Ein Tag im Elsass - Reisebericht mit 70 Bildern (Reiseberichte)

TD, Dienstag, 21.05.2013, 19:12 (vor 4689 Tagen)

Hallo zusammen,

auch von mir herzlichen Glückwunsch zum Foren-Jubiläum und vielen Dank an die Admins. Ich kann zum Geburtstag leider nur einen kleinen Ausflug über die Grenze ins Elsass aufbieten, der leider recht unpassend ganz ohne ICE erfolgt ist.

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Die erstklassige Tagestour führt uns vom Bodensee über die Schwarzwald- und Höllentalbahn nach Freiburg, dann über den Rhein nach Mulhouse, weiter über Colmar nach Strasbourg und schließlich via Offenburg zurück.

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Die Fahrt beginnen wir diesmal in Allensbach, die paar Kilometer dorthin legen wir mit dem Fahrrad zurück. Wer Heuschnupfen-geplagt ist wie ich, dem jucken beim Anblick der blühenden Gräser am Straßenrand schon die Augen. Aber wenigstens geht es überwiegend bergab.

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Mit einem IRE geht es nun auf der Schwarzwaldbahn bis Donaueschingen. Für eine Stunde machen wir es uns im Oberdeck des Doppelstockwagens bequem.

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Die Strecke führt entlang der noch jungen Donau nach Nordwesten. In Donaueschingen heißt es um Umsteigen, auf Gleis 3 steht schon der IRE nach Neustadt im Schwarzwald bereit.

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Mit dem Begriff „Höllentalbahn“ verbinde ich eigentlich die Strecke durchs Höllental, aber auch der nicht-elektrifizierte Abschnitt von Donaueschingen bis Neustadt gehört offiziell zur Höllentalbahn (sagt zumindest Wikipedia). Unser IRE besteht aus einem Triebwagen der Baureihe 611.

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Die Strecke führt zunächst über die offene Hochebene der Baar...

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...dann ändert sich Landschaft vor dem Zugfenster und wir befinden uns unversehens im dicht bewaldeten Hochschwarzwald.

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Seit Ende 2003 der „Kleber-Express“ eingestellt wurde, gibt es keine umsteigefreien Verbindungen auf der Strecke mehr. Und so verlassen wir den Dieseltriebwagen...

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...und wechseln bahnsteiggleich in die aus Doppelstockwagen gebildete Regionalbahn nach Freiburg.

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Die Strecke führt zunächst noch weiter bergauf, den Scheitelpunkt erreicht die Strecke zwischen Titisee und Hinterzarten. In Hinterzarten wechselt der Zugbegleiter auf die Lok, da nun die Talfahrt beginnt und der Zugbegleiter aus Sicherheitsgründen auf der Lok mitfährt. Dieser Abschnitt ist die steilste Hauptbahn Deutschlands.

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Die Strecke durch das enge Höllental ist beeindruckend – auch wenn man vor lauter Bäumen den Wald nicht fotografieren kann. Stellvertretend ein Bild von der Ravennabrücke auf das Hofgut Sternen.

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Nach dem Bahnhof Himmelreich ändert sich die Landschaft wieder, die Strecke führt nun durch das weite Dreisamtal nach Freiburg.

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In Freiburg haben wir eine knappe Stunde Aufenthalt, und so folgen wir den Freiburger Bächle in die Altstadt.

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Martinstor

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Auf dem Münsterplatz herrscht reges Treiben auf dem samstäglichen Wochenmarkt.

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Der Turm des Freiburger Münsters ist 116 Meter hoch.

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Historisches Kaufhaus auf dem Münsterplatz

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Auf dem Rückweg Richtung Bahnhof ist das erste Blau am Himmel zu sehen; hier mit Bächle vor dem Rathaus.

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Hauptbahnhof Freiburg

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Der RE nach Basel steht schon bereit, wir fahren bis Müllheim.

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Die Fahrt durch die Oberrheinebene ist unspektakulär, allerdings bauen wir eine leichte Verspätung auf. Bei einem 4-Minuten-Übergang in Müllheim nicht ganz unkritisch – und es drängen sich erstaunlich viele Umsteiger an der Tür.

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Aber die Sorge ist unbegründet, der „Blauwal“-Triebwagen nach Mulhouse wartet; das Foto verschiebe ich aber trotzdem lieber bis nach Mulhouse.

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Nach dem letzten Halt auf deutschem Boden in Neuenburg passieren wir Rhein und Rheinseitenkanal, nach einem weiteren Halt in Bantzenheim erreichen wir Mulhouse Ville (Mülhausen).

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Blauwal im Bahnhof Mulhouse

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Mulhouse ist die zweitgrößte Stadt im Elsass, direkt am Bahnhof befindet sich ein Hafen des Rhein-Rhône-Kanals.

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Altstadt von Mulhouse mit Stephanskirche (Temple Saint-Étienne)

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Altes Rathaus

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Die Straßenschilder sind zweisprachig in Französisch und Elsässisch. Wer des Alemannischen mächtig ist, wird mit „Itrachtsplátzlá“ sicherlich etwas anfangen können.

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Ein Kinderfest macht das Fotografieren nicht gerade einfach.

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Seit dem Jahr 2006 hat Mulhouse wieder eine Straßenbahn, hier die zentrale viergleisige Haltestelle Porte Jeune.

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Ich hatte vorab schon gelesen, dass Mulhouse nur ein kleines historisches Zentrum hat. Nachdem wir das Zentrum einmal abgelaufen haben, geht es zurück an den Bahnhof.

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Bahnhofshalle


Es geht gleich weiter...

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Ein Tag im Elsass - Fortsetzung

TD, Dienstag, 21.05.2013, 19:16 (vor 4689 Tagen) @ TD

Nun geht es weiter nach Colmar. Eigentlich finde es interessanter, im Ausland mit landestypischen Fahrzeugen unterwegs zu sein. Aber der Fahrplan will es so, dass wir nun auf den IC „Vauban“ (Zürich-Brüssel) treffen, welcher überwiegend aus SBB-Wagen besteht.

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Wir nehmen im „Saal“ Platz - so nennt der SNCF-Fahrkartenautomat jedenfalls den Großraumwagen. Aber ich war schon froh, dass der Automat Deutsch konnte, da wollen wir nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen.

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Die Fahrt nach Norden ist mehr oder weniger spiegelbildlich zur Fahrt auf der deutschen Seite des Oberrheingrabens. Während man auf der badischen Seite links die Ebene und rechts die Berge hat, sind auf der elsässischen Seite rechts die Ebene und links die Berge. Nur dass es im ersten Fall der Schwarzwald und im zweiten Fall die Vogesen sind.

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Die nächste Zwischenstation ist nun Colmar, die drittgrößte Stadt im Elsass. Mit einer schmucken Altstadt zieht die Stadt zahlreiche Besucher an. Passend dazu herrscht hier nun auch richtiger Sonnenschein, so dass wir nun gemütlich durch die Gassen schlendern können.

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Das Pfisterhaus aus dem Jahr 1537

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„Klein Venedig“

Anschließend geht es zurück an den Bahnhof, mit Strasbourg steht noch die Hauptstadt des Elsass auf dem Programm.

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Gare de Colmar

Zunächst werfen wir aber noch einen Blick auf den schmucken Bahnhof.

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Bahnhofshalle Colmar

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Fensterbild

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Für die Fahrt nach Strasbourg habe ich mir einen TER-Regionalzug ausgesucht. Ich habe eigentlich fest mit einem Wagenzug gerechnet, zumal der Zug laut Fahrplan 1. Klasse führt und ich dies als Indiz für einen Wagenzug gewertet hatte. Stattdessen kommt nun ein Triebwagen daher. Also bringt es auch die SNCF fertig, 1.Klasse-Fahrkarte zu verkaufen für Züge, die gar keine 1.Klasse führen. Ach schade, das sollte doch meine erste Fahrt in einem Wagenzug von TER Alsace werden. Aber zum Umplanen ist es jetzt zu spät, muss ich wohl demnächst mal wieder ins Elsass fahren.

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Was stellt die Frau denn da an? Ich bemerke erst zu Hause, dass das ein komisches Bild geworden ist.

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Und weiter geht die Fahrt entlang der Vogesen nach Norden.

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Auch in Strasbourg betreiben wir etwas Sightseeing. Der Münsterturm war mit seinen 142 Metern von 1647 bis 1874 das höchste Bauwerk der Menschheit...

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...da müssen wir noch ein paar Schritte zurück, bis der Turm ganz aufs Foto passt.

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Das Haus Kammerzell gehört mit seiner Schnitzfassade ebenfalls zu den Sehenswürdigkeiten von Strasbourg.

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Die historische Altstadt liegt auf einer Insel, die vom Fluss Ill umflossen wird.

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Zwei Türme der Gedeckten Brücken, im Hintergrund der Münsterturm.

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Auch hier wenden wir uns noch dem Bahnhof zu. Das historische Empfangsgebäude wird seit einigen Jahren von einer gewaltigen Glaskuppel überzogen.

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Außerhalb der Bahnhofshalle wartet ein Regioshuttle der Ortenau-S-Bahn bereits in der Abendsonne, bis zur Abfahrt wird sich der Zug noch deutlich füllen.

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Und wieder geht’s über den Rhein zurück nach Deutschland, diesmal über die Rheinbrücke bei Kehl...

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...und dann durch die Ortenau bis nach Offenburg.

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Von hier bringt uns nun ein IRE der Schwarzwaldbahn wieder zurück an den Bodensee.

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Und nach gut 14 Stunden endet unsere Tour wieder in Allensbach. Jetzt erwartet uns nur noch eine nächtliche Fahrradtour nach Hause – nur blöd, dass es jetzt am Heimweg wieder bergauf geht.

Viele Grüße

Tobias

PS: meine früheren Reiseberichte gibt’s unter www.bahnreiseberichte.de.

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Danke für den tollen Bericht

SunshineMouse, Dienstag, 21.05.2013, 19:57 (vor 4689 Tagen) @ TD

Danke für die vielen Bilder und Eindrücke aus den verschiedenen Städten, schade das keine Zeit bzw. am Abend auch kein Interesse an ein paar Aufnahmen oder einem kleinen Porträt des Bahnhofs Offenburg bestanden hat, würde mich persönlich sehr interessieren.

Ein Tag im Elsass - Fortsetzung

moonglum, Hagen, Dienstag, 21.05.2013, 19:59 (vor 4689 Tagen) @ TD

Klasse - vielen Dank!

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Schöne Grüße aus den EC 6/7/8/9,
wo es Wein in Karaffen, keine Mikrowelle und kein in Schüsseln gepamptes Essen gibt.

https://adobe.ly/2PMZyEV

Danke für den tollen Bericht

TD, Dienstag, 21.05.2013, 20:32 (vor 4689 Tagen) @ SunshineMouse

Danke für die vielen Bilder und Eindrücke aus den verschiedenen Städten, schade das keine Zeit bzw. am Abend auch kein Interesse an ein paar Aufnahmen oder einem kleinen Porträt des Bahnhofs Offenburg bestanden hat, würde mich persönlich sehr interessieren.

Oh, ich habe bestimmt schon viele Stunden am Bahnhof Offenburg verbracht. Denn gerade morgens gibt es hier einen 30-Minuten-Übergang von der Schwarzwaldbahn auf die nordfahrenden ICE. Erst am vergangenen Freitag stand ich (unfreiwillig) 45 Minuten in Offenburg und am Samstag (geplant) 30 Minuten. Für mich ist der Bahnhof Offenburg damit so alltäglich (und langweilig), dass ich gar nicht auf die Idee gekommen bin, da auch mal ein paar Bilder zu machen. Bei der Elsass-Tour war es nur ein 7-Minuten-Übergang in Offenburg, aber ich versuche das nächste Mal daran zu denken, wenn ich dort mal wieder Zeit abbummeln muss...

Viele Grüße

Tobias

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Ein Tag im Elsass

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Dienstag, 21.05.2013, 21:14 (vor 4689 Tagen) @ TD

Sehr schön aufbereitet, vielen Dank!


"In Hinterzarten wechselt der Zugbegleiter auf die Lok, da nun die Talfahrt beginnt und der Zugbegleiter aus Sicherheitsgründen auf der Lok mitfährt. Dieser Abschnitt ist die steilste Hauptbahn Deutschlands."

Welche Aufgabe übernimmt denn der Zub auf der Lok? Wann soll er wie tätig werden bzw eingreifen?


"Das historische Empfangsgebäude wird seit einigen Jahren von einer gewaltigen Glaskuppel überzogen."

Uiii, das ist aber ein gewagter ´Überzug´ über das alte Gebäude. Ob man so etwas hierzulande durchsetzen könnte? Unsere Nachbarn haben oft ein glückliches Händchen in Sachen Kunst-am-Bau. Ab und an wirkt es aber auch übertrieben. Dein Foto zeigt, daß es von innen noch ganz nett und interessant aussieht. Aber von aussen? Kann man das alte Gemäuer von der Straßenseite her noch erkennen oder ist alles unter dem Glas-Bogen (verspiegelt) verschwunden?

Gruß
Olaf

Ein Tag im Elsass

TD, Dienstag, 21.05.2013, 21:29 (vor 4689 Tagen) @ Alibizugpaar

Welche Aufgabe übernimmt denn der Zub auf der Lok? Wann soll er wie tätig werden bzw eingreifen?

Soweit ich weiß bzw. gelesen habe: Notbremsung bei bewusstlosem Lokführer

Uiii, das ist aber ein gewagter ´Überzug´ über das alte Gebäude. Ob man so etwas hierzulande durchsetzen könnte? Unsere Nachbarn haben oft ein glückliches Händchen in Sachen Kunst-am-Bau. Ab und an wirkt es aber auch übertrieben. Dein Foto zeigt, daß es von innen noch ganz nett und interessant aussieht. Aber von aussen? Kann man das alte Gemäuer von der Straßenseite her noch erkennen oder ist alles unter dem Glas-Bogen (verspiegelt) verschwunden?

Ich habe noch ein zweites Bild aus anderer Perspektive:

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Ich kann jetzt nicht beurteilen, inwiefern der Sonnenstand die Optik beeinflusst, am späten Nachmittag war vom alten Gemäuer von Außen jedenfalls nicht viel zu sehen.

Viele Grüße

Tobias

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Bahnhofsgebäude Strasbourg

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Dienstag, 21.05.2013, 22:41 (vor 4689 Tagen) @ TD

Danke für das zweite Bild. Hmmm, das alte EG scheint tatsächlich ´verschwunden´ zu sein. Nachts ist auch nicht sehr viel mehr zu erkennen.


http://www.france-blog.info/wp-content/uploads/2008/04/b.jpg

http://img.fotocommunity.com/photos/17273536.jpg


Aber gut, die Bürger der Stadt scheinen dafür gestimmt zu haben - gehe ich mal von aus. Man müsste den Bau bei Gelegenheit mal selber in Augenschein nehmen. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, so etwas schon einmal gesehen zu haben.

Gruß
Olaf

Bahnhofsgebäude Strasbourg

sflori, Dienstag, 21.05.2013, 23:00 (vor 4689 Tagen) @ Alibizugpaar

Danke für das zweite Bild. Hmmm, das alte EG scheint tatsächlich ´verschwunden´ zu sein. Nachts ist auch nicht sehr viel mehr zu erkennen.

Von wegen. :)

Das sieht nachts sehr cool aus:

http://www.blup.fr/wp-content/uploads/2008_01_27_gare_nuit.jpg


Bye. Flo.

Strasbourg: Eigene Erfahrungen

ES89, Hamburg / Rostock, Mittwoch, 22.05.2013, 13:11 (vor 4688 Tagen) @ Alibizugpaar

Ich finde das Ganze an sich recht gelungen, da an der alten Sustanz nichts zerstört wurde oder durch Anbauten unsichtbar wurde. Die Kuppel hat vor allem einen praktischen Zweck: Die beiden Bahnhofstunnel und der Gebäudeteil, in dem die Fahrkartenschalter sind, sind nicht innerhalb des Gebäudes verbunden. Durch die Kuppel kann man trockenen Fußes zwischen den Gebäudeteilen und dem Straßenbahntunnelzugang hin und her laufen.

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Gegen Großraum-Zwang im Fernverkehr!
Für zumindest drei Abteile je Wagenklasse!

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