Von Modus-Wagen & Frankenbahn. Ein halber Reisebericht m.44B (Reiseberichte)
Hallo zusammen,
heute möchte ich einen kleinen, unspektakulären Reisebericht einstellen. Ich hatte anfangs gehadert, ob es nicht zu banal ist, eine Fahrt von Frankfurt über Würzburg nach Stuttgart zu dokumentieren. Aber dann habe ich mir überlegt, dass es wahrscheinlich vielen Usern so geht wie mir, nämlich dass sie irgendwo in Deutschland wohnen, wo Modus-Wagen nicht alltäglich sind. Und bei dem Wetter heute können ein paar sonnige Frühlingsbilder auch nicht verkehrt sein.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/035-Modus-Frankenbahn/35-Karte.jpg)
Ich hatte vor längerer Zeit zugesagt, jemanden am Pfingstsamstag nach Frankfurt zum Flughafen zu begleiten. Für die Rückfahrt an den Bodensee hatte ich einen etwas ungewöhnlichen Weg ausgesucht, mit dem ich die mir bisher unbekannten Modus-Wagen und unbekannte Strecken verbinden konnte. Unterwegs war ich mit einer bahn.bonus-Prämie Tageskarte 1. Klasse.
Eigentlich freue ich mich auf solche Touren, aber an dem Morgen hatte ich ernsthaft gezögert, ob ich wirklich das Datum auf die Tageskarte schreiben soll. Denn am Vortag musste ich kurzfristig bereits dienstlich nach Karlsruhe fahren und der Rückweg dauert wegen eines Zugausfalls auf der Schwarzwaldbahn auch noch eine Stunde länger – und jetzt wieder um 5.30 Uhr auf den Zug und die gleiche Strecke schon wieder? Aber schließlich habe ich mich doch aufgerafft –und es nicht bereut!
Allerdings habe ich die Hinfahrt nach Frankfurt nicht dokumentiert. Ich weiß nicht, in wie vielen Reiseberichten ich die Fahrt auf der Schwarzwaldbahn und den Umstieg in Offenburg auf die nordfahrenden ICEs schon beschrieben habe. Jedenfalls spare ich mir das diesmal, wer auf diesen Teil nicht verzichten möchte, findet unter www.bahnreiseberichte.de genügend Berichte und Bilder.
Und so starten wir nun im Hauptbahnhof Frankfurt.
Als erster Punkt steht also eine Fahrt mit den Modus-Wagen an. Zumindest für diesen Zug trifft es zu, dass man die Modus-Wagen im Fahrplan an der fehlenden „Fahrzeuggebundenen Einstiegshilfe“ von den Dosto-Einheiten unterscheiden kann (oder war es nur ein Glückstreffer?). Ich bin zeitig am Bahnsteig und kann mich im Steuerwagen umsehen.
Der Empfang ist nicht besetzt...
...dann werfen wir einen kurzen Blick in den Großraumbereich.
Daneben gibt es zwei Abteile, eines mit kleinem Tisch...
...und das zweite mit größerem Tisch.
Die Einrichtung gefällt mir sehr gut, selbst an Details wie Leseleuchten wurde gedacht.
Ich fahre mit dem RE nun bis Würzburg. Die Main-Spessart-Bahn ist eine Strecke, die eigentlich nie an meinen Reisewegen liegt und so eine schöne Abwechslung zu mir bekannten Strecken bietet. Anfangs ist die Strecke noch unspektakulär, dann wird es bei der Fahrt durch den Spessart landschaftlich reizvoller.
Bei Lohr trifft die Strecke auf den Main. Während die Fernverkehrszüge den Main nun bald wieder verlassen und über die Nantenbacher Kurve auf die Schnellfahrstrecke wechseln, geht es mit dem RE auf der Altstrecke sehr reizvoll weiterhin entlang des Flusslaufs via Gemünden nach Würzburg.
Bevor der Zug Würzburg erreicht, ist in der Ferne schon die Festung Marienberg vom Zugfenster aus zu sehen.
In Würzburg angekommen habe ich nun zwei Optionen: direkt weiterfahren nach Stuttgart (das wäre die Schlechtwetter-Variante) oder zwei Stunden Stadtbummel und Sonne tanken. Angesichts des Wetters entscheide ich mich für Variante 2.
Marienkapelle und Falkenhaus
St. Kiliansdom
Altes Rathaus Grafeneckart
Alte Mainbrücke
Und da geht’s jetzt hoch: Festung Marienberg
Festung Marienberg
Der Aufstieg hat sich gelohnt
Blick zum Käppele (Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung)
Und noch ein letzter Blick über Würzburg
Die Tageskarte enthält auch die City-Funktion für die ÖPNV-Nutzung. Und so fahre ich mit der Straßenbahn zurück an den Bahnhof.
Vor dem Bahnhof umrundet die Straßenbahn den Kiliansbrunnen
Hauptbahnhof Würzburg
Im Bahnhof sind noch Bauarbeiten im Gange. Der Bahnhof wurde 2005 von der Bildzeitung zum „hässlichsten Bahnhof Deutschlands“ gekürt.
Nun geht es mit einem RE auf die Frankenbahn nach Stuttgart, auch diese Strecke ist neu für mich und deshalb Teil der Tour. Irgendwie hat es mich bisher noch nie in diesen Landesteil verschlagen und bei Ferntouren sind andere Strecken schneller.
Die Strecke führt zunächst über den Main und quert auf halber Strecke zwischen Main und Tauber die Grenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg. Nach einer kurzen Fahrt durch das Taubertal geht es weiter durch Tauberfranken und entlang der Ausläufer des Odenwaldes. Die Strecke ist ganz reizvoll und abschnittsweise recht idyllisch.
Burg Mockmühl
Ab Mockmühl geht es dann kurvenreich durch das Jagsttal und schließlich über Heilbronn durch das Neckartal nach Stuttgart.
Nachdem wir in Lauda 5 Minuten auf Anschlussreisende gewartet haben und dann baustellenbedingt weitere 5 Minuten hinzugekommen sind, mache ich mir etwas Sorgen. Aber nicht wegen des Anschlusses in Stuttgart (das sind 19 Minuten), sondern wegen meines Abendessens. Ich bin der Bordgastronomie grundsätzlich nicht abgeneigt, aber mit dem Barwagen im TGV kann ich mich nicht recht anfreunden. Aber es geht gut, die Zeit in Stuttgart reicht, um mich mit einer Wegzehrung einzudecken.
Es geht gleich weiter...
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![[image]](https://up.picr.de/48317654tz.jpg)