Noch kein Hauptbahnhof: Aalen (Reiseberichte)
Moin,
ungefährdet ist die Rolle Aachens als Nummer Eins auf der alphabetischen Liste der Hauptbahnhöfe. Arnstadts Rolle als Nummer Zwei wird jedoch aus der württembergischen Provinz bedroht. Dort liegt Aalen. Mit etwa 66666 Einwohnern zwar nicht sehr groß, aber mit, je nach Zählung, viereinhalb oder fünf Stationen bahnhofsreich.[1] Da liegt es nach Meinung der Kommunalpolitik nahe, den größten Bahnhof zum Hauptbahnhof zu erheben. Nach dem anstehenden Umbau soll es soweit sein.
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Aalen ist eine Station an der Intercity-Linie von Karlsruhe über Stuttgart und Crailsheim nach Nürnberg. Regionalzüge fahren nach Donauwörth (Baureihe 440), nach Ulm (diverse Dieseltriebwagen), nach Stuttgart (elektrisch) und nach Crailsheim (Diesel).
Aalen selbst wird im Jahr 1136 urkundlich erstmals erwähnt, die Gegend ist aber schon länger menschlich besiedelt. Das Eisenbahnzeitalter begann im Jahr 1861 mit der Remsbahn von Stuttgart nach Wasseralfingen. 1863 folgte die Verlängerung ins bayrische Nördlingen, 1865 eine Zweigbahn nach Heidenheim. Diese wurde in zwei Etappen 1875 und 1876 nach Ulm verlängert. Württemberg hätte diese Strecke sicher gerne eher eröffnet, Bayern (durch das sie auf einigen Kilometern führt) sträubte sich dagegen, da die Schienenverbindung von Nördlingen an den Bodensee durchs württembergische Ausland kürzer ist als die einheimische Strecke. So km es zur Brenzbahnklausel, derzufolge ein Schienenweg zwischen der Bahnstrecke Stuttgart - Nördlingen und der Strecke Stuttgart - Ulm erst zwölf Jahre nach Inbetriebnahme der ersteren gestattet war. 1866 folgte die im Bahnhof Goldshöfe von der Nördlinger Strecke abzweigende Verbindung nach Crailsheim. Damit war das normalspurige Eisenbahnnetz um Aalen herum komplett.
Seit 1971 ist Aalens Bahnhof elektrisch erreichbar. Auch hier machte die Strecke aus Stuttgart den Beginn. 1972 wurde die Riesbahn nach Donauwörth elektrifiziert und 1985 die Verbindung nach Crailsheim.
Das Motto Die letzten werden die ersten sein nahm sich die letzte Bahnstrecke, die Aalen erreichte, zu eigen: Die meterspurige Härtsfeldbahn nahm im Jahr 1901 ihren Betrieb auf. Im Jahr 1906 wurde sie ins bayrische Dillingen verlängert, 1972 der Gesamtverkehr eingestellt. Der Mittelabschnitt wurde durch die Härtsfeld-Museumsbahn wiederaufgebaut. Sie betreibt regelmäßigen Fahrbetrieb.
Der Personenbahnhof östlich des Aalener Staatsbahnhofs ist nicht mehr erhalten, wohl aber das Empfangsgebäude des Güterbahnhofs einige hundert Meter weiter südlich.
Nicht komplett wäre die Eisenbahngeschichte Aalens ohne die Erwähnung der Grubenbahn der Königlich Württembergischen Hüttenwerke zum Braunenberg. Diese meterspurige Strecke war nämlich die erste Zahnradbahn Deutschlands. Diese wurde von 1876 bis 1924 betrieben, noch bis 1939 bestand Betrieb auf dem zahnradlosen Abschnitt. (www.werkbahn.de)
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1 Wechselnd bewölkt war's am 30.7.2012. Aalens Empfangsgebäude.
2 Auf dem Bahnhofsvorplatz der Busbahnhof.
3 Ein Blick vom Busbahnhof zum Zugbahnhof.
4 Das Empfangsgebäude präsentiert sich innen im Stile der 1990er.
5 Der Warteraum hatte geschlossen.
6 Auf dem Hausbahnsteig der Zug von und nach Bayern.
7 Der Zug nach Stuttgart fährt aus.
8 Ein Blick über die fünf Bahnsteige.
9 Die südliche Ausfahrt. Rechts nach Stuttgart, geradeaus nach Aalen.
10 Das alte Empfangsgebäude weist einige moderne Zutaten auf.
11 Der Treppenabgang. Links die örtliche Lounge.
12 Der Personentunnel. Nichts los, wenn gerade kein Zug da ist.
13 Hinter den Bahnsteigen Gütergleise.
14 EiNe ZweiTe UnTerFühRung Mit AufZug.
15 Ganz neu sah sie aus.
16 Von der Rückseite bietet sich ein Blick über den Bahnhof.
17 Das Empfangsgebäude von Norden.
18 Ein Blick gen Norden. Mit einer Rechtskurve führt die Strecke über Wasseralfingen nach Goldshöfe.
19 Das Dreirad 363 150 war am Rangieren.
20 Der Nullpunkt der Strecke nach Ulm steht am Ende dieses Bahnhofsportraits.
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Unsere Reise zu Deutschlands Hauptbahnhöfen führt uns übermorgen zum letzten Mal ins Saarland. Homburg und Neunkirchen stehen dann auf dem Programm.
Viele Grüße,
Sören
[1] Knackpunkt ist die Frage nach der Zugehörigkeit des Bahnhofs Goldshöfe. Die OSM-Karte sagt, daß nur der Südteil in der Stadt Aalen liegt. Der Großteil der Bahnsteige sowie das Empfangsgebäude liegen in der Gemeinde Rainau. Da mag ein jeder selbst entscheiden, ob man den Bahnhof als zu Aalen gehörig rechnet oder nicht.
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Verstehen Sie Bahnhof!
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