Eine Weihnachtsreise ins Erzgebirge 2/2 (mit vielen Bildern) (Reiseberichte)

TD, Mittwoch, 26.12.2012, 11:01 (vor 4835 Tagen)

Gestern waren wir in Teil 1 in Annaberg-Buchholz angekommen, hier setzen wir den Reisebericht nun fort.


Tag 3: Annaberg-Buchholz – Karlsbad – Cheb – Augsburg

Das eigentliche Ziel unserer Reise war das Erzgebirge, bei der Reiseplanung für die Rückfahrt kam mir dann die Idee, noch einen Bogen über Tschechien einzubauen, zumal mir die Fahrplanauskunft als direkte Verbindung den Franken-Sachsen-Express vorschlägt, dessen Neigetechnik nicht jedermanns Sache ist. Und so fahren wir auf der Nebenbahnstrecke über Vejprty nach Chomutov. Die Strecke wird nur an Wochenenden befahren mit gerade einmal zwei Zugpaaren – und so hat die Fahrt einen gewissen Seltenheitswert.

Nur das Wetter spielt nicht so recht mit, in strömendem Regen stapfen wir durch Schneematsch vom Hotel zum unteren Bahnhof von Annaberg-Buchholz.

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Ein Desiro der Erzgebirgsbahn wird uns über den Erzgebirgskamm nach Chomutov an den nordböhmischen Fuß des Erzgebirges bringen. Den ersten Teil der Strecke bis nach Cranzahl kennen wir bereits von gestern, auf dem Pöhlbachviadukt zwischen Bärenstein und Vejprty queren wir dann die deutsch-tschechische Grenze. Ab Vejprty ist auch eine tschechische Zugbegleiterin an Bord.

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Eine Mischung aus Schnee und Regen begleitet uns auf der Fahrt. Bei meiner Reiseplanung wurde mir als Argument für diese Streckenwahl genannt, die Strecke noch mitzunehmen, solange hier noch Züge fahren. Und wie man beim nachfolgenden Bild sieht, ist diese Sorge in Anbetracht der Auslastung wohl berechtigt (sofern es nicht am miesen Wetter lag, dass nur eine einstellige Zahl an Fahrgästen im Zug war).

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Gut, dass es hier keine Oberleitung gibt, denn die wäre bei dem Wetter bestimmt schon heruntergekommen und hätte dieser außergewöhnlichen Fahrt ein frühes Ende gesetzt. Immer wieder bremst der Zug nämlich ab und kurz darauf ist zu hören, wie schneebeladene Äste gegen die Fenster schlagen oder am Zugdach rauschen.

Eine wirklich ungewöhnliche und beeindruckende Fahrt am Sonntagmorgen. Die morbide Strecke, verfallene Bahnhofsgebäude, die Schneemassen, das Bangen, ob auf den Strecken durch den dichten Wald nicht irgendwann doch ein Ast runterkommt, Haltepunkte im Nichts, an denen niemand ein- oder aussteigt – das hat was.

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In Chomutov entlässt der Desiro seine Fahrgäste in den Schnee. Mit einem Schnellzug (Rychlík) fahren wir nun weiter nach Karlsbad (Karlovy Vary).

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Im Abteilwagen fahren wir durch das Tal der Eger (Ohře) nach Westen. Hier im Tal ist es zwar auch noch weiß, aber die Warmfront aus dem Westen ist in Form von Regen schon angekommen.

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Ich muss zugeben, bei der Ankunft am Bahnhof von Karlsbad erschrickt man zunächst. Denn der heruntergekommene Bahnhof passt so gar nicht zu dem noblen und weltberühmten Kurort.

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Karlsbad ist berühmt für seine Thermalquellen und ist schmuck herausgeputzt mit seinen Kolonnaden, Bädern und historischen Gebäuden, die sich entlang des Flusses Teplá erstrecken. Allerdings macht der Spaziergang durch strömenden Regen und dicken Schneematsch wenig Spaß, die Stadt muss ich nochmals für eine Sommertour einplanen. Der Einkauf von Karlsbader Oblaten als Mitbringsel darf nicht fehlen, außerdem gibt es auch einen kleinen Weihnachtsmarkt, wo wir noch Trdelník-Gebäck erstehen.

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Mittlerweile völlig durchnässt machen wir uns wieder auf den Weg hinauf zum Bahnhof und warten im Gebäude auf den nächsten Schnellzug nach Cheb.

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Wieder für eine knappe Stunde können wir nun im Abteilwagen Platz nehmen, wir sind die einzigen Fahrgäste in diesem Wagen. In Cheb haben wir dann eine Dreiviertelstunde Aufenthalt, die wir für einen kurzen Abstecher bis zum Markplatz nutzen.

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Auch hier gibt es – klar, was wohl – wieder einen Weihnachtsmarkt.

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Hier regnet es nicht mehr, so macht eine Stadtbesichtigung doch mehr Spaß. Links vom Weihnachtsbaum ist eines der Wahrzeichen von Cheb zu sehen, der historische Häuserblock Stöckl.

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Mit der Vogtlandbahn geht es nun hinüber nach Marktredwitz. Dort haben wir einen 3-Minuten-Übergang auf Franken-Sachsen-Express - dazu sollte der Zug jetzt aber auch pünktlich abfahren. Mit 4 Minuten Verspätung verlassen wir schließlich Cheb, aber es geht alles gut, der Franken-Sachsen-Express wartet in Marktredwitz.

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Jetzt fahren wir doch noch ein Stückchen auf der Sachsen-Franken-Magistrale. Für die kurze Strecke ist die Schaukelei in der BR 612 auch auszuhalten. Schade, dass es schon wieder dunkel ist, denn landschaftlich ist die Strecke durch das Pegnitztal ja sehr schön. Ach, waren das noch Zeiten, als man im IC-Abteil von Dresden nach Stuttgart fahren konnte...

Wieder etwas vor der Planzeit kommen wir in Nürnberg an. Jetzt gibt’s aber keinen Weihnachtsmarkt mehr, stattdessen schauen wir lieber in der DB Lounge vorbei.

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Die Heimfahrt wäre auch an einem Tag möglich gewesen. Aber erst nach Mitternacht anzukommen und dann noch die Unsicherheit, wie das Wetter werden würde und im schlimmsten Fall irgendwo mitten in der Nacht zu stranden, haben bei der Reiseplanung den Ausschlag gegeben, heute nur noch bis Augsburg zu fahren. Unser IC ist der einzige ohne weiße Bemerkung auf der Anzeigetafel, na, das ist doch ein gutes Zeichen (wobei das andere nicht alles Verspätungen sind, sondern vielfach auch nur Hinweise auf Zugteilungen).

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Im Abteilwagen fahren wir weiter durch die Dunkelheit. Durch die Lage der Weihnachtstage ist dieser Sonntagabend völlig entspannt und wieder kommen wir vor der Planzeit an. Ich glaube das ist meine erste Reise, bei der wir mehr Verfrühungen als Verspätungen haben.

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Ein Weihnachtsmarkt geht noch, und jetzt kurz bevor um 21 Uhr der Augsburger Christkindlesmarkt schließt, gibt es vor der eindrucksvollen Kulisse des Rathauses kein Geschiebe und Gedränge mehr.

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Und mit dem Bild des Augsburger Doms beschließen wir den dritten Reisetag.

Es geht gleich weiter...

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[image] "Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/


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