Unterwegs mit dem Shinkansen Superexpress - Teil 1 (Reiseberichte)
Christian_S, Freitag, 24.05.2013, 16:47 (vor 4686 Tagen)
Wie sicherlich hier ja bekannt ist weilte ich kürzlich für 10 Tage in Japan. Mit den Details der Reise will ich euch gar nicht weiter langweilen, aber zumindest zum Thema HGV-Bahnverkehr einen kleinen Bericht liefern, untermauert mit ein paar Fotos.
In unserer Reise waren auch 4 Fahrten mit dem Shinkansen-Superexpress inbegriffen. Für mich natürlich eines der besonderen Highlights
Als eine Art Erläuterung des Systems sei noch gesagt, dass die Shinkansen-Züge auf eigener Infrastruktur verkehren, was euch sicherlich bekannt ist (Shinkansen=Neue Haupt-Linie). Dennoch gibt es auf den Magistralen verschiedene Produkte des Shinkansen-Superexpress. Auf der Magistrale Tokio-Nagoya-Hakata sind das:
1. Kodama – halten überall
2. Hikari – halten an den wichtigeren Stationen
3. Nozomi – halten nur an den ganz wichtigen Stationen
Vmax im Regelbetrieb ist für alle Züge 270 km/h, es wurde nach meinen Beobachtungen ausschliesslich mit der 700er-Variante des Shinkansen gefahren, die Züge sind 16-teilig und grundsätzlich gleich gereiht. Für den Kunden also sehr übersichtlich, nur eben bezüglich der Unterwegshalte muss man aufpassen, in welchen Zug man steigt.
Betrieblich läuft es so ab, das die Kodama-Züge häufig und die Hikari-Züge etwas seltener bei planmäßigen Unterwegshalten von schnelleren Nozomi- bzw Hikari-Zügen überholt werden. Zeitlich dauern diese Überhol-Aufenthalte in der Regel 5-6 Minuten, es klappt aber absolut reibungslos, ich habe bei allen Fahrten keinerlei Verspätung erlebt.
Nun aber zum eigentlichen Bericht:
Mit dem Bus ging es von Tokio aus an der Küste entlang und dann in die Berge, Ziel war der Fuji-Hakone-Nationalpark. Der Fuji-san, mit 3776m höchster und markantester Berg Japans hat die Eigenart, sich gerne in Wolken und Dunst zu hüllen, weshalb er schon so manchem Touristen trotz intensivem Wartens verborgen blieb. Zunächst war es bei unserer Fahrt auch so, aber schliesslich hatte er mit uns ein Einsehen und zeigte sich noch während der Anreise. Auch am zweiten Tag, während unserer Fahrt zum Bahnhof Shin-Fuji, liess er sich noch einmal im Dunst blicken. Danke, Fuji-san
![[image]](http://s1.directupload.net/images/130524/wtg5ycue.jpg)
Die Informationen über Service-Einrichtungen des eigenen sowie der umliegenden Wagen findet man am Klapptisch des Vordersitzes.
In Shin-Fuji halten nur Kodama-Züge. Unserer kam pünktlich, wurde von einem Nozomi überholt und weiter ging es. Wir fuhren nur eine Station (11 min) bis Shisuoka. Weiter ging es mit dem Hikari, wir wollten ja nicht mehr in den Ingolstadts Japans halten ;)
![[image]](http://s14.directupload.net/images/130524/pihlqknc.jpg)
Einfahrt des Hikari, wir stehen nicht korrekt hinter der gelben Linie! Sofort kam ein Pfiff und wildes Gefuchtel des örtlichen Aufsichters.
Nun folgten über 2 Stunden im Hikari, Unterwegshalte waren in Hamamatu, Nagoya, Kyoto und Shin-Osaka, bis wir schliesslich in Shin-Kobe erneut umstiegen.
![[image]](http://s7.directupload.net/images/130524/xehqbjjv.jpg)
Gastro-Service im Superexpress
![[image]](http://s7.directupload.net/images/130524/kczygadz.jpg)
Ein Depot für diverse Arten von Zügen in Nagoya
Die Umsteigezeit in Shin-Kobe vom Hikari in den Nozomi betrug nur 4 min, wir mussten jedoch wegen der reservierten Plätze von Wagen 6 zu Wagen 12 wechseln, was unserer Reiseleiterin Schweissperlen auf die Stirn trieb, hatte sie doch 31 Anhängsel.
Natürlich war es die deutsche Reisegruppe, die in gewohnter Manier alle zu einer Tür aus- und einstieg, was wohl sogar zu einigen Sekunden Verspätung führte. Nur ich und ein weiterer Reisender unserer Gruppe nutzten die nächste Tür, wir denken ja mit ;)
![[image]](http://s14.directupload.net/images/130524/fzoe94ve.jpg)
Einfahrt unseres Nozomi, am Gleis gegenüber steht ein Superexpress Richtung Tokio.
Die Fahrt im Nozomi führte uns zunächst bis Okayama, wo wir einen tollen japanischen Garten besuchten. Später ging es erneut im Nozomi weiter nach Hiroshima, dazu mehr im 2. Teil.
Unterwegs mit dem Shinkansen Superexpress - Teil 2
Christian_S, Freitag, 24.05.2013, 16:54 (vor 4686 Tagen) @ Christian_S
Nun der 2. Teil, wir sind in Okayama und fahren später weiter nach Hiroshima.
![[image]](http://s1.directupload.net/images/130524/hvo6t599.jpg)
Am Nachbargleis steht ein 8-teiliger Superexpress der Kyushu-Linie, also einer jener Züge, die über Hakata (Fukuoka) hinaus noch weiter in den Süden fahren.
![[image]](http://s14.directupload.net/images/130524/48uagmm8.jpg)
Abfahrts-Fahrplan in Okayama für Shinkansen-Züge Richtung Hakata (blau=Kodama, rot=Hikari, gelb=Nozomi, rosa und grün die Kyushu-Züge)
![[image]](http://s1.directupload.net/images/130524/vekohm6l.jpg)
Außenansicht des Bahnhofs von Okayama
![[image]](http://s1.directupload.net/images/130524/gwfep2a9.jpg)
Leider nur durch einen schmalen Spalt zwischen den undurchsichtigen Wänden hindurch möglich war dieser Blick in den regulären JR-Bahnhof von Okayama, der unmittelbar an den Shinkansen-Teil angrenzt, aber eine Ebene tiefer liegt.
![[image]](http://s1.directupload.net/images/130524/lsnrmtj9.jpg)
Nach einem herrlich sonnigen Nachmittag im Landschaftsgarten warten wir auf unseren Nozomi nach Hiroshima – natürlich nonstop
![[image]](http://s1.directupload.net/images/130524/hr29zwk5.jpg)
Wagenstandsanzeiger – einfach und übersichtlich und immer gültig
![[image]](http://s7.directupload.net/images/130524/gss6j8au.jpg)
Einfahrender Superexpress Richtung Tokio
Dann kam unser Zug auch schon, ich nutzte die Fahrt zur Erholung, denn bei 28°C läuft es sich nicht ganz so leicht durch einen großen Garten.
Ankunft in Hiroshima auf die Minute pünktlich.
Ein paar Tage später liess unser Programm in Kyoto einen Nachmittag lang Spielraum für eigene Unternehmungen. Zusammen mit einem Freund entschied ich: unbedingt nochmal Shinkansen fahren Die Wahl des Ziels fiel auf Nagoya, wo wir einige Tage zuvor ja schon gehalten, die Millionenstadt aber sonst „links liegen“ gelassen hatten. Fahrpreis für die 134 km lange Strecke sind hin und zurück etwa 75€, aber das gönnten wir uns. Und ein Nozomi musste es sein – zum Glück fahren dort 3-4 pro Stunde.
![[image]](http://s14.directupload.net/images/130524/ma4c9ilu.jpg)
Bekanntes Postkartenmotiv, hier als Wandbild im Fahrgastraum
![[image]](http://s14.directupload.net/images/130524/u89wnf5s.jpg)
Wieder ein Nozomi, diesmal in Nagoya.
Nach mehreren Stunden in Nagoya verzweifelten wir an der Suche nach einem Souvinier-Laden, den wir schliesslich – als wir schon aufgeben wollten – in einem unterirdischen Einkaufszentrum fanden.
![[image]](http://s7.directupload.net/images/130524/ouc4do7x.jpg)
Bahnhof Nagoya, die Türme passten nicht mehr mit aufs Foto.
Anschliessend eine herrlich entspannte Rückfahrt nach Kyoto im herrlich klimatisierten Superexpress Nozomi, Rückankunft wie immer pünktlich
Hoffe, der Bericht hat ein wenig gefallen!
Danke! Super Bericht. :-)
ICE-T-Fan, Freitag, 24.05.2013, 17:17 (vor 4686 Tagen) @ Christian_S
Ich finde den Bericht sehr interessant. Interessant finde ich, dass auf den großen Abfahrtstafeln die Züge nur in japanischer Schrift stehen während am Bahnsteig auch lateinische Schrift verwendet wird.
Cool finde ich auch die Wagenstandsanzeiger, sind wirklich seehr übersichtlich. ;-)
Vielen Dank!
oppermad, Wuppertal/Wunstorf, Freitag, 24.05.2013, 17:44 (vor 4686 Tagen) @ Christian_S
bearbeitet von oppermad, Freitag, 24.05.2013, 17:47
Moin,
"ein wenig gefallen" ist gut;-) Vielen Dank für diesen schönen und informativen Bericht!
Freundliche Grüße,
Dirk
Unterwegs mit dem Shinkansen Superexpress - Teil 2
Bahn-Auto-Flug, Großraum Nürnberg, Freitag, 24.05.2013, 21:30 (vor 4685 Tagen) @ Christian_S
Tokyo - Hakata ca. 900 km.
Es gibt Dinge, die kann man zentral besser lösen und Dinge, die kann man dezentral besser lösen.
Dieses System mit drei Hierarchien von Zügen über so eine große Entfernung bedingt nach meiner Meinung einen Zentralstaat. Japan ist ein Zentralstaat. Frankreich auch. Irgendwie wirkt sich das auf das Bahnnetz und den Bahnverkehr aus. Ich gehe mal davon aus, dass man in Japan nicht bei einem untergeordneten Haltepunkt um 20:25 Uhr hängen bleibt, weil es keine Verbindung in die nächste Region mehr gibt.
Unterwegs mit dem Shinkansen Superexpress - Teil 2
Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Freitag, 24.05.2013, 21:50 (vor 4685 Tagen) @ Christian_S
bearbeitet von Alibizugpaar, Freitag, 24.05.2013, 21:52
Vielen Dank, sehr nett.
"Wir fuhren nur eine Station (11 min) bis Shisuoka. Weiter ging es mit dem Hikari, wir wollten ja nicht mehr in den Ingolstadts Japans halten."
Wie böse! Du solltest aufpassen, denn der liebe Gott hört, sieht und liest alles. Allein wegen des munteren Ingolstadt-Spruches wird der Herrgott Dir auf der Heimfahrt von München in Richtung Leipzig einen Kodama-ICE bescheren, der wegen eines vorausfahrenden Güterzuges immer wieder einbremsen muß. Und im Speisewagen könnte Dir die ganze Tomatensoße auf´s Hemd kleckern, weil der Kodama für den Halt in Ingolstadt voll in die Eisen steigen muß.
;)
"Wagenstandsanzeiger – einfach und übersichtlich und immer gültig."
(lach) Wie ein japanischer Tourist seinen Lieben daheim wohl einen DB-Wagenstandanzeiger und die diesbezügliche Verlässlichkeit erklären will? Man wird ihm ob der geschilderten Zustände ganz sicher mit großen Augen und gespitzten Ohren zuhören, aber garantiert kein einziges Wort glauben...
Japan - das Getummel dort würde ich gerne mal erleben.
Gruß
Olaf
Seitenhieb
Christian_S, Freitag, 24.05.2013, 22:57 (vor 4685 Tagen) @ Alibizugpaar
Vielen Dank, sehr nett.
"Wir fuhren nur eine Station (11 min) bis Shisuoka. Weiter ging es mit dem Hikari, wir wollten ja nicht mehr in den Ingolstadts Japans halten."
Wie böse! Du solltest aufpassen, denn der liebe Gott hört, sieht und liest alles. Allein wegen des munteren Ingolstadt-Spruches wird der Herrgott Dir auf der Heimfahrt von München in Richtung Leipzig einen Kodama-ICE bescheren, der wegen eines vorausfahrenden Güterzuges immer wieder einbremsen muß. Und im Speisewagen könnte Dir die ganze Tomatensoße auf´s Hemd kleckern, weil der Kodama für den Halt in Ingolstadt voll in die Eisen steigen muß.
Diesen kleinen Seitenhieb auf einen ganz bestimmten User hier musste ich einfach einbauen ;) Wer die Diskussionen der letzten Wochen verfolgt hat weiss auch warum :-)
"Wagenstandsanzeiger – einfach und übersichtlich und immer gültig."(lach) Wie ein japanischer Tourist seinen Lieben daheim wohl einen DB-Wagenstandanzeiger und die diesbezügliche Verlässlichkeit erklären will? Man wird ihm ob der geschilderten Zustände ganz sicher mit großen Augen und gespitzten Ohren zuhören, aber garantiert kein einziges Wort glauben...
Tja, das ist eben der Vorteil einheitlicher Zugbildung.
Bei uns wäre das aufgrund anderer Verkehrsströme aber so einfach nicht lösbar, gewisse Unterschiede zwischen den Systemen gibts ja schon.
Japan - das Getummel dort würde ich gerne mal erleben.
Ochja, an so manchem Tempel und Schrein wurde es in der Tat SEHR voll - vieler Schulklassen sei Dank. Aber ich wurde nie in einen Zug gestopft, hehe ;)
Schönen Dank und Fragen
AX-330, Freitag, 24.05.2013, 21:55 (vor 4685 Tagen) @ Christian_S
bearbeitet von AX-330, Freitag, 24.05.2013, 21:56
Moin,
vielen Dank für den schöen Bericht! Zwei kleine Seitenhiebe auf Deutschland müssen eben sein -
Am Nachbargleis steht ein 8-teiliger Superexpress der Kyushu-Linie, also einer jener Züge, die über Hakata (Fukuoka) hinaus noch weiter in den Süden fahren.
Und die Kiste läuft 270 Stukis im Planbetrieb? Wo sind die graue Schmodderschicht, die toten Insekten und der Beimannwischer hin?
Bemerkenswert, wie sauber Schnellzüge aussehen können, wenn man Wert drauf legt. Unsere Loks schaffen höchstens schlappe 140 und sehen aus wie... lassen wir das.
Und da sieht die Lehrter Kathedrale aber alt gegen aus! Wow!
Hoffe, der Bericht hat ein wenig gefallen!
Hat er :-)
Noch eben ein paar Fragen. Wie sieht das mit den Laufeigenschaften und dem Geräuschpegel aus? Ausreichend Beinraum? Ziehen die Kisten gefühlt gut ab? Bremsenquietschen? Gibt es auch in Japan Kutscher und Lokführer, oder ist die Fahrdisziplin ausgeprägter? Falls Du einen Kollegen beobachten/erkennen konntest: Laufen die tatsächlich in dieser halbmilitärisch-pompösen Uniform herum? Ganz dunkel meine ich mich an so was zu erinnern.
Falls vorhanden - schönen Resturlaub!
Andreas
Schönen Dank und Fragen
Christian_S, Freitag, 24.05.2013, 22:52 (vor 4685 Tagen) @ AX-330
Hat er :-)
Danke :-)
Noch eben ein paar Fragen. Wie sieht das mit den Laufeigenschaften und dem Geräuschpegel aus?
Herrlich laufruhig, man stellt die Sitzlehne nach hinten und geniesst einfach. 2x gabs ein kurzes Rucken beim Abschalten der Leistung, ansonsten ging auch das immer nahezu unmerklich vonstatten. Geräusche gibts kaum, auch nicht an den Wagenübergängen.
Ausreichend Beinraum?
Mehr als ausreichend! Den Sitznachbarn durchlassen lässt sich problemlos mit einem Anziehen der eigenen Beine bewerkstelligen.
Ziehen die Kisten gefühlt gut ab?
Gefühlt hervorragend. Bei Bahnhöfen wie Shin-Fuji gehts ja recht langsam (glaube 70 km/h) aus der Überholung heraus, dann aber schnurstraks auf Geschwindigkeit. Auch die Kodama-Züge mit ihren relativ kurzen Haltabständen erreichen die Vmax.
Bremsenquietschen?
Am Bahnsteig stehend ist natürlich ein Bremsgeräusch hörbar, aber z.B. im Vergleich zum ICE 3 ist es geräuschärmer. Im Zug hört man kaum etwas.
Gibt es auch in Japan Kutscher und Lokführer, oder ist die Fahrdisziplin ausgeprägter?
Wie weiter oben schon erwähnt, gab es bei einer Fahrt 2x ein Rucken beim Abschalten der Leistung. Ob das am Tf selbst oder an der Leistungselektronik dieses speziellen Zuges lag weiss ich natürlich nicht. Unterschiede gibts beim Zielbremsen. Die Bahnsteige haben ja Absperrgitter, nur dort wo die Türen halten sind Öffnungen. Entsprechend exakt muss gehalten werden. Manchmal gehts nahezu perfekt, manchmal wird aber auch noch ein paar Meter mit Schrittgeschwindigkeit gerollt, bis es passt.
Falls Du einen Kollegen beobachten/erkennen konntest: Laufen die tatsächlich in dieser halbmilitärisch-pompösen Uniform herum? Ganz dunkel meine ich mich an so was zu erinnern.
Naja, würde ich eher als normale Uniform bezeichnen. Aber alle mit Mütze dazu (sowohl ZuB als auch Tf). Konnte in Nagoya einen Personalwechsel beobachten, die Personale laufen auf in der Regel gemeinsam und fröhlich plaudernd zu ihrem Pausenraum. Also von "militärischer Stil" habe ich da zumindest nichts festgestellt, aber die Uniform wird halt korrekt und vermutlich mit Stolz getragen.
Das ZuB verbeugt sich natürlich bei jedem Betreten und Verlassen eines Wagens in Richtung der Fahrgäste. Das Caddy-Personal ebenso.
Schönen Dank und Fragen
AX-330, Samstag, 25.05.2013, 00:10 (vor 4685 Tagen) @ Christian_S
Mehr als ausreichend! Den Sitznachbarn durchlassen lässt sich problemlos mit einem Anziehen der eigenen Beine bewerkstelligen.
Wie groß bist du?
Gefühlt hervorragend. Bei Bahnhöfen wie Shin-Fuji gehts ja recht langsam (glaube 70 km/h) aus der Überholung heraus, dann aber schnurstraks auf Geschwindigkeit. Auch die Kodama-Züge mit ihren relativ kurzen Haltabständen erreichen die Vmax.
Cool, so muß das :-)
Was haben die da eigentlich für maßgebende Neigungen, sind das mehr oder weniger als zwei Promille?
Unterschiede gibts beim Zielbremsen. Die Bahnsteige haben ja Absperrgitter, nur dort wo die Türen halten sind Öffnungen. Entsprechend exakt muss gehalten werden. Manchmal gehts nahezu perfekt, manchmal wird aber auch noch ein paar Meter mit Schrittgeschwindigkeit gerollt, bis es passt.
Spannende Sache! Das ist dann die Kunst der Zielbremsung - wahrscheinlich gibts auf Japanisch ein eigenes Schriftzeichen dafür ;-)
Konnte in Nagoya einen Personalwechsel beobachten, die Personale laufen auf in der Regel gemeinsam und fröhlich plaudernd zu ihrem Pausenraum.
Worüber die wohl klönen? Dinge wie "Da fährt der Knopfdrücker mir in Hailer-Meerholz den RE genau vor die Flinte" oder "Vor Göttingen hab ich noch mal richtig durchgeladen, aber dann stand ich 10 Minuten für den verspäteten Sprinter" werden das - sinngemäß natürlich - wohl kaum sein.
Also von "militärischer Stil" habe ich da zumindest nichts festgestellt, aber die Uniform wird halt korrekt und vermutlich mit Stolz getragen.
Vielleicht hatte ich da ein falsches Bild im Kopf oder eine andere Vorstellung von Militaristik - aber daß die Berufskleidung mit Stolz getragen werden wird, finde ich gut. Wie das wohl bei den Gz-Kollegen sein mag?
Das ZuB verbeugt sich natürlich bei jedem Betreten und Verlassen eines Wagens in Richtung der Fahrgäste. Das Caddy-Personal ebenso.
Hierzulande müßte das mal ein Kollege bringen - da würde wahrscheinlich Facebook heißlaufen: "Mein Zub hat mich verarscht". :-D
Schönen Dank und Fragen
Christian_S, Samstag, 25.05.2013, 00:27 (vor 4685 Tagen) @ AX-330
Wie groß bist du?
1,80m
Wir waren alle vom Sitzabstand begeistert, aber wer es noch bequemer haben will muss halt Green Car (1. Klasse) fahren.
Was haben die da eigentlich für maßgebende Neigungen, sind das mehr oder weniger als zwei Promille?
Zahlen kann ich da echt nicht liefern. Aber Steigungen gibts nicht wenige. Gleich hinter Shin-Fuji gehts Richtung Shizuoka auch erstmal ordentlich bergauf.
Die Shinkansen-Strecke läuft in den Städten bzw Gebieten ja meist oberirdisch, oft zwischen Berghängen entlang. Dazwischen, wo nicht so dicht besiedelt ist, gehts auch mal "ebenerdig" weiter. Es geht also auf und ab ;)
Spannende Sache! Das ist dann die Kunst der Zielbremsung - wahrscheinlich gibts auf Japanisch ein eigenes Schriftzeichen dafür ;-)
Wahrscheinlich ;) Damit wir Europäer es auch nicht so leicht mit dem lernen haben *g*
Worüber die wohl klönen? Dinge wie "Da fährt der Knopfdrücker mir in Hailer-Meerholz den RE genau vor die Flinte" oder "Vor Göttingen hab ich noch mal richtig durchgeladen, aber dann stand ich 10 Minuten für den verspäteten Sprinter" werden das - sinngemäß natürlich - wohl kaum sein.
Vielleicht darüber, das sie ihren Urlaub wieder nicht nehmen, weil die Firma nicht ohne sie auskommt?!?
Diese Einstellung haben viele Japaner über Jahrzehnte hinweg tatsächlich vertreten. Erst in den letzten Jahren geht der Trend so langsam mehr zum Bewusstsein für die Familie hin ...
Vielleicht hatte ich da ein falsches Bild im Kopf oder eine andere Vorstellung von Militaristik - aber daß die Berufskleidung mit Stolz getragen werden wird, finde ich gut. Wie das wohl bei den Gz-Kollegen sein mag?
Gute Frage, habe zwar mehrere Gz gesehen, aber DARAUF nun wirklich nicht geachtet *schäm*
Hierzulande müßte das mal ein Kollege bringen - da würde wahrscheinlich Facebook heißlaufen: "Mein Zub hat mich verarscht". :-D
Ja, diese Diskussion hatten wir auch innerhalb der Reisegruppe gleich :D
Aber naja, die Japaner leben eben noch einen ganz anderen Umgang miteinander als wir das tun. Dort spuckt keiner auf den Boden - er würde ja auf sein Land spucken^^
Schönen Dank und Fragen
Sk8er, MTS, Freitag, 24.05.2013, 23:43 (vor 4685 Tagen) @ AX-330
Noch eben ein paar Fragen. Wie sieht das mit den Laufeigenschaften und dem Geräuschpegel aus? Ausreichend Beinraum? Ziehen die Kisten gefühlt gut ab? Bremsenquietschen? Gibt es auch in Japan Kutscher und Lokführer, oder ist die Fahrdisziplin ausgeprägter? Falls Du einen Kollegen beobachten/erkennen konntest: Laufen die tatsächlich in dieser halbmilitärisch-pompösen Uniform herum? Ganz dunkel meine ich mich an so was zu erinnern.
Hallo,
bei mir ist es inzwischen schon gut 18 Jahre her, als ich mit dem Japan Rail Pass zwei Wochen durch ganz Japan gedüst bin und mich haben die Züge fasziniert... man konnte die Uhr nach dem Shinkansen stellen (jetzt weiß ich wenigstens, aus welchem Land der Spruch "pünktlich wie die Eisenbahn" eigentlich stammen muss).
Die Züge liefen damals erstaunlich leise, kein Gequietsche beim Bremsen, lediglich ein Rauschen oder Zischen und die Wagen hielten ZENTIMETERGENAU vor den Bodenfliesen am Bahnsteigrand mit der entsprechenden Wagen- und Türnummer! Niemals so ein Blabla wie "verkehrt heute in umgekehrter Reihung oder "heute ohne Wagen soundso"...
Im Zug konnte man IMMER in Fahrtrichtung sitzen, denn die Sitzreihen können vom Zugpersonal am jeweiligen Endpunkt um 180 Grad gedreht werden und das ging sehr fix (ein Pedaltritt unter den Sitzen, ein Schubs und mit einem Klack rastete die gesamte Sitzreihe in die gewünschte Richtung ein).
Die Züge hatten bereits damals erstaunlich Power, die Höchstgeschwindigkeit war bereits kurz nach verlassen der Bahnhöfe erreicht, ebenso wurde bis kurz vor dem jeweiligen Halt voll Stoff gegeben... kein nervenzehrendes Getucker wie in Benztown, Bankfurt oder sonstwo über irgendwelche Vorfelder mit zig Weichen und wildem Geschaukel...
Zum Personal zur damaligen Zeit:
Lokführer waren in akkurat militärischen Uniformen mit weißen Handschuhen und Taschenuhr, welche im Führerstand in eine eigens dafür vorgesehene Vertiefung eingeklickt wurde, unterwegs... es wurde Sekundengenau gefahren, alle Türen wurden durch das Personal gleichzeitig geöffnet und geschlossen.
Zugbegleiter trugen ebenfalls blütenweiße Handschuhe und akkurate stets faltenfreie und frisch riechende Uniformen... Fahrscheine wurden nicht mit Zangen gelöchtert, sondern mit einem kleinen farbigen Rundstempel versehen.
Was mich aber besonders faszinierte: Es gab kein Geplärre durch den Wagen à la "Noch jemand zugestigen? Fahscheine Bitte!" sondern man war damals bereits sehr fortschrittlich: der Großteil der Wagen kann nur mit einer Reservierung betreten werden und die KOSTENLOSEN Reservierungen konnten bereits damals bis unmittelbar vor der Zugabfahrt unter Berücksichtigung von spezifischen Wünschen vorgenommen werden - bei jeder Station bekamen die Zugbegleiter einen aktuellen Ausdruck, auf welchen eingetragen war, wo ein neuer Fahrgast zugestigen und sich entsprechend seiner Reservierung hingesetzt hat. Der Zugbegleiter kam dann speziell - nachdem er sich beim Betreten des jeweiligen Großraumabteils zuerst verbeugt und eine angenehme Reise wünscht, nur zu dem jeweiligen neuen Fahrgast und kontrollierte äußerst leise und höflich den Fahrausweis. Ich hatte mal einen Test des Systems gemacht und mich einfach auf einen anderen freien Sitz in einem Wagen mit Reservierungspflicht gesetzt, als auf meiner Platzkarte stand und der Zugbegleiter reagierte entsprechend verwirrt... er ging durch den gesamten Wagen, schaute dann wieder auf seinen Zettel mit den Einträgen und ging dann wieder durch den gesamten Wagen zurück, bevor er dann leise zu mir kam und höflichst nach dem Fahrschein und der Reservierung fragte.
Ich muss mal kramen, ich habe die damaligen Fahrpläne und Fahr- bzw. Platzkarten alle aufgehoben :)
Viele Grüße
Sk8er
Schönen Dank und Fragen
Christian_S, Samstag, 25.05.2013, 00:06 (vor 4685 Tagen) @ Sk8er
Danke für Deine Erinnerungen, da werde ich - da wo ich es kann - gleich mal einhaken und den Vergleich zur heutigen Zeit ziehen :-)
Die Züge liefen damals erstaunlich leise, kein Gequietsche beim Bremsen, lediglich ein Rauschen oder Zischen und die Wagen hielten ZENTIMETERGENAU vor den Bodenfliesen am Bahnsteigrand mit der entsprechenden Wagen- und Türnummer! Niemals so ein Blabla wie "verkehrt heute in umgekehrter Reihung oder "heute ohne Wagen soundso"...
Wobei das halt auch systembedingt ist. Die Shinkansen Superexpress machen nirgendwo Kopf, fahren nicht auf verschiedenen Linien, sondern mehr oder weniger immer auf der Hauptachse. Einen Zug zu verdrehen ist dort also nicht so leicht wie in Deutschland, wo man nur mal über Halle statt Leipzig fahren muss und schon hat man es geschafft ;)
Im Zug konnte man IMMER in Fahrtrichtung sitzen, denn die Sitzreihen können vom Zugpersonal am jeweiligen Endpunkt um 180 Grad gedreht werden und das ging sehr fix (ein Pedaltritt unter den Sitzen, ein Schubs und mit einem Klack rastete die gesamte Sitzreihe in die gewünschte Richtung ein).
Richtig, das ist auch heute noch so. Trotzdem, bei 16 Wagen ist das an sich recht aufwendig, aber eine sehr praktische Idee :-)
Lokführer waren in akkurat militärischen Uniformen mit weißen Handschuhen und Taschenuhr, welche im Führerstand in eine eigens dafür vorgesehene Vertiefung eingeklickt wurde, unterwegs... es wurde Sekundengenau gefahren, alle Türen wurden durch das Personal gleichzeitig geöffnet und geschlossen.
Es wird von einem ZuB zum nächsten per Taschenlampe fertig gemeldet, der Zugführer (so es denn dort einer ist) drückt einen Knopf am Bahnsteig, woraufhin die Türen (vom Tf?) geschlossen werden. Das ZuB kann an den Fenstern der Fst-Tür des hinteren Endwagens sowie am Dienstabteil den Kopf heraushalten, was auch bei Einfahrt in einen Bahnhof gemacht wird.
Was mich aber besonders faszinierte: Es gab kein Geplärre durch den Wagen à la "Noch jemand zugestigen? Fahscheine Bitte!" sondern man war damals bereits sehr fortschrittlich: der Großteil der Wagen kann nur mit einer Reservierung betreten werden und die KOSTENLOSEN Reservierungen konnten bereits damals bis unmittelbar vor der Zugabfahrt unter Berücksichtigung von spezifischen Wünschen vorgenommen werden - bei jeder Station bekamen die Zugbegleiter einen aktuellen Ausdruck, auf welchen eingetragen war, wo ein neuer Fahrgast zugestigen und sich entsprechend seiner Reservierung hingesetzt hat. Der Zugbegleiter kam dann speziell - nachdem er sich beim Betreten des jeweiligen Großraumabteils zuerst verbeugt und eine angenehme Reise wünscht, nur zu dem jeweiligen neuen Fahrgast und kontrollierte äußerst leise und höflich den Fahrausweis.
Also Ausdrucke bekommt das ZuB heutzutage keine mehr. Als wir als Gruppe unterwegs waren beobachtete ich die ZuB mehrmals bei der Fahrkartenkontrolle, es lief eher nach dem Schema "Gesichter merken" wie bei uns ab.
Die Fahrt mit einem Freund von Kyoto nach Nagoya und zurück, also ohne Gruppe, wurden wir gar nicht kontrolliert. Der ZuB kam zwar beide male durch und nickte uns freundlich zu, wollte aber kein Ticket sehen.
Ich muss mal kramen, ich habe die damaligen Fahrpläne und Fahr- bzw. Platzkarten alle aufgehoben :)
Die Chance hatten wir leider nicht, die Fahrkarte verschwindet am Ende der Reise im Gerät der Ausgangssperre.
Schönen Dank und Fragen
Sk8er, MTS, Samstag, 25.05.2013, 00:14 (vor 4685 Tagen) @ Christian_S
Die Chance hatten wir leider nicht, die Fahrkarte verschwindet am Ende der Reise im Gerät der Ausgangssperre.
Naja ich hatte den JR Railpass und der wurde nicht eingezogen, sondern man zeigte ihn beim Betreten und Verlassen des abgesperrten Bereiches vor. Die Platzkarten wurden nicht abgenommen.
Die Zuggattungen der schnelleren Züge hatten damals nette Abkürzungen:
LEX (Local Express)
NEX (Narita Express)
REX (Regional Express)
SEX (Super Express)
Ach ja, was mir auch noch einfällt: Jeder Zug hatte seine eigene MELODIE! Die wurde immer eingespielt, wenn der betreffende Zug einfuhr!
Schönen Dank und Fragen
Christian_S, Samstag, 25.05.2013, 00:31 (vor 4685 Tagen) @ Sk8er
Naja ich hatte den JR Railpass und der wurde nicht eingezogen, sondern man zeigte ihn beim Betreten und Verlassen des abgesperrten Bereiches vor. Die Platzkarten wurden nicht abgenommen.
Stimmt, mit Dauerkarten ist das natürlich anders. Auch für Gruppen gibts ja immer extra Ausgänge.
Ach ja, was mir auch noch einfällt: Jeder Zug hatte seine eigene MELODIE! Die wurde immer eingespielt, wenn der betreffende Zug einfuhr!
Am Bahnsteig gabs nur ne ganz kurze Melodie, im Zug dafür immer eine ausgiebigere vor jeder Haltansage. An größeren Bahnhöfen gab es auch eine Begrüssungsansage nach der Abfahrt, auch diese eingeleitet mit einer Melodie.
Schönen Dank und Fragen
Sk8er, MTS, Samstag, 25.05.2013, 00:42 (vor 4685 Tagen) @ Christian_S
Am Bahnsteig gabs nur ne ganz kurze Melodie, im Zug dafür immer eine ausgiebigere vor jeder Haltansage. An größeren Bahnhöfen gab es auch eine Begrüssungsansage nach der Abfahrt, auch diese eingeleitet mit einer Melodie.^
"Hier kommt ihre persönliche Glücksmelodie" :-)))
Stimmt, im Zug hat es auch munter gedudelt, wenn ein halt angesagt wurde... "Mamonaku Kyoto - Kyoto Ekimae" usw.
Generell hat es überall gedudelt und gequasselt... die Rolltreppen haben einem angesprochen, der Kuckuck rief, wenn die Fußgängerampel grün war, der Toilettensitz wurde beheizt und spielte japanische Melodien, wenn man sich darauf setzte, in der U-Bahn-Station von Kyoto duftete es nach Wald und man hörte die Vögel zwitschern und der Uhu rief, wenn der Zug einfuhr...
Schönen Dank und Fragen
Christian_S, Samstag, 25.05.2013, 00:57 (vor 4685 Tagen) @ Sk8er
der Kuckuck rief, wenn die Fußgängerampel grün war
Ja DAS war eines der niedlichen Highlights dort, aber man gewöhnt sich auch echt schnell dran. Hier vermisse ich es schon richtig ...
der Toilettensitz wurde beheizt
sogar an Autobahnraststätten! Und alles top sauber, Blumenvase am Eingang, Wahlmöglichkeiten zwischen japanischen und westlichen Toiletten (wobei auch immer mehr Japaner scheinbar die westlichen Toiletten für sich entdecken, habe ich festgestellt^^) - und das ganze grundsätzlich kostenlos!
in der U-Bahn-Station von Kyoto duftete es nach Wald und man hörte die Vögel zwitschern und der Uhu rief, wenn der Zug einfuhr...
Oh, da habe ich wohl was verpasst, unser Hotel in Kyoto lag in fußläufiger Entfernung zum Bahnhof, die örtlichen Besichtigungen laut Reiseprogramm wurden per Bus unternommen.
Insgesamt waren es die vielen kleinen Dinge, die einem dort erstmal so richtig auffielen. Sei es die auf einmal ertönende Werbeansage in glasklarem Deutsch in einem Elektronikkaufhaus in Kyoto, die Einweiser am Taxistand mit ihren weißen Handschuhen oder die perfekte Organisation am Tokyo SkyTree, damit auch keiner länger warten muss als der andere. Überall Personal, immer lächelnd und pausenlos am Reden. Eine Mitreisende formulierte es so schön: Wie ne Schreibmaschine - ratatatatatatat - klick - ratatatatat - klick - bis die Aufzugtür zu war ;)
Schönen Dank und Fragen
worfie, Samstag, 25.05.2013, 09:26 (vor 4685 Tagen) @ Christian_S
Richtig, das ist auch heute noch so. Trotzdem, bei 16 Wagen ist das an sich recht aufwendig, aber eine sehr praktische Idee :-)
Ja, aber da am Ende der Fahrt der Zug sowieso kurz gereinigt wird, bevor er zurueck faehrt, werden die Sitze gleich dabei in Fahrtrichtung gedreht. Vorteil eines solchen Systems ist die daraus resultierende riesige Beinfreiheit. Bei der Kurzreinigung werden dann auch alle Kopfbezuege der Sitze getauscht und die Scheiben gewischt, sollten da irgendwelche Flecken drauf sein. Wenn ich mich an meine letzten ICE-Fahrten in Deutschland zurueck erinnere, frage ich mich, ob da ueberhaupt auch nur mal etwas gereinigt wird.
Die Chance hatten wir leider nicht, die Fahrkarte verschwindet am Ende der Reise im Gerät der Ausgangssperre.
Du kannst die Fahrkarten auch behalten. Viele wissen es nicht und am Bahnhof wird es auch nicht offen (z.B. mit Aushaengen) kommuniziert. Statt durch die Fahrkartensperre kannst du den bemannten Ausgang nehmen und dort sagen, dass du die Fahrkarte gerne als Andenken mitnehmen moechtest. An der Shinkansen-Sperre bekommt man einen tollen Stempel auf das tokkyuken und am Endbahnhof noch einen einfachen Stempel mit der Aufschrift "Andenken zur Fahrt, Bahnhof XXX" auf die Fahrkarte.
![[image]](http://www.nekophil.de/bahn/josyaken.jpg)
VIELEN DANK
fabs, Braunschweig, Samstag, 25.05.2013, 11:52 (vor 4685 Tagen) @ Sk8er
Moin!
Im Zug konnte man IMMER in Fahrtrichtung sitzen, denn die Sitzreihen können vom Zugpersonal am jeweiligen Endpunkt um 180 Grad gedreht werden und das ging sehr fix (ein Pedaltritt unter den Sitzen, ein Schubs und mit einem Klack rastete die gesamte Sitzreihe in die gewünschte Richtung ein).
Na, das ist ja eine "tolle" Idee...
Es gibt also keine Möglichkeit, die Fahrt in der angenehmen und augenfreundlicheren (wenn man gerne aus dem Fenster schaut) Rückwärtsposition zu genießen?
Der Zug ist dann wohl eher nichts für mich.
Trotzdem natürlich VIELEN DANK für den interessanten Bericht.
Viele Grüße
fabs
--
Es gibt Dinge im Leben, die dich schnell aus der Bahn werfen können!
Zugbegleiter zum Beispiel...
VIELEN DANK
worfie, Samstag, 25.05.2013, 23:40 (vor 4684 Tagen) @ fabs
Na, das ist ja eine "tolle" Idee...
Es gibt also keine Möglichkeit, die Fahrt in der angenehmen und augenfreundlicheren (wenn man gerne aus dem Fenster schaut) Rückwärtsposition zu genießen?
Der Zug ist dann wohl eher nichts für mich.
Du kannst dir die Sitze doch hindrehen, wohin du willst. Ist doch kein Problem.
Nur vom Zugpersonal bedienbar oder auch vom Fahrgast
fabs, Braunschweig, Sonntag, 26.05.2013, 07:59 (vor 4684 Tagen) @ worfie
Moin!
Du kannst dir die Sitze doch hindrehen, wohin du willst. Ist doch kein Problem.
Wenn dem so ist, ist es eine tolle Idee! Ich hab' es nur so verstanden, dass das Zugpersonal an den Endbahnhöfen alle Sitze in Fahrtrichtung dreht und der Fahrgast keine Möglichkeit hat, dies umzukehren.
Viele Grüße
fabs
--
Es gibt Dinge im Leben, die dich schnell aus der Bahn werfen können!
Zugbegleiter zum Beispiel...
Sitze drehen im Shinkansen
Christian_S, Sonntag, 26.05.2013, 10:39 (vor 4684 Tagen) @ fabs
Du kannst dir die Sitze doch hindrehen, wohin du willst. Ist doch kein Problem.
Nein, das geht nicht und ist so auch nicht gedacht.
Wenn dem so ist, ist es eine tolle Idee! Ich hab' es nur so verstanden, dass das Zugpersonal an den Endbahnhöfen alle Sitze in Fahrtrichtung dreht und der Fahrgast keine Möglichkeit hat, dies umzukehren.
Die Sitze können nur vom Personal gedreht werden. Wäre auch reichlich komisch, wenn ein Fahrgast auf einmal eine Sitzreihe komplett umdreht und damit dahinter liegenden Reihe den freien Fußraum klaut ;)
Einfach drehen geht sowieso nicht, da würden die Reihen mit der jeweils davor- und dahinter liegenden Reihe aneinander stoßen. Ich habe den Trick ehrlich gesagt nicht so ganz durchschaut, aber rein von der Logik her müssen die Sitzreihen herausgezogen und dann gedreht werden, anders lässt es die Physik gar nicht zu.
Sitze drehen im Shinkansen
JW, Sonntag, 26.05.2013, 10:57 (vor 4684 Tagen) @ Christian_S
Hallo Christian,
der Trick geht so:
http://www.youtube.com/watch?v=DVYvh2ndjhg
Gruß Jörg
Du kannst dir die Sitze doch hindrehen, wohin du willst. Ist doch kein Problem.
Nein, das geht nicht und ist so auch nicht gedacht.
Wenn dem so ist, ist es eine tolle Idee! Ich hab' es nur so verstanden, dass das Zugpersonal an den Endbahnhöfen alle Sitze in Fahrtrichtung dreht und der Fahrgast keine Möglichkeit hat, dies umzukehren.
Die Sitze können nur vom Personal gedreht werden. Wäre auch reichlich komisch, wenn ein Fahrgast auf einmal eine Sitzreihe komplett umdreht und damit dahinter liegenden Reihe den freien Fußraum klaut ;)
Einfach drehen geht sowieso nicht, da würden die Reihen mit der jeweils davor- und dahinter liegenden Reihe aneinander stoßen. Ich habe den Trick ehrlich gesagt nicht so ganz durchschaut, aber rein von der Logik her müssen die Sitzreihen herausgezogen und dann gedreht werden, anders lässt es die Physik gar nicht zu.
Sitze drehen im Shinkansen
Christian_S, Sonntag, 26.05.2013, 11:06 (vor 4684 Tagen) @ JW
Hallo Christian,
der Trick geht so:
http://www.youtube.com/watch?v=DVYvh2ndjhg
Vielen Dank!
Ich war rein vom optischen Raumgefühl her der Meinung, das das bei einer Dreier-Reihe vom Platz her nicht reicht. Aber so kann man sich täuschen ;)
Nur vom Zugpersonal bedienbar oder auch vom Fahrgast
worfie, Sonntag, 26.05.2013, 12:16 (vor 4684 Tagen) @ fabs
Wenn dem so ist, ist es eine tolle Idee! Ich hab' es nur so verstanden, dass das Zugpersonal an den Endbahnhöfen alle Sitze in Fahrtrichtung dreht und der Fahrgast keine Möglichkeit hat, dies umzukehren.
Nein, das Zug- bzw. das Reinigungspersonal dreht die Sitze immer so, dass alle Sitze in Fahrtrichtung zeigen. Du kannst aber im Zug die Sitze umdrehen (da ist ein kleiner Tretschalter dafür an den Sitzen), und dir somit 4er oder 6er Sitzgruppen schaffen. Ich mache das gerne, wenn ich mal mit großem Koffer in Schwachlastzeiten unterwegs bin, da man so den Koffer ordentlich unterbringen kann, ohne jemanden zu stören. Zumindest ist dies bei den 700/N700-Zügen, die im Bereich von JR Central und West rumfahren so.
Wenn du alleine unterwegs bist und der Zug gut gefüllt ist, sollte man aber anstandshalber darauf verzichten.
Interessanter Vortrag von JR East
JW, Samstag, 25.05.2013, 09:07 (vor 4685 Tagen) @ Christian_S
Hallo,
auf der diesjährigen Schienenfahrzeugtagung gab es einen recht interessanten Vortrag von JR East über den Shinkansen: http://www.schienenfahrzeugtagung.at/download/PDF2013/02_Yagishita.pdf
Gruß Jörg
Man beachte die geringe Achslast!
Meinrad aus Kanada, Oakville, Canada, Samstag, 25.05.2013, 19:05 (vor 4684 Tagen) @ JW
Achslasten unter 12t (voll beladen), und dabei 320km/h erreichen: Da wuenscht man sich bei der naechsten Ausschreibung von HGV-Zuegen in Europa, dass Kawasaki mitbietet.
Details?
1040bln, Berlin-Mitte, Samstag, 25.05.2013, 13:23 (vor 4685 Tagen) @ Christian_S
Wie sicherlich hier ja bekannt ist weilte ich kürzlich für 10 Tage in Japan. Mit den Details der Reise will ich euch gar nicht weiter langweilen, aber zumindest zum Thema HGV-Bahnverkehr einen kleinen Bericht liefern
Mich würden nun wieder gerade die Details interessieren, denn auch nach Deinem Bericht bleibt mir Japan sehr fern, und mit vielem kann ich gar nichts anfangen.
Die 75 Euro für den Nagoya-Ausflug hast Du ja schon genannt. Wie war es z. B. dort mit den Fahrzeiten?
Hast Du auch mal eine komplette Bezugebgehung gemacht? Wie verteilen sich z. B. die erste und die zweite Klasse? Gibt es Gastronomie? Naja, und so weiter (Ich kann auch noch ein paar konkrete Fragen stellen, wenn Dir das lieber ist).
Details zum Shinkansen
Christian_S, Samstag, 25.05.2013, 13:41 (vor 4685 Tagen) @ 1040bln
Mich würden nun wieder gerade die Details interessieren, denn auch nach Deinem Bericht bleibt mir Japan sehr fern, und mit vielem kann ich gar nichts anfangen.
Ich habe versucht, den Bericht vom Text her nicht ausufern zu lassen, denn zu lange Texte schrecken viele natürlicherweise ab. Hatte eh schon befürchtet, die Einleitung könnte zu lang sein ...
Die 75 Euro für den Nagoya-Ausflug hast Du ja schon genannt. Wie war es z. B. dort mit den Fahrzeiten?
36 Minuten pro Strecke, nonstop im Nozomi. Neben den richtungsbezogenen Abfahrtsplänen, die ich auf einem Bild gezeigt habe, hängt am Bahnsteig auch die komplette Kursbuchtabelle aus, die von der Aufmachung her dem deutschen Kursbuch nahezu gleicht.
Hast Du auch mal eine komplette Bezugebgehung gemacht?
Komplett nicht, aber mehrere Wagen weit schon. An sich unterschieden sich die Wageninnenräume nur unwesentlich. In 3 Wagen (über den Zug verteilt) gibt es Raucherbereiche. Toiletten sind immer 2 vorhanden, je eine nach japanischer und eine nach westlicher Bauart.
Wie verteilen sich z. B. die erste und die zweite Klasse?
Die 1. Klasse (Green Car) befindet sich in der Mitte des Zuges, also zwischen der 2. Klasse. Sind meiner Erinnerung nach 3 Wagen Green Car.
Gibt es Gastronomie?
Ja, wie auf einem Bild zu sehen, einen Snack-Caddy. Das Personal wandert ununterbrochen damit von einem Ende des Zuges zum anderen. Kaffee kostet 300 Yen (ca. 2,30€), es gibt natürlich auch Tee, Kaltgetränke, Schokoriegel und sogar Eis.
Am Wagenende im Fahrgastraum gibt es ein großes digitales Schriftband, welches einen Begrüssungstext nach einem Halt sowie vor einem Halt jeweils einen Text zu jenem Halt auf japanisch und englisch liefert. Begleitet jeweils von einer automatischen Ansage "We will make a brief stop at Shin-Osaka".
Ansonsten der Fahrt zeigt dieses Schriftband ausschliesslich Texte in japanischer Sprache an.
Weitere Fragen natürlich gerne :-)
Details zum Shinkansen
1040bln, Berlin-Mitte, Samstag, 25.05.2013, 16:05 (vor 4685 Tagen) @ Christian_S
Die 75 Euro für den Nagoya-Ausflug hast Du ja schon genannt. Wie war es z. B. dort mit den Fahrzeiten?
36 Minuten pro Strecke, nonstop im Nozomi. Neben den richtungsbezogenen Abfahrtsplänen, die ich auf einem Bild gezeigt habe, hängt am Bahnsteig auch die komplette Kursbuchtabelle aus, die von der Aufmachung her dem deutschen Kursbuch nahezu gleicht.
Damit hat man ja eine einigermaßen bequeme Kopfrechen-Formel: Für 268 km (hin und zurück) bezahlt man 75 Euro, das sind gerundet ca. 40 Cent je Kilometer. Oder in Fahrtzeit umgerechnet reichlich 50 Cent je Minute.
Gab es Vorausbuchungs-Rabatt oder Rückfahrt-Rabatt? Kennst Du weitere Rabattstufen, z. B. für extreme Frühbuchung? Oder gibt es sowas wie Off-Peak-Preise nach englischem Modell?
Details zum Shinkansen
Christian_S, Sonntag, 26.05.2013, 10:40 (vor 4684 Tagen) @ 1040bln
Gab es Vorausbuchungs-Rabatt oder Rückfahrt-Rabatt? Kennst Du weitere Rabattstufen, z. B. für extreme Frühbuchung? Oder gibt es sowas wie Off-Peak-Preise nach englischem Modell?
Davon hab ich wirklich keinerlei Ahnung. Es gibt ja den Japan-Rail-Pass, mit dem man recht flexibel und günstig im Land umher fahren kann. Für Berufspendler wird es sicherlich auch Ermäßigungen geben, aber wie genau das funktioniert weiss ich leider nicht.
3+2 Bestuhlung
zugvogel, Rheinland-Pfalz, Sonntag, 26.05.2013, 12:30 (vor 4684 Tagen) @ Christian_S
Danke für den interessanten Bericht.
Die 3+2 Bestuhlung würde mich nerven. Das wirkt sehr eng. Auf dem Mittelplatz möchte ich nicht sitzen. Allenfalls zwischen Frau und Tochter, aber bestimmt nicht als Alleinreisender.
3+2 Bestuhlung
Christian_S, Sonntag, 26.05.2013, 17:05 (vor 4684 Tagen) @ zugvogel
Die 3+2 Bestuhlung würde mich nerven. Das wirkt sehr eng. Auf dem Mittelplatz möchte ich nicht sitzen. Allenfalls zwischen Frau und Tochter, aber bestimmt nicht als Alleinreisender.
Das wirkt nur aufgrund der Perspektive des Fotos so. An sich ist da wirklich viel Platz - deutlich mehr als im Flugzeug, wo man ja z.T. sogar in 4er-Reihen sitzt. Einigermaßen vergleichen könnte man den Sitzabstand vielleicht mit dem ICE 1 vor dem Redesign.
3+2 Bestuhlung
zugvogel, Rheinland-Pfalz, Sonntag, 26.05.2013, 23:14 (vor 4683 Tagen) @ Christian_S
Das wirkt nur aufgrund der Perspektive des Fotos so. An sich ist da wirklich viel Platz - deutlich mehr als im Flugzeug, wo man ja z.T. sogar in 4er-Reihen sitzt. Einigermaßen vergleichen könnte man den Sitzabstand vielleicht mit dem ICE 1 vor dem Redesign.
auch in der Sitzbreite??
3+2 Bestuhlung
Meinrad aus Kanada, Oakville, Canada, Montag, 27.05.2013, 03:01 (vor 4683 Tagen) @ zugvogel
Der Shinkansen ist 3380mm breit, also 530mm mehr als ein Bpmz (oder ICE-T). Da die Sitzbreite im Bpmz 535mm betraegt, ist eine Shinkansen-Auslegung von 3+2 genauso bequem wie ein Bpmz, ausser dass im Shinkansen der Sitzabstand eher wie 1.Klasse ist.
3+2 Bestuhlung
zugvogel, Rheinland-Pfalz, Montag, 27.05.2013, 10:28 (vor 4683 Tagen) @ Meinrad aus Kanada
Der Shinkansen ist 3380mm breit, also 530mm mehr als ein Bpmz (oder ICE-T). Da die Sitzbreite im Bpmz 535mm betraegt, ist eine Shinkansen-Auslegung von 3+2 genauso bequem wie ein Bpmz, ausser dass im Shinkansen der Sitzabstand eher wie 1.Klasse ist.
Dann fahre ich doch mit! Danke für die Auskunft.
Fährt der breite Shinkansen denn auf Regelspur 1435mm?
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