Eine Weihnachtsreise ins Erzgebirge 1/2 Fortsetzung (Reiseberichte)
Tag 2: Erfurt – Oberwiesenthal – Annaberg-Buchholz
Heute geht es nun ins Erzgebirge. Gut, normalerweise würde man wohl nicht über Leipzig fahren, aber was tut man nicht alles für einen Sparpreis (ja, ich weiß, das hätte man auch anders drehen können, aber das soll jetzt nicht das Thema sein).
Beim Blick aus dem Hotelfenster zeigt sich das Wetter trüb, aber immerhin ist es etwas weiß in Thüringen.
Die Anzeigetafel in Erfurt zeigt nur Hieroglyphen an, aber dafür strahlt der Weihnachtsbaum wenigstens schön.
Mit einem IC fahren wir nun von Erfurt nach Leipzig, diesmal ist ein redesignter Abteilwagen im Zug. Das Saaletal präsentiert sich noch winterlich, später in der Leipziger Tieflandsbucht herrscht grün vor.
Wir sind sehr pünktlich unterwegs und erreichen Leipzig fünf Minuten vor der Zeit. Somit haben wir nun 26 Minuten Aufenthalt, was der weibliche Teil unserer Reisegruppe zum Shopping im Bahnhof nutzt und sogleich neue Winterstiefel ersteht.
Mit dem CLEX (Chemnitz-Leipzig-Express) in Form der Baureihe 612 geht die Fahrt nun weiter nach Chemnitz.
Der erste Teil der Strecke ist unspektakulär, ab Geithain wird die Landschaft im mittelsächsischen Lösshügelland etwas interessanter und die Neigetechnik macht sich nun bemerkbar. Dann folgt die Fahrt über das Göhrener Viadukt über das Tal der Zwickauer Mulde.
Wegen Wartens auf Anschlussreisende waren wir in Leipzig einige Minuten später gestartet, dennoch sind wir pünktlich in Chemnitz.
In Chemnitz steht am gleichen Bahnsteig ein Desiro der Erzgebirgsbahn zur Fahrt nach Cranzahl bereit.
Etwas gemächlicher geht es nun weiter gen Süden. Schon bald wird es draußen winterlicher und so wird die Fahrt durch das verschneite Zschopautal richtig schön.
Wir fahren bis zur Endstation Cranzahl, wo wir in einen Dampfzug der Fichtelbergbahn umsteigen. Hier auf 650 Höhenmetern ist es doch recht winterlich und auf dem Bahnsteig kann man erstmals richtig durch den Schnee stapfen.
Treffen der Generationen in Cranzahl. In der Bildmitte gehen die Gleise weiter hinauf auf den Erzgebirgskamm, diese Strecke fahren wir morgen.
Die Fahrt mit der Schmalspurbahn hinauf in den Kurort Oberwiesenthal dauert eine Stunde. Dabei legt die Bimmelbahn rund 17 Kilometer und einen Höhenunterschied von 240 Metern zurück. Nein, der Begriff Bimmelbahn ist nicht abwertend gemeint, der Betreiber, die Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft, wirbt selbst mit diesem Begriff.
Zwischendurch kommt sogar kurz die Sonne raus, da ist auch die Fahrt auf der Plattform am Wagenende ganz nett.
Kurort Oberwiesenthal ist die höchstgelegene Stadt Deutschlands (914 m ü. NN.), dort angekommen zeigt sich das Wetter allerdings nicht mehr ganz so strahlend.
Bahnhof Kurort Oberwiesenthal
Markt von Oberwiesenthal mit Postmeilensäule
Auf dem Markt gibt es einen kleinen Adventsmarkt, aber jetzt am helllichten Tag wirken die Buden etwas verloren. Und wenn wir schon mal in dieser Ecke sind, wollen wir mit der Schwebebahn auf den Fichtelberg fahren, den höchsten Berg Sachsens.
Wir fahren jedoch genau in die Wolken, oben auf 1.200 Höhenmetern herrscht ein heftiges Winterwetter, von dem die nachfolgenden Bilder einen kleinen Eindruck geben sollen.
Das sollte eigentlich der Blick von der Aussichtsplattform ins Tal sein. Gut, die Aussicht bis nach Böhmen müssen wir uns eben denken, aber auch diese Art von Winterwetter hat ihren Reiz.
Mit der Seilbahn verlassen wir die Wolken wieder und auf der Talfahrt gibt es nun doch noch etwas Weitsicht.
Jetzt soll es weiter gehen nach Annaberg-Buchholz. Eigentlich sind wir bei der Hinfahrt bereits durch Annaberg-Buchholz gefahren, aber jetzt nochmal mit der Fichtelbergbahn bis Cranzahl und Umsteigen auf die Erzgebirgsbahn passt genau so wenig in unseren Plan, wie zwei Stunden auf den nächsten Bus zu warten. Und so nutzen wir für diesen Teil der Reise ein Taxi und legen die 20 Kilometer auf der Straße zurück.
Den Abend verbringen wir nun in Annaberg-Buchholz. Wir schaffen es rechtzeitig zum Adventskonzert mit Trompete und Orgel in der Sankt Annenkirche. Die Kirche ist die größte Hallenkirche Sachsens.
Anschließend lassen wir den Tag auf dem Weihnachtsmarkt ausklingen. Das Erzgebirge gilt als Weihnachtsland, hier sind wir nun im Zentrum von Räuchermännchen und Pyramiden.
Auch Schwibbögen gehören zu der handwerklichen Weihnachtskunst. Ich muss zugeben, dass ich es bisher für ein Klischee gehalten habe, dass im Erzgebirge in jedem Fenster solch ein Lichterbogen strahlt. Aber wenn man durch die Stadt läuft, sind tatsächlich viele Fenster so geschmückt, das ist wirklich schön.
Teil 2 folgt morgen.
Weihnachtliche Grüße
Tobias
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