Mit Migros durch die Schweiz: Auf nach Moudon (1/2) o.B. (Reiseberichte)
Hallo zusammen,
ich möchte heute in Sachen Reisebericht debutieren und hoffe, dass Euch der Reisebericht auch ohne Bilder gefällt.
Bonjour, mesdames et messieurs!
Was macht man, wenn folgende Dinge zusammenfallen: Ein freies Wochenende, beginnender Kursbuchverkauf in der Schweiz, endende Gültigkeit meiner Tageskarte und eine Punkterabattaktion der Deutschen Bahn? Man fährt los!
Reisevorbereitungen… die blaue Bibel wird gewälzt, Berichte werden gelesen, Fragen gestellt und letztlich wieder alles verworfen. Mit der Zeit kristallisieren sich zwei Punkte heraus: eine Schiffsfahrt auf dem Genfer See und ein Besuch in Moudon. Ausgangsort soll Basel sein, weil man dort ohne Probleme auch mit bahn.bonus-Freifahrten hinkommt, Zielort wird der Bahnhof eines autofreien Ortes sein – Stichwort Toblerone. Mit diesen beiden Wegpunkten im Kopf plane ich weiter, eine Route entsteht und nachdem sie fertig ist denke ich mir: Jetzt hast Du alle Verkehrsmittel außer einer Luftseilbahn – wo bekommst Du jetzt eine Luftseilbahn her? Doch wie es das Schicksal so will, kurz vor dem Reiseziel liegt eine zum Tageskartentarif nutzbare Seilbahn und dann auch noch so eine schöne! Doch dazu später mehr.
Basel SBB – Delsberg – Yverdon-les-Bains – Payerne – Croissetes
Beginnen müssen wir wieder einmal recht zeitig, schon um 6:43 Uhr fährt das Tram vom Aeschenplatz in Basel zum Bahnhof SBB, wo es zwei Minuten später eintrifft. Tags zuvor habe ich bereits geschaut, wo der Zug abfährt und am Bahnsteig 14 steht der ICN „Auguste Piccard“ nach Genf Flughafen bereit. Wie üblich setze ich mich genau entgegengesetzt der Fahrtrichtung, was aber nach einer halben Stunde kein Problem mehr gewesen wäre. Der Zug ist sehr leer, das Wetter ist mal wieder zum Vergessen, aber fahren tun wir eben doch! So geht es ab in das Juragebirge, in den Kanton Jura mit seinem Hauptort Delsberg/Delemont und von dort an gestürzt (nicht ich, der Zug!) weiter durch das Gebirge bis nach Moutier. Liebend gerne wäre ich hier nach Solothurn umgestiegen, doch wäre schon dann die gesamte Reisekette nicht mehr durchzuführen gewesen. Also weiter durch neun Kilometer Tunnel nach Grenchen, durch die größte zweisprachige Stadt der Schweiz Biel/Bienne und entlang des Lac Neuchatel nach – Neuchatel. Allerdings standen wir hier nur kurz, bevor es noch weiterging bis in das dem Namen nach Yverdon-les-Bains. Hier wartet am Nachbarbahnsteig bereits ein Regio nach Fribourg. Ganz soweit wollte ich doch nicht, aber erstmal geht es sowieso an der anderen Seeseite zurück und irgendwie sieht die Schweiz hier aus wie Ostpolen – alles bräunlich, sumpfige Einöde ohne Leben. Auch sind nur in der Ferne Hügel und Berge erkennbar und der einzige Höhepunkt dieser Strecke bleibt dann auch der Bahnhof Payerne, in dem sich stündlich vier Regios zum Korrespondenztreffen versammeln. Es ist ja auch immer noch ziemlich früh am Sonntagmorgen, so dass sich nur wenige Menschen auf den Straßen blicken lassen und auf einigen Landstraßen ließe es sich vortrefflich laufen. Der Regio nach Lausanne nimmt schnell Fahrt auf, die Strecke wird etwas interessanter, einige Leute steigen nun auch zu. Eigentlich könnte ich auch im Zug sitzen bleiben, anstatt in Moudon umzusteigen. Moudon? Warum Moudon? Um das zu erklären muss ich mich als Anhänger der „alten Eisenbahn“ zu erkennen geben. So stehe ich also in Moudon auf dem Bahnsteig, während mein Zug auf den Gegenzug wartet. Nach dem dieser auf dem zweiten Geleis eingefahren ist, erhält mein Zug Ausfahrt. Überall sonst in der Schweiz würde nun nach einem Blick der Zug einfach losfahren.
Nicht so hier: Aus dem Stellwerksraum tritt der Fahrdienstleiter in oranger Uniform heraus und hält die Reliquie der letzten in der Schweiz (abgesehen von Museumseisenbahnen) regulär benützten Abfertigungskelle in der Hand. Die Abfertigung ist unspektakulär, die Kelle wird mehrmals von links nach rechts und wieder zurück geschwenkt, das Ganze geht zweimal so, denn auch der zweite Zug muss abgefertigt werden.
Zunächst dachte ich ja noch, ich müsste eine Stunde hier zubringen, aber der Fahrplan belehrte mich, dass es auch noch die Möglichkeit gäbe, mit einem Stadtbus der TL Lausanne von hier zu fahren. Abfahrtszeit direkt nach Zugskreuzung. Dort stand dann tatsächlich ein recht neuer Neoplangelenkautobus bereit (Sonntagmorgen!) und obwohl das Prinzip der Selbstkontrolle gilt, ist der Einstieg nur beim Chauffeur möglich, der mich darauf hinweist, dass er „Votre titre du transport, s’il vous plait“ sehen möchte. Nach der Anerkennung derselben macht sich das Gefährt dann auf die halbstündige Fahrt nach Lausanne, während sich draußen das Wetter weiter verschlechtert. Auch in den kleinen Orten unterwegs ist niemand zu sehen, nur hie und da steigen ein paar Leute ein und meistens am nächsten Dorf mit Kirche wieder aus. Pünktlich erreichen wir die Haltestelle „Croissettes“. Das Wetter ist zum Vergessen, der Genfer See maximal zu erahnen, aber nicht zu sehen. Gut, dass das nächste Verkehrsmittel sowieso nicht oberirdisch unterwegs ist.
Croissetes – Lausanne Gare CFF – Montreux – Glion – Villeneuve
Eine Etage tiefer erwartet mich hier schon die einzige Métro der Schweiz. Ja, nicht Zürich, nicht Bern, nicht Genf oder Basel besitzen eine Métro sondern Lausanne. Nachdem 1991 zunächst eine Stadtbahn eröffnet wurde, die euphorisch gleich M1 hieß, kam 2008 die Linie M2 dazu, eine richtige Métro sur pneus nach Vorbild des französischen VAL (véhicule automatique léger). Die M2 ist also fahrerlos und fährt zudem noch auf Gummireifen. Warum? Einen Rekord muss diese Stadt ja auch haben: Es ist die steilste Adhäsionsmetro der Welt! Auf den achteinhalb Kilometern zwischen beiden Endpunkten werden knapp 500 Höhenmeter überwunden. Die Metro füllt sich recht schnell und umso langsamer fahren wir den Umsteigepunkten Flon und Gare CFF entgegen. Hier sehe ich noch einen der typischen Lausanner Trolleybuszüge, bevor auf dem Bahnsteig 3 schon der Interregio nach Montreux – Sion – Brig angekündigt wird. Dieser Zug ist nun entgegen aller Erwartungen und trotz des halbstündigen Verkehrs mehr als gut besetzt, nicht mal genügend Sitzplätze gibt es, obwohl der Zug schon mit neun einstöckigen Wagen unterwegs ist. Aber die Fahrt dauert nur 20 Minuten, schon ist Montreux erreicht – Inbegriff von Reichtum, Glücksspiel und Filmfestivals. Umsteigen. Der Zug in Richtung Rochers de Naye besteht aus zwei Zahnradtriebwagen und davor warten bereits 150-200 Menschen. Irgendwie werden diese auch verstaut, ich stehe im Führerstand zusammen mit noch sechs Personen, den Rucksack dabei und Mühe, mich nun in der anstehenden Bergfahrt festzuhalten. Die Fahrt verläuft durch mehrere Tunnel, passiert dabei winzige Haltestellen, an denen dennoch immer jemand aussteigt und erreicht nach zwölf Minuten Fahrt für drei Kilometer das Dörfchen Glion. Leider ist mein Anschluss gerade abgefahren, so dass ich doch etwas Zeit habe, um die Aussicht von hier auf den Genfer See zu genießen. Um 12:16 Uhr geht es nun weiter mit der Standseilbahn nach Territet - interessanterweise kreuzt dabei das Trassee der Funi(culaire) die Trasse der Bahn zum Rochers-de-Naye (im Tunnel). Die Fahrt dauert nur rund sechs Minuten, am Fahrkartenautomat geschaut, stelle ich mit Schrecken fest, dass diese paar Minuten öffentlichen Nahverkehrs mich ansonsten bereits 5,- sFr gekostet hätten. Nun muss ich den Platz vor der Station überqueren und mich zur Haltestelle der Linie 201 begeben. Diese verkehrt nach Aushang noch alle 20 Minuten, gleich soll ein Bus vorbeikommen. Er kommt, allerdings mit sieben Minuten Verspätung. Typisch Bus? Wenn es ein normaler Bus wäre vielleicht, aber es handelt sich hier um den einzig verbliebenden Überlandtrolleybusbetrieb der Schweiz von Villeneuve Gare über Montreux nach Vevey zur Funi. Deshalb ist mein Bus auch ein Trolleybus der Marke "van Hool" – in Fachkreisen gerne „Hool“igan genannt. Nur sieben Minuten dauert dann auch die Fahrt bis nach Villeneuve, das nichts mit der Rennfahrerfamilie zu tun hat, sondern schlicht Neustadt heißt. Am Bahnhof gelingt es mir zunächst nicht, ein Bild zu machen, doch nach kurzer Zeit folgt bereits der nächste Kurs und nun gibt es auch ein Bild mit Trolleybus vor dem Genfer See. Ein bisschen Zeit bleibt noch, ist aber auch notwendig, um zur nächsten Station zu gelangen.
Mit Migros durch die Schweiz: Zum Matterhorn (2/2) o.B.
Villeneuve – St Gingolph (Suisse) – Corbier - Aigle
Am Quai haben sich außer Enten, Schwänen und den typischen Genferseemöwen auch einige weitere Leute eingefunden, in der Erwartung des fast einzigen Schiffskurses auf dem Genfer See in der Wintersaison, bei dem ein Schiff immer die Runde Vevey – Montreux – Villeneuve – St Gingolph – Vevey dreht. Wie in der Schweiz nicht anders zu erwarten, ist auch dieses Verkehrsmittel absolut pünktlich und alle Mann können an Bord des bestens besetzten Schiffes gehen. Auch hier will mal wieder niemand mein Billet sehen, überhaupt gab es nur fünf Kontrollen insgesamt. Die Schiffsfahrt auf dem Lac Léman verläuft zumeist in Ufernähe, an der Einmündung der Rhône vorbei bis zu den einzigen beiden Anlegestellen am anderen Seeufer nach St. Gingolph (Suisse). Hier steige ich als einziger Reisender vom Schiff ab und wundere mich über die Angabe des Kursbuches, dass der Übergang Schiff – Zug innert einer Minute zu schaffen sein soll. Luftlinie mag das stimmen, aber es sind einige Höhenmeter dazwischen. Da ich sowieso noch Zeit habe, unternehme ich ein paar Grenzerfahrungen und schaue mir den geteilten Ort genauer an. Auf der Hauptstraße ist derweil Stau durch die Grenzabfertigung, mich behelligt jedoch niemand. An einem Brunnen kann ich bestes Trinkwasser nachfassen, bevor ich mich in meinen exklusiven Regio nach Sion setze – exklusiv deshalb, weil er von St. Gingolph bis zum nächsten Halt mir allein gehört. In Bouveretes steigen einige Leute mehr zu, dort findet auch die Zugskreuzung statt – man müsste den Fahrplan etwas umstellen, so lohnen die eingesetzten Zugsgarnituren bis St. Gingolph kaum. Überhaupt ist diese Strecke für Schweizer Verhältnisse eine Besonderheit: Es gibt keinen durchgehenden Stundentakt, der Wochenendfahrplan ist stark ausgedünnt und außerhalb der Hauptverkehrszeit fährt das Car Postale. Für mich ist die Reise nach einer Viertelstunde schon vorbei, ich muss am unscheinbaren Haltepunkt Collombey aussteigen. Hier gibt es nichts, nur eine Fußgängerunterführung. Diese muss ich nach der Fahrplanauskunft der SBB auch benützen, um zu Fuß zum nächsten Bahnhof zu gelangen. Nach der Querung eines Firmenparkplatzes und einer Straßenkreuzung stehe ich dann am Bahnhöfchen von Corbier, einer einfachen Ausweiche mit niedrigen Bahnsteigen. Die SBB gaben mir für den Weg fünf Minuten, tatsächlich waren es nur drei – was aber auch daran gelegen haben kann, dass ich den Weg vorher bereits recherchiert hatte. Nach zwei Minuten des Wartens kommt über die Brücke, unter der die eben benützte Eisenbahn liegt, ein Zug der TPC an, eine typische Lokalbahneinheit mit Trieb- und Steuerwagen. In gemütlicher, aber dennoch schneller Fahrt strebt der Zug, der bereits aus Champéry kommt, dem Endbahnhof Aigle entgegen. Hier waren ursprünglich mal eine Stunde Aufenthalt vorgesehen, aber mir fiel dann doch noch auf, dass man die gar nicht bräuchte und sie zum anderen auch gar nicht nutzen könnte, denn irgendwie gibt es in der Romandie gewisse Probleme mit Taktknoten und Anschlüssen. In Aigle treffen sich drei Meterspurstrecken, von denen zwei zunächst wie eine Straßenbahn den gesamten Ort durchqueren – und tatsächlich handelt es sich bei einer der Strecken um eine ehemalige Trambahn für die Hoteliers der Stadt. Und obwohl alle Bahnen zur TPC gehören, gibt es nicht weniger als vier Lackschemata. Ansonsten gilt auch hier: Nichts los.
Aigle – Sitten – Visp – Staldenried, Zur Tanne
Nach 20 Minuten Aufenthalt rollt zunächst ein EC von Genf nach Mailand durch den Bahnhof, danach trifft mein Interregio ein, der wiederum sehr leer ist und den Bahnhof nicht verlässt. Wir schleichen einige Minuten, bis wir ganz stehen und die Schaffnerin vermeldet, dass es Tiere auf den Geleisen hat. Ich weiß nicht, wie und ob das Problem gelöst wurde, jedenfalls geht es bald darauf weiter durch das Rhônetal mit den Orten Sitten und Siders. In Siders beginnt die längste Standseilbahn der Welt, leider aber passt sie nicht ganz in das Taktgefüge, so dass ein Besuch verschoben werden muss. Außerdem war ja bereits eine Funi im Programm. Die acht Minuten Verspätung behält der Zug zunächst bei, bevor dann das große Rasen beginnt und ich verblüfft feststelle, dass wir pünktlichst in Visp eintreffen. Hier stehen bereits zahllose Reisende und warten auf die im dichten Takt verkehrenden Intercityzüge in Richtung Lausanne, Basel und Bern. Auffallend viele Wintersportler sind dabei. Ich muss den Bahnsteig wechseln und sehe am Bahnsteig 3 schon meinen Zug der MGB in Richtung Zermatt. Ganz gut besetzt ist er ebenso, aber es ist ja nicht für dauernd. Die Kontrolleurin fragt mich, bis wohin ich zu reisen wünschte. Nach der Überwindung eines Zahnradabschnittes erreicht der Zug dann Stalden – Saas, wo ich aussteigen muss. Hier gibt es nun eigentlich keinen Anschluss, aber man kann ja mal schauen, was passiert. Zugsankunft ist plan 16:20 Uhr, die Abfahrt der Luftseilbahn nach Staldenried ebenfalls um 16:20 Uhr. Nur in der Woche fährt die Seilbahn 16:25 Uhr. Aber da ich nicht alleine bin mit meinem Fahrtwunsch, gibt es eben eine Extrafahrt. Vorher werfe ich noch einen Blick auf die Fahrpreistabelle der Seilbahn, die außer einer zeitaufwendiger Straßenverbindung die einzige Verbindung von Staldenried und Gspon zur Außenwelt ist. Die beiden Kabinen fassen nur 10 Personen, deshalb gibt es auch extra Tarife für das Befördern von Kehricht, Zement, Plasterohren (nach Metern!), Schafen (8 sFr), Lämmern (5 sFr) und Velos. Für mich am reizvollsten ist diese Seilbahn jedoch, weil sie eine Zwischenstation aufweist. Das tun zwar einige Seilbahnen, diese hier aber ist besonders: Von einer Plattform mit einem kleinen Durchlass aus führt eine leiterartige Treppe auf eine Art Steg, der über der Straße „Zur Kirche“ verläuft und zum Berghang führt. Am Ende des Stegs gibt es zwei Fußwege auf das Trottoir, die fast eben verlaufen. Dazu kommt, dass diese Haltestelle nur auf Verlangen bedient wird, was im Falle eines Zustiegs per Kamera festgestellt wird und im Falle eines Ausstiegs vom Tale her mittels Telefon dem Maschinisten in einer mir nicht zugänglichen Sprache mitgeteilt wird. Kommt man von oben, sagt man dem Maschinisten einfach Bescheid.
Staldenried, Zur Tanne – Zermatt
Ganz oben angekommen findet ausgerechnet hier eine Billettkontrolle statt, die ich zuerst gar nicht bemerke, dann aber mit den Worten „‘s Billet hät ischo scho ger noch gsähe“ auch für den Auswärtigen offenbar wird. Nun stehe ich in Staldenried und beobachte, wie einige Waren für die nächste Seilbahn nach Gspon verladen werden, darunter sind eine Dartscheibe, ein Plastiksack mit allerlei Kram und ein Fernsehgerät. Sicher sind die Winter da oben lang und einsam. Übrigens: in Gspon befindet sich Europas höchstgelegener Fußballplatz – wenn das nicht eine Reise wert ist. Nun dämmert es auch, es wird kühler und das Tal mit dem Ort Stalden liegt in einem wunderbaren Licht. Um 17:00 Uhr findet die nächste Planabfahrt der Seilbahn statt, vorher schaue ich mir noch einige Aushänge der Gemeinde an, die unter anderem festlegt, welches Kind wann mit der Seilbahn zur Schule fahren muss und dass Lehrer, die den Unterricht soweit überziehen, dass ein Schüler die Seilbahn nicht erreicht, eine schriftliche Begründung an die Gemeinde und die Seilbahndirekton abzugeben haben! Auf der Talfahrt habe ich die Seilbahn für mich alleine, auch die Kabine bergwärts ist leer. In Stalden – Saas warte ich auf meinen Zug, aus dem Gegenzug stiegen schon wieder ein paar neue Fahrgäste für die Seilbahn aus. Der jetzt folgende Abschnitt nach Zermatt ist bei Tageslicht sicherlich reizvoll und nett anzusehen, nun in der Dunkelheit aber einfach nur noch quälend langsam. Spannend ist erst wieder der Bahnhof in Täsch (mit langem ä!), wo sich das Terminal Matterhorn Zermatt befindet. Zermatt ist ja autofrei und wer den Fehler macht, bis Täsch zu fahren, bezahlt dafür. Man könnte von Raubrittertum sprechen, wenn nicht jeder selber wüsste, was ihn in Zermatt erwartet und außerdem: Wenn Autofahrer zahlen sollen, immer! Ein Tag Autoparkieren kostet hier 10,- sFr, dazu kommen die Fahrten mit dem Zug nach Zermatt, das sind pro Person hin und zurück noch einmal knapp 8,- sFr. Die Pendelzüge nach Zermatt fahren alle 20 Minuten, wofür ein Teil der folgenden Strecke auch zweigleisig ausgebaut ist. Pünktlich – um 18:13 Uhr – trifft der Zug mit mir darin in Zermatt ein. Gerne hätte ich auch noch den Zermatter E-Bus mit in die Reise einbezogen, aber der macht beim öV nicht mit und so laufe ich die 15 Minuten zur Jugendherberge zu Fuß. Eine Kreuzfahrt durch das Spektrum des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz nimmt also hier ihr Ende und ich verabschiede mich mit einem Salut!
SC Pendolino
Merci!
Merci für den Bericht. Auch ohne Bilder nett anzusehen.
Interessant, daß nebenan bei DSO gerade kürzlich nach der Abfertigung in Moudon gefragt wurde.
Die Seilbahnzwischenstation hätte ich schon gerne in Bildern gesehen, da muß ich mal Google bemühen. Da sollte sich was finden lassen.
Viele Grüße, Sören
--
![[image]](https://up.picr.de/48317654tz.jpg)
Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr