Leipzig: Abschied vom Ost-Herz (Teil 4.1) (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Donnerstag, 29.11.2012, 20:51 (vor 4861 Tagen)

Moin!

Da schon fast Freitag ist, beenden wir die kleine Serie über den Leipziger Ostring jetzt. Das Hauptziel ist Gaschwitz, der ehemalige südliche Endpunkt der Leipziger S-Bahn. Zuvor steht ein Seitensprung auf dem Programm, aber davor noch die Links zu
Teil 1 (Leipzig Ost, Sellerhausen), Teil 2 (Anger-Crottendorf, Stötteritz) und Teil 3 (Völkerschlachtdenkmal bis Markkleeberg). Ich darf die Nutzer dieses Forums noch auf diesen Beitrag von DSO-Nutzer Niels hinweisen, als Ergänzung zu Teil 1. In meiner Antwort dort habe ich auch das Rätsel des Kilometersteins in Völkerschlachtdenkmal lösen können.


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108 Am Haltepunkt Markkleeberg Mitte, dieser liegt an der sogenannten Waldbahn von Gaschwitz nach Leipzig-Plagwitz, befindet sich eine niveaugleiche Kreuzung zwischen Eisenbahn und Straßenbahn. Vom Haltepunkt Markkleeberg sind es nur wenige Meter hierhin.


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113 Vom Bahnübergang geht der Blick über die stumpfen Schienen zum Haltepunkt Markkleeberg Mitte.


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114 Auf der anderen Straßenseite das Schrankenwärterhäuschen. Es schien, als sei man gerade dabei, die Anlage wieder in Betrieb zu nehmen.


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115 Ein Blick vom Haltepunkt hin zum Bahnübergang. Züge müssen den Bahnübergang stromlos passieren.


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116 Der Bahnsteig.


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117 Vor der Wiederaufnahme des Reiseverkehrs wurde frische Farbe verteilt.


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118 Eine Detailaufnahme der Gleiskreuzung.


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119 Hier sieht man deutlich den unterbrochenen Fahrdraht.


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Bröselnden Betonschwellen bei Braschwitz fiel der geplante Halt in Markkleeberg-Großstädteln zum Opfer, denn dadurch kam mein IC in Leipzig an, als der Zug gen Gaschwitz abfuhr (stattdessen der Link zu www.sachsenschiene.net. Großstädteln präsentierte sich arg gerupft als Einrichtungsbahnhof. Der Maulwurf hatte nur noch den östlichsten Bahnsteig und einen nicht mehr nutzbaren Rest des mittleren übrig gelassen. Daher hielten hier nur noch die Züge aus Gaschwitz gen Leipzig.


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Wir beenden unsere Reise in Gaschwitz. Gaschwitz, ein Alptraum für die Anhänger der modernen Eisenbahn. Wird sich das mit Einführung der S-Bahn ändern? Ich weiß es nicht, würde mit einem Besuch aber nicht allzu lange warten.


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120 Wir beginnen mit einem Bild vom 9. August. Wegen Bauarbeiten mußte der RE aus Zwickau in Gaschwitz einen längeren Halt einlegen. Einige Reisende vertreten sich die Beine, andere verbrennen die Tabaksteuer, dritte ärgern sich über verpaßte Anschlüsse...


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121 ...und einer bedauert, weiterzumüssen. Er kam zurück.


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Gaschwitz hat seit 1842 Eisenbahnanschluß. Am 19. September nahm die private Sächsisch-Bayerische Eisenbahn-Compagnie den Betrieb zwischen dem Bayerischen Bahnhof in Leipzig (der mit dem berühmten Portikus) und Altenburg auf. Erst nach der 1847 erfolgten Verstaatlichung konnte die Gesamtstrecke der Bahn bis Hof fertiggestellt werden, sie hatte sich finanziell übernommen. Ab dem Jahr 1912 wurden Fernzüge über den Leipziger Ostring (LC-Strecke) zum noch nicht fertiggestellten Hauptbahnhof geleitet. Etwa aus dieser Zeit dürfte auch Gaschwitzs Bahnhof stammen. 1961 wurde der elektrische Betrieb aufgenommen.

1874 wurde Gaschwitz zum Eisenbahnknoten, damals wurde die Bahnstrecke über Zwenkau nach Groitzsch eröffnet. Auf dem Nordabschnitt wurde 1957 der Verkehr eingestellt, die Strecke war dem Braunkohleabbau im Wege. Dieser führte auch zum Ende des Südabschnitts anno 1976.

1879 kam eine zweite Strecke hinzu, die sogenannte Waldbahn nach Leipzig-Plagwitz. Sie führt zunächst parallel zur Hauptstrecke, bevor sie kurz vor Markkleeberg gen Westen abzweigt. Der Reiseverkehr wurde 2002 eingestellt, wegen der Bauarbeiten am Ostring aber kürzlich für dreizehn Monate reaktiviert.


Die restlichen Bilder aus Gaschwitz folgen in der Fortsetzung, die folgt.

Leipzig: Abschied vom Ost-Herz (Teil 4.2)

Sören Heise, Region Hannover, Donnerstag, 29.11.2012, 20:53 (vor 4861 Tagen) @ Sören Heise

Das hier ist die Fortsetzung aus Gaschwitz.


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122 Wir sind auf Gleis 1 angekommen und verlassen den Bahnsteig.


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123 Kurz geht der Blick durch die Überdachung des Treppenabgangs hin zum Bahnhofsschild.


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124 Der Bahnsteigtunnel ist mit diversen Motiven aus Natur, Eisenbahn und Markkleeberg geschmückt.


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125 Der Aufgang zum hintersten Bahnsteig (Gleise 7 und 8) ist abgesperrt. Auch oben.


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126 Vom vorletzten Bahnsteig geht der Blick hinüber.


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127 Die Treppenabgänge. Gut zu erkennen der ehemalige Dienst-Übergang. Ganz hinten der Güterschuppen.


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128 Ein Blick hinüber...


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129 ...und einer den Bahnsteig 5/6 entlang.


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130 Ein Blick zum Bahnsteigende...


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131 ...und über die schon verkürzten Bahnsteige zum Stellwerk.


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132 Wir blicken zurück. Der Bahnsteig 3/4 endet weiter nördlich als die anderen. Auch die Treppe geht in die andere Richtung.


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133 Vom Ende der Bahnsteigüberdachung ist es ein weiter Weg zur Treppe. Gleis 5 wird derzeit übrigens planmäßig genutzt.


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134 Wir schauen zurück...


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135 ...und nach vorne.


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136 Ein bißchen spät, aber trotzdem.


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137 Nach draußen. Halt.


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138 Der Bildschirm des Automaten sieht seltsam aus.


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139 Das Empfangsgebäude. Es steht leer, vielleicht ist noch eine Wohnung bewohnt.


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140 Auf der anderen Srtaßenseite ein ehemaliger Gutshof, das alte Herrenhaus wurde um 1700 errichtet.


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141 Eines der beiden Torhäuser wurde kürzlich renoviert.


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142 Die Bushaltestelle. Man beachte den Haltestellennamen.


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143 Durch diesen verandaartigen Eingang neben dem Empfangsgebäude gelangt man zum Personentunnel.


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144 Auch hier ist manche Scheibe zerbrochen.


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145 Hier ging es einstmals ins Empfangsgebäude. Ein Blick durch eine Tür an der Straßenseite offerierte Gerümpel und eine weitere Tür hin zur Halle.


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146 Auf Bahnsteig 1/2 treffen wir auf dieses Hinweisschild.


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147 Der Bahnsteig.


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148 Ein Blick hinüber zum Bahnsteig 3/4. Gerade kommt eine Lok vorbei.


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149 Der Aufgang zum Bahnsteig 3/4.


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150 Zeichen ihrer Zeit.


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151 Das Häuschen der Aufsicht.


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152 Ein Blick hinüber zum Empfangsgebäude.


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153 Detailaufnahme am Treppenabgang.


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154 Das alte Empfangsgebäude.


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155 Halt.


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156 Ein Blick zur Treppe.


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157 Tautropfen heben das Spinnennetz am Treppengitter hervor.


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158 Irgendwann einmal wurde der halbe Bahnsteig neu belegt.


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159 Ein letzter Blick hinüber zum Abgang in den Tunnel und den Bahnsteig 1/2.


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160 Die Ausfahrt steht. Es heißt, Abschied zu nehmen vom Leipziger Ostring.


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Viele Grüße, Sören


Literaturhinweis: Neben den erwähnten Werken wurde der Artikel zur Eröffnung der Leipziger S-Bahn im EK-Special Die Deutsche Reichsbahn vor 25 Jahren: 1969 genutzt, darüberhinaus erwies sich www.sachsenschiene.net als eine große Hilfe.

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Verstehen Sie Bahnhof!
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Leipzig: Abschied vom Ost-Herz (Teil 4.2)

Sputnik, Overath, Samstag, 01.12.2012, 09:08 (vor 4860 Tagen) @ Sören Heise

Die wohl häßlichste Bahnstrecke Deutschlands..... Leipzig - Gaschwitz - Altenburg

Leipzig: Abschied vom Ost-Herz (Teil 4.1)

MvG, Samstag, 01.12.2012, 20:41 (vor 4859 Tagen) @ Sören Heise


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118 Eine Detailaufnahme der Gleiskreuzung.

Bemerkenswert: Hier hat die Tram die größere Spurweite.

Leipzig: Abschied vom Ost-Herz (Teil 4.1)

Holger2, Samstag, 01.12.2012, 20:55 (vor 4859 Tagen) @ MvG

und die Straßenbahn fährt auf dem Spurkranz.

Danke!

Sören Heise, Region Hannover, Sonntag, 02.12.2012, 09:15 (vor 4859 Tagen) @ Holger2

Zwei korrekte Feststellungen.

@Sputnik: Das sehe ich nicht so, aber Geschmäcker sind zum Glück verschieden. ;-)


Danke für eure Kommentare in der ganzen Serie.


Viele Grüße, Sören

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