140 Jahre Standort Stendal - der andere Rundgang (m. 40 B.) (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Donnerstag, 26.09.2013, 12:20 (vor 4595 Tagen)

Moin,

am letzten Samstag feierte die Firma Alstom „140 Jahre Standort Stendal” mit einem Tag der offenen Tür. Auch ich möchte einige Eindrücke dazu beitragen. Weitere Bilder vom Tag werden zu einem späteren Zeitpunkt in einem Bahnhofsportrait zu sehen sein. Jetzt aber zurück ins Jahr 1873.


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Denn am 18. Oktober eröffnete die Magdeburg-Halberstädter Eisenbahn-Gesellschaft (MHE) in Stendal ihre Central-Werkstätten. Sechs Jahre später wurde die MHE verstaatlicht, damit ging eine Umbenennung in Königliche Eisenbahnhauptwerkstatt einher. In den Jahren 1903 bis 1912 wurden die noch heute genutzen Gebäude errichtet. Die neugegründete Reichsbahn machte daraus ein Reichsbahnausbesserungswerk (Raw).

War zunächst die Dampflokausbesserung die Hauptaufgabe (bis 1926 gehörten auch Wagen dazu), so mußte mit dem einsetzenden Traktionswandel ein neues Aufgabengebiet her. Dies fand sich in den Dieselloks der V 100-Famlie der Reichsbahn, die fortan in Stendal ihr Heimat-Raw hatten. Nach der Wende kamen auch Bundesbahn-V 100 hinzu, dennoch sah es um die Zukunft nicht allzu rosig aus. Die Schließung drohte.

Ein neues Aufgabengebiet fand das zwischenzeitlich zu DB Regio gehörende Werk in der Modernisierung der beiden bewährten V 100-Familien für private Kunden, die erste ging an die Mittelweserbahn. Zum 1. November 2002 wurde Alstom mit ins Boot geholt. Die Alstom Lokomotiven Service GmbH startete mit 165 Mitarbeitern, sie gehörte zu 51 % Alstom und zu 49 % der DB. Im Mai 2012 übernahm Alstom die Anteile der DB.

V 100 beiderlei Geschlechts sind im Werk noch immer anzutreffen. Daneben werden Hauptuntersuchungen und Unfallreparaturen an anderen Dieselloks ausgeführt, Lokomotiven modernisiert und mittlerweile auch neugebaut (so die Hybrid-Rangierlokomotive H3, Erstkunde VW). Ferner kümmert man sich um Komponenten anderer Züge, so waren u.a. Kleinteile von flinken leichten innovativen Regional-Triebzügen und leichten innovativen Nahverkehrstriebwagen zu sehen. Auf den etwa 65.000 m² Fläche sind heute etwa 200 Mitarbeiter beschäftigt. Die Zukunft scheint gesichert, über die nächsten Jahre sollen für 10 Millionen Euro eine 3000 m² große Produktionshalle und ein Drehgestellzentrum neugebaut werden, zu 30 % vom Land Sachsen-Anhalt gefördert.


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1 Das Tangermünder Tor ist ein Rest der Stadtbefestigung. Es soll hier stellvertretend für die nicht durchgeführte Stadtbesichtigung stehen.


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2 Fast vom selben Standort eine Aufnahme des Werkeingangs.


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3 An der Tangermünder Straße steht das Verwaltungsgebäude. Es dient auch heute diesen Zwecken.


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4 Ein Gedenkstein mit einer Dampflok, einem Werkarbeiter und einem Gepäckwagen.
Weiß vielleicht jemand, wann er aufgestellt wurde?


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5 Das Werktor der Eisenbahn. Ganz klassisch mit Flügelrad.


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6 Überm Fußgängereingang ist noch der Schriftzug Reichsbahn-Ausbesserungswerk zu erahnen.


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7 Ein Blick hinein.


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8 Am Portal eine alte Lampe, rechts hängt auch eine.


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9 Der Eingang, gesehen aus der Richthalle.


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10 In der Richthalle.


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11 „Brigade der ausgezeichneten Qualität” sowie eine Marke der „Kinder-und Jugendspartakiade Bezirk Magdeburg”.


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12 „Q” und „Sieger im Wettbewerb Monat Sept. 1973”.


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13 Der Haupteingang, aus dem Werk gesehen.


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14 Das Verwaltungsgebäude.


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15 Innendrin. Ist der Konkurrenzkampf wirklich so hart?


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16 Altes Schild.


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17 Verkehrsschild.


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18 Industriegotik.


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19 Strom.


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20 Schiebebühne.


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21 Hindurchgeschaut.


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22 Alle Räder stehen still...


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23 Rückseite einer Pinnwand.


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24 Altes Schild.


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25 Industriearchitektur.


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26 Arbeiten für Drittkunden.


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27 Konsol-Hebebock.


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28 Er war beladen.


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29 Drehgestell-Rahmen eines schwedischen X60. Unfallreparatur.


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30 Halle mit Kran.


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31 Alte Treppe.


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32 DB80-0850.


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33 Uraltes Schild.


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34 Schornstein.


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35 Hinter der Werksmauer St. Nikolaus.


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36 Falls mal eine Schraube locker ist...


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37 Bitte nehmen Sie platz!


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38 Stilleben.


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39 Fahrt frei?


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40 Fahrt frei!


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Auf die nächsten 140 Jahre!


Viele Grüße,
Sören

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Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr

140 Jahre Standort Stendal - der andere Rundgang (m. 40 B.)

Splittergattung, Donnerstag, 26.09.2013, 13:35 (vor 4595 Tagen) @ Sören Heise

Danke für den Bericht, schöne Bilder!

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38 Stilleben.

Sowas will ich als Gartenschuppen ;-)

Vielen Dank und eine ?

oppermad, Wuppertal/Wunstorf, Donnerstag, 26.09.2013, 14:43 (vor 4595 Tagen) @ Sören Heise

Moin,

hat jemand eine Ahnung, warum die Fäkalien des Wachpersonals gesondert "entgegengenommen" wurden?

Ein schöner Bericht, freue mich schon auf Fortsetzungen!

Freundliche Grüße,

Dirk

Toiletten für Wachpersonal

michael_seelze, Donnerstag, 26.09.2013, 15:14 (vor 4595 Tagen) @ oppermad

Moin,

hat jemand eine Ahnung, warum die Fäkalien des Wachpersonals gesondert "entgegengenommen" wurden?

Nur eine Vermutung: Vielleicht geschah es, damit die Angehörigen des Wachpersonals sich so kurze Zeit wie möglich von ihrem Wachposten entfernt aufhielten.

Re:

Sören Heise, Region Hannover, Donnerstag, 26.09.2013, 19:47 (vor 4595 Tagen) @ michael_seelze

Nur eine Vermutung: Vielleicht geschah es, damit die Angehörigen des Wachpersonals sich so kurze Zeit wie möglich von ihrem Wachposten entfernt aufhielten.

Das denke ich auch. Von außerhalb erreichbar, ohne noch groß in ein Haus zu müssen.
Interessant, was für Fragen kommen. ;-)

Danke für die Kommentare und viele Grüße,
Sören

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GEIL: Pünktlichkeitsanzeiger aus Ludewigs Zeiten...

Blaschke, Freitag, 27.09.2013, 21:14 (vor 4594 Tagen) @ Sören Heise
bearbeitet von Blaschke, Freitag, 27.09.2013, 21:15

Mahlzeit!

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23 Rückseite einer Pinnwand.


Rückseite einer Pinnwand.... HALLO?! Das müßte doch einer der LEGENDÄREN Pünktlichkeitsanzeiger aus der Ära Ludewig sein.

Der hatte nämlich die geniale Idee, die Pünktlichkeit an großen Bahnhöfen mittels solcher Tafeln täglich kundzutun. Damit wollte er dem Personal einheizen, welches durch dort notierte schlechte Zahlen motiviert sein sollte, den Betrieb pünktlicher abzuwickeln.

http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/ludewig-macht-bahn-mitarbeitern-dampf/25918.html

Ungefähr so, als wenn ALDI allmorgendlich die vortägliche Diebstahlsquote veröffentlicht.

Gebracht hat es nicht wirklich was (was interessiert auch schon den Lokführer und den Schaffner und den Stellwerker so ne Blechtafel in der Bahnhofshalle...) und so kam es, dass der geschätzte Hartmut Mehdorn gleich nach Amtsantritt als eine seiner ersten Amtshandlungen die Dinger gleich wieder entfernen ließ.

Schöne Grüße aus der Friedensstadt Osnabrück von

jörg

Pünktlichkeitsanzeiger aus Ludewigs Zeiten... Frage dazu

michael_seelze, Freitag, 27.09.2013, 23:04 (vor 4594 Tagen) @ Blaschke
bearbeitet von michael_seelze, Freitag, 27.09.2013, 23:05

Mahlzeit!

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23 Rückseite einer Pinnwand.

Rückseite einer Pinnwand.... HALLO?! Das müßte doch einer der LEGENDÄREN Pünktlichkeitsanzeiger aus der Ära Ludewig sein.

Der hatte nämlich die geniale Idee, die Pünktlichkeit an großen Bahnhöfen mittels solcher Tafeln täglich kundzutun. Damit wollte er dem Personal einheizen, welches durch dort notierte schlechte Zahlen motiviert sein sollte, den Betrieb pünktlicher abzuwickeln.

Gebracht hat es nicht wirklich was (was interessiert auch schon den Lokführer und den Schaffner und den Stellwerker so ne Blechtafel in der Bahnhofshalle...) und so kam es, dass der geschätzte Hartmut Mehdorn gleich nach Amtsantritt als eine seiner ersten Amtshandlungen die Dinger gleich wieder entfernen ließ.

War das damals die 5-Minuten-Pünktlichkeit im PV und die 15-Minuten-Pünktlichkeit im GV, die da angeschrieben wurde? Warum hat man Felder für 3 Stellen vor dem Komma vorgesehen? Träumte man etwa davon, einmal 100,0% zu erreichen und eintragen zu können?
Rein zur Kundeninformation fände ich digitale Anzeiger auf den großen Bahnhöfen heute nicht schlecht. Da sollte man dann aber eine 2-Minuten-Pünktlichkeit(ergo bis 2:59 pünktlich) und nur den PV nehmen. Wenn da dann überzeugende Daten herauskommen, könnte "Die Bahn" den Eindruck stetiger Unpünktlichkeit vermeiden und ihr Image aufbessern.

Interessant wäre natürlich auch noch eine Prozentzahl für die gewährten Anschlüsse zu erfahren.

Stilfrage

zugvogel, Rheinland-Pfalz, Freitag, 27.09.2013, 22:23 (vor 4594 Tagen) @ Sören Heise

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18 Industriegotik.

eher Romanik?

schöner Bilderbogen, danke!

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