Am Mittelpunkt: Sprembergs ehemaliger Hauptbahnhof (30 B.) (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Samstag, 24.08.2013, 18:17 (vor 4601 Tagen)

Moin!

Bei einer Durchsicht des Kursbuches 1944 stellte ich überraschenderweise fest, daß Sprembergs Bahnhof als Hauptbahnhof bezeichnet wurde. Dies war auch schon im Jahr 1937 der Fall. Die Umbenennung fand laut bahnstrecken.de zum 1. Februar 1926 statt, jedenfalls für den Stadtbahnhof. Ich weiß leider nicht, ob der Reichsbahnhof zum selben Datum umbenannt wurde. Ebenfalls offen bleiben muß das Datum, ab dem der Namenszusatz nicht mehr geführt wurde. Im Jahr 1965 taucht er im Kursbuch jedenfalls nicht mehr auf.


------------


Spremberg liegt im Süden Brandenburgs, an der Görlitzer Bahn. Diese im Regionalverkehr mittlerweile komplett, wenn auch nicht ausschließlich, durch die neue Ostdeutsche Eisenbahn bediente Strecke, führt von Berlin über Cottbus nach, wen wundert's, Görlitz. In Cottbus muß man aus Berlin kommend vom elektrischen Doppelstockzug in einen einstöckigen Dieseltriebwagen umsteigen. Der Abschnitt Cottbus - Görlitz wurde am letzten Tag des Jahres 1867 eröffnet, er ist nicht elektrifiziert und als Folge des 2. Weltkrieges eingleisig.

Ursache, daß Spremberg einen Hauptbahnhof hatte, ist nicht die Spremberger Stadtbahn. Diese war eine städtische Eisenbahn, die neben meterspurigen Industriebahnen auch eine normalspurige Bahnstrecke zwischen Sprembergs Bahnhof östlich der Stadt und der Innenstadt betrieben hat. Dies von 1897 bis 1932, dann wurde der Personenverkehr von Bussen übernommen. Die Trasse ist teilweise erhalten, auf stillgelegt.de eine Wanderung, auch zu den Resten der Schmalspur.

Ursache, daß Spremberg einen Hauptbahnhof hatte, ist die Bahnstrecke von Proschim-Haidemühl nach Spremberg West. Diese zweigte in Proschim-Haidemühl von der Bahnstrecke Neupetershain - Hoyerswerda ab und endete in Spremberg westlich der Innenstadt. Diese Strecke wurde genau 40 Jahre alt, Züge verkehrten vom 1. Oktober 1907 bis zum 30. September 1947.
Die Trasse ist nicht mehr erhalten (Braunkohletagebau), vom Dorf Roitz, das eine der beiden Zwischenstationen hatte (die andere war in Jessen) gerade ein Gedenkstein.


------------


[image]

1 Angekommen in Spremberg am 5. August 2013 ergibt sich zunächt ein Farbproblem.


[image]

2 Da fährt er hin. Wir sind in der Niederlausitz, das Bahnhofsschild ist zweisprachig. Oder ist das Schild der Champion? Dann sind wir ja richtig.


[image]

3 Das Empfangsgebäude und der moderne Bahnsteig. Die Menschen, viele sprachen erstaunlicherweise spanisch, warten auf den Zug Richtung Cottbus.


[image]

4 Das Stellwerk.


[image]

5 Die Ausfahrt Richtung Cottbus. Gleis 2 ist nicht zugänglich.


[image]

6 Gleis 2.


[image]

7 An den Bahnhofsschildern vorbei sehen wir, daß hinterm Bahnhof nicht wirklich etwas ist.


[image]

9 Im Empfangsgebäude. Kahl zwar, aber gepflegt.


[image]

10 Wer sich durch die Baustelle zum Bahnhofseingang durchgekämpft hat, wird enttäuscht.


[image]

11 Ein alter Name. Wie so oft, steht am Ende ein Punkt. Warum?


[image]

12 Der Ausgang. Gebaut wird offenbar ein Busbahnhof.


[image]

13 Das hätte ich nicht erwartet!


[image]

8 Auf dem Vorplatz.


[image]

14 Das Empfangsgebäude. Abgesehen vom modernen Vorbau dürfte es das erste sein.


[image]

15 Die provisorische Bushaltestelle auf dem Bahnhofsplatz.


[image]

16 Nördlich des Bahnsteiges ein alter Wasserturm.


[image]

17 Von ein wenig weiter hinten: Empfangsgebäude mit Bahnhofsplatz.
Das war das letzte Eisenbahnbild in diesem Beitrag. Ein paar weitere, ältere, Aufnahmen gibt es auf goerlitzer-bahn.de in der Galerie zu Spremberg. Wir begeben uns jetzt in die Stadt.


[image]

18 Bus SPN-NV 255 der Neißeverkehr (Netinera) auf Linie 872 nach Trattendorf am Bahnhof.


[image]

19 Zwischen Bahnhof und Stadt I.


[image]

20 Zwischen Bahnhof und Stadt II.


[image]

21 Heimatmuseum (Schloß, links) und Kraftwerk Schwarze Pumpe (rechts im Hintergrund für gute Augen).


[image]

22 Endlich in der Stadt. Der Bahnhof liegt wirklich weit draußen, und oben. Natürlich nahm ich zurück den Fußweg. :-(


[image]

23 Der Marktplatz mit Rathaus und Kreuzkirche.


[image]

24 Schloß, Bushaltestelle und zweisprachiger Wegweiser.


[image]

25 Im Rathaus fand gerade eine Hochzeit im Zweitakt statt.


[image]

26 Der moderne Busbahnhof am Rand der Innenstadt.


[image]

27 Zweisprachige Straßenschilder. Außerhalb des Offiziellen war das Sorbische nicht präsent.


[image]

28 Die HO-Gaststätte "Kleine Sonne".


[image]

29 Wie der Geograph Matzat anno 1872 herausgefunden hat, befindet sich in Spremberg, nahe der Kreuzung Gartenstraße/Mittelstraße, der Mittelpunkt des Deutschen Reiches. Wenige Meter entfernt wurde 1991 eine Kopie des 1946 beschädigten Gedenksteins aufgestellt.


[image]

30 Eine 84-jährige Dame aus Spremberg sorgt dafür, daß es um den Stein herum immer schön aussieht. Ich traf sie zufällig bei der Arbeit. Sie hatte gegen ein Foto und seine Veröffentlichung nichts einzuwenden.


------------

Das Ziel der nächsten Woche weiß ich noch nicht. Laßt euch überraschen!

Viele Grüße,
Sören

--
[image]

Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum