Von Hamburg nach Marrakesch und zurück, Málaga - Tanger m.B. (Reiseberichte)

Uniqum, Frankfurt am Main, Samstag, 19.10.2013, 15:42 (vor 4563 Tagen) @ Uniqum

Am nächsten Morgen darf natürlich ein (leider nur kurzer) Spaziergang durch Málaga nicht fehlen:

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Es gibt verschiedene Fähren nach Marokko, wird hatten uns für die kürzeste Variante nach Tanger entschieden.

Algeciras hat zwar einen Bahnhof, der allerdings nur von Córdoba aus zu erreichen ist. Es war einfacher für dieses Teilstück eine Fahrt mit einem der zahlreich verkehrenden Busse zu wählen. Auf unserer Fahrt sollte der so genannte ALSA Supra zum Einsatz kommen, der natürlich in den Präsentationsmedien über alle Töne gelobt wird.

Wer mag:
http://www.alsa.es/servicios/supra/

In echt sah das Ganze dann ganz anders aus. Es gab weder Kopfhörer noch das versprochene Gratis-Mineralwasser und statt leder richtig schön anmutende Plastiksitze. Das ganze wurde noch vom äußerst dekorativen Lichtschalter auf der Bustoilette gekrönt:

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Zum Glück ist die Fahrt nicht allzu weit.

In Algeciras liegt der Busbahnhof natürlich, für Spanien typisch, nicht am Hafen. Es ist allerdings nur ein kurzer Fußweg. Doch nun der spannenste Teil: Wir hatten die Fahrt vorgebucht, doch wo ist nun der verflixte Schalter für das Fährunternehmen? Nicht das hier nur diverse Unternehmen fahren, die einen bekannt, die anderen weniger, zudem gibt es diverse Reisebüros die auf den ersten Blick wie ein offizieller Schalter daher kommen.

Tatsächlich liegen die offiziellen Schalter in einer separaten Halle ganz am Ende des gigantischen Fährterminals.

Wir hatten die Überfahrt von Tarifa nach Tanger Stadt gewählt. Von Algeciras fahren die Schiffe leider nur noch zum neuen Hafen Tanger Med. Der hat zwar mittlerweile Bahnanschluss, allerdings war Ramadan und es fuhr so nur ein Zug am Tag und der Shuttlebus auf marokkanischer Seite war eingestellt worden.

Wir sind hinwerts mit der marokkanischen Inter Shipping gefahren. Ich habe diese Entscheidung bereut. Zum einen waren die Tickets nicht da und erst auf mehrfache Nachfrage ergab sich, das diese in Tarifa liegen würden, wir aber den Shuttle so nicht nutzen dürften. Zuletzt hieß es dann „nehmen Sie einfach den Shuttle“. Glücklicherweise interessierte den Fahrer nicht, ob jemand ein Ticket hat oder nicht.

Tarifa ist übrigens sehr schön nebenbei erwähnt. Dort gab es dann ein Wiedersehen mit einer alten Bekannten:

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Mit der Maria Dolores war es vor einigen Jahren schon einmal nach Malta gegangen, ich mag das Schiff. Derzeit ist Sie vom Eigner an Inter Shipping verchartert, weil die eigentlich vorgesehenen Schiffe in Spanien, da sie für den Hafen von Tarifa angeblich zu groß sind, nicht anlanden dürfen.

Nach kurzer Ausreisekontrolle ging es dann in den Warteraum wo wir ersteinmal saßen. Irgendwann ging es dann völlig chaotisch an Board und anschließend wurden auch mal die Autos verladen, da waren wir schon 30 Minuten verspätet. Im Endeffekt legte die eine Stunde später angesetzte Fähre der FRS zeitgleich ab.

Sicherheitsinstruktionen (zu Virtu Ferries-Zeiten gab es sogar mehrsprachige Sicherheitsvideos) gab es keine außer permanente Hinweise man müsse an Board beim marokkanischen Zoll die Pässe stempeln lassen und die ausgefüllten Einreiseformulare präsentieren. Von der Überfahrt blieb also nicht viel außer viel Warterei in der Schlange. Schade.

Dennoch zwei Eindrücke von der Überfahrt

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In Tanger legten wir ein wenig unsanft an. Immerhin gab es dieses Mal eine Fußgängergangway, wo auch gleich wieder ein Grenzbeamter wartete und die Pässe kontrollierte. Im Terminal wurden sie dann noch ein weiteres Mal kontrolliert. Anschließend Ernüchterung: Kein Geldwechsel. Nur tausende „Touts“ die ein schnelles Geschäft machen wollten. Also einen Taxifahrer gefragt, ob er Euro nehmen würde, was er natürlich danken tat und ins Ibis Gare gefahren, das man im Übrigen durchaus empfehlen kann, es hat sogar einen kleinen aber feinen und willkommenen Pool. Geld kann man hier auch wechseln.

Natürlich darf ein Rundgang nicht fehlen:

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Was für ein Bahnhof!

Also gleich die Fahrkarten für morgen kaufen. Umsteigen in Casablanca Voyageurs:

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Das hat irgendwie schon was.

Nochmal ein Blick an den Strand und vom Zentrum Tangers:

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Es war grade die Zeit um den Königstag in Marokko, das ganze Land hat sich also entsprechend herausgeputzt. Abgesehen davon hat der Monarch seine Sommerresidenz in Tanger, dort ist es ein wenig kühler.

Die Innenstadt wird grade herausgeputzt und bekommt einen neuen Hafen, mit Edelyachthafen, Seilbahn und mehr und befindet sich im vollen Umbruch. Wie das ganze Land eigentlich: Zwischen Altertum und Moderne.

Vielleicht kommt ihr ja im nächsten Teil wieder mit auf eine Fahrt mit der ONCF durch den grünen Norden, über die Atlantikküste, die Wüste in die Oase Marrakesch.


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