ICE/TGV/AVE: Von München über Paris u. Barcelona nach Madrid (Reiseberichte)
Mit dem TGV/ICE und AVE an einem Tag von bayerischen München bis in die spanische Hauptstadt Madrid. Sollte dies tatsächlich möglich sein? Wäre das nicht eine Tour für unglaubliche Freaks und Eisenbahnfettischisten?
Falsch gedacht! Diese Fahrt ist stressfrei mit den modernen Hochgeschwindigkeitszügen auf den internationalen Schnellfahrstrecken problemlos an einem Tag zu befahren. Und ich habe es getan!! Und hier bekommt Ihr einen kleinen Reisebericht.
Zu Beginn eine Karte
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Ganz grob gerechnet sind es insgesamt etwa 2600 Kilometer auf der Schiene!
Zug 1: TGV München-Paris
Zug 2: TGV Paris-Figueres (letzter Halt vor der Grenze ist das französische Perpignan, zum besseren geographischem Verständnis habe ich beide Städte in die Karte eingezeichnet)
Zug 3: AVE Figueres-(Barcelona)-Madrid
1) München-Paris mit dem TGV
Einmal am frühen Morgen verlässt ein TGV Duplex die süddeutsche Metropole München und verkehrt über Augsburg, Ulm, Stuttgart, Karlsruhe und Strasbourg nach Paris. Die Abfahrtszeit ist in München um 6:27 Uhr, also für Frühaufsteher! Nach sechs Stunden Fahrzeit über diverse Schnellfahrtstrecken kommt der Zug um 12:35 Uhr am Pariser Ostbahnhof an.
[Ich muss ehrlich sein, ich bin in diesen Zug erst in Strasbourg zugestiegen, den Weg von München nach Strasbourg habe ich schon an anderen Tagen zurückgelegt. Aber theoretisch hätte meine Reise problemlos in München starten können]
So bin ich nach Strasbourg gekommen:
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Die Schnellfahrstrecke zwischen Strasbourg und Paris ist jedesmal aufs Neue unglaublich Spektakulär. Mit 320 km/H bretter der TGV durch die Landschaft und ist mit dieser Geschwindigkeit konkurrenzfähig zum Flugzeug und zum Auto. Der Zug war komplett ausgebucht! 2016 eröffnet ein weiteres Stück Schnellfahrstrecke, so dass sich die Fahrzeit zwischen Strasbourg und Paris von 2:20 h auf 1:50 h reduzieren wird. Die Schnellfahrstrecke ist mit dem ICE oder TGV immer eine Reise wert, für zwei Stunden ohne Anhalten einfach mal die Landschaft mit der unglaublichen Geschwindigkeit von 320 km/h an sich vorbeirauschen lassen ist eine pure Freude. Im französischen HGV lässt sich stets erkennen, wie gut man durch den Bau von Schnellfahrstrecken den innerfranzösischen Flugverkehr abgehängt hat und das System Eisenbahn unglaublich gestärkt hat. In meinen zahlreichen TGV Fahrten in Frankreich sind mir (wahrscheinlich auch dank cleverer Auslastungssteuerung) nur gut bis sehr gut gebuchte Züge untergekommen.
Der TGV München-Paris zur Abfahrt in Strasbourg
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Angekommen in Paris Gare de l'est: Mein TGV steht gegenüber einem deutschen ICE.
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2) Transfer von Paris Gare de l'est zum Gare de Lyon
So sehr ich Frankreich liebe, so sehr hasse ich auch das Fehlen eines TGV Hauptbahnhofs in Paris. Es gibt sechs Kopfbahnhöfe in der Stadt (in allen Ecken verteilt), von denen vier für den TGV Verkehr genutzt werden:
Gare du Nord, hier verkehren alle Züge, die über die nördliche Schnellfahrstrecke (LGV Nord) die Hauptstadt verlassen
- Eurostar nach London
- TGV nach Nordfrankreich (u. A. Lille)
- Thalys nach Brüssel, Amsterdam und Köln
Gare de Lyon, hier verkehren alle Züge in Richtung Mittelmeer, und Italien
- TGV nach Marseille, Lyon, Mailand, Montepellier
- TGV an der Mittelmeerküste entlang über Nimes und Perpignan bis ins spanische Figueras
- TGV in die Schweiz (weiter über LGV Rhine Rhone)
Gare de l'est, hier verkehrt alles über die LGV est in Richtung Osten
- TGV nach Strasbourg, Metz und Luxembourg
- TGV/ICE nach Deutschland (Stuttgart/Frankfurt)
Gare Montparnasse, hier verkehren alle Züge in Richtung Atlantikküste
- TGV nach Bordeaux und Brest, aber auch bis in die Grenzregion zu Spanien (Hendaye, Irun)
Und so musste ich auch an diesem Tag vom Ostbahnhof zum Gare du Lyon innerhalb Paris kommen. Und leider sind die Verbindungen zwischen den Bahnhöfen alle sehr, sehr eklig. Bei jeder Fahrt mit Bahnhofstransfer in Paris kommt mir das Grauen...
Mit Sack und Pack ab in die Pariser Metro, die zu jeder Zeit! gerammelt voll ist. Trotz einem 3-Minuten Takt ist oft Stehen im Gang angesagt. Dazu kommen die zahlreichen unterirdischen Treppen (nur Treppen, keine Rolltreppen oder Aufzüge!) und Gänge. Metrofahren macht wahrlich keinen Spaß!
Bei einigen Bahnhoftransers kommt noch ein Umstieg innerhalb des Metrosystems hinzu, was die Sache noch unangenehmer macht. So benutzte ich für diese Fahrt zum ersten Mal den Bus zwischen dem Gare du Nord, weiter über den Gare de l'est bis hin zum Gare de Lyon, (natürlich mit Halt an jeder Straßenecke).
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Dieser Bus verkehrt im 5-10 Minuten Takt und ist nicht so gefüllt wie die Metro. Nur sind die Straßen in Paris oft mit Stau belastet, so dass eine Busfahrt bei einem knappen Anschluss ein Risiko darstellen kann! An meiner Fahrt waren die Straßen dicht befahren, aber ich schaffte es in etwa 25 Minuten mit dem Bus von einem Bahnhof zum anderen. Die Fahrkarte ist zum Preis von 2 € ganz einfach beim Fahrer zu erwerben.
Für meine künftigen Fahrten ziehe ich den Bus der Metro vor, wobei ich auch schon einmal zwischen sämtlichen Bahnhöfen gelaufen bin. Die Wege zwischen den Bahnhöfen sind oft sehr weit, aber wer gut zu Fuß ist, schafft das ohne Stehen in der Metro und Stau im Bus oft in 1-2 Stunden.
Angekommen am Gare du Lyon
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Irgendwie ist es schade, dass Paris keinen Hauptbahnhof für angenehme Umstiege in alle Richtungen hat.
3) Mit dem TGV von Paris ins spanische Figueras
Der Gare du Lyon ist schon unglaublich beeindruckend. Eigentlich hätte ich (so wie es jeder Bahnreisende macht, der was auf sich hält) im berühmten Le Train Bleu Restaurant im Gare du Lyon speisen müssen.
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Der TGV ins spanische Figueres
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Beeindruckend ist der Bahnhof, wenn man einmal mit einer Doppeltraktion TGV Duplex (ausgebucht bis auf den letzten Platz) ankommt und erlebt welche Menschenmassen in TGV Doppelstockzügen in Doppeltraktion Platz haben! Bedingt durch die engen Bahnsteige und die Masse an Fahrgästen benötigt man von der hinteren TGV Aussteigstür bis zum Bahnsteigende zu FUß gut 15 Minuten.
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Kleiner Einschub: So sieht ein alter TGV Duplex von Innen aus:
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Hier verkehrt zweimal täglich ein TGV nach Figueras mit direktem Anschluss nach Barcelona und weiter nach Madrid. Diese beiden TGV Zugpaare Paris-Figueras verkehren nun schon seit einigen Jahren.
Die Abfahrt meines Zuges war um 14:07 Uhr, also anderthalb Stunden nach Ankunft aus München, ein bequemer Übergang!
Auch hier ist die 5,5 stündige Fahrt bis ins spanische Figueras ein unglaubliches Erlebnis! Die ersten drei Stunden zwischen Paris und Nimes werden non-stop auf einer etwa 800 km langen Schnellfahrstrecke von Paris direkt ans Mittelmeer verbracht! Man kann bei 300 km/h die Veränderung der Landschaft vom pariser Klima bis hin zum Mittelmeerklima während der Fahrt miterleben. Je weiter man fährt, desto mehr Palmen und Sonne erwartet den Fahrgast! Unglaublich angenehm und spannend.
In Nimes endet die Schnellfahrstrecke und der TGV verkehrt auf der (doch recht langsamen) Altbaustrecke weiter bis nach Perpignan an der spanischen Grenze. Trotz der langsamen Geschwindigkeit kann sich die Strecke landschaftlich zeigen! Auf einem Eisenbahndamm geht es für eine Stunde in Küstennähe durch das Mittelmeer, sehr oft hat man sogar auf beiden Seiten Wasser. Irgendwie erinnert mich die Fahrt durch das Meer an den Hindenburgdamm nach Sylt.
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