Unterwegs zwischen Adria und Nordsee (Fortsetzung Teil 4) (Reiseberichte)

TD, Donnerstag, 10.10.2013, 21:00 (vor 4572 Tagen) @ TD

Tag 6: Angeln an der Rurtalsperre

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So, und nachdem wir in den letzten sechs Tagen jeden Tag einige Stunden Zug gefahren sind, gibt es heute einen komplett bahnfreien Tag. Wir mieten uns ein Ruderboot und verbringen den Tag auf dem See. Während ich faulenze, die Füße im Wasser baumeln lasse und den Tag mit angestrengtem Nichtstun verbringe...

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...versucht mein Bruder sein Angerglück. So langsam werde ich noch zum Spezialisten für Bahnangelreisen, wir hatten schon Tolensesee, Biggesee, Chiemsee und Müritz.

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Für die technisch Interessierten werfen wir mal noch einen Blick in den Überlauf an der Talsperre.

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Jenseits der Staumauer fällt der Blick auf die Rur und das Wasserkraftwerk Schwammenauel am Fuße der Rurtalsperre.

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Tag 7: Heimbach - Konstanz

So, und nun sind wir am siebten und letzten Tag unserer Rundreise angelangt, heute fahren wir wieder zurück an den Bodensee. Ob sich hier wieder ein interessanter Umweg mit mir unbekannten Strecken oder Fahrzeugen einbauen lässt? Ich muss leider gestehen, diesmal muss ich die Frage mit nein beantworten. Aber ich hatte es wirklich versucht, ehrlich. Eigentlich hatte ich die Eifelstrecke im Sinn, aber wegen Bauarbeiten mit SEV scheidet diese Variante für mich aus. Ich spiele noch mit dem Gedanken, über Belgien, Luxemburg und das Elsass zu fahren, aber wenn man einen Deutschland-Pass in der Tasche hat, ist so eine Auslandsstrecke doch sehr unwirtschaftlich. Und da es ohnehin nicht so einfach ist, vom Rurstausee wieder wegzukommen, entscheiden wir uns für die erste „Rurseebahn“ des Tages morgens um 11 Uhr (!) und fahren ganz klassisch über Köln und durch das Rheintal zurück.

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Und jetzt habe ich doch Glück und kann den Regio-Sprinter nun noch auf meiner Fahrzeugliste abhaken.

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Am Fuße der Burg Nideggen fahren wir durch das Rurtal wieder nach Düren, wo die Rurtalbahn auf die Schnellfahrstrecke Köln–Aachen trifft.

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Mit dem NRW-Express (RE1) fahren wir nach Köln.

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Von Köln aus geht es direkt weiter mit einem IC durch das Rheintal. Und der Abteilwagen steht auch richtigherum, so dass ich die Fahrt nicht auf dem Gang stehend verbringen muss, um Euch einige Eindrücke der Strecke präsentieren zu können.

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Dieses Bild von Koblenz mit der Balduinbrücke über die Mosel und der Festung Ehrenbreitenstein in der Ferne hätte ich allerdings gerne eine halbe Stunde früher gemacht, denn so lange standen wir wegen einer Weichenstörung bei Lützel.

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Und weiter geht die Fahrt durch das obere Mittelrheintal, welches seit 2002 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde, hier an der Loreley...

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... und vorbei an Burg Pfalzgrafenstein, welche als Zollburg auf einer Felsinsel im Rhein errichtet wurde.

Die Verspätung von 30 Minuten können wir natürlich nicht mehr aufholen, so dass wir den Anschluss auf den ICE in Mannheim vergessen können. Aber da wird jetzt nicht genörgelt, man muss es nur positiv sehen: endlich habe ich mal Gelegenheit die Lounge in Mannheim zu besuchen.

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Eine Stunde später als geplant geht es dann weiter südwärts, hier im ICE 3 auf der Fahrt von Mannheim nach Offenburg. Und ich dachte immer, Freitagnachmittag sei Hauptreisezeit?

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Eigentlich wollte ich mit dem letzten Bild nach der Ankunft in Offenburg den Reisebericht abschließen, denn Fahrten auf der Schwarzwaldbahn habe ich ja schon oft genug beschrieben.

Doch dann gibt es bei der Fahrt auf der Schwarzwaldbahn doch noch eine interessante Begebenheit. Denn während wir bei schönstem Sommerwetter durch den Schwarzwald fahren und draußen kein Lüftchen weht, kommt eine Durchsage, dass auf Anordnung des Eisenbahnbundesamtes auf Strecken, bei denen seit 6 Monaten kein Grünschnitt erfolgt ist, bei einer Sturmwarnung des Deutschen Wetterdienstes nur mit reduzierter Geschwindigkeit gefahren werden darf. Und da jetzt eine solche Sturmwarnung bestehe, könne man die Fahrt statt mit bis 140 Stundenkilometern nur noch mit höchstens 80 Stundenkilometer fortsetzen. Tja, so gibt es immer mal was Neues. Da der Zug in Singen planmäßig 10 Minuten Aufenthalt hat, sind wir aber trotzdem pünktlich (also halt plus 1 Stunde wegen der Weiche vor Koblenz) zurück am Bodensee.

So, nun sind wir am Ende angelangt und ich habe mein Pulver verschossen, soll heißen mit den sommerlichen Bahn- und Reisebildern ist jetzt erst mal Schluss. Innerhalb von 3 Wochen waren wir insgesamt 15 Tage unterwegs zwischen Donau und Balaton, im Centovalli und am Oberalppass sowie zwischen Südtirol, Venedig, Villach, Nordsee und Eifel. Ich bin jetzt zu faul auszurechnen, wie viele tausend Kilometer das insgesamt waren. Dabei hatten wir eigentlich immer ein volles Programm und einen engen Fahrplan. Insofern ist es zwar nett, wenn Ihr mir schreibt, was ich unterwegs alles verpasst habe oder welche Orte und Strecken ich auch noch hätte mitnehmen sollen, aber auch meine Urlaubstage sind endlich.

Ich freue mich, wenn Euch die Reiseberichte gefallen haben und bedanke mich für die vielen netten Kommentare zu den bisherigen Teilen.

Wer die Reiseberichte- auch ältere – nochmals nachlesen möchte, findet sie unter www.bahnreiseberichte.de (diesen hier allerdings noch nicht, denn bis ich den Bericht sauber in html aufbereitete habe, dauert es noch ein paar Tage). Nachdem die Sommerreisesaison abgeschlossen ist, will ich mich im Herbst wieder verstärkt um das Projekt www.bahnreise-wiki.de kümmern und würde mich über weitere Mitstreiter freuen. Aber ganz aufs Reisebericht schreiben verzichten will ich auch nicht, vielleicht habe ich da demnächst nochmals was...

Viele Grüße vom Bodensee

Tobias

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[image] "Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/


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