NL: Lage Landen Express, wer soll ihn fahren? (Allgemeines Forum)
Hallo ICE-Fans,
auf der HSL-Zuid herrscht zur Zeit Stille. Ja, es gibt international den Thalys, ja, es gibt innerhalb NL das Fyra-Surrogat aber rundum dem echten Fyra (V250) passiert vorerst nichts, daher auch Ruhepause in der Seifenoper.
Inzwischen gibt es auch für den Beneluxzug und den V250 einige Surrogate, welche einen "Erfolg" erbringen wovon Fyra nur träumen kann. Bein einem dieser Erfolge, der IC Den Haag-Brüssel, besteht sogar der Ansatz diesen fortzusetzen wenn der V250 wieder fahren sollte. Dezember 2013 ist angesagt, Bedenker des Konzeptes ist Gemeinde Den Haag, Name des Zuges ist "Lage Landen Express" hier abgekürzt als LLX.
In diesem Artikel wird die Sache stark kritisiert.
Begründung der Fortsetzung:
1. die Tarife waren günstig, demzufolge die Züge sehr stark ausgelastet.
2. der LLX soll eigenwirtschaflich verkehren. Es soll den Staat / der Gemeinde also nichts kosten. In Krisenzeiten ist das politisch gut verteidigbar.
3. es haben bereits 7 Unternehmen für den Betrieb interessiert: NS Reizigers, NS Hispeed, DB, Arriva, NMBS, Veolia und ConneXXion! Diese werden erwartungsgemäß gegeneinander auf die Konzession bieten. Das bringt also Geld in die Schublade der Gemeinde Den Haag.
Begründung warum es dennoch nix wird:
A1. 2015 sollte das NL-Kernnetz ausgeschrieben werden. Die "Privaten" spürten ihre Chancen. Das ist nicht passiert: der Staat hatte NS Reizigers das Kernnetz gegönnt.
A2. Zudem wurde auch der ÖPNV in den großen Städten gegönnt statt ausgeschrieben. Ohne diese beiden Verkehrsmärkte wird die Sache für den Privaten uninteressant.
A3. Das Gönnungsverfahren sollte nach EU-Gesetz nicht mehr zugelassen sein: die Stadtgebiete von Amsterdam / Den Haag / Rotterdam seien zu groß. Man erwartet politischen Streit. Viel versprechen, wenig darstellen, damit jagt man Unternehmen weg.
B. Dadurch, dass der LLX eigenwirtschaftlich fahren sollte, werden Unternehmen nur ernsthaft überlegen einzusteigen, wenn die Verbindung rentabel ist. Die Unternehmen sind aber das Theater rundum der HSL-Zuid nicht vergessen; eine Quasi-Pleite wie die HighSpeedAlliance sehen die lieber nicht.
C. Der Beneluxzug wurde gestrichen, weil man sie wegen der HSL-Zuid als überflüssig betrachtete = die Reisende werden alle mit dem Fyra fahren.
(ja ja, die Mittelrheinbahn war mit Inbetriebnahme der Rennbahn K-F doch auch überflüssig geworden, oder?)
Man hat die Wahl: einerseits neue Züge bestellen aber dafür 80 Euro für eine Hin- und Rückfahrt verlangen müssen um das ganze zu finanzieren (das ist Jan zu teuer = er fährt Auto), andererseits 40 Euro für eine Hin- und Rückfahrt verlangen, dafür aber mit 35-45 Jahren altem Kram fahren müssen (das sieht die Gemeinde Den Haag nicht gerne, sie will neue Züge sehen).
D1. NMBS und DB werden nicht mitmachen. Diese beiden sind ja im Thalys-Geschäft beteiligt. Wieso mit dem LLX den Thalys kannibalisieren? Dann doch lieber ein Amsterdam-London-ICE.
D2. NS wird nicht mitmachen. Das Unternehmen hat kaum Fahrzeuge, die die Grenze rüberfahren dürfen, Mehrsystemelloks gar keine. Gut, kann man mieten, aber 15 Jahre Loks mieten entspricht etwa Neubeschaffung. Geht nut mit Subvention von Behörden aber das möchten die Behörden wieder nicht.
D3. NS Hispeed hofft immer noch, dass die V250-Probleme gelöst werden und die Züge stündlich Amsterdam-Brüssel via HSL-Zuid fahren können.
D4. Veolia, ConneXXion, Arriva: auch diese Jungs können nicht mit neuen Zügen fahren, wenn Jan nicht bereit ist mehr als 20 Euro pro einfache Fahrt zu bezahlen und Subvention seitens Staat/Provinz/Gemeinde komplett fehlt. Einziger Vorteil ist, dass ICE und TGV nicht kannibalisiert werden. Das sind ja Produkte der Mutterunternehmen DB und SNCF.
Fazit: es kommt wohl kein Zug, weil es Geld kostet, dem Fahrgast kaum etwas kosten darf, die Behörden es nicht bezahlen möchten und die Betreiber es unter diesen Umständen nicht bezahlen können.
gruß,
Oscar (NL).
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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!
Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!
Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.