Reisebereicht und Auslastung ICE Sprinter Frankfurt-Berlin (Reiseberichte)

JumpUp, Donnerstag, 29.11.2012, 14:45 (vor 4862 Tagen)

Die wohl prominentesten ICE Sprinter, sind wohl die zwischen Berlin und Frankfurt: Es gibt vier solcher Züge: Jeweils morgens und abends gibt es einen ICE (gefahren mit einem Triebzug der ersten Generation), der ohne Zwischenhalt zwischen Frankfurt Hbf und Berlin Spandau (weiter nach Berlin Hbf) sowie v.v.verkehrt. Einige der 4 Züge fahren dazu nach Spandau in den Hbf (tief) und können so ohne Langsamfahrt über die Stadtbahn den Hauptbahnhof Berlin erreichen. Neuerdings hält die Abendfahrt Frankfurt-Berlin (aus Richtung Stuttgart kommend) noch zusätzlich in Hannover. Die Sprinter sind Reservierungspflichtig zum Preis von 10 Euro in der 2. Klasse.

Am letzten Dienstag (27. November) nutzte ich das erste Mal den ICE Sprinter Frankfurt-Berlin (es handelte sich um die Frühfahrt). Schon sehr gespannt, wie der Sprinter angenommen wird, befand ich mich rechtzeitig am Bahnsteig und sah, dass der
ICE heute ohne Wagen 6 verkehrt. Ein Glück war meine Reservierung für den Wagen 2 und somit hatte ich damit kein Problem.
Einzig eine Überfüllung könnte sich ergeben, falls der Zug ausreserviert sein sollte.
Jedenfalls setzten wir uns pünktlich in Bewegung (der Zug startete übrigens schon in Darmstadt) nach Berlin. Die Frankfurter Rundschau lag im Zug in der 2. Klasse aus, sehr aufmerksam!
Erst nach Abfahrt ist mir aufgefallen, wie leer der Zug doch war. Obwohl ein Wagen fehlte waren sehr viele Zweierreihen frei, selbst die Abteile waren immer nur von 1-2 Personen belegt. Natürlich ist der Dienstag kein Tag mit sehr starker Auslastung, aber da der Sprinter ja DAS Premiumprodukt der Deutschen Bahn zwischen den Zentren Berlin und Rhein/Main ist, noch dazu mit konkurrenzfähiger Fahrzeit ware ich schon sehr erstaunt fast alleine im Zug zu reisen.
In Frankreich sind non-stop Züge im Takt zwischen Paris und Marseille oft zu 100 % ausgebucht, während einer von nur zwei Sprinterzügen zwischen Frankfurt und Berlin fast leer verkehrt? Woran liegt es? Zu hohe Fahrpreise? Schreckt die Reservierungspflicht ab? Die Fahrzeit (mit Abfahrtzeit 6:15 Uhr in Frankfurt Hbf) und 3,5 h Fahrtdauer ist doch sehr angenehm!


So zählte ich während der Fahrt die Fahrgäste durch und kam auf 136 Personen in der 2. Klasse. Im Bordrestaurant befanden sich noch weitere 4-5 Fahrgäste.
Wenn wir mit 71 Sitzplätzen pro Wagen in der 2. Klasse (71*7= 497) in einem ICE 1 rechnen, macht das eine Auslastung von 27 Prozent! Also durchschnittlich nur jeder 4. Platz war in dem Zug belegt. Unter diesen Umständen kann ich verstehen, wenn man den Abendsprinter Frankfurt-Berlin noch in Hannover halten lässt.

Die Fahrt selbst war es sehr angenehm. Ein Großteil der Fahrgäste verbrachte die Fahrt schlafend über die Sitze verteilt oder im Abteil auf drei Sitzen ausgestreckt. Das Klientel war (wie zu erwarten) überwiegend Anzugträger. Dadurch, dass der Zug nicht anhält gab es keine nervigen Durchsagen an den Zwischenstationen, so dass man die 3.5 Stunden komplett genießen konnte. Übrigens nutzt der Zug im Raum Hannover eine Güterumgehung und verkehrt nicht über den gewöhnlichen Laufweg Berlin-Frankfurt (Braunschweig und Hildesheim).

Grüße Phillip

Danke für den Reisebericht (owT)

GUM, Donnerstag, 29.11.2012, 14:50 (vor 4862 Tagen) @ JumpUp

nix

Zum Thema Auslastung der Sprinter

ICE-T-Fan, Donnerstag, 29.11.2012, 17:10 (vor 4862 Tagen) @ JumpUp
bearbeitet von ICE-T-Fan, Donnerstag, 29.11.2012, 17:10

Der Quelle-Ziele-Verkehr macht in Deutschland nur Bruchteil der Auslastung der Züge im Allgemeinen aus. 1/3 dürfte ein realistischer Wert sein. Wobei es auch Zeiten gibt, wo die Sprinter zu mehr als 2/3 ausgelastet. Aber das trifft wohl nur in der HVZ zu, also Do, Fr, So und Mo.

Reisebereicht und Auslastung ICE Sprinter Frankfurt-Berlin

Lumi25, Donnerstag, 29.11.2012, 19:31 (vor 4862 Tagen) @ JumpUp

Erst nach Abfahrt ist mir aufgefallen, wie leer der Zug doch war. Obwohl ein Wagen fehlte waren sehr viele Zweierreihen frei, selbst die Abteile waren immer nur von 1-2 Personen belegt. Natürlich ist der Dienstag kein Tag mit sehr starker Auslastung, aber da der Sprinter ja DAS Premiumprodukt der Deutschen Bahn zwischen den Zentren Berlin und Rhein/Main ist, noch dazu mit konkurrenzfähiger Fahrzeit ware ich schon sehr erstaunt fast alleine im Zug zu reisen.


3,5 Stunden empfindest Du als konkurrenzfähig? Um wirklich gegen das Flugzeug zu konkurrieren sollte man maximal 3 Stunden benötigen und der ICE-Sprinter ist da klar drüber.

Bisher hat man es in Deutschland auf kaum nennenswerten Relation mal klar die 3 Stundenmarke erreicht. Einzig Frankfurt-München erreicht man dies knapp ansonsten kann man nur auf kurzen Distanzen wie Köln-Stuttgart konkurrieren.

Aus meiner Sicht sind eh nur die Sprinterzüge ihre ICE-Fahrpreise Wert aber hier verlangt die DB ja noch mal 10€ Zusatzgebühr.

Des weiteren kommt es ja auch darauf an welche Anschlüsse man in Berlin hat. Der ICE-Sprinter Köln-Hamburg z.B. ist ja ganz gut aber wenn man weiter nach Westerland oder Kiel will wird der Fahrzeitgewinn nicht weitergereicht.

Mittlerweile bin ich aber auch der Meinung, dass sich so ein Nonstopsystem in Deutschland nicht umsetzbar ist. Allerdings könnte man die ICE durchaus nur in größeren Städten halten lassen während den Rest ein B-System abgrasen tut.

In Frankreich sind non-stop Züge im Takt zwischen Paris und Marseille oft zu 100 % ausgebucht, während einer von nur zwei Sprinterzügen zwischen Frankfurt und Berlin fast leer verkehrt? Woran liegt es? Zu hohe Fahrpreise? Schreckt die Reservierungspflicht ab? Die Fahrzeit (mit Abfahrtzeit 6:15 Uhr in Frankfurt Hbf) und 3,5 h Fahrtdauer ist doch sehr angenehm!


Von Paris nach Marseille sind es aber mehr Kilometer und man braucht nur 3 Stunden. Konsequente Strategien für den Fernverkehr vermisse ich von der DB AG im Fernverkehr. ICX und Regiodostos als IC zeigen ja auch wohin der Trend geht. Mehr Quantität statt Qualität im Fernverkehr in Zukunft.

Reisebereicht und Auslastung ICE Sprinter Frankfurt-Berlin

ICE-T-Fan, Donnerstag, 29.11.2012, 20:36 (vor 4862 Tagen) @ Lumi25

Des weiteren kommt es ja auch darauf an welche Anschlüsse man in Berlin hat. Der ICE-Sprinter Köln-Hamburg z.B. ist ja ganz gut aber wenn man weiter nach Westerland oder Kiel will wird der Fahrzeitgewinn nicht weitergereicht.

Sprinter können nun einmal nicht in den Trassen von Taktzügen fahren, die ja in vielen Knoten aufeinander abgestimmte Anschlüsse haben.

Das ist auch ein Ding, was ich an der Forderung für mehr Sprinterverkehr skeptisch betrachte. Die Anschlusspriorität sollte sich an der Anzahl der Umsteiger orientieren und da schneiden die Sprinter gegenüber den Taktzügen schlechter ab, da die Taktzüge durch die größere Anzahl von Halten einfach mehr Menschen erreichen.

Sprinter müssen in den großen Knotenbahnhöfen außerhalb der Takttrassen fahren und können deswegen viele Anschlüsse nicht bedienen.

Reisebereicht und Auslastung ICE Sprinter Frankfurt-Berlin

jotxl, Donnerstag, 29.11.2012, 21:13 (vor 4862 Tagen) @ ICE-T-Fan

Ich würde öfters den Sprinter nutzen, empfinde die Fahrtzeiten aber alles andere als angenehm:

Berlin - Frankfurt ab 6:08
wer nicht zentral in Berlin wohnt, muss um 4 aufstehen. Ist nicht wirklich meine Zeit.
Bei entsprechend frühen Terminen nehme ich dann doch den Flieger.


Frankfurt - Berlin ab 18:13
viel zu spät, man ist erst gegen 22 Uhr wieder zurück.

Ideal wären 2 Zugpaare, Abfahrt gegen 6 und gegen 8, Rückfahrt müsste gegen 15 Uhr und gegen 17 Uhr sein.

Man könnte ja auch 2 einteilige ICE 2 fahren lassen..

Reisebereicht und Auslastung ICE Sprinter Frankfurt-Berlin

Eisenacher, Donnerstag, 29.11.2012, 22:30 (vor 4862 Tagen) @ jotxl

Meine Termine sind NIE vor 17 Uhr zuende. Viel zu früh!

Reisebereicht und Auslastung ICE Sprinter Frankfurt-Berlin

ICE-T-Fan, Freitag, 30.11.2012, 10:51 (vor 4861 Tagen) @ Eisenacher
bearbeitet von ICE-T-Fan, Freitag, 30.11.2012, 10:51

Eben darum sind die Direktverkehre (Sprinter) eben auch auch nicht gut ausgelastet.
Wenn es nur ein Zugpaar gibt, heißt es "friss oder stirb". Man kann damit mitfahren oder es auch sein lassen.

Sprinter machen als ICE-Alternative nur Sinn, wenn sie in einem gewissen Takt fahren. Die meisten Menschen brauchen diese Flexibilität. Andererseits dürfte aber jeder Sprinter für sich dann noch schlechter ausgelastet sein.

Die Lösung kann eigentlich nur sein, dass die Sprinter mehr an den heutigen A-Verkehr angelehnt werden, mit insgesamt mehr Halten und dafür der B-Verkehr mit relativ vielen Halten muss beschleunigt werden, damit er den heutigen ICE-Fahrzeit-Standard erfüllt.

Also ICE(-Sprinter) Berlin-Hannover-Kassel-Frankfurt-Stuttgart-München und IC(E) Berlin-Wolfsburg-Braunschweig-Hildesheim-Göttingen- Kassel-Fulda-Hanau-Frankfurt-Mannheim-Stuttgart-Ulm-Augsburg-München jeweils mit 250 km/h schnellem Zugmaterial. Beide Zuggattungen in getrennten stündlichen Trassen.

Sprinter sind perfekte Imagetransporteure

GUM, Freitag, 30.11.2012, 10:59 (vor 4861 Tagen) @ Lumi25

Erst nach Abfahrt ist mir aufgefallen, wie leer der Zug doch war. Obwohl ein Wagen fehlte waren sehr viele Zweierreihen frei, selbst die Abteile waren immer nur von 1-2 Personen belegt. Natürlich ist der Dienstag kein Tag mit sehr starker Auslastung, aber da der Sprinter ja DAS Premiumprodukt der Deutschen Bahn zwischen den Zentren Berlin und Rhein/Main ist, noch dazu mit konkurrenzfähiger Fahrzeit ware ich schon sehr erstaunt fast alleine im Zug zu reisen.

3,5 Stunden empfindest Du als konkurrenzfähig? Um wirklich gegen das Flugzeug zu konkurrieren sollte man maximal 3 Stunden benötigen und der ICE-Sprinter ist da klar drüber.
Wenn Du an einen Zielort denkst, dessen Flughafen am Ende der Welt liegt (München oder Berlin Schönefeld), dann sind 3,5 Stunden von Stadt zu Stadt absolut konkurrenzfähig!

Bei den meisten innerdeutschen Verbindungen brauchst Du:
+ mehr als 45 Minuten von der öffentlichen Anbindung bis zum Einsteigen
(Mindest CI-Zeit 30 Minuten)
+ knapp über 1 Stunde off-block Zeit von Flughafen zu Flughafen
+ 20 Minuten wieder hinaus
+ und dann noch zurück in die Stadt

Arbeits-/Telefonier-/Abschaltzeit während dieses Vorgangs. Geht gegen Null.
Beim Zug bleiben vielleicht so 2,0-2,5 Stunden Arbeitszeit, wenn Du die Inklusivleistung in Ruhe geniesst und noch Zeitung liest.

Aufgrund des viel ruhigeren Ambientes und nicht vorhandener Fahrgastwechsel auf Unterwegsbahnhöfen sind ICE-Sprinter Imagetransporteure ersten Ranges.

Deshalb würde ich dort auch einen Mindestsparpreis festlegen und vielleicht nicht gerade mit einer 12 Wagen-Garnitur fahren.

Sprinter ist auch bahninterner Shuttle

funthomas, Freitag, 30.11.2012, 11:22 (vor 4861 Tagen) @ JumpUp

der Sprinter Frankfurt <-> Berlin ist natürlich auch ein gern genutzer interner Shuttle der Bahn AG, um zwischen den 2 Konzernstandorten Frankfurt und Berlin zu pendeln.
Deswegen vermute ich, wird diese Verbindung nicht nur unter strengen Renditeaspekten betrieben.

Reisebereicht und Auslastung ICE Sprinter Frankfurt-Berlin

Lumi25, Freitag, 30.11.2012, 17:05 (vor 4861 Tagen) @ ICE-T-Fan

Ich denke das Thema ICE-Sprinter Berlin-Frankfurt wird sich eh bald erledigt haben.

2015 geht immerhin die NBS Halle/Leipzig-Erfurt in Betrieb. Ein 2h-Takt mit ICE ab Berlin (Tief) Hbf mit Halten in Halle (Saale) Hbf - Erfurt Hbf (Korrespondenz ab 2017 mit ICE nach München) - Eisenach - Fulda nach Frankfurt dürfte recht nahe an die 3 1/2 Stunden ran kommen.

Man sollte dann natürlich nicht noch in Berlin-Südkreuz, Lutherstadt Wittenberg, Bitterfeld, Bad Hersfeld oder Hanau Hbf noch halten.

Über Braunschweig und Hildesheim würde es dann auch ein 1h-Takt mit IC-Zügen tun.

Sprinter sind perfekte Imagetransporteure

Holger2, Freitag, 30.11.2012, 19:24 (vor 4861 Tagen) @ GUM

Hallo,

also wenn ich fliegen muss rechne ich so (Rückreise):

1/2 Stunde Anreise zum Flughafen mit Auto
1/4 Stunde Mietwagenabgabe
mind. 1 Stunde Check - in (Kofferabgabe bzw. Puffer, da Ticket nie flexibel)
Flugzeit (innerdeutsch 1 Stunde)
1/2 Stunde Aussteigen (die Ankunftszeit ist die Zeit, wann das Flugzeug am Boden aufsetzt)
3/4 Stunde Fahrt nach hause einschl. Wartezeit

Insgesamt allermindestens 3 Stunden

Da ich aber den Stress am Flughafen hasse, ebenso wie die Unflexibilität und die schlechte Luft im Flieger, gebe ich bis etwa 4-5 Stunden Fahrzeit dem Zug den Vorzug. Gut, ich bin Bahnfan, zugegeben.

Holger

Sprinter sind perfekte Imagetransporteure

Merina, Freitag, 30.11.2012, 21:05 (vor 4861 Tagen) @ Holger2
bearbeitet von Merina, Freitag, 30.11.2012, 21:06

Meine erste Fahrt im ICE Sprinter war an einem Donnerstag morgen, es war gleichzeitig Innotrans und man könnte denken da wäre der Sprinter halbwegs ausgelastet. War er das? Pustekuchen, in meinem Wagen etwa 6-9 Leutchen, alle schlafend. Es war herrlich ruhig und ein schönes Zug fahren. Kontrolliert wurde auch erst hinter Hannover, wir fuhren gerade durch Lehrte, perfekt um zu schlafen.

Innenstadt zu Innenstadt

Manitou, Samstag, 01.12.2012, 00:00 (vor 4861 Tagen) @ Lumi25

Ob man mittels Taxi (im Stau), Bus oder S-Bahn zum Flughafen, Kontrolle / Warten auf Gepäck und am Ziel wieder ins Zentrum zurück kürzer als 3,5 h ist, bezweifle ich. Vor allem, wo 3,5 h im Zug durchgehend zum Arbeiten oder Entspannen genutzt werden können, statt mit den einzelen Elementen der Flugreise die zeit zu zerstückeln.

Reisebereicht und Auslastung ICE Sprinter Frankfurt-Berlin

ckx2, Montag, 03.12.2012, 16:33 (vor 4858 Tagen) @ JumpUp

Wir sind auf der Strecke Frankfurt-Berlin inzwischen auf den Flieger umgestiegen. In Zeiten von Online Check-In und dem verkehrstechnisch günstigen Flughafen Tegel benötige ich effektiv eine Stunde weniger Zeit als mit dem Sprinter - der für diese Relation auch zu teuer ist. Wir bekommen unsere Leute für durschnittlich 120€ bei einer vorlaufzeit von einer Woche von FRA nach TXL.

Sprinter sind perfekte Imagetransporteure

ckx2, Montag, 03.12.2012, 16:37 (vor 4858 Tagen) @ Holger2

Hallo,

also wenn ich fliegen muss rechne ich so (Rückreise):

1/2 Stunde Anreise zum Flughafen mit Auto
1/4 Stunde Mietwagenabgabe
mind. 1 Stunde Check - in (Kofferabgabe bzw. Puffer, da Ticket nie flexibel)
Flugzeit (innerdeutsch 1 Stunde)
1/2 Stunde Aussteigen (die Ankunftszeit ist die Zeit, wann das Flugzeug am Boden aufsetzt)
3/4 Stunde Fahrt nach hause einschl. Wartezeit

Insgesamt allermindestens 3 Stunden

Da ich aber den Stress am Flughafen hasse, ebenso wie die Unflexibilität und die schlechte Luft im Flieger, gebe ich bis etwa 4-5 Stunden Fahrzeit dem Zug den Vorzug. Gut, ich bin Bahnfan, zugegeben.

Holger

Das ist i.d.R auch richtig, aber wenn wir den Sprinter als Produkt für Geschäftsreisende nehmen, sollten wir auch dementsprechend kalkulieren. Gepäck auf innerdeutschen Terminen passen meist in einen IATA-Trolley der mit in die Kabine genommen wird, Check-In Schalter für Economy gibt es keine mehr - entweder Automat am Flughafen oder 23 Stunden vorher im Internet mit Boarding Ticket zum selbstausdrucken. Da reicht morgens auch 20 Minuten vorher wenns nur durch die SiKo geht.

Sprinter sind perfekte Imagetransporteure

Holger2, Montag, 03.12.2012, 22:50 (vor 4858 Tagen) @ ckx2

Das ist i.d.R auch richtig, aber wenn wir den Sprinter als Produkt für Geschäftsreisende nehmen, sollten wir auch dementsprechend kalkulieren. Gepäck auf innerdeutschen Terminen passen meist in einen IATA-Trolley der mit in die Kabine genommen wird, Check-In Schalter für Economy gibt es keine mehr - entweder Automat am Flughafen oder 23 Stunden vorher im Internet mit Boarding Ticket zum selbstausdrucken. Da reicht morgens auch 20 Minuten vorher wenns nur durch die SiKo geht.

Hallo ckx,

also ich denke schon, dass ich da richtig kalkuliert habe.
20 Minuten für die Sicherheitskontrolle würde ich auch rechnen, nur musst Du bitte auch berücksichtigen, dass das Gate im allgemeinen 20 Minuten vor Abflug schließt.
Und da Du Deine Boardingkarte ja bereits ausgedruckt hast, bist Du auch nicht mehr sonderlich flexibel.
Und insofern finde ich es nicht zu früh, wenn man noch etwa 20 Minuten Puffer einplant - und etwas Zeit für die Abgabe des Mietwagens. Trotzdem gelte ich übrigens als der unter meinen Kollegen, der immer äußerst knapp am Flughafen erscheint.
Ich rechne immer eine Stunde für den Check - In, ob mit oder ohne Gepäck ist da fast zweitrangig.


Holger

Reisebereicht und Auslastung ICE Sprinter Frankfurt-Berlin

Holger2, Montag, 03.12.2012, 23:04 (vor 4858 Tagen) @ ckx2

Hallo,

mag ja für Deinen speziellen Fall sein, dass Du eine Stunde länger benötigst.

Aber wenn ich jetzt Dein Rückflugticket Economy ohne Umbuchen bspw. für nächste Woche Di auf Do mit dem ICE - Sprinter, Sparpreis ohne Umbuchen und 2. Klasse vergleiche, komme ich schon auf einen Preisvorteil für den Sprinter von mind. 30 EUR
Bei einem flexiblen Ticket ist die Bahn klar vorne.

Ich will ja auch nicht sagen, dass ich das jetzige Sprinterangebot für ausreichend halte. Ich fände es besser, wenn der Zug in das normale Angebot integriert würde und wenn er öfter und regelmäßiger fahren würde. Auch würde ich mir einen vernünftigen Ausbau der NBS wünschen, wo man ohne Geschwindigkeitseinbrüche auch durch Fulda, Kassel oder Göttingen durchfahren könnte. Frankreich macht es vor.

Holger

Wird sich mit der Eröffnung von BBI/BER aber ändern

GUM, Dienstag, 04.12.2012, 11:26 (vor 4857 Tagen) @ ckx2

Wir sind auf der Strecke Frankfurt-Berlin inzwischen auf den Flieger umgestiegen. In Zeiten von Online Check-In und dem verkehrstechnisch günstigen Flughafen Tegel benötige ich effektiv eine Stunde weniger Zeit als mit dem Sprinter - der für diese Relation auch zu teuer ist. Wir bekommen unsere Leute für durschnittlich 120€ bei einer vorlaufzeit von einer Woche von FRA nach TXL.

Das beste Argument für Frannkfurt-Berlin Sprinter befindet sich ja leider immer noch im Bau :-)

Sprinter sind perfekte Imagetransporteure

Maggus, Ravensburg (Württ), Dienstag, 04.12.2012, 12:09 (vor 4857 Tagen) @ Holger2

Hallo,

also wenn ich fliegen muss rechne ich so (Rückreise):

1/2 Stunde Anreise zum Flughafen mit Auto
1/4 Stunde Mietwagenabgabe
mind. 1 Stunde Check - in (Kofferabgabe bzw. Puffer, da Ticket nie flexibel)

Warum nicht online Check-in?

Flugzeit (innerdeutsch 1 Stunde)
1/2 Stunde Aussteigen (die Ankunftszeit ist die Zeit, wann das Flugzeug am Boden aufsetzt)

Bei Zeiten, die auf den Flugtickets angegeben sind, handelt es sich um Blockzeiten, also ab dem Losrollen/Pushback am Flughafen, bis zur Ankunft an der Parkposition am Ziel. Eine halbe Stunde ist aber auch schon üppig berechnet. 30 Minuten nach der Ankunft mit dem A380 in München hatte ich schon mein Gepäck.
Trotz langer Wartezeit im Flugzeug bis man endlich aussteigen durfte, einer im Vergleich zu Dubai raschen Passkontrolle und der Tatsache, dass bei einem A380 in München sämtliches Gepäck der Economy-Class Passagiere auf einem Band ausgeteilt wird, saß ich schon 40 Minuten nach der Ankunft in der S-Bahn.

3/4 Stunde Fahrt nach hause einschl. Wartezeit

Insgesamt allermindestens 3 Stunden

Da ich aber den Stress am Flughafen hasse, ebenso wie die Unflexibilität und die schlechte Luft im Flieger, gebe ich bis etwa 4-5 Stunden Fahrzeit dem Zug den Vorzug. Gut, ich bin Bahnfan, zugegeben.

Holger

Ok, hier schreibt man, Fliegen ist einfach schöner ;)
Ich finde, dass man (wie auch bei der bescheuerten Studie des VCD: betrachtet man den letzten Absatz war ja klar, welches Ergebnis herauskommen MUSSTE, weil der Verein nicht neutral ist)
Welt.de

Im Redesignten InterCity wird das arbeiten schwieriger, da ich gelesen habe, dass auf diesen Tischchen in der 2. Klasse keine 2 iPads vis á vis Platz haben. Oder irre ich mich? Eng ist es auf alle Fälle.

Redesign IC Bp müsste im Sitzabstand gleich bleiben

GUM, Dienstag, 04.12.2012, 12:12 (vor 4857 Tagen) @ Maggus

Vor einiger Zeit hatte hier jemand ein Video verlinkt, welches das Redesign zeigte.
In der Mitte wurde ein Bp bzw. dessen Grundriss.

Und er zeigte immer noch 20 Reihen. Der Platz müsste also gleich bleiben.

Redesign IC Bp müsste im Sitzabstand gleich bleiben

Henrik, Dienstag, 04.12.2012, 13:38 (vor 4857 Tagen) @ GUM

Im Redesignten InterCity wird das arbeiten schwieriger, da ich gelesen habe, dass auf diesen Tischchen in der 2. Klasse keine 2 iPads vis á vis Platz haben. Oder irre ich mich? Eng ist es auf alle Fälle.

Vor einiger Zeit hatte hier jemand ein Video verlinkt, welches das Redesign zeigte.
In der Mitte wurde ein Bp bzw. dessen Grundriss.

Und er zeigte immer noch 20 Reihen. Der Platz müsste also gleich bleiben.

Ich sitze gerade im IC 2329 (hat momentan wegen Weichenstörung in Bordesholm eine Verspätung von +32),
sitze in einem Redesign Wagen.. ein einzelner Wagen hat sich in diesen Zug eingeschlichen,
so konnte ich direkt vergleichen.

Der Sitzabstand scheint tatsächlich gleich zu sein, sieht so aus,
es ist aber hier eine Reihe mehr vorhanden und das ist gar eine mit Tisch bzw. vis á vis Plätze,
also im Redesign sind es 12 Reihen, zwei Tische,
in den anderen alten Wagen sind es 11 Reihen und ein Tisch.
Hab die Tische miteinander verglichen - alt & neu sind genau gleich lang bzw. tief.

Am Wagenende sind 3 bzw. andere Seite 2 Abteile.
Diese haben in den alten Wagen keine Tische - aber in dem neuen Redesign Wagen sind Tische vorhanden und zwar so richtig große ausklappbare.

Es ist richtig schön angenehm hier im Redesign Wagen, auch schön ruhig.
Sitze gefallen mir auch sehr!

Linknachtrag

Maggus, Ravensburg (Württ), Dienstag, 04.12.2012, 13:51 (vor 4857 Tagen) @ Maggus
bearbeitet von Maggus, Dienstag, 04.12.2012, 13:55

http://forum.airliners.de/index.php?showtopic=52625
"Hier findet man Fliegen natürlich schöner!" ;-)
Das wollte ich noch hinzufügen. Eine interessante Diskussion über das Für und Wider von Bahn und Flieger bei Geschäftsreisen in Deutschland.
Interessant finde ich Beitrag #2 (letzter Absatz).

Reisebericht in Gegenrichtung

AX-330, Freitag, 07.12.2012, 21:20 (vor 4854 Tagen) @ JumpUp

Auch wenns jetzt etwas zu spät ist, um für diesen Thread noch brandaktuell zu sein, möchte ich "for the record" und für die Suchfunktion meine Eindrücke einer Sprinterfahrt in gleicher und in umgekehrter Richtung zur jeweils anderen Tagesrandlage loswerden. Logisch? ;-)

Ziemlich genau vor einer Woche hatte ich das Glück, zu einem kurzen Arbeits-Intermezzo im Südwesten mit dem Sprinter abends von Berlin aus bis Karlsruhe an- und zwei Tage später von Frankfurt aus morgens wieder abreisen zu können.

Die Auslastung des 18-Uhr-Zugs Berlin-Frankfurt hat mich wirklich überrascht. Sie unterschied sich praktisch nicht von normalen ICEs dieser Relation, entsprechend war schon am Ostbahnhof die Auslastung recht hoch, und ab Hauptbahnhof war die erste Klasse geschätzt zu knapp 50 Prozent und die zweite Klasse zu knapp 80 Prozent ausgelastet, so man das beim Durchwandern des Zuges gefühlt erfassen kann.

Mich verwunderte, daß die sprinter-spezifische Durchsage, die auf das Durchfahren ohne Halt bis Frankfurt hinweist, erst kurz vor dem Halt in Spandau kam und nicht nach der üblichen Begrüßungsdurchsage im Hauptbahnhof. Richtig klug fand ich das nicht - aber in Spandau stieg für mich erkennbar niemand wieder aus. Die Ansage erfolgte gut und zweisprachig.

Das eigentliche Durchfahren ohne Halt empfand ich als grandios. Ab Stendal ging es nicht mehr mit 250 km/h voran, aber weiterhin mit gefühlt weit über 160 km/h. Vielleicht liegt da ein IC planmäßig voraus? Durch den Knoten Hannover ging es ohne Halt und sehr flüssig, unter Ausnutzung der Strecken-Vmax - davon träume ich als
Güterzuglokführer ;-)

Die Schnellfahrstrecke bis Fulda wurde zügig und ohne fühlbares Auflaufen auf andere Züge zurückgelegt. Auch ab Fulda bis Frankfurt lief es ausgesprochen gleitend. Vor dem Kollegen, der die Leistung gefahren ist, ziehe ich meinen Hut - man hat nur, wenn man entweder sehr genau darauf achtet und/oder Streckenkunde hat (was bei mir auf dem gesamten Laufweg der Fall war), ein Verzögern oder Beschleunigen des Zuges bemerkt. Einfach ein Genuß als Fahrgast! Und das Durchrollen in den bekannten Haltbahnhöfen empfand ich als Luxus - man fühlt, es geht so schnell wie möglich voran. Allein dafür (und für die stark verkürzte Fahrzeit) ist der Aufpreis gefühlt sein Geld wert, finde ich.

Der Service kam typisch berlinisch-rustikal, aber nicht unhöflich an. "Mit oder ohne?" - "Wie bitte?" - "Na, mit oder ohne Fleisch!" war der Dialog, als die belegten Brote in der 1. Klasse ausgegeben wurden :-) Müsliriegel, Smoothie und (einmal nachgeschenktes) Heißgetränk waren inklusive. Ich hätte mehr erwartet. Falls ich den Wikipedia-Eintrag zum Sprinter richtig deute, gab es mal ein Bausatzessen Marke Flugzeug mit mehr Umfang und Vielfalt - das hätte ich potentiell attraktiver gefunden. Für mich würde bei diesem Angebot das alkoholhaltige Getränk aufgrund der Arbeitsordnung meiner Firma selbst dann rausfallen, wenn ich in den Feierabend führe statt zur Arbeit, aber als Privatreisender hätte ich das Glas Wein als sehr angenehm empfunden. Das gibt es heute nicht mehr. Was geboten wurde, war akzeptabel, mehr nicht - ich habe schon bessere belegte Brote gegessen.

Ich habe eine Aversion dagegen, mein Essen vor dem Verzehr zu photographieren und im Internet zu veröffentlichen, daher habe ich es gelassen ;-) Absolut auf Zack war aber der Am-Platz-Service, bei dem ich zwei meiner Bahnbonus-Verzehrgutscheine einlösen konnte, und kurz vor Göttingen bekam ich ein großes Chili con Carne mit einem
alkoholfreien Weizen gebracht - das machte die Durchfahrt in Wilhelmshöhe um so schöner.

Nach dem Essen hatte ich kurz die Augen zugemacht und empfand die Durchsagenfreiheit als absolutes Plus - selbst mit guten Ohropax dringen Lautsprecherdurchsagen einfach durch und wecken den leicht dahindösenden Schläfer wieder auf. Im Sprinter konnte ich bis Frankfurt knapp zwei Stunden ungestört knacken.

Was mich sehr erstaunte: Trotz der gefühlt flotten Fahrt kamen wir auf die Minute genau an. Ein nennenswerter Puffer scheint gefühlt nicht im Sprinter-Fahrplan drin zu sein, also muß es offenbar richtig gut laufen, damit die Planankunft klappt.

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Auf der Rückfahrt in Richtung Berlin um kurz nach sechs ab Frankfurt hatte ich nur eins im Sinn: Schlafen, und zwar bequem - ein ausgesprochen langer Arbeitstag lag hinter mir. Hier machte mir die wieder ausgesprochen hohe Auslastung einen Strich durch die Rechnung - mein Abteil, in dem ich mich quer zur Fahrtrichtung langgelegt hatte, wurde von zwei Dauertelephonierern mit Notebooks geentert. Naja, auch wenn ich Feierabend habe, kann ich anderen Leuten nicht das Arbeiten verbieten ;-)

Positiv fiel mir, wie auf der Hinfahrt, die sehr rasche Fahrscheinkontrolle auf, die schlafwünschenden Fahrgästen die Möglichkeit bietet, die Formalitäten schnell zu erledigen und dann den weiten Teil der Fahrt ungestört verbringen zu können. Als ich in Wülfel wieder aufwachte, lag der komplette Verpflegungssatz auf dem Abteiltisch für mich bereit, und kurz hinter Lehrte öffnete die Erste-Klasse-Betreuerin die Tür und fragte, ob ich nun meinen Kaffee mögen würde - welcher prompt gebracht wurde.

Wie auf der Hinfahrt rutschten wir glatt durch Hannover durch und kamen trotz (oder dank?) straffer Fahrt exakt plan in Spandau an. Auch hier gibts offenbar keine großen Fahrzeitreserven. Auch auf der Rückfahrt fuhr der Kollege wesentlich weicher, als ich das bei den meisten Regel-ICE beobachten kann.

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Kann ich den Sprinter empfehlen? JA! Ohne Halt durchzuflitzen, ein kleiner Snack unterwegs dazu, und einfach in dieser kurzen Zeit von Berlin nach Frankfurt und zurück unterwegs zu sein - das ist der Aufpreis locker wert. Das Reisegefühl ist einfach klasse. Auf der Hinfahrt konnte ich ungestört im Abteil für mich essen, lesen, mich auf mein Notebook konzentrieren - auf der Rückfahrt konnte ich ebenso ungestört ausschlafen und wurde von einer Mahlzeit und einem Kaffee begrüßt.

Betrieblich hatte ich bisher sehr wenig Berührungsfläche mit den Sprintern, aber wenn es so kam, war es ausgesprochenes Anliegen der beteiligten Betriebszentralen und Fahrdienstleiter, die - flapsig als "Sprinter-Elite" bezeichneten - Züge keinesfalls zu verbiegen. Richtig so, offenbar muß es ja bei denen richtig laufen, und für den nicht ganz unwesentlichen Aufpreis erwarte ich als Fahrgast dann auch das Zustandekommen der beworbenen Leistung, sprich Pünktlichkeit.

In dem Sinne -
Andreas

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