Durch 100 Täler und über den Oberalppass – 2/2 (m. 41 B) (Reiseberichte)
Hallo zusammen,
in Teil 1 waren wir nach der Fahrt über Centovallibahn und Gotthardstrecke in Göschenen angekommen. Wer mit der schweizerischen Geografie nicht so ganz vertraut ist, für den gibt es zur Übersicht noch einmal die Karte:
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/038-Centovalli-Oberalppass/38-Karte.jpg)
Wir sind eben im SBB-Teil des Bahnhofs Göschenen angekommen und wechseln nun auf die andere Seite des Empfangsgebäudes in den Bahnhofsteil der Matterhorn Gotthard Bahn (MGB). Ein Regionalzug der MGB steht schon zur Fahrt nach Andermatt und weiter bis Brig bereit.
Von Göschenen geht es nun auf einer Zahnradstrecke über die Schöllenenbahn hinauf nach Andermatt. Während der kurzen 10-minütigen Fahrt überwinden wir einen Höhenunterschied von 330 Metern.
Die Strecke folgt dem Tal der Reuss, hier gibt es noch einen Blick auf die Gleise der Gotthardbahn, die am rechten Bildrand im Nordportal des Gotthardtunnels verschwinden.
Parallel zur Gotthardstraße windet sich die Bahnstrecke durch Tunnel und Steinschlaggalerien...
...und passiert dann die Schöllenenschlucht mit der Teufelsbrücke.
Bei der Einfahrt nach Andermatt ist links der Aufstieg hinauf nach Nätschen zu sehen. In wenigen Minuten werden wir dort im Zug den Berg erklimmen.
Zunächst heißt es in Andermatt aber Umsteigen. Der Zug aus Göschenen fährt weiter auf der Furka-Strecke nach Brig, diese Tour haben wir letztes Jahr unternommen.
Mit drei Kehrtunneln windet sich die Bahn nun im Zahnstangenbetrieb aufwärts, dabei eröffnet sich ein herrlicher Ausblick auf Andermatt und das Urserental. Rechts der Bildmitte der Bahnhof, von rechts sind wir aus Göschenen gekommen, in die andere Richtung führen die Gleise nach Brig und über die Gleise zum unteren Bildrand fahren wir Richtung Oberalppass.
Durch ein Hochtal geht es parallel zur Passstraße weiter hinauf, anschließend folgt eine Lawinenschutzgalerie, von der aus schon der Oberalpsee zu sehen ist.
Hier am Oberalpsee befindet sich auch die Station Oberalppass. Wir haben nun mit 2.033 Höhenmetern den Scheitelpunkt der Strecke erreicht. Der rote Leuchtturm auf der Passhöhe ist dem „Hoek van Holland“ aus der Rheinmündung nachgebildet und soll touristisch für die Rheinquelle am Oberalppass werben.
Durch die Tallandschaft der Surselva geht es auf der Graubündner Seite des Oberalppasses bergab. Wir sind nun im rätoromanischen Sprachraum und Ortsnamen wie Tschamut-Selva, Mompé Tujetsch oder später Sumvitg-Cumpadials klingen sehr fremd.
Hier irgendwo tief unter uns wird übrigens am Gotthard-Basistunnel gebaut. So passieren wir auch Sedrun, wo es mit der Porta Alpina Pläne für die tiefste Bahnstation der Welt gab.
Die Strecke erreicht Disentis (rätoromanisch Mustér), wo schon von weitem die Benediktinerabtei mit ihrer barocken Klosteranlage zu sehen ist. Das Kloster wurde um das Jahr 720 gegründet und hat lange Zeit als kultureller Mittelpunkt Graubünden geprägt.
In Disentis endet das Streckennetz der Matterhorn Gotthard Bahn, ab hier verkehrt nun die Rhätische Bahn (RhB). Während für Reisende des Glacier-Express hier ein Lokwechsel stattfindet, steigen wir um in einen Regional-Express der RhB nach Chur.
Auf der Oberländerlinie folgen wir nun dem Tal des Vorderrheins, hier noch einmal der Blick zurück zum Kloster Disentis.
Nach der Fahrt durch das breite und eher flache Vorderrheintal folgt nun wieder ein beeindruckender Streckenabschnitt...
...denn wir fahren nun durch die Ruinaulta (Rheinschlucht). Der Vorderrhein hat sich nach einem Bergsturz vor rund 10.000 Jahren hier tief in die Schuttmassen eingegraben. Während die Straße oberhalb der Schlucht verläuft, führen die Bahngleise direkt durch die Schlucht.
Bei Reichenau-Tamins trifft die Bahnstrecke auf den Hinterrhein und die Bahnstrecke aus Thusis (Albulabahn) und führt weiter nach Chur.
Nachdem wir in Chur unseren Reiseproviant wieder etwas aufgefüllt haben, gibt es noch eine kleine Premiere: unsere erste Fahrt im neuen „Regio-Dosto“ als Rheintal-Express.
Durch das Rheintal fahren wir nun bis Rorschach -hier ist in der Ferne übrigens gerade das Schloss Vaduz in Liechtenstein zu sehen – und fahren mit weiteren Umstiegen in Romanshorn und Kreuzlingen wieder nach Konstanz. Aber wie in Teil 1 spare ich mir diesmal diesen Abschnitt, da ich diese Strecke schon mehr als einmal beschrieben habe - wer auf den Abschnitt nicht verzichten will, schaue unter www.bahnreiseberichte.de.
Und da der Deutschland-Pass nur an zwei aufeinander folgenden Tagen in der Schweiz gilt, wartet zu Hause schon der gepackte Koffer, denn morgen früh geht es gleich wieder los, dann allerdings nur im Transit durch die Schweiz – aber dazu demnächst mehr...
Viele Grüße
Tobias
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![[image]](https://abload.de/img/fvd139kqh.jpg)