NL: IC200, der niederländische ICx? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 27.09.2013, 14:11 (vor 4619 Tagen)

Hallo ICE-Fans,


in Deutschland soll der Fernverkehr weitgehend vereinheitlicht werden. Neue 230 und 250 km/h schnelle IC-Triebwagen sollen die IC/EC-Wagenzüge, die ICE 1 und die ICE 2 ablösen. Ob das auch wirklich alle Leistungen sind, steht noch in den Sternen. Es werden ja auch einige IC-Leistungen mit umgepinstelten Dostos ("IC160") gefahren.

Es sieht aus, eine ähnliche Entwicklung findet auch bei uns in NL statt. In der HSL-Zuid Seifenoper habe ich bereits gemeldet, dass NS die Leistungen, für die ursprünglich die V250 vorgesehen waren, mit 200 km/h schnellen Zügen fahren möchte. Die von NS erwünschten Triebwagen werden allerdings erst die nächste Dekade zu bewundern sein. Bis dann werden es vermutlich 160 km/h Traxx + ICR.

2020 sind bei uns aber viele "IC"-Fahrzeuge am Ende ihrer Lebensdauer. Sowohl die ICR-Wagen als die ICM-Triebwagen stammen ja schon aus den 80ern. Diese Fahrzeuge muss man also altersbedingt irgendwie ersetzen. Interessante Analogie:

IC + ICE 1 + ICE 2 = ICx

V250/Fyra + ICR + ICM = IC200

Das könnte also ein großer Auftrag werden.
Wird der IC200 in etwa der niederländische ICx?


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Mein Tipp zum ICx

rotfuxx, Freitag, 27.09.2013, 20:56 (vor 4619 Tagen) @ Oscar (NL)

Mein Tipp im Übrigen.

Der "x" beim ICx ist ein Platzhalter. Alle Leistungen, die mit diesem Zug gefahren werden, werden als ICE-Leistungen deklariert (auf der Rollbahn bereits zur Hälfte zu bewundern).

Der Dosto-IC wird zusammen mit irgendwelchen Strecken, für die dann doch nur noch ein paar Redesign-ICs zusammengewürftelt werden konnten, als IC-Leistungen übrig bleiben.

Auf welchen Strecken soll denn eigentlich in den Niederlanden vmax 200 gefahren werden?

Ich kenne nur Utrecht-Amsterdam, die Hanzelijn und die HSL-Zuid, die überhaupt für die Geschwindigkeit ausgelegt wären.

Bei anderen Strecken müsste nicht nur der Fahrweg ertüchtigt werden, sondern am Stromregler gedreht werden. Ich kann mir kaum vorstellen, dass bei der dichten niederländischen Zugfolge man 200 fahren will, wenn so viele gleichzeiti an einer 1,5-kV-Leitung nuckeln.

NL: keine 200 Sachen vor 2021.

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Montag, 30.09.2013, 10:23 (vor 4617 Tagen) @ rotfuxx

Hallo rotfuxx,

Auf welchen Strecken soll denn eigentlich in den Niederlanden vmax 200 gefahren werden?
Ich kenne nur Utrecht-Amsterdam, die Hanzelijn und die HSL-Zuid, die überhaupt für die Geschwindigkeit ausgelegt wären.

Damit hast Du alle 200 km/h Strecken benannt.

Bei anderen Strecken müsste nicht nur der Fahrweg ertüchtigt werden, sondern am Stromregler gedreht werden. Ich kann mir kaum vorstellen, dass bei der dichten niederländischen Zugfolge man 200 fahren will, wenn so viele gleichzeiti an einer 1,5-kV-Leitung nuckeln.

Das ist auch mein Kritikpunkt an die ganze Sache.
Aber es sind noch 8 Jahre bis 2021. Erst dann sollen die neuen Triebwagen kommen.


gruß,

Oscar (NL).

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Warum?

Alphorn (CH), Montag, 30.09.2013, 11:53 (vor 4616 Tagen) @ Oscar (NL)

Aber es sind noch 8 Jahre bis 2021.

Es ist eine Schande, dass die HSL Zuid 14 Jahre lang kaum ausgenützt wird (die V250 sollten ja seit 2007 schnell fahren und jetzt wird's 2021). An AnsaldoBreda-Debakel lässt sich nichts mehr ändern, aber warum werden jetzt nicht so schnell wie möglich Ersatzzüge beschafft? Ändern sich die Rahmenbedingungen bis 2021 oder will man einfach nur ganz sicher sein, dass der Hersteller genug Zeit für die Konstruktion der neuen Züge hat? 8 weitere Jahre scheinen mir da aber extrem viel, besonders wenn man ein Standardprodukt nimmt.

Darum! :))) ("aus breiten betriebswirtschaftlichen Gründen")

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Montag, 30.09.2013, 12:50 (vor 4616 Tagen) @ Alphorn (CH)

Hallo Alphorn (CH),


zuerst mal Entschuldigung für meinen Beitragstitel, aber ich bekomme nach und nach die Gedanke, dass innerhalb Europa nur die schweizer Bahnen noch Fahrgäste kennen; ansonsten kann man besser von Beförderungsfall sprechen. Auch bei uns in NL.

Gut, das bin ich los, jetzt auf zum Beitrag.

Es ist eine Schande, dass die HSL Zuid 14 Jahre lang kaum ausgenützt wird (die V250 sollten ja seit 2007 schnell fahren und jetzt wird's 2021).

Ich kann auch nicht verstehen, warum NS lieber das Geld, das sie ohnehin schon verloren hat, nach wie vor hinterherrennt, anstelle sich um die Fahrgäste zu kümmern.
Alternativen sind ja da:

1. den Verlust akzeptieren, die abgenommenen Triebwagen einsatzfähig machen und damit fahren
2. Angebote von Alstom und Stadler annehmen, auch wenn die nicht 100%ig optimal sind.

Ich verstehe, dass (2) wohl EU-bedingt nicht zulässig ist, aber es gibt auch so was wie "Not bricht Gesetz".

An AnsaldoBreda-Debakel lässt sich nichts mehr ändern, aber warum werden jetzt nicht so schnell wie möglich Ersatzzüge beschafft?
Ändern sich die Rahmenbedingungen bis 2021 oder will man einfach nur ganz sicher sein, dass der Hersteller genug Zeit für die Konstruktion der neuen Züge hat? 8 weitere Jahre scheinen mir da aber extrem viel, besonders wenn man ein Standardprodukt nimmt.

Ich versuche das gerade rauszufinden. Folge 161 der Seifenoper ist schon in Vorbereitung. Bis dann zitiere ich folgende Aussage vom Staatssekretärin:

"NS heeft gekozen om het binnenlandse vervoersaanbod vooreerst te rijden met Traxx/Prio-materieel, van hetzelfde type dat nu reeds rijdt en vanaf 2021 zal worden vervangen door sneller intercitymaterieel (200 km/u). Deze keuze heeft NS gebaseerd op brede bedrijfseconomische afwegingen."

Also hat NS aufgrund "breiten betriebswirtschaftlichen Gründen" dafür gewählt, erst 2021 mit den schnelleren Zügen zu kommen und bis dahin mit den aktuellen Surrogatzügen weiterzufahren.
Meine Vermutung ist, dass NS eine Großbeschaffung von IC-Triebwagen plant, so wie in Deutschland der ICx. Die ICR-Wagen halten es offenbar noch bis 2021 durch.

Auch der Betreiber von treinreiziger.nl wundert sich, wieso es 8 Jahre dauern muss bevor die neuen Züge da sind, und warum NS Angebote von Dritten ablehnt.


gruß,

Oscar (NL), überlegt eine Kolumne in eine Zeitung darüber zu schreiben.

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Darum

Twindexx, St. Gallen (CH), Montag, 30.09.2013, 21:15 (vor 4616 Tagen) @ Alphorn (CH)

Hoi,

Zuerst müssen wir sehen, dass ein Einsatz im 2021 bedeutet, dass die Betriebseinführung im 2020 erfolgen müsste. Aber mal der Reihe nach:

1.) Die NS müssen sich erstmal im Klaren darüber sein, was sie denn nun beschaffen wollen. Dann wäre es 2014.

2.) Die Ausschreibung muss formuliert und ein Pflichtenheft erstellt werden. 2015 würde die Ausschreibung lanciert werden.

3.) Die Hersteller erstellen Angebote und die NS muss die Offerten bewerten, was dann 2016 zur Auftragsvergabe führen würde.

4.) Man kann dann damit rechnen, dass mindestens zwei Jahre verstreichen, bis ein erstes Fahrzeug seinen Roll-out haben wird. Dann wäre man schon im Jahr 2018.

5.) Test- und Zulassungsfahrten dauern dann ein- bis zwei Jahre, womit dann eben langsam das Jahr 2020 erreicht wäre und wir wieder bei meinem ersten Satz am Anfang angelangt wären.

Das ist wie bei den SBB-EC-Triebzügen. Da wissen wir nun auch schon seit Ende 2009, dass die kommen sollen. Effektiv ihre ersten Fahrgasteinsätze werden sie jedoch nicht vor 2018 absolvieren.

Und der Vergleich mit den Westbahn-Kiss hinkt gewaltig. Der ist in der Schweiz immatrikuliert und hat eigentlich nur eine modifizierte BAV-Zulassung der SBB-Bestellungen. Für irgendwas ist Cross-Acceptance dann eben doch gut. Ohne die SBB-Bestellungen hätte man für die Westbahn schnell mal zwei Jahre drauflegen können, womit es dann bis zu vier Jahre Lieferzeit geworden wären. 2016 bis 2020 wären dann eben auch vier Jahre.

Und achja: So um 2020 soll dann noch die nächste Ausgabe der TSI-Normen auf die europäische Bahnbranche zurollen. Das könnte noch interessant werden, welche Verenkungen die Fahrzeughersteller dann wieder machen müssen.


Grüsse aus der Ostschweiz.

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[image]

Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.

Darum

JW, Dienstag, 01.10.2013, 08:47 (vor 4616 Tagen) @ Twindexx

Hallo,

Zuerst müssen wir sehen, dass ein Einsatz im 2021 bedeutet, dass die Betriebseinführung im 2020 erfolgen müsste. Aber mal der Reihe nach:

1.) Die NS müssen sich erstmal im Klaren darüber sein, was sie denn nun beschaffen wollen. Dann wäre es 2014.

2.) Die Ausschreibung muss formuliert und ein Pflichtenheft erstellt werden. 2015 würde die Ausschreibung lanciert werden.

3.) Die Hersteller erstellen Angebote und die NS muss die Offerten bewerten, was dann 2016 zur Auftragsvergabe führen würde.

aufgrund der 'unerwarteten' Notsituation hätte NS Hispeed aber die Möglichkeit gehabt, auf eine Ausschreibung zu verzichten und den Auftrag direkt zu vergeben. Deshalb priesen Stadler und Alstom Ihre verfügbaren Züge so stark an.
Auf diese Möglichkeit hat man aber nun verzichtet.

Gruß Jörg

Darum

Twindexx, St. Gallen (CH), Dienstag, 01.10.2013, 12:55 (vor 4615 Tagen) @ JW

Hoi,

aufgrund der 'unerwarteten' Notsituation hätte NS Hispeed aber die Möglichkeit gehabt, auf eine Ausschreibung zu verzichten und den Auftrag direkt zu vergeben. Deshalb priesen Stadler und Alstom Ihre verfügbaren Züge so stark an.

Bombardier hat den Omneo angeboten. Aber wenn die Niederländer nicht wollen, ihr Problem. Ist vielleicht gerade kein Geld da gewesen?

Der Omneo wäre schon in einer Zweisystem-Variante 1.5 kV DC / 25 kV 50 Hz AC auch für 200 km/h als IC verfügbar. Nur für einen Einsatz nach Belgien unter 3.0 kV DC müsste zusätzlicher Entwicklungsaufwand betrieben werden. Ein Mehrsystemfahrzeug, welches auch unter 3.0 kV fahren soll, ist ziemlich aufwändig zu konstruieren. 3.0 kV DC nützt nur etwas bei reinen 3.0-kV-DC-Fahrzeugen.

Interessieren würde mich, mit was Alstom und Stadler geboten haben. Alstom hat eine breite Palette an Fahrzeugen für den französischen Markt. Da der französische Markt dieselben Fahrleitungsspannungen verlangt wie die Niederlande ist das auch für Alstom nicht so ein Problem. Nur fehlt bei Alstom abgesehen vom TGV/AGV eine 200-km/h-FV-Version.
Bei Stadler sind auch nur gepimpte Regionalzüge erhältlich. Und den Kiss gibt's bisher noch in keiner DC-Version.

Auf diese Möglichkeit hat man aber nun verzichtet.

Diese Möglichkeit werden sie nun für einige Traxx nutzen.


Grüsse aus der Ostschweiz.

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