährt. Es wäre bei weitem sinnvoller, man würde die Expresszüge auf den Abschnitt München Hbf - Garmisch-Partenkirchen begrenzen und dafür südlich von Garmisch Partenkirchen sowohl Richtung Mittenwald als auch Richtung Reutte täglich einen reinen Stundentakt fahren.

Angeblich ist in einer Stunde der Ausserferner an der RE gekuppelt und in der anderen Stunde an die RB? Wäre auf der Stammstrecke M-GAP stündlich RE (mit konsequenter Kupplung) und stündlich RB besser, oder ist das zu viel des Guten?

Wenn jetzt noch Schnellbusse auf der Autobahn angeboten werden, die von München Hackerbrücke nach Garmisch-Partenkirchen 70 Minuten unterwegs sind, dann ist es allerhöchste Zeit zusätzlich zur stündlichen Regionalbahn zwischen München Hbf und Garmisch-Partenkirchen einen ganztägigen zweistündlich fahrenden Regionalexpress fahren zu lassen, der nur in Pasing, Weilheim und Murnau hält.

Tutzing würde ich nicht vernachlässigen. So kann man Fahrgäste von der S-Bahn mitnehmen.

Solange die Strecke nicht zweigleisig ausgebaut ist und man nicht mehr als 4,1 Millionen Zugkilometer fahren will, sollte man sich in dem Fall überlegen einzelne Verstärkerregionalbahnen mit überlangen und somit unattraktiven Beförderungszeiten von fast zwei Stunden (Garmisch-Partenkirchen ab 7.22 Uhr, München Hbf an 9.09 Uhr) entfallen zu lassen und dafür mit den Regelzügen ab Garmisch-Partenkirchen in Vierfachtraktion zu fahren.

Zwei Zuggattungen auf einer eingleisigen Strecke, das macht Krach.
Bei uns hat NS diese Situation nicht mehr, mal abgesehen von den paar Kilometer Einspur bei der Brücke Ravenstein (Strecke Den Bosch-Nijmegen).
Auf eingleisigen Abschnitten wird bei uns immer an jedem Bahnhof gehalten; je nach restlicher Haltepolitik fährt der Zug dann als "Sprinter" (z.B. Heerhugowaard-Hoorn) oder als "IC" (z.B. Woerden-Leiden).
Na gut, Woerden-Leiden ist nur etwa eine halbe Stunde (dazu 3 Kreuzungsstellen), Tutzing-Mittenwald mehr als das doppelte.
Man könnte schon damit beginnen, alle Zwischenbahnhöfe der Werdenfels-Stammstrecke eine Kreuzungsmöglichkeit zu verpassen.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Betrieb Werdenfelsbahn KBS 960, 961, 963, 965 (1)

ThomasK, Freitag, 06.12.2013, 22:55 (vor 4505 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo!

Wegen 17,3 kByte besteht auch dieses Posting aus zwei Teilen

Du schreibst (1):


Also:

Kochel (961) 
/
/
M --- Tutzing --- Murnau --- GAP --- Mittenwald (960)
\         \
\       Reutte (965)
\
Oberammergau (963)


Da die KBS 960 südlich von Garmisch-Partenkirchen eine Gebirgsbahn ist, hat man sich für ein anderes Konzept entschieden. Das wird vsl. ab April realisiert, wenn alle 37 Talent 2 ausgeliefert sind. Aktuell sind es 27.

Stündlich fährt von München Hbf eine RB, die in Garmisch-Partenkirchen geflügelt wird. Der vordere Teil fährt weiter bis Mittenwald oder Seefeld in Tirol oder Innsbruck und der hintere Teil weiter nach Reutte. Die Taktminute ab München Hbf ist 32. In der HVZ wird ganz am Schluss des Zuges ein Zugteil, der nach Penzberg oder Kochel fährt, bis Tutzing mitgeführt.

Weiterhin fährt stündlich von München Hbf eine RB, die in Tutzing geflügelt wird. Der vordere Teil fährt nach Weilheim (HVZ Murnau oder Garmisch-Partenkirchen) und der hintere Teil nach Kochel. Diese Regionalbahn hält zusätzlich auch in Starnberg. Die Abfahrtszeit in München Hbf ist normalerweise zur Minute 59.

Diese beiden Regionalbahnen werden AUSSCHLIESSLICH mit vierteiligen Talent 2 bedient.

Zwischen Murnau und Oberammergau fahren separat stündlich ZWEITEILIGE Talent 2. In Murnau muss stets umgestiegen werden. Hierfür werden für den Umlauf zwei Fahrzeuge benötigt. Ein drittes Fahrzeug wird als Reserve vorgehalten.

Soweit das Grundkonzept.

Zusätzlich fahren 3 Expresszugpaare, die nur in Garmisch-Partenkirchen, Murnau, Weilheim, Pasing und München Hbf halten. Diese Expresszüge kommen von Mittenwald und teilweise auch von Lermoos oder Reutte. Zwischen Reutte und Garmisch fahren sie ganz normal als RB; zwischen Mittenwald und Garmisch sind diese Expresszüge sogar langsamer als die normalen RB. Diese 3 Expresszugpaare fahren täglich, wenngleich an 1 - 5 einerseits und an 6/7 andererseits zu unterschiedlichen Zeiten. An 1 - 5 Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen um 5.36 Uhr, 6.35 Uhr und 7.36 Uhr mit Ankunft in München Hbf um 6.46 Uhr, 7.48 Uhr und 8.46 Uhr. An 6/7 um 17.36 Uhr, 18.36 Uhr und 19.36 Uhr mit Ankunft in München Hbf um 18.47 Uhr, 19.48 Uhr und 20.47 Uhr. In der Gegenrichtung wird an 1 - 5 in München Hbf um 16.13 Uhr, 17.09 Uhr und 18.13 Uhr abgefahren mit Ankunft in Garmisch-Partenklirchen um 17.24 Uhr, 18.24 Uhr und 19.24 Uhr. An 6/7 Abfahrt in München Hbf um 7.13 Uhr, 8.13 Uhr und 9.13 Uhr mit Ankunft in Garmisch-Partenkirchen um 8.23 Uhr, 9.24 Uhr und 10.24 Uhr.

Zielgruppe für die Expresszüge sind also an 1-5 die Berufstätigen aus Garmisch, Murnau oder Weilheim, die in München arbeiten und an 6/7 die Münchner, die einen Tagesausflug ins Werdenfels machen wollen. Soweit die Theorie.

Abgesehen von der Strecke Murnau - Oberammergau stehen für alle anderen Leistungen ab vsl. April 2014 insgesamt 34 vierteilige Talent 2 Züge zur Verfügung.


Du weiter (2):

Bedeutet also, dass man die 4 Ziele mit einem Zug fährt, pro Zielort einem Triebwagen?


Das ist derzeit nicht vorgesehen. Bei der begrenzten Infrastruktur würde dann der gesamte Fahrplan zusammenbrechen. Dazu müsste die Strecke erst einmal zweigleisig ausgebaut werden.


Du weiter (3):

Angeblich waren die mal 550 mm. Passend für Dostos. Schade.
Dostos wären für die REs aufgrund starker Nachfrage besser gewesen.
Die ET442 wären dann die idealen Regionalbahnen.


Sowohl 550 mm als auch 760 mm sind UIC-Standard. In ganz Bayern ist es zumeist so, dass im Dieselnetz auf 550 mm und im E-Netz auf 760 mm umgebaut wird. Bei der S-Bahn München bleibt es in jedem Fall bei 960 mm.


Du weiter (4):

Die alte Situation in Tutzing entspricht also etwa die von Tilburg Universität bei uns heute:

IC/RB Breda
<-----------------------
--------------------/---> IC/RB Tilburg
/
|-----------------/
Ende RB 52 Tilburg Uni-Weert


In folgendem Video siehst du die ALTE Situation, die bis 25. Oktober 2013 bestand. Am Anfang des Videos schaust du Richtung München. Links auf Gleis 3 fährt die RB nach Garmisch-Partenkirchen bzw. Mittenwald ein. Sie ist in München Hbf um 11.32 Uhr abgefahren und kreuzt um 12.00 Uhr in Tutzing mit dem Gegenzug nach München, der auf Gleis 2 einfährt. Auf Gleis 1 steht die S-Bahn und auf Gleis 1 Süd die RB nach Kochel (im Video nicht sichtbar). Am Anfang des Videos sieht man Gleis 4 ganz links. Derzeit existiert auf Gleis 4 ein Behelfsbahnsteig, der aber wieder abgebaut werden soll. Ursprünglich wollte DB Netz auch Gleis 4 abbauen, aber dann hätte man für die Nachtabstellung der S-Bahn München (ET 423) einen höheren Betriebsaufwand durch Leerfahrten nach Starnberg gehabt.

http://www.youtube.com/watch?v=lCDoKoF9GBo

Im aktuellen Fahrplan bis zum 14.12.2013 wird so gefahren, dass in München zur UNGERADEN Stunde, also 7.32 Uhr, 9.32 Uhr, 11.32 Uhr ein Dostozug abfährt, wobei nach der E 111 ein oder zwei Bn folgen, dann drei Dostos alter Bauart mit jeweils 139 Plätzen und dann ein BDn-Steuerwagen. Diese Züge enden in Mittenwald. Diese Garnituren erreichen München Hbf zur geraden Stunde 27, so dass die Wendezeit in München Hbf 65 Minuten beträgt. In Mittenwald sind es 71 - 75 Minuten Wendezeit (von u22/u26 bis g37). In der Stunde dazwischen fahren reine Bn-Kompositionen mit einem Bn-Steuerwagen und einem ABn. Die Züge sind 5 - 7 Wagen lang. Die E 111 zeigt normalerweise Richtung Mittenwald und der Steuerwagen Richtung München Hbf. In München Hbf wird zumeist auf den Gleisen 27 - 32 abgefahren; Gleis 33/34 = BOB und Gleis 35/36 zumeist die S 27.

Wie im Video ersichtlich, kreuzen sich also die Dostozüge in Tutzung zur geraden Stunde 00; hier also 12.00 Uhr. Die S-Bahn auf Gleis 1 fährt um 12.04 Uhr und erreicht München Hbf um 12.49 Uhr in der Ebene -2.


Du weiter (5):

Wäre es nicht besser, ein A- und ein B-Gleis zu basteln, mit 760 bzw. 960 mm Höhe?
So würde man das in NL machen, siehe Gouda, wo die RB nach Alphen a.d. Rijn einiger Zeit als Trambahn fuhr mit niedrigen Bahnsteigen.


Da Richtung Kochel maximal zwei Talent 2 fahren, also 2 * 72,3 m = 146,6 m Zuglänge besteht und 210 m für die S-Bahn reserviert werden müssen, ist das kein Problem, da zuzüglich der 10 m für die Deckungssignale lediglich eine Bahnsteiglänge von 366,6 m notwendig ist. Der Bahnsteig in Tutzing auf Gleis 2 ist 369 m lang; also wäre alles perfekt gewesen, wenn man die nördlichen 210 m auf 960 mm gebracht hätte; tatsächlich sind es aber nur die nördlichen 140 m Bahnsteiglänge. Das sollte geändert werden.


Du weiter (6):

Das bringt aber nichts, wenn die ET423 nur 140 km/h fahren können. Südlich von Gauting haben die S-Bahnen (20-Minutentakt?) nicht mehr eigene Gleise.


Da die S-Bahn zwischen Gauting (km 19) und Starnberg Nord (km 26,6) nicht mehr hält spielt das keine Rolle. Die Geschwindigkeitsschere zwischen S-Bahn und Talent 2 beträgt fahrdynamisch in diesem Bereich nur wenige Sekunden. Wichtig ist, dass dort, wo die S-Bahn oft hält, also zwischen Gauting und Pasing, die Strecke viergleisig ist und genau dort sollten die Talent 2 Züge 160 km/h fahren.


(Teil 2)

Geschwindigkeitseinbruch Gauting (S-Bahn)

sb, Samstag, 07.12.2013, 15:26 (vor 4504 Tagen) @ ThomasK

Anzumerken sei noch, dass die S-Bahnen von Tutzing/Starnberg nach München den Einfahrtsbereich südlich von Gauting, wo sie auch das Gegengleis der Regionalzüge höhengleich kreuzen, nur mit 50km/h absolvieren dürfen – und damit einen Geschwindigkeitseinbruch hervorrufen, der nachfolgende Regionalzüge unnötig behindert:

http://goo.gl/maps/sSk0W
http://fahrweg.dbnetze.com/file/2424406/data/MGT_ISR.svg

(betrifft S-Bahn von MST nach MGT auf Einfahrstraße 35F-35P3 über (35W20,) 35W17, 35W16, 35W15)

Hierfür wäre eine Anpassung der Weichenstraße 35W17–35W16–35W15, evtl. unter Ersatz der Weichen 35W16/35W15 aus Platzgründen durch eine EKW oder DKW, hilfreich mit mindestens einem Zweiggleisradius für möglichst 100km/h. Aufgrund der Lage im Bogen kann nur ein Trassierungsentwurf darüber genauen Aufschluss bringen. Da die Fahrstraße in diesem Fall schon über das Ausfahrsignal hinaus gestellt sein sollte, wäre der (kurze) Durchrutschweg des Ausfahrsignals 35P3 irrelevant.

Eine höhenfreie Ausfädelung wäre zwar betrieblich optimal, in diesem Fall aber baulich (Grunderwerb, Ortsbild etc.) anspruchsvoll und wirtschaftlich fragwürdig.

Apropos EIU bzgl. dieses Themenbaums: DB Netz dürfte durchaus Interesse an einer Aufwertung ihrer Infrastruktur haben und ich bin mir sicher, dass DB Netz hierzu auch willens und fähig wäre – aber nur, wenn es die richtigen Vorgaben und eine ausreichende Finanzierung solch sinnvoller Maßnahmen erhielte.

Einfahrgeschwindigkeit Gauting (S-Bahn)

sb, Samstag, 07.12.2013, 15:35 (vor 4504 Tagen) @ sb
bearbeitet von sb, Samstag, 07.12.2013, 15:36

P.S.: Meiner Erinnerung ist die Einfahrgeschwindigkeit Gauting 50km/h für die S-Bahnen von Starnberg (Regelgleis) nach Gauting (Gleis 3), einer frühere Quelle zufolge sei sie aber 140km/h, was mir an den Weichenradien gemäß den aktuellen Lufbildern selbst unter Berücksichtigung der Überhöhung seltsam wirkt. Wer weiß mehr?

Betrieb Werdenfelsbahn KBS 960, 961, 963, 965 (2)

ThomasK, Freitag, 06.12.2013, 22:58 (vor 4505 Tagen) @ Oscar (NL)

(Teil 2)

Du weiter (7):

Wichtig ist, dass die S-Bahnen und die RB/RE einander nicht quer liegen.
Angeblich 20-Minutentakt S-Bahn und 30-Minutentakt RB/RE.


Richtig. Da aber die S-Bahn zwischen Gauting und Tutzing nur noch viermal hält und in Starnberg aufgrund der scharfen Doppel-S-Kurve Vmax = 60 km/h gegeben ist, benötigt die S-Bahn nur etwa 5 Minuten länger. Nachdem wir seit Jahren ein zusätzliches Blocksignal zwischen Tutzing und Feldafing gefordert haben, ist dieses nun endlich eingebaut worden. Dadurch haben wir nun so viele Freiheitsgrade, dass der 30-Minutentakt RB/RE mit dem 20-Minutentakt der S-Bahn kompatibel ist. Die Deutsche Bahn hatte 1987 mit der Stadt Starnberg einen Vertrag abgeschlossen zur Verschiebung des Bahnhofs Stranberg um die Durchfahrtsgeschwindigkeit zu erhöhen. Passiert ist in den 26 Jahren nichts. Da in Deutschland die 30-Jährige Verjährungsfrist gilt, würde 2017 der Vertrag von 1987 automatisch hinfällig werden. Die Stadt Starnberg ist nun nicht mehr interessiert, weil man an einem neuen Autobahntunnel plant, der sehr viel Geld kosten wird, aber die DB will den Vertrag von 1987 durchsetzen. Wahrscheinlich geht´s vor Gericht weiter.

https://www.deutschebahn.com/de/presse/pi_regional/3993102/by20130603.html

Zwar ist die Durchfahrt mit 60 km/h durch Starnberg nicht unbedingt schön, aber da es mittlerweile für die Zugreisenden Kultstatus hat, unmittelbar an der Uferpromenade vorbei zu fahren und die Schiffe direkt vom Zug aus zu sehen, sehe ich jetzt hier keinen aktuellen Handlungsbedarf. Die DB sollte sich endlich mal darum kümmern, die Strecke zweigleisig auszubauen und am scharfen Doppel-S von Eschenlohe (km 86 - 87) zu arbeiten. Das wäre wesentlich intelligenter, als sich auf die Bahnhofsdurchfahrt Starnberg zu versteifen.

Der Starnberger See ist links:

http://www.youtube.com/watch?v=Jx3JTk0s3BY


Du weiter (8):

Ein Schönheitsfehler, aber nicht dramatisch.
Als Skifahrer kann ich sagen: daran gewöhnt man. Ab Seefeld sind Geigenbühel, Geschwandtkopf und Rosshütte auch nicht um die Ecke = man muss mit dem Bus weiter.


Gerade weil es notwendig ist, am Bahnhof Seefeld in den Bus umzusteigen, sollte man den Skifahrern nicht noch ein zusätzliches Umsteigen zumuten. Schliesslich müssen sie ja auch erst mit der U-Bahn oder sonstwie zum Zug kommen. Irgendwann wird es den Leuten vor lauter Zumutbarkeit zu bunt und sie fahren mit dem Auto.

Die Argumentation mit der Zumutbarkeit ist genau die Denkweise der DB, die zu bekämpfen ist. In Garmisch ist es auch zumutbar, den Weg zur Bayerischen Zugspitzbahn um 300 m zu verlängern. Genau diese Denkweise muss man den Verantwortlichen austreiben. Wenn ich sehe, wie die Schweizer sich darum bemühen die Umsteigewege zu optimieren und ein fantastisches Angebot zu schaffen und dann andererseits sehe, dass in Deutschland eine Zumutbarkeit nach der anderen als Planungsgrundlage gilt, dann stelle ich mir die Frage, ob die DB-Verantwortlichen nicht begriffen haben, dass in der Marktwirtschaft der Kunde die Qualitätsstandards festlegt und nicht der Anbieter. In Zermatt hat man z.B. eine Untersuchung gemacht und festgestellt, dass Fusswege von mehr als 300 - 400 Meter für den Skifahrer extrem negativ beurteilt werden. Also hat man z.B. einen Aufzug gebaut, so dass die Skifahrer bequem in Zermatt gleich von der Skipiste zur Talstation der Sunneggastandseilbahn gelangen können.

In Deutschland ist immer alles egal und zumutbar. Und dann wundert man sich, dass die Schweizer mit dem ÖV bei weitem mehr Erfolg haben als wir.

Alleine die Tatsache, dass man in Garmisch-Partenkirchen die Zugspitzbahn nicht in den Bahnhof der DB einführt, weil man 5 Millionen € für zu teuer hält, aber andererseits locker 9 Millionen € Mehrkosten für die Sprungschanze, die im Jahr gerade mal zweimal von ca. 100 Spitzenskispringern benutzt wird, aber für die Zehntausenden Fahrgäste der DB und BZB nichts übrig hat, zeigt, wie die Politik die Prioritäten setzt. Läge Garmisch-Partenkirchen in der Schweiz, dann wären diese lächerlichen 5 Millionen € zur Einführung der Zahnradbahn in den DB-Bahnhof schon längst finanziert worden. Wahrscheinlich hätte in der Schweiz die Bevölkerung in einer Volksabstimmung mit mehr als 70% zugestimmt. Aber bei uns schafft man es noch nicht einmal solche Kleinigkeiten auf die Reihe zu bekommen. Aber mehr als eine halbe Milliarde € ausgeben wollen, für den Autobahnausbau im Werdenfels - da ist die Politik Ruck/Zuck zur Stelle.


Du weiter (9):

Aber auch nur, wenn der ÖBB4024 auf dieselben Bahnsteighöhen angepasst ist als der ET442.


Wichtig ist, dass aus Kundensicht gedacht wird und mit dem ganzen Zumutbarkeitsgequatsche endlich mal aufgeräumt wird. Dann sollen sie eben den Naturalausgleich mit Fernverkehrszügen machen. Das kann doch nicht so schwer sein, pragmatische Lösungen im Sinne des Kunden zu finden. Die Eisenbahn verkauft die Dienstleistung "Fahrt von A nach B und das Erlebnis Eisenbahn". Da habe ich doch als Verkäufer ein Interesse daran, zufriedene Kunden zu haben.


Du weiter (10):

Angeblich ist in einer Stunde der Ausserferner an der RE gekuppelt und in der anderen Stunde an die RB? Wäre auf der Stammstrecke M-GAP stündlich RE (mit konsequenter Kupplung) und stündlich RB besser, oder ist das zu viel des Guten?


Stündlich RE und stündlich RB zwischen München Hbf und Garmisch-Partenkirchen setzt zumindest teilweise einen zweigleisigen Ausbau voraus. Derzeit ginge nur ein zweistündlicher RE. Aber anstatt diesen zweistündlichen RE anzubieten, stöpselt man sinnlos irgendwelche Zugkilometer von unattraktiven Zügen hinein. Wenn z.B. Züge von Kochel nach München Hbf in Tutzing bei den zeitsensiblen Berufstätigen 13 Minuten warten wie z.B. von 6.25 Uhr bis 6.38 Uhr und von 7.25 Uhr bis 7.38 Uhr, dann muss man sich allen ernstes fragen, ob man bei der DB überhaupt begriffen hat, in welchem Wettbewerb man mit dem Auto steht.

Schau dir mal an, wie schnell die Berner Oberland Bahn in Zweilütschinen kuppelt und flügelt. Das geht dort Zack/Zack innerhalb von 3 Minuten. Zwar muss man der DB 4 Minuten zugestehen, weil man nach der EBO - im Gegensatz zur Schweiz - bei Einfahrt in ein besetztes Gleis zuvor kurz anhalten muss, aber mehr als 4 Minuten sollte die Aufenthaltszeit in Tutzing nicht sein.

Südlich von Garmisch-Partenkirchen ist die Fahrgastfrequenz deutlich schwächer. Da reicht ein Stundentakt, wobei der aber auch täglich gefahren werden sollte und zwar sowohl Richtung Reutte als auch Richtung Mittenwald/Innsbruck. Deshalb ist ausschliesslich die RB zu flügeln. Der RE sollte in Garmisch-Partenkirchen enden.


Du weiter (11):

Tutzing würde ich nicht vernachlässigen. So kann man Fahrgäste von der S-Bahn mitnehmen.


Tutzing bekommt mit zwei schnellen Verbindungen pro Stunde nach München zuzüglich zur S-Bahn, die zumeist im 20-Minuten-Takt, mindestens aber im 20/40-Minuten-Takt fährt, ein super Angebot. Die Expresszüge sind eindeutig für die Garmischer, Murnauer und Weilheimer, die keinen S-Bahn-Anschluss haben, bestimmt. Es ist unzumutbar, wenn die Bergsteiger im Sommer nach München fahren und dann bekommt der ohnehin volle Zug in Tutzing 5 Minuten Verspätung, weil die ganzen Fahrradfahrer vom Starnberger See in den vollen Zug drängeln, der voll von Bergsteigern ist. Anstatt, dass die sich in eine leere S-Bahn reinsetzen, die ein paar Minuten länger unterwegs ist, zwängen die sich in Tutzing auch noch in die Garmischer Züge. Wenn die RB hält, dann ist es ok, aber der RE sollte nur in Garmisch, Murnau, Weilheim und Pasing halten, denn dann sind die Bergsteiger die Fahrradfahrer vom Starnberger See los. Jeden Sommer erlebe ich x-mal das Affentheater in Tutzing.

Wenn der ICE in Tutzing hält, dann ist mir das egal, weil der ICE auf der KBS 960 eh nichts zu melden hat, aber der RE muss durchfahren, damit er auch den Namen Express verdient:

http://www.youtube.com/watch?v=nnIKwrclDPg :-)

Im Grundangebot sollte also die RB stündlich München - Garmisch-Partenkirchen fahren, wobei bis Weilheim halbstündlich gefahren wird, zuzüglich 9 schneller RE-Zugpaare München Hbf - Garmich-Partenkirchen im Zweistundentakt. Abfahrt in Garmisch täglich 5.36 Uhr - 21.36 Uhr und ab München Hbf täglich 6.13 Uhr - 22.13 Uhr.


Du weiter (12):

Zwei Zuggattungen auf einer eingleisigen Strecke, das macht Krach.


Korrekt. Deshalb auch zunächst nur die Forderung nach einem Zweistundentakt für den RE (9 Zugpaare täglich München Hbf - Garmisch-Partenkirchen). Wenn die Strecke zweigleisig ist, dann sollte auf einen Stundentakt verdichtet werden. Übrigens war der vollständig zweigleisige Ausbau zwischen Tutzing und Murnau schon vor über 10 Jahren angekündigt und versprochen worden. Siehe hier das Protokoll im Bayerischen Landtag, vom 21.06.2007 (Siehe Seite 61-67 von 96 im Link).

http://www.bayern.landtag.de/webangebot2/Vorgangsmappe?wp=15&typ=V&drsnr=7524&a...


Du weiter (13):

Man könnte schon damit beginnen, alle Zwischenbahnhöfe der Werdenfels-Stammstrecke eine Kreuzungsmöglichkeit zu verpassen.


Das ist bereits geschehen, wobei die Anordnung in Farchant so dämlich ist, dass man sie nicht nutzen kann, wenn beide Züge dort halten, was bei einer RB-Kreuzung immer gegeben ist. Mehrmals wurden Fahrgäste aufgefordert von Oberau zurückzufahren, weil man außerplanmässig wegen einer Zugkreuzung durch den deutlich verspäteten Gegenzug nicht halten könne.

Typisch DB Netz: Erst bauen und dann hinterher - wenn überhaupt noch - denken.

Übrgens wollte die DB Netz AG vor ein paar Jahren Klais von zwei Gleisen auf ein Gleis zurückbauen, weil man felsenfest behauptete, dass man hier in keinem Fahrplankonzept eine Zugkreuzung hat. Erst nach massiver öffentlicher Empörung ließ DB Netz die Pläne, Klais zum eingleisgen Hp zurückzubauen, fallen.

Jetzt kreuzt regelmässig der Expresszug mit der RB in Klais zur Minute 44/45.

Soviel zur Kompetenz von DB Netz.

Grüße, Thomas

Licht und Schatten im Werdenfels KBS 960, 961, 963, 965 (1)

Alexander, Donnerstag, 05.12.2013, 20:28 (vor 4506 Tagen) @ ThomasK

Hallo Thomas,

vorweg, meiner Meinung nach eine gute Analyse.

Die lange Fahrzeiten der RB (in deinem Beispiel 7:22) liegt aber an dem 20 Minuten Aufenthalt in Murnau, wo die RB durch den RE überholt wird.
Daher ist diese meiner Meinung nach nicht repräsentativ.

Das Problem am Wochenende mit der Strecke nach Reute liegt doch daran, da man einerseits den 2 Stundentakt (normalerweise mit Flügelung von der RB, wenn alle 442 ausgeliefert sind) hat und anderseits den Skifahrern eine schnelle Verbindung in die Alpen anbieten will.
Die "zusätzlichen" Züge nach Lermoos hängen daher an dem RE und nicht an der RB dran.

Der Umstieg aller 4 Stunden in Garmisch liegt, wie du schon richtig geschrieben hast, im Naturalausgleich mit der ÖBB.
Der Einsatz der ÖBB ist aber auch politisch gewollt.
Eine Durchbindung nach München scheitert an mehreren Gründen. Die ÖBB hat nicht genügend Triebwagen zur Verfügung um die Leistungen bis nach München zu fahren brächte man mindestens 6 ET, diese sind nicht verfügbar. (Bereits heute fallen im Raum Innsbruck regelmäßig Züge wegen ET-Mangel aus) Dann ist das nächste Problem das die die Umläufe mit der RB nach Weilheim/Kochel verknüpft sind. Hier würden dann statt 30 Minuten zukünftig teilweise 60 Minuten Wendezeiten entstehen. Dies macht es eventuell unwirtschaftlich.

Eine Doppelführung nach München Hbf scheitert an den Gleiskapazitäten. Man ist im Jahr 2014 bei einer Auslastung von knapp 100% für den Münchner Hbf angelangt. Simulationen von DB Netz haben gezeigt das der Fahrplan ab Fahrplanwechsel (mit Ausweitungen der Verkehre ins Werdenfels und Richtung Rosenheim gerade so fahrbar sind. Es ist zu befürchten das bei größeren Verspätungen München Hbf nicht mehr alle Züge aufnehmen kann.

Du hast das große Problem erkannt, die Infrastruktur ist mangelhaft. Versprochene Verbesserungen können nicht rechtzeitig umgesetzt werden.
Der Halt Ohlstadt wurde nicht nur zur Strafe alle zwei Stunden gestrichen, sondern auch zur Verbesserung der Betriebsstabilität. Ich bin mir nicht 100% sicher, aber durch den Umbau soll ungefähr 1 Minute Fahrzeit eingespart werden.
Viele werden meine, 1 Minute was sind das schon, aber dies kann sich sehr schnell vervielfachen.
Aber auch kleine Dinge wie ein Zugdeckungssignal in Weilheim oder Signalverschiebung an der Einfahrt Weilheim machen die Betriebsqualität und das einhalten des Fahrplan nicht einfacher.

Dazu kommt, dass die Zeiten zur Vereinigung und Trennung der Züge nicht ausreichend ist, da durch die EBA-Verfügung jeweils die führende MG-Bremse ausgeschaltet sein muss.
Das beutetet das der Zug der hinten drauf fährt vor der Weiterfahrt seine MG-Bremse wieder einschalten muss, dafür muss der Tf aber in den Fahrgastraum zwischen die Beine der Fahrgäste...

Viele Grüße

--
Es gibt Menschen, die geizen mit ihrem Verstand wie andere mit ihrem Geld. (Wilhelm Busch)

Licht und Schatten im Werdenfels KBS 960, 961, 963, 965 (1)

BahnCard100First, Hamburg, Donnerstag, 05.12.2013, 22:36 (vor 4506 Tagen) @ Alexander

Das Umsteigen in Garmisch soll ja kein Dauerzustand sein. Derzeit fehlen noch einige Talent 2 die nicht Pünktlich geliefert werden können. Sollten irgend wann mal die weitern Talent 2 bereit stehen, wird man in Garmisch nicht umsteigen müssen

Licht und Schatten im Werdenfels KBS 960, 961, 963, 965 (1)

ThomasK, Samstag, 07.12.2013, 00:56 (vor 4505 Tagen) @ Alexander

Hallo!

Aus Effizienzgründen gehe ich jetzt nur noch auf diejenigen Dinge ein, die ich bei Oscar aus den Niederlanden noch nicht beantwortet habe bzw. nach denen Oscar (NL) gar nicht gefragt hat.


Du schreibst (1):

Die lange Fahrzeiten der RB (in deinem Beispiel 7:22) liegt aber an dem 20 Minuten Aufenthalt in Murnau, wo die RB durch den RE überholt wird.


Es besteht aber überhaupt keine Notwendigkeit, die RB in Murnau so lange warten zu lassen. Da der RE nur 12 Minuten schneller ist als die reguläre RB, und der RE in Lastrichtung nur im Stundentakt fährt, ergibt sich nicht die geringste Notwendigkeit, eine Überholung einzubauen.

Bereits auf einer zweigleisigen Strecke versucht man Überholungen zu vermeiden, aber auf einer eingleisigen Strecke mit identischem Zugmaterial ist so eine Fahrplangestaltung geradezu grotesk.


Du weiter (2):

Daher ist diese meiner Meinung nach nicht repräsentativ.


Ich will damit nur an etlichen Beispielen aufzeigen, dass die DB einen attraktiven Fahrplan nicht im Visier hat. Hauptsache, es werden Zugkilometergelder abkassiert. Bereits vor 10 Jahren hatte man so einen dämlichen Fahrplan, bei dem die Züge in Weilheim 15 Minuten Zwangspause einlegen mussten. Die Kunden sind der DB völlig egal.


Du weiter (3):

Das Problem am Wochenende mit der Strecke nach Reute liegt doch daran, da man einerseits den 2 Stundentakt (normalerweise mit Flügelung von der RB, wenn alle 442 ausgeliefert sind) hat und anderseits den Skifahrern eine schnelle Verbindung in die Alpen anbieten will.


Für gerade mal 10 Minuten Reisezeitverkürzung für EINEN KLEINEN TEIL der Fahrgäste, einen deutlich schlechteren Takt FÜR ALLE?

Ein konsequenter Stundentakt zwischen Reutte und München mit immer derselben Taktminute ohne Firlefanz ist genau das, was die Fahrgäste wollen und keine punktuellen Vorteile für einen kleinen Teil auf Kosten fast aller anderen.


Du weiter (4):

Eine Doppelführung nach München Hbf scheitert an den Gleiskapazitäten. Man ist im Jahr 2014 bei einer Auslastung von knapp 100% für den Münchner Hbf angelangt. Simulationen von DB Netz haben gezeigt das der Fahrplan ab Fahrplanwechsel (mit Ausweitungen der Verkehre ins Werdenfels und Richtung Rosenheim gerade so fahrbar sind. Es ist zu befürchten das bei größeren Verspätungen München Hbf nicht mehr alle Züge aufnehmen kann.


Dann rechnen wir doch mal nach:

Meridian Richtung Deisenhofen: Gleis 35/36.
BOB Richtung Holzkirchen: Gleis 33/34
Halbstundentakt München - Tutzing + Express: maximal 3 Gleise von 27 bis 32
Züge Richtung Buchloe: Maximal 2 Gleise von 27 bis 32
Züge Richtung Freising: 24, 25 und 26 sowie ein Gleis von 27 bis 36.

Ich sehe das Problem jetzt nicht.


Du weiter (5):

Der Halt Ohlstadt wurde nicht nur zur Strafe alle zwei Stunden gestrichen, sondern auch zur Verbesserung der Betriebsstabilität. Ich bin mir nicht 100% sicher, aber durch den Umbau soll ungefähr 1 Minute Fahrzeit eingespart werden. Viele werden meine, 1 Minute was sind das schon, aber dies kann sich sehr schnell vervielfachen.


Hier geht es darum, zwischen km 81 und 79,6 für die durchfahrenden Züge statt 80 km/h eben 100 km/h zu fahren. Für 1,4 km braucht man bei 80 km/h 63 Sekunden; bei 100 km/h sind es 50,4 Sekunden; die Differenz sind also 12,6 Sekunden.

Diese 12,6 Sekunden sind jedoch nur für durchfahrende Züge massgeblich. Bei den Zügen, die halten, sind es nur etwa 5 Sekunden.

Dazu kann ich nur sagen: DB Netz erzählt viel, wenn der Tag lang ist.

Auch sei die Frage erlaubt, warum dann für die durchfahrenden Züge die Weichen bei km 41,8 nicht für 100 km/h statt für 80 km/h ausgelegt wurden? Warum ist die Ausfahrt von Gleis 1 in Tutzing nach München für die durchfahrenden Züge nur auf 80 km/h ausgelegt, wohingegen die S-Bahn von Gleis 2 mit Streckengeschwindigkeit ausfährt?

Fakt ist einfach, dass die durchfahrenden Züge von der BEG eine klare Strafaktion gegen Ohlstadt sind. Falls es zu einer verwaltungsjuristischen Auseinandersetzung zwischen DB Netz und der Gemeinde Ohlstadt kommt, dann werden vor Gericht die Behauptungen von DB Netz in Grund und Boden widerlegt werden.

Die DB Netz will einfach nur den Bahnhof Richtung Bahnübergang schieben, um sich eine Unterführung zu einem Mittelbahnsteig in alter Lage zu sparen. Das ist alles. Wenn dann die Fahrgäste über die Gleise rennen, um sich 400 m zu sparen, dann interessiert das bei DB Netz keinen. De facto verlieren die Fahrgäste 5 Minuten, da sie ja den Bahnübergang noch queren müssen, bevor der Zug einfährt.

Wenn die DB so auf die Betriebsstabilität erpicht wäre, dann hätten sie als absolute MINDESTLÖSUNG von km 41,8 bis km 43,8 zwei Kilometer lang die Strecke zweigleisig ausgebaut. Aber bei Diemendorf hat man nach dem Abriss des zweiten Gleises die Schranke des Bahnübergangs direkt auf das Plenum des ehemaligen zweiten Gleises gesetzt, damit ein erneuter Aufbau des zweiten Gleises möglichst viel kostet. Dann kann nämlich die DB mehr abkassieren bei der Planungspauschale, die prozentual gerechnet wird.

Eine weitere Blamage der DB, kann ich dazu nur sagen.


Du weiter (6):

Dazu kommt, dass die Zeiten zur Vereinigung und Trennung der Züge nicht ausreichend ist, da durch die EBA-Verfügung jeweils die führende MG-Bremse ausgeschaltet sein muss. Das beutetet das der Zug der hinten drauf fährt vor der Weiterfahrt seine MG-Bremse wieder einschalten muss, dafür muss der Tf aber in den Fahrgastraum zwischen die Beine der Fahrgäste.


Hierzu gab es von der DB eine Auskunft, dass die Auswirkungen auf den Betrieb sehr gering sein werden.

Immer öfters hat man das Gefühl, dass sich die DB die Argumente immer gerade so zurechtlegt, wie sie es brauchen. ;-)

Die Erfahrungen mit der DB zeigen in vielerlei Hinsicht, dass man alles selbst überprüfen muss. Glauben kann man denen nichts mehr.


Du weiter (7):

Du hast das große Problem erkannt, die Infrastruktur ist mangelhaft. Versprochene Verbesserungen können nicht rechtzeitig umgesetzt werden.


Ich bin mal gespannt, wie lange es dauert, bis die Strecke endlich mal zweigleisig ausgebaut wird. Hoffentlich kostet endlich mal bald der Liter Benzin über 3 €, damit sich im autoverrückten Deutschland endlich mal etwas bewegt.


Grüße, Thomas

Licht und Schatten im Werdenfels KBS 960, 961, 963, 965 (1)

Alexander, Sonntag, 08.12.2013, 16:56 (vor 4503 Tagen) @ ThomasK

Du schreibst (1):

Die lange Fahrzeiten der RB (in deinem Beispiel 7:22) liegt aber an dem 20 Minuten Aufenthalt in Murnau, wo die RB durch den RE überholt wird.

Es besteht aber überhaupt keine Notwendigkeit, die RB in Murnau so lange warten zu lassen. Da der RE nur 12 Minuten schneller ist als die reguläre RB, und der RE in Lastrichtung nur im Stundentakt fährt, ergibt sich nicht die geringste Notwendigkeit, eine Überholung einzubauen.

Dann müsste man konsequenterweise sagen, es darf gar keinen RE geben.
Wenn du die RB gleich weiterfahren lassen würdest, wäre die nächste Kreuzung in Weilheim, (bis Wilzhofen ist es von der Fahrzeit nicht schiffbar, wenn der Gegenzug nicht angetastet werden soll)

In Tutzing hast du nun das Problem, dass zum kuppeln mit der RB aus Kochel nicht mehr möglich ist, da die S-Bahn 3 Minuten nach dem derzeitigen RE-Plan abfährt. Hier müsste nun die S-Bahn später gelegt werden und da sehe ich keine Möglichkeit.

Wenn der RE bis München hinterherfahren soll, kann er gleich überall halten.

Ich will damit nur an etlichen Beispielen aufzeigen, dass die DB einen attraktiven Fahrplan nicht im Visier hat. Hauptsache, es werden Zugkilometergelder abkassiert. Bereits vor 10 Jahren hatte man so einen dämlichen Fahrplan, bei dem die Züge in Weilheim 15 Minuten Zwangspause einlegen mussten. Die Kunden sind der DB völlig egal.

Der Fahrplan ist meistens in der Ausschreibung der BEG meistens vorgegeben. Deshalb gibt es in Bayern so viele Flügelzüge, der zuständige Planer liebt anscheinend so etwas. Was das EVU dann macht, "Schönheitskorrekturen" am Fahrplan damit dieser aus in der Realität fahrbar ist.

Für gerade mal 10 Minuten Reisezeitverkürzung für EINEN KLEINEN TEIL der Fahrgäste, einen deutlich schlechteren Takt FÜR ALLE?

Ein konsequenter Stundentakt zwischen Reutte und München mit immer derselben Taktminute ohne Firlefanz ist genau das, was die Fahrgäste wollen und keine punktuellen Vorteile für einen kleinen Teil auf Kosten fast aller anderen.

Das stimmt und würde auch meiner Ansicht nach mehr helfen. Aber leider kostet dies der BEG zu viel.
Die Fahrzeit ist zwar nur für einen kleinen Teil der Reisenden (Wenn Schnee liegt aber ca. 150 Reisende!), aber sie ist genau Ziel gerichtet. Bis zu diesem Winter fuhr immer ein RE ohne Halt München - Garmisch Hausbergbahn, dieser wird durch die Expresszüge ersetzt.
Ich stimme dir voll zu, es ist nicht das gelbe vom Ei...

Du weiter (4):

Eine Doppelführung nach München Hbf scheitert an den Gleiskapazitäten. Man ist im Jahr 2014 bei einer Auslastung von knapp 100% für den Münchner Hbf angelangt. Simulationen von DB Netz haben gezeigt das der Fahrplan ab Fahrplanwechsel (mit Ausweitungen der Verkehre ins Werdenfels und Richtung Rosenheim gerade so fahrbar sind. Es ist zu befürchten das bei größeren Verspätungen München Hbf nicht mehr alle Züge aufnehmen kann.

Dann rechnen wir doch mal nach:

Meridian Richtung Deisenhofen: Gleis 35/36.
BOB Richtung Holzkirchen: Gleis 33/34
Halbstundentakt München - Tutzing + Express: maximal 3 Gleise von 27 bis 32
Züge Richtung Buchloe: Maximal 2 Gleise von 27 bis 32
Züge Richtung Freising: 24, 25 und 26 sowie ein Gleis von 27 bis 36.

Ich sehe das Problem jetzt nicht.

Du solltest schon ein Fahrplan zu Grunde legen.
Schau dir mal den Fahrplan zwischen 7:00 und 08:00 im Starnberger Bahnhof an.
Das Werdenfels brauch 3 Gleise (7:26 an 07:59 wieder ab, 7:48 an - muss nach Pasing, 08:00 an...)
Die BOB brauch mindestens 2 (im schlechtesten Fall 3! Gleise) (7:31 an - 08:05 wieder ab?, 07:35 an -> muss zur Abstellung, 08:00 an....)
Meridian sollte mit einem Gleis auskommen.
Gleis 35 oder 36 ist ganztags für die S-Bahn reserviert für den falle eines S-Bahn Notprogramm
Ein Gleis für den Meridian.
Mindestens 2 Gleise für Allgäu (7:54 ab, 7:43 an)

In der früh ist es noch entspannter, da hier viele Züge in die Abstellung fahren, am Nachmittag sieht es ganz anders aus. Da benötigen die Züge ins Allgäu bis zu 4 Gleise gleichzeitig, da umfangreiche Rangierarbeiten stattfinden. (Wagen werden eingestellt, zwei Züge werden zu einem vereinigt usw.)
Für das weg fahren habe ich mindestens 15 Minuten nach der Ankunft berechnet.
7 Minuten Wendezeit und Zeit damit die ganzen Fahrgäste aussteigen können.

Diese 12,6 Sekunden sind jedoch nur für durchfahrende Züge massgeblich. Bei den Zügen, die halten, sind es nur etwa 5 Sekunden.

Dazu kann ich nur sagen: DB Netz erzählt viel, wenn der Tag lang ist.

So genau habe ich mich mit diesem Themenkomplex nicht beschäftigt und möchte da auch keine abschließende Bewertung vornehmen. Aber es hat schon einen Faden Beigeschmack für eine "Strafaktion"

Wenn die DB so auf die Betriebsstabilität erpicht wäre, dann hätten sie als absolute MINDESTLÖSUNG von km 41,8 bis km 43,8 zwei Kilometer lang die Strecke zweigleisig ausgebaut. Aber bei Diemendorf hat man nach dem Abriss des zweiten Gleises die Schranke des Bahnübergangs direkt auf das Plenum des ehemaligen zweiten Gleises gesetzt, damit ein erneuter Aufbau des zweiten Gleises möglichst viel kostet. Dann kann nämlich die DB mehr abkassieren bei der Planungspauschale, die prozentual gerechnet wird.

Eine weitere Blamage der DB, kann ich dazu nur sagen.

Du musst hier unterscheiden wer "DB" ist.
Im Falle von schlechten Leistungen muss das EVU (hier DB Regio) Pönale an die BEG zahlen. Daher ist DB Regio viel an einer hohen Betriebsstabilität gelegen. DB Netz schaut wie sie alles für sehr wenig Geld bekommt. DB Netz kann am Ende auch alles egal sein, denn diese sind (leider) gegen niemand Regresspflichtig. (Aber das Problem haben alle EVU)

Du weiter (6):

Dazu kommt, dass die Zeiten zur Vereinigung und Trennung der Züge nicht ausreichend ist, da durch die EBA-Verfügung jeweils die führende MG-Bremse ausgeschaltet sein muss. Das beutetet das der Zug der hinten drauf fährt vor der Weiterfahrt seine MG-Bremse wieder einschalten muss, dafür muss der Tf aber in den Fahrgastraum zwischen die Beine der Fahrgäste.

Hierzu gab es von der DB eine Auskunft, dass die Auswirkungen auf den Betrieb sehr gering sein werden.

Immer öfters hat man das Gefühl, dass sich die DB die Argumente immer gerade so zurechtlegt, wie sie es brauchen. ;-)

Es trifft ja nur das Werdenfels und E-Netz Franken.
Der Kuppelvorgang dauert mindestens 5 Minuten (!) mit allem drum und dran.
Da, wie du selbst schon festgestellt hast, die Zeiten für die Zugvereinigungen sehr lang sind, kommt es nur zu geringen Auswirkungen ;-)

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Es gibt Menschen, die geizen mit ihrem Verstand wie andere mit ihrem Geld. (Wilhelm Busch)

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