über Sinn oder Unsinn der Zugnummern (Allgemeines Forum)

ICE-T-Fan, Dienstag, 15.01.2013, 08:10 (vor 4840 Tagen)

Ich mache mal nen neuen Thread auf, da im anderen bald die Seitenbreitenbegrenzung meines Browsers erreicht ist.
Den Mods steht es frei die Beiträge hierher oder diesen nach dort zu verschieben.

Mir ist noch ein guter Grund für Zugnummern eingefallen.

Man kann in Deutschland 90 Tage im Voraus buchen und auch reservieren. Manche Fahrplanänderung werden aber erst 30 Tage im Voraus bekannt gegeben.

Jetzt hat Herr X am 15.01. eine Fahrkarte für den 20.03. gekauft mit Reiseverbindung und Reservierung. Nun wird zwischen dem 15.03. und 01.04. an der Strecke gebaut, warum sein Zug am 20.03. 10 min früher losfährt.
Schaut er erst nach dem 15.03. in die Reiseauskunft, wird er seinen Zug nicht wieder finden.

Da es ja keine Zugnummer mehr gibt, steht nun auch auf der Platzkarte die alte Abfahrtszeit und die Fahrstrecke als Identifizierungsmerkmal. Damit ist diese am Reisetag formal gar nicht mehr gültig. Dann könnte ihm Frau Y am Reisetag einfach Sitzplatz wegschnappen und er könnte nicht beweisen, dass es seiner ist.

Einfacher Grund für die Zugnummern

GUM, Dienstag, 15.01.2013, 11:42 (vor 4840 Tagen) @ ICE-T-Fan

Die Grund für die Vergabe von Zugnummern, Flugnummern ist noch wesentlich einfacher:

Für den fahrenden Zug muss ein eindeutiges Erkennungsmerkmal vergeben werden, damit von der Personalplanung über die Speisenbereitstellung bis hin zur Anzeige im Stellwerk und an den Fahrgastinformationssystemen eine ganz eindeutige Zuordnung möglich ist. Eine Lok-/Triebfahrzeugnummer wäre weniger geeignet, da man sonst bei Fahrzeugwechsel alle ausgegebenen Fahrkarten etc. ändern müsste. Es ist also eine ganz einfach logistisch zu vergebende Nummer!

Und diese zu Nummernblöcken zu ordnen, macht es für den Eisenbahner und den eisenbahninteressierten Fahrgast leichter. Wer dann - nur als Beispiel - von München nach Hamburg in einem ICE 1 fahren möchte, sieht nach den 88X Zugnummern. Wer einen Railjet statt einem EC von München nach Salzburg nutzen möchte, der fährt mit einem Zug 6X.

So würde ich das sehen.

Zugnummern: Betrieblich erforderlich

Sören Heise, Region Hannover, Dienstag, 15.01.2013, 12:27 (vor 4840 Tagen) @ GUM
bearbeitet von Sören Heise, Dienstag, 15.01.2013, 12:28

Servus GUM,

das ist ein gutes Argument und vermutlich dem Pudel sein Kern.

Man blicke auf die Insel vor Europa: Dem Kunden werden dort keine Zugnummern vorgesetzt, es gibt nur den Zug 8:45 from Paddington oder so. Aber betrieblich gibt es durchaus Zugnummern. Ich habe die andere Diskussion zum Schluß nicht mehr verfolgt, weiß also nicht, ob das kam, es ist durchaus so, daß Zugnummern heute (bei den meisten Bahnen) erforderlich sind.

Und diese zu Nummernblöcken zu ordnen, macht es für den Eisenbahner und den eisenbahninteressierten Fahrgast leichter.

Schon im Kursbuch 1944 (wahllose Seite) sieht man, daß das der Fall ist.


Daß dem einen Zugnummern wichtiger sind als dem anderen, steht auf einem anderen Blatt als die betriebliche Notwendigkeit von Zugnummern.

Daß es schiefgehen kann, sah man am und an in der schwedischen Zugauskunft, wenn zwei Züge mit gleicher Nummer unterwegs waren, der vom Vor- und der vom Jetzttag.


Viele Grüße, Sören

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Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr

Super, danke für den Link!

GUM, Mittwoch, 16.01.2013, 10:32 (vor 4839 Tagen) @ Sören Heise

Servus GUM,

das ist ein gutes Argument und vermutlich dem Pudel sein Kern.

[...]

Schon im Kursbuch 1944 (wahllose Seite) sieht man, daß das der Fall ist.


Daß dem einen Zugnummern wichtiger sind als dem anderen, steht auf einem anderen Blatt als die betriebliche Notwendigkeit von Zugnummern.

Daß es schiefgehen kann, sah man am und an in der schwedischen Zugauskunft, wenn zwei Züge mit gleicher Nummer unterwegs waren, der vom Vor- und der vom Jetzttag.


Viele Grüße, Sören

So wahllos ist die Seite gar nicht! An dem damals noch nicht vorhandenen S-Bahn Takt zeigt sich, wie viel sich bei der Bahn seit damals getan hat :-)

Kann mir inzwischen einen Großraum so gar nicht ohne Takt 10/20 vorstellen.

Grüße GUM

Zugnummern? Zahlenderher!

fjk, Dienstag, 15.01.2013, 12:31 (vor 4840 Tagen) @ GUM

Die Grund für die Vergabe von Zugnummern, Flugnummern ist noch wesentlich einfacher:

Für den fahrenden Zug muss ein eindeutiges Erkennungsmerkmal vergeben werden,

Moin,

korrekt. Das wäre aber auch ein Zugname.
Ob der betrieblich einfacher zu handhaben wäre, mag dahingestellt sein (wahrscheinlich nicht, denn die Tendenz ging ja schon zu Nummern, als hilfreiche EDV-Systeme das noch nicht vorgegeben ("ist im System nicht vorgesehen") haben), für Ottonormalmenschen ist er defintiv leichter zu merken. Sonst bräuchten wir keine Telefonbücher. Also auch nicht im Telefon. Und keine URL. Und Siri auch nicht. Hat ja alles wunderbare Nummern.
Ein Vorteil, der wieder verschwömme, forderte man Namenssystematiken für einzelne Linien (vgl. Rheinpfeil/-blitz/-donner/-wein - "und welcher ist der um 12:18?!?") und der bei ganz klassischen Zugnamen ("Roland" spielte kürzlich im DSO-Hifo) nicht gegeben ist, da diese s.i.m.e. Zug und Gegenzug benamten. Else-Lasker-Schüler-artige natürlich nicht. Im übrigen kann man auch Linien benamen: siehe Darmstädter Busse, Bonner Bahnen, einstmalige Flachland-IC- und aktuelle Westerwaldwaterkant-ICE-Linien.

Aber um den Schwung zurück zur alten Diskussion zu kriegen: gegen eindeutige Zugnummern hat ja niemand etwas und auch in der Schweiz werden die Züge eine solche haben - nur spielt sie in der Kommunikation mit dem reisenden Publikum keine Rolle. In Deutschland dagegen immerhin eine kleine. Von daher ist eine gelegentliche Erwähnung an relevanten Stellen (Reservierungen, Reiseverbindungen, Rüdigergrubeistdernachfolgervonhartmutmundderhatserfundensparpreiszugbindungsfahrkarten) ja auch nicht verkehrt, so radikal wie in der Altdiskussion vertreten fordert das ja auch kaum jemand: aber dass sich ein ernsthaft großer Anteil der Reisenden nur an der Zugnummer orientiert, daran mag ich nicht glauben. Vielmehr glaube ich, dass es sich so extrem um einen Einzelfall handelt.

Und da hätten wir den fünften: Rheinfall.

verdreht auch gern Buchstaben
fjk

über Sinn oder Unsinn der Zugnummern

Alphorn (CH), Donnerstag, 17.01.2013, 20:49 (vor 4838 Tagen) @ ICE-T-Fan

Jetzt hat Herr X am 15.01. eine Fahrkarte für den 20.03. gekauft mit Reiseverbindung und Reservierung. Nun wird zwischen dem 15.03. und 01.04. an der Strecke gebaut, warum sein Zug am 20.03. 10 min früher losfährt.

Geplante Bauarbeiten sind schon beim Fahrplanwechsel bekannt, weswegen auf dem Ticket schon die korrekten Zeiten stehen sollten. Alles andere wäre doch Unsinn: Man müsste zu einer anderen Zeit am Bahnhof sein, als auf dem Ticket steht. Somit ist die Zeit wieder als Zugs-Identifikation einsetzbar.

Selbst wenn die gedruckte Abfahrtszeit um einige Minuten von der realen abweichen würde, wäre es noch klar, welcher Zug gemeint ist. In aller Regel aber wird es eine solche Abweichung nicht geben.

Ungeplante Verzögerungen, z.B. wegen Unfällen, beeinflussen die Plan-Abfahrtszeit nicht, sondern werden zusätzlich als Verspätung daneben geschrieben.

über Sinn oder Unsinn der Zugnummern

ICE-T-Fan, Donnerstag, 17.01.2013, 21:24 (vor 4838 Tagen) @ Alphorn (CH)

Jetzt hat Herr X am 15.01. eine Fahrkarte für den 20.03. gekauft mit Reiseverbindung und Reservierung. Nun wird zwischen dem 15.03. und 01.04. an der Strecke gebaut, warum sein Zug am 20.03. 10 min früher losfährt.


Geplante Bauarbeiten sind schon beim Fahrplanwechsel bekannt, weswegen auf dem Ticket schon die korrekten Zeiten stehen sollten. Alles andere wäre doch Unsinn: Man müsste zu einer anderen Zeit am Bahnhof sein, als auf dem Ticket steht. Somit ist die Zeit wieder als Zugs-Identifikation einsetzbar.

Selbst wenn die gedruckte Abfahrtszeit um einige Minuten von der realen abweichen würde, wäre es noch klar, welcher Zug gemeint ist. In aller Regel aber wird es eine solche Abweichung nicht geben.

Da man ein Ticket bis 3 Monate vor der Abfahrt kaufen kann, Bauarbeiten aber nur 14 Tage vorher angekündigt werden müssen, kommt soetwas gerade im Nahverkehr sehr oft vor.


Ungeplante Verzögerungen, z.B. wegen Unfällen, beeinflussen die Plan-Abfahrtszeit nicht, sondern werden zusätzlich als Verspätung daneben geschrieben.

Stimmt nur zum Teil. Bei Störungen die länger als einen Monat anhalten, vergibt die DB Netz neue Trassen mit neuen Fahrzeiten.

Letzten Endes braucht man Zeit und Gleis

Alphorn (CH), Donnerstag, 17.01.2013, 21:13 (vor 4838 Tagen) @ ICE-T-Fan

Können wir uns mal auf folgendes einigen: Der Reisende muss letzten Endes wissen, wann er an welchem Gleis stehen muss, um in seinen Zug einzusteigen. Richtig?

Dein Vorgehen nun: Du machst eine Fahrplansuche und merkst Dir die Zugnummer. Die beinhaltet aber weder Zeit noch Gleis. Also musst Du Dir zusätzlich noch die Zeit merken, wann Du am Bahnhof sein musst. Dort kannst Du dann (wenn auch mühsam, weil die Abfahrtstafel nicht nach Zugnummer sortiert ist) das entsprechende Gleis heraussuchen.

Mein Vorgehen: Ich mache eine Fahrplansuche und merke mir ausschliesslich die Zeit. Damit weiss ich, wann ich zum Bahnhof muss, und finde dort rasch (denn die Abfahrtstafel ist nach Zeit sortiert) mein Gleis. Nur in seltenen Ausnahmefällen muss ich noch zusätzlich den Zugtyp oder das Ziel zu Rate ziehen.

Daher bin ich für Verzicht auf Zugnummern. Eine einzige Umsteigeverbindung wirft mir auf bahn.de schon 15 Zahlen an den Kopf, jede weggelassene ist ein Gewinn.

Letzten Endes braucht man Zeit und Gleis

ICE-T-Fan, Donnerstag, 17.01.2013, 21:27 (vor 4838 Tagen) @ Alphorn (CH)

Ich gehe einfach 30 min vor Abfahrt zum Bahnhof und auch mir anhand der Zugnummer das passende Gleis heraus.

Außerdem schreibe ich mir die Zugnummern auf, mit welchen Zügen ich gefahren bin. Daher bestehe ich auf einer Veröffentlichung. ;)

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