Potsdams Heidehauptbahnhof (33 Bilder) (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Freitag, 01.02.2013, 08:58 (vor 4798 Tagen)

Moin,

zwei Hauptbahnhöfe gibt's in Potsdam: Einen der jüngsten und zugleich ältesten und einen der ehemaligen.
Damit der Beitrag nicht zu lang wird, besichtigen wir heute schon den ehemaligen, den heutigen gibt es dann am Sonntag.


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Am 22. September diesen Jahres ist die Einweihung der Eisenbahn nach Potsdam 175 Jahre her: Im Jahr 1838 erreichte der erste Zug, von Berlin kommend, die Residenzstadt. Anno 1846 wurde die Fortsetzung bis Magdeburg eröffnet. Zunächst bestand unmittelbar des Potsdamer Bahnhofs noch eine Lücke, schon bald dann eine Brücke.
Die ursprüngliche Verbindung nach Berlin Potsdamer Bahnhof ist nicht mehr in Betrieb, heute fahren die Züge von und nach Berlin Stadtbahn.

Im Rahmen einer südwestlichen Umgehung Berlins wurde 1908 eine Bahnstrecke zwischen Beelitz Stadt und Wildpark (heute Park Sanssouci) eröffnet. Der nördliche Endpunkt der Reisezüge ist laut http://de.wikipedia.org/wiki/Umgehungsbahn_%28Brandenburg%29 seit 1994 der heutige Hauptbahnhof.

Nach dem 2. Weltkrieg entstand der Berliner Außenring, der es ermöglichte, West-Berlin zu umfahren. Dort, wo er sich mit der Umgehungsbahn kreuzt, entstand ein Bahnhof. 1958 wurde er als Potsdam Süd in Betrieb genommen, 1961 in Hauptbahnhof umbenannt. Seit 1982 ist der Außenring im Bereich Potsdam elektrisch befahrbar. Seit 1993 heißt er Potsdam Pirschheide. Die Bahnsteiggleise am Außenring sind mittlerweile abgebaut (1999 hielt der letzte Reisezug), auch das Kreuzungsgleis an der Umgehungsbahn ist nicht mehr nutzbar. Auf http://www.suedwestbezirk.de/bar.htm#pirschheide eine schematische Übersicht über die Bahnhofsanlage.

Im Jahr 1960 wurde der Potsdamer Bahnhof in Potsdam Stadt umbenannt. Er verlor durch den Mauerbau erheblich an Bedeutung. Mit der Wiedervereinigung änderte sich das wieder. In den zweiten Hälfte der 1990er wurde der Bahnhof komplett umgebaut (der Ausdruck Einkaufszentrum mit Gleisanschluß ist könnte hier erfunden worden sein) und 1999 zum Hauptbahnhof erhoben; schon zuvor, 1995, wurde auf der Fernbahn der elektrische Betrieb eröffnet. Von 1928 bis 1961 und seit 1992 fährt hier die S-Bahn. Sein Haupteingang liegt originellerweise auf der stadtabgewandten Seite, was auch in Brandenburgs zweitgrößter Stadt, Cottbus, der Fall ist.

Der ehemalige Hauptbahnhof wird nur noch unten bedient durch den Pendel zwischen Potsdam und Michendorf. Er ist mittlerweile auf die drittniedrigste Fallhöhenstufe (nach Komplettstillegung und Aufgabe der Zughalte) zurückgefallen: Den Bedarfshalt. Ich weiß allerdings nicht, ob die eingesetzten Fahrzeuge Haltewunschtasten haben. Oben fahren neben zahlreichen Güterzügen auch die Züge zwischen Friedrich und noch-nicht-Willy durch.


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1 Am 2. August 2011 fuhr ich mit Kaiser Otto von Berlin nach Magdeburg. Dabei kamen wir am oberen Bahnhofsteil vorbei. Das Foto dient wie auch alle anderen nur zur Dokumentation. ;-)


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2 Am 3. Juli 2012 schließlich besuchte ich den Bahnhof. Dank des guten Zugfahrplanes stieg ich vor dem Potsdamer Hauptbahnhof ein. Variobahn 422 brachte mich raus aus der Stadt zum Bahnhof Pirschheide (die Pirschheide ist in der Tat ein altes Jagdgebiet).


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3 Da steht sie an der Ankunftshaltestelle. Die Abfahrt ist rechts abseits des Bildes.


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4 Das ist das Empfangsgebäude.


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5 Bushaltestelle und Taxistellplatz gibt's auch.


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6 Werbefläche. Wer hier wirbt, sollte bezahlt bekommen.


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7 Ein Blick vom Empfangsgebäude auf den Bahnhofsplatz.


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8 Das ist der heutige Bahnsteigzugang.


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9 Von dort ein Blick hin zum Empfangsgebäude. Die Bahnhofsgaststätte hat überlebt.


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10 Die Rampe zum Bahnsteig befindet sich auf dem Kreuzungsgleis.


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11 Blick gen Norden.


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12 Keiner der sieben war gerade da.


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13 Fahrkartenstempelmaschine und Fahrkartenautomat.


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14 Das Kreuzungsgleis.


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15 Ein Blick hin zum Empfangsgebäude. Der Bahnsteigtunnelzugang ist vermauert.


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16 Der Zugang auf dem Bahnsteig.


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17 Nutzlos.


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18 Wartegelegenheit.


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19 Bahnhofsschild und Treppe zu einem der Außenringbahnsteige.


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20 Unterm Ring durchgegangen.


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21 Der südliche Bahnsteigzugang.


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22 Über den unteren Bahnsteig geht der Blick zum oberen Bahnhofsteil. Rechts das außer Betrieb befindliche Zentralstellwerk.


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23 Der moderne Bahnsteigzugang.


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24 Da fährt er hin, nach Michendorf.


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25 Häuschen und Bahnhofsschild auf dem abgesperrten Bahnsteigsüdabschnitt.


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26 Ein Blick hin zu den oberen Bahnsteigen.


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27 Unterm Stellwerksturm.


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28 Bahnhofsschild.


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29 Der Zugzielanzeiger hängt noch.


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30 Mit einem Blick auf den unteren Bahnsteig nehmen wir Abschied vom ehemaligen Hauptbahnhof. Wie mag es hier in einigen Jahren aussehen?


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31 Unser Weg führt uns zur Einstieghaltestelle der Straßenbahn.


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32 Die Straßenbahnstrecke weg vom ehemaligen Hauptbahnhof.


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33 Die Straßenbahn bringt uns nicht bis zum Bahnhof Rehbrücke, wir steigen am Hauptbahnhof aus.


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Viele Grüße, Sören

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Danke

Chrispy, Freitag, 01.02.2013, 09:47 (vor 4798 Tagen) @ Sören Heise

Man sieht wie schnell der Zahn der Zeit nagen kann. Bei solchen Bildern muss ich immer an dieses Lied denken (Warnung, die Sprache könnte verwirrend wirken). ;-)

Grüsse aus der Schweiz
Christoph

Tja, der Berliner Außenring

Eingleisigkeit, Freitag, 01.02.2013, 10:39 (vor 4798 Tagen) @ Sören Heise

Hallo Sören,

vielen Dank für das schöne Bahnhofsporträt.

Bis um die Jahrtausendwende rum waren das Bahnhofsgebäude und alle oberen Bahnsteige noch zugänglich, obwohl auch schon damals nichts mehr dort gehalten hat und afair sogar die Bahnsteiggleise schon abgebaut waren. Es war eine sehr unheimliche Stimmung, durch die verlassene Bahnhofshalle zu laufen. Mittlerweile hat man ja alles zugemauert.

Für mich ist dieser Bahnhof Inbegriff der 40 Jahre Berliner Teilung (auch wenn ich sie selbst nicht erlebt habe). Die DR hat zu ihrer Zeit ja viele Bahnhöfe errichtet, die eigentlich mehr Provisorien waren und vollkommen fernab irgendwelcher Ortschaften lagen. Dazu zählt sicherlich auch Pirschheide. Ein Hauptbahnhof völlig fernab von der Stadt konnte nach dem Mauerfall natürlich nicht überleben. Insofern ist es eigentlich ganz in Ordnung, dass man den Verkehrshalt aufgibt. Kurioserweise fehlte aber meist das Geld, die Sache auch zu Ende zu bringen und so sieht es an den meisten Stellen aus, als wäre von einem Tag auf den anderen alles stehen und liegen gelassen.

Ich kann sehr empfehlen, mal ein paar andere (verlassene) Bahnhöfe am Außenring zu besuchen:

  • Bergholz
  • Genshagener Heide (seit neuestem ja auch kein Verkehrshalt mehr)
  • Hennigsdorf Nord
  • Schönfließ
  • Bornim-Grube
  • Elstal
  • Satzkorn

Sie alle bieten unheimlich spannende und stimmungsvolle Foto-Motive. Wenn ich die Bilder wiederfinde, kann ich hier auch mal ein paar einstellen.
Wer sich das Ganze mal innerstädtisch ansehen möchte, dem empfehle ich, Berlin-Karlshorst (noch in Betrieb) zu besuchen...

Eigentlich hat auf dem Außenring nur Golm die Wende gut überstanden. Alle anderen Stationen sind verlassen oder zumindest auf dem Stand von 1989 gehalten.

Immerhin kann man den Außenring mit RB 12, 20 und 22 heute wieder fast vollständig befahren und sich die Situation gut aus dem Zugfenster heraus anschauen.

Ich kann das sehr empfehlen!

Grüße,
Eingleisigkeit

Tja, der Berliner Außenring

kaythxbye, Berlin, Freitag, 01.02.2013, 20:38 (vor 4798 Tagen) @ Eingleisigkeit

Immerhin kann man den Außenring mit RB 12, 20 und 22 heute wieder fast vollständig befahren und sich die Situation gut aus dem Zugfenster heraus anschauen.

Ja, das ist eine schöne Tour und man sieht viel vom Berliner Umland. Man kann sogar den kompletten Außenring fahren, das in deiner Aufzählung fehlende Teilstück Lichtenberg - Flughafen Schönefeld kann man (mit einem Abstecker nach Königs-Wusterhausen) mit den RBs 36 und 14 abfahren.

Potsdams Heidehauptbahnhof (33 Bilder)

Reisender, München, Freitag, 01.02.2013, 13:03 (vor 4798 Tagen) @ Sören Heise

Zwei Hauptbahnhöfe gibt's in Potsdam: Einen der jüngsten und zugleich ältesten und einen der ehemaligen.

Aktuell gibt es nur einen Bahnhof, der sich Potsdam Hbf nennt.

Dort, wo er sich mit der Umgehungsbahn kreuzt, entstand ein Bahnhof. 1958 wurde er als Potsdam Süd in Betrieb genommen, 1961 in Hauptbahnhof umbenannt. Seit 1982 ist der Außenring im Bereich Potsdam elektrisch befahrbar. Seit 1993 heißt er Potsdam Pirschheide.

Eben! Den heutigen Hauptbahnhof gab's damals noch nicht.

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2 Am 3. Juli 2012 schließlich besuchte ich den Bahnhof. Dank des guten Zugfahrplanes stieg ich vor dem Potsdamer Hauptbahnhof ein. Variobahn 422 brachte mich raus aus der Stadt zum Bahnhof Pirschheide (die Pirschheide ist in der Tat ein altes Jagdgebiet).

Laut RIS verkehrt auch eine RB zwischen Potsdam Hbf und Potsdam Pirschheide.

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12 Keiner der sieben war gerade da.

Es sieht auf dem Foto auch nicht so aus, als ob diese sieben im Bahnhof Pirschheide wären. Weiß jemand wo dieses Foto aufgenommen wurde?

Damit der Beitrag nicht zu lang wird, besichtigen wir heute schon den ehemaligen, den heutigen gibt es dann am Sonntag.

Da freue ich mich schon darauf. Denn den richten Potsdamer Hbf kenne ich ebenfalls.

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Foto: ICE 3 "Ingolstadt" in Köln Hbf

Potsdams Heidehauptbahnhof (33 Bilder)

Jens, Bayern/NRW, Freitag, 01.02.2013, 14:26 (vor 4798 Tagen) @ Reisender

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12 Keiner der sieben war gerade da.


Es sieht auf dem Foto auch nicht so aus, als ob diese sieben im Bahnhof Pirschheide wären. Weiß jemand wo dieses Foto aufgenommen wurde?


Ich kenne die Kollegin ganz links (und da diese vorher in Landshut und jetzt in Oberfranken ist ist die Bandbreite groß), ich werde sie mal Fragen :)

Potsdams Heidehauptbahnhof (33 Bilder)

heinz, Freitag, 01.02.2013, 14:48 (vor 4798 Tagen) @ Reisender
bearbeitet von heinz, Freitag, 01.02.2013, 14:50

Laut RIS verkehrt auch eine RB zwischen Potsdam Hbf und Potsdam Pirschheide.

Die RB 23 Potsdam - Michendorf wird im Bericht doch sogar erwähnt. Sie fährt aber nur stündlich (am Wochenende sogar nur alle 120 Minuten). Die Straßenbahn fährt wesentlich öfter nach Pirschheide (wenn auch nur noch, weil dort die Wendeschleife ist).

Ach ja, Pirschheide. 1991 zog ich in den wilden Osten, und zwar nach Potsdam. Am Hauptbahnhof kam ich an. Mich traf der Schlag. Ein Hauptbahnhof mitten im Wald, fernab jeglicher Bebauung. Mittlerweile hat sich das sogar ein bisschen geändert, ein Stück nordöstlich des noch in Betrieb befindlichen Bahnsteigs liegen zu Havel hin ein großes Schulungszentrum einer bekannten Bausparkasse und der Potsdamer Olympiastützpunkt. Fahrgastpotential wäre also sogar da.

Danke für den schönen, stimmungsvollen Bericht. Ich kann der schon geäußerten Meinung nur zustimmen: Die Sationen am Außenring strahlen einen besonders morbiden Charme aus; eine Kultur scheint untergegangen, die letzten Bewohner sind weggezogen, Westernstadtatmosphäre. Ich empfehle auch eine Fahrt nach Priort, Marquardt und Hohen Neuendorf West.

Danke!

Sören Heise, Region Hannover, Freitag, 01.02.2013, 15:05 (vor 4798 Tagen) @ Sören Heise

Moin,

vielen Dank für eure Kommentare.


@Christoph: Lesen klappt ja noch halbwegs. Die Sprachprobleme fangen für mich schon weit nördlich der schweizer Grenze an. ;-)

@Eingleisigkeit: Ein politischer Bahnhof, wie jemand bei DSO sinngemäß formulierte.
Doch, ich glaube, die Stimmung zu Ende der 90er so ungefähr nachvollziehen zu können. Aber nur ungefähr.
Die anderen nicht mehr genutzten Stationen kenne ich nicht. Über Bilder würde ich mich freuen, weiß aber um die Mühen der Beitragserstellung bei schon digitalisierten Bildern.

@Reisender: Mein erster Satz war ein wenig seltsam.
Die RB paßte irgendwie nicht ins Programm, da ich am selben Tag noch in Schönefeld war, noch etwas erledigen mußte* und meinen "Stammzug" für die Heimfahrt erreichen wollte. Daher wurde es die Straßenbahn (1,80 die Fahrt).
Die Aufnahme sieht nach dem Lehrter Bahnhof (also Berlin Hbf) aus. Am Ostbahnhof die Halle ist nicht so weit und andere Bahnhofshallen gibt es in der Gegend nicht (mehr).

@Heinz: Mitten im Wald liegt der Bahnhof noch heute. Die stündlich verkehrende Regionalbahn, die nicht ganz ins Stadtzentrum fährt, dürfte gegenüber der mehrmals stündlichen Straßenbahn direkt ins Zentrum nicht ganz so attraktiv sein.

* Als Nachtrag zu diesem Kommentar sei noch die Verteilerebene über dem Lichtenberger U-Bahnhof gezeigt, auch wenn's nicht paßt. Die wurde damals vermißt und ich war am selben Tag nochmal da.

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Viele Grüße, Sören

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Da muß mal dringend ein Flieger vorbei...

Blaschke, Freitag, 01.02.2013, 21:16 (vor 4798 Tagen) @ Sören Heise

Mahlzeit!


Haben die Alliierten nicht noch irgendwo eine Bombe übrig - so dass man das alles schön sauber wegsprengen kann?


Sieht ja aus, wie wir uns "früher" immer den "Ostblock" vorgestellt haben. Wenn das so weiter geht, ist der Osten bald im Westen. Und umgekehrt.

Furchtbar ist das alles. Millionen Arbeitslose könnten sich nützlich machen und solche Ruinen "rückbauen", wie es so schön heißt.


Aber das würde ja auch nur wieder Kritik hervorrufen: Die schönen Brennesseln, die umherhüpfende Unke und dann der Denkmalschutz; zuguterletzt muß dann der "morbide Charme" herhalten. Soll ja auch genug Leutchen geben, die dem (R)Ostkreuz lieber beim entgültigen Zusammenbruch zugeschaut hätten anstatt den Umbau zu einer modernen Bahnstation zu bejubeln.


Schöne Grüße aus der Friedensstadt Osnabrück von

jörg

Da muß mal dringend ein Flieger vorbei...

heinz, Freitag, 01.02.2013, 23:23 (vor 4797 Tagen) @ Blaschke

Hallo Jörg,

dass wir uns da recht verstehen: Der "morbide Charme" ist auch für mich kein Grund für eine etwaige Erhaltenswürdigkeit dieser Schrottbahnhöfe. Auf mich hat das eher die Wirkung eines Autobahnunfalls: Schrecklich, aber faszinierend; man muss einfach hingucken.

Abreissen, da stimme ich dir zu. Und ich freue mich auch schon aufs neue Ostkreuz.

Da muß mal dringend ein Flieger vorbei...

ES89, Hamburg / Rostock, Freitag, 01.02.2013, 23:41 (vor 4797 Tagen) @ Blaschke

Mahlzeit!


Haben die Alliierten nicht noch irgendwo eine Bombe übrig - so dass man das alles schön sauber wegsprengen kann?


Sieht ja aus, wie wir uns "früher" immer den "Ostblock" vorgestellt haben.

Tja, so täuschen die Vorstellungen. "Früher" war das ein Top-moderner Hauptbahnhof, siehe http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_183-B0417-0006-001,_Potsdam,_H... und http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_183-B0417-0006-002,_Potsdam,_H...
Halt 50er/60er-Jahre-Stil, aber davon gibt es auch im Westen genug.

Noch in den späten 1990er Jahren hat das da wohl noch ganz ordentlich ausgesehen, siehe http://www.berliner-bahnen.de/verbindungsbahnen/bar/pirsch.html (1. Bild)

Wenn man die Anlagen dann verkommen lässt, sieht selbst das schönste Gebäude schnell nach Ruine aus.

Wenn das so weiter geht, ist der Osten bald im Westen. Und umgekehrt.

Was soll das jetzt? Wiedermal die wir müssen Soli zahlen, ihr Ossis nicht-Masche?

Furchtbar ist das alles. Millionen Arbeitslose könnten sich nützlich machen und solche Ruinen "rückbauen", wie es so schön heißt.

Solche Stammtischparolen brauch' ich wohl nicht weiter kommentieren. Der Rückbau würde aber gut zu Berlin passen (auch wenn das Potsdam ist): Alles Plattmachen, was mir grad nicht in den Kram passt.

Aber das würde ja auch nur wieder Kritik hervorrufen: Die schönen Brennesseln, die umherhüpfende Unke und dann der Denkmalschutz; zuguterletzt muß dann der "morbide Charme" herhalten. Soll ja auch genug Leutchen geben, die dem (R)Ostkreuz lieber beim entgültigen Zusammenbruch zugeschaut hätten anstatt den Umbau zu einer modernen Bahnstation zu bejubeln.

Alles nicht meine Argumente.

Dann mit Erläuterungen... :-)

Blaschke, Samstag, 02.02.2013, 23:47 (vor 4796 Tagen) @ ES89

Mahlzeit!

Sieht ja aus, wie wir uns "früher" immer den "Ostblock" vorgestellt haben.


Tja, so täuschen die Vorstellungen. "Früher" war das ein Top-moderner Hauptbahnhof


Hat ja auch niemand bestritten. Früher mag das so gewesen sein. Heute sieht es eben anders aus. Also konkretisiert: Sieht ja HEUTE aus, wie wir uns "früher" immer den "Ostblock" vorgestellt haben. So ist's vielleicht besser verständlich.

Wenn man die Anlagen dann verkommen lässt, sieht selbst das schönste Gebäude schnell nach Ruine aus.

Wenn das so weiter geht, ist der Osten bald im Westen. Und umgekehrt.

Was soll das jetzt? Wiedermal die wir müssen Soli zahlen, ihr Ossis nicht-Masche?


Was das soll? Früher würde im Westen die mangelhafte Infrastruktur in Teilen des Ostblocks belächelt und das überlegene Sieger-Grinsen ob unserer "erstklassigen" Auto- und Eisenbahnen aufgesetzt. Mittlerweile passt sich vor allem Westdeutschland den alten östlichen Gegebenheiten an - während gleichzeitig einige osteuropäische Staaten aufholen und dort teilweise bessere Infrastruktur vorherrscht als hier vor Ort. Das sei ihnen natürlich gegönnt - nur würde es langsam mal Zeit, dass auch hier erkannt wird, dass Handlungsbedarf besteht. Mit dem Ausspielen Ost/West und den Zahlungsströmen hat das dann nur peripher was zu tun. Ich verlange jedenfalls keinen West-Soli und jammere auch nicht über den Ost-Soli.

Furchtbar ist das alles. Millionen Arbeitslose könnten sich nützlich machen und solche Ruinen "rückbauen", wie es so schön heißt.


Solche Stammtischparolen brauch' ich wohl nicht weiter kommentieren.


Nö. Muß man wirklich nicht. Aber überlegen könnte man mal: In einem Gesellschaftssystem, in dem das "ICH" und das "MEINS" als vorrangiges Ziel steht, stellt sich ja die Frage, was passieren soll mit Dingen, die "UNS" betreffen. Gleise, die die Bahn nicht braucht, klemmt sie ab. Niemand sonst braucht sie - also wird einfach alles liegen gelassen und vergammelt. Das soll dann die Lösung sein? Und das kann man nicht nur auf ein paar rostige Gleise beziehen, sondern auf manch andere Dinge innerhalb und außerhalb der Eisenbahn auch. Aber soviel Denk-Transfer-Leistung ist natürlich nicht einfach zu bewältigen - da rufen wir lieber "Stammtisch" und beenden das Thema.

Der Rückbau würde aber gut zu Berlin passen (auch wenn das Potsdam ist): Alles Plattmachen, was mir grad nicht in den Kram passt.


Muß ja nicht. Wir können ja auch ein gigantisches Freilichtmuseum aus dem Land machen....

Andererseits war das früher auch nicht anders. Da wurde auch regelmäßig einiges plattgemacht. Nannte sich "Krieg". Vielleicht fehlt ja so einer wieder. Jedenfalls ist es mal neu, dass es hier seit so vielen Jahrzehnten keinen Krieg gegeben hat. Was dann eben auch neue "Probleme/Fragen" hinsichtlich von Dingen, die nicht mehr gebraucht werden, aufwirft...

Aber das würde ja auch nur wieder Kritik hervorrufen: Die schönen Brennesseln, die umherhüpfende Unke und dann der Denkmalschutz; zuguterletzt muß dann der "morbide Charme" herhalten. Soll ja auch genug Leutchen geben, die dem (R)Ostkreuz lieber beim entgültigen Zusammenbruch zugeschaut hätten anstatt den Umbau zu einer modernen Bahnstation zu bejubeln.


Alles nicht meine Argumente.


Mit welchem Argument willst Du den Schrott denn dann stehen lassen? (N)ostlagie? Oder glaubst Du tatsächlich, dass in das ehemalige Stellwerk wieder Leben einziehen wird?

Schöne Grüße aus der Friedensstadt Osnabrück von

jörg

Ebenso mit Erläuterungen

ES89, Hamburg / Rostock, Sonntag, 03.02.2013, 14:29 (vor 4796 Tagen) @ Blaschke

Ich verlange jedenfalls keinen West-Soli und jammere auch nicht über den Ost-Soli.

Da dann, gut zu hören. Tun leider noch zu viele, statt sich sachlich damit auseinanderzusetzen.

Furchtbar ist das alles. Millionen Arbeitslose könnten sich nützlich machen und solche Ruinen "rückbauen", wie es so schön heißt.


Solche Stammtischparolen brauch' ich wohl nicht weiter kommentieren.

Nö. Muß man wirklich nicht. Aber überlegen könnte man mal: In einem Gesellschaftssystem, in dem das "ICH" und das "MEINS" als vorrangiges Ziel steht, stellt sich ja die Frage, was passieren soll mit Dingen, die "UNS" betreffen. Gleise, die die Bahn nicht braucht, klemmt sie ab. Niemand sonst braucht sie - also wird einfach alles liegen gelassen und vergammelt. Das soll dann die Lösung sein? Und das kann man nicht nur auf ein paar rostige Gleise beziehen, sondern auf manch andere Dinge innerhalb und außerhalb der Eisenbahn auch. Aber soviel Denk-Transfer-Leistung ist natürlich nicht einfach zu bewältigen - da rufen wir lieber "Stammtisch" und beenden das Thema.

Mit dieser Argumentation kann ich leben. Aber die Denk-Transfer-Leistung hat auch bei dir nicht geklappt, sonst wäre nicht das Reflexartige schreien nach den "Millionen Arbeitslosen" gekommen.

Muß ja nicht. Wir können ja auch ein gigantisches Freilichtmuseum aus dem Land machen....

Im jetzigen Zustand habe ich kein Problem mit dem Rückbau. Die Aussage ging mehr in folgende Richtung: Anstatt einstige Prestigebäude erst verloddern zu lassen, bis sie abrissreif sind, sollte man rechtzeitig nach einer sinnvollen Nutzung suchen, unabhängig von politisch derzeit vorherschenden Strömung. Und das passiert in Berlin und Umgebung eher zu selten.

Um auf den Bahnhof zurückzukommen: Für einen Bahnhof einer Landeshauptstadt in Wald- und Seelage mit Straßenbahnanschluss hätte es möglich sein müssen, bei rechtzeitiger Suche eine Nutzung zu finden. Dass das nicht bei jedem Dorfbahnhofsgebäude möglich ist, ist hingegen klar.

Mit welchem Argument willst Du den Schrott denn dann stehen lassen? (N)ostlagie? Oder glaubst Du tatsächlich, dass in das ehemalige Stellwerk wieder Leben einziehen wird?

Wie oben gesagt, jetzt ist es wohl zu spät. Vor 10 bis 15 Jahren wäre das wohl noch anders gewesen.

Fein, fein :-)

Blaschke, Sonntag, 03.02.2013, 18:31 (vor 4796 Tagen) @ ES89

Moin!

Im jetzigen Zustand habe ich kein Problem mit dem Rückbau. Die Aussage ging mehr in folgende Richtung: Anstatt einstige Prestigegebäude erst verloddern zu lassen, bis sie abrissreif sind, sollte man rechtzeitig nach einer sinnvollen Nutzung suchen

Die Aussage kann ich mit unterschreiben.

Um auf den Bahnhof zurückzukommen: Für einen Bahnhof einer Landeshauptstadt in Wald- und Seelage mit Straßenbahnanschluss hätte es möglich sein müssen, bei rechtzeitiger Suche eine Nutzung zu finden. Dass das nicht bei jedem Dorfbahnhofsgebäude möglich ist, ist hingegen klar. (...)

Wie oben gesagt, jetzt ist es wohl zu spät. Vor 10 bis 15 Jahren wäre das wohl noch anders gewesen.


Wenn sich für solche Bauten eine sinnvolle Nutzung findet = Gerne. Abriß soll ja kein Zwang sein. Nur wenn sich dann nichts findet, dann sollte in den Fällen meines Erachtens auch ein Abriß akzeptiert werden.

Schöne Grüße von

jörg

Durchfahrt 2008 (Video aus dem Führerstand)

fabs, Braunschweig, Sonntag, 03.02.2013, 07:23 (vor 4796 Tagen) @ Sören Heise

Moin!
Zu meinen Zeiten im Güterverkehr bin ich dort auch öfters durchgefahren.
Hier die Durchfahrt am 18.03.2008: http://youtu.be/l0_Ez-ZIZC8
Bitte beachtet, dass das mit einem Mobiltelefon aufgenommen wurde und die Qualität 2008 noch deutlich schlechter war, als heute.

Viele Grüße
fabs

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Es gibt Dinge im Leben, die dich schnell aus der Bahn werfen können!
Zugbegleiter zum Beispiel...

Potsdams Heidehauptbahnhof (33 Bilder)

Zugfahrer, Sonntag, 03.02.2013, 22:22 (vor 4795 Tagen) @ Sören Heise

Außerordentlich informativ und bebildert berichtet.
Aus meiner Erfahrung gab es bis 1990 noch den "Sputnik", das war ein Regionlzug, welcher vom ehemaligen Potsdamer Hbf. (heute Potsdam-Pirschheide), den südlichen Berliner Ring tangiernd, nach Flughafen Berlin-Schönefeld fuhr und dabei ca. 45 Min. benötigte.

Heute benötigt man von der brandenburgischen Landeshauptstadt zum Flughafen Berlin-Schönefeld 39 Minuten.
Der ehemalige Haltepunkt "Genshagener Heide" heißt heute "Ludwigsfelde-Struveshof" und liegt noch an der gleichen Stelle.

Also nochamls vielen Dank für diese Super-Reportage.

kleine Korrektur

fabs, Braunschweig, Montag, 04.02.2013, 14:28 (vor 4795 Tagen) @ Zugfahrer

Moin!

Der ehemalige Haltepunkt "Genshagener Heide" heißt heute "Ludwigsfelde-Struveshof" und liegt noch an der gleichen Stelle.

Nein, der neue Haltepunkt liegt - passend zum Namen - in Ludwigsfelde-Struveshof.
Hier ein Google-Maps Link: http://goo.gl/maps/sUXMz
Punkt A = Hp Ludwigsfelde-Struveshof
Punkt B = Bf Genshagener Heide

Viele Grüße
fabs

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