Mehrere News (CH+international) (Allgemeines Forum)
Hoi zäme,
Heute flatterte die neue Ausgabe der SER in meinen Briefkasten. Ein kleiner Fakten-Überblick als Zusammenfassung:
TGV Bern-Paris
Dieser TGV könnte ab 2014 statt via Neuchâtel-Pontarlier-Frasne neu via Basel verkehren. Für Bern würde dies die Fahrzeit deutlich reduzieren, für Neuchâtel und Pontarlier wäre es ein schwerer Verlust. Laut Lyria-Direktor sei aber noch nichts entschieden, eine entsprechende Studie befinde sich in der Endphase.
Zentralbahn
Die Zentralbahn nimmt ihre neuen Luzern-Interlaken-Express-Triebzüge in Betrieb. Das Angebot im Bistro wird ähnlich dem der SBB-Restaurants sein, jedoch infrastrukurbedingt mit etwas reduzierter Auswahl.
Auch wurde die neue unterirdische Zufahrt nach Luzern in Betrieb genommen. Am letzten Betriebstag der alten Barrierenstrecke mitten durch die Stadt fuhren nochmals Dampfzüge. Mit dem neuen Tunnel wurd auch eine zusätzliche unterirdische Haltestelle Luzern Allmend/Messe realisiert.
Weil sich Gemeinde, Kantone, Bund und Zentralbahn in Hergiswil nicht auf den Doppelspur-Ausbau einigen konnten, da der Kanton und die Gemeinde Hergiswil einen viel teureren Tunnel wollten und die oberirdischen Ausbaupläne nicht akzeptierten, wird die Haltestelle Hergiswil Matt wegen der Verdichtung auf 15-min-Takt ab Ende 2013 nicht mehr bedient werden.
Zusätzliche IC Zürich-Chur
Es ist noch nicht ganz klar, ob die zusätzlichen IC Zürich-Chur Ende 2013, Mitte oder Ende 2014 eingeführt werden können. Dies erfordert Anpassungen am St.Galler S-Bahn-Konzept und man ist auf genügend RABe 511 von Stadler für die IR angewiesen.
Stadler mit Produktionsschwierigkeiten
In der Hauseigenen Stahlgiesserei von Stadler in Biel gibt es Produktionsschwierigkeiten. Hiervon betroffen ist die Drehgestellproduktion. Weil es deshalb an Drehgestellen mangelt kann Stadler mehrere Züge nur mit Verzögerung abliefern. Dies betrifft sowohl doppelstöckige als auch einstöckige Fahrzeuge.
Railjet-Probleme am Semmering
Im neuen Fahrplan wird die Fahrzeit um drei Minuten verlängert, da bei den RJ die Geschwindigkeit generell um 10 km/h reduziert wird. Die einfachere Lösung der Probleme wäre das Drehen der Züge. Dies lehnen die ÖBB allerdings ab, um den Erstklass-Fahrgästen in Wien keine allzu langen Fussmärsche von und zur Lounge zumuten zu wollen. Dass diese Lage der ersten Klasse im Zug im weiteren Fahrtverlauf nach Graz oder Villach aber eher nachteilig ist, ist den ÖBB aber scheinbar noch nicht aufgefallen.
Elektrifizierung Zürich-München
Die DB hatte den Pressetermin, an dem über die Verögerungen berichtet wurde, erst sehr kurzfristig bekannt gegeben, obwohl die DB davon schon länger wusste. Einige Begründungen für die Kostensteigerungen seien zudem auch kaum stichhaltig. So wurden 25 Mio € Mehrkosten wegen steigender Rostoffpreise, unter anderem für Kupfer, angegeben. Kupfer macht aber nur einen Bruchteil der Gesamtkosten aus.
Nun herrscht in der Schweiz sehr schlechte Stimmung gegenüber der DB. Man ist sehr verärgert, weil die DB die Schweiz als Geldgeber schon längst hätte über die massiven Verzögerungen und Mehrkosten informieren müssen. Vermutungen zufolge wird das aus schweizer Sicht sehr wichtige Vorhaben von der DB bewusst verschleppt.
Das Bundesamt für Verkehr hat nun an DB-Chef Grube einen Brief mit sehr deutlichen Worten nach Berlin geschickt.
Mit dem Einsatz der WAKO auf dieser Strecke sind noch einige Punkte offen. So ist im deutschen Regelwerk ein bogenschneller Fahrbetrieb mit 18 bis 19 Tonnen Achslast nicht vorgesehen. Um die Gleisbeanspruchung zu prüfen, führte DB-Systemtechnik im Auftrag der SBB Messfahrten durch. Die Messergebnisse werden nun auf ein deutlich schwereres Fahrzeug umgerechnet. Die Ergebnisse sollen 2013 vorliegen. Ein anderes Fahrzeug für diese Strecke käme aber nach aktuellem Stand der Dinge nicht infrage.
ETR 610
Der Zeitplan zur Ablieferung der von den SBB nachbestellten acht Triebzüge ist ambitioniert. Es wird einige Anpassungen wegen der TSI PRM geben. Dies erfordert bei Reihensitzen einen grösseren Sitzabstand. Um Wandplätze zu vermeiden werden statt der so wegfallenden Sitzplätze zusätzliche Gepäckablagen eingebaut. In anderen Fällen sind Änderungen nötig, weil es die entsprechenden Komponenten, oder im fall der WC-Kabinen, den Hersteller nicht mehr gibt.
Die ersten beiden neuen Züge sollen am 14. Dezember 2014 in Betrieb gehen. Pro Monat soll dann ein weiterer Triebzug folgen, womit im Juni 2015 die Ablieferung komplett wäre.
Die EBA-Zulassung für die ETR 610 in Deutschland liegt vor, jedoch fehlt die Inbetriebnahmegenehmigung der DB Netz AG für bogenschnelleres Fahren.
Neue Rheinbrücken
In Basel und St.Margrethen-Lustenau sind die Arbeiten im Zeitplan. In Basel wurde die neue Rheinbrücke termingemäss in Betrieb genommen. Die ältere Brücke wird nun bis 2017 umfassend saniert, sodass dann zwei Gleise für Fern- und Regioverkehr und zwei Gleise ausschliesslich für den Güterverkehr zur Verfügung stehen werden. Ein Inbetriebnahmetermin für die deutsche Anschlusstrecke von Karlsruhe her kann nicht genannt werden.
Auch die ÖBB sind mit der neuen Rheinbrücke für den Ausbau der Verkehre Zürich-München auf Kurs. Neu wird man diesen Abschnitt statt mit 60 mit 90 km/h befahren können, Neigezüge sogar mit 110 km/h. Ein grosser Teil der Arbeiten wird im Februar und März 2013 während einer sechswöchigen Vollsperre erledigt.
ICE-TD: Warten auf Wiederzulassung
Die Triebzüge 5508, 5513 und 5515 stehen seit bald einem Jahr wieder betriebsfähig herum. Da aber die Neigetechnik und das Mutter-Kind-Abteil ausgebaut wurden, haben die Züge ihre EBA-Zulassung verloren. Die Wiederzulassung zieht sich schon seit mehreren Monaten hin.
Die Züge werden nur in Deutschland zugelassen. Die Zulassungen für die Schweiz und Österreich haben sie verloren und eine Dänemark-Zulassung wird es auch nicht geben.
Die Triebzüge 5501, 5502 und 5514 wurden als Ersatzteilspender genutzt, womit deren Wiederinbetriebnahme unwahrscheinlich ist.
Keine SBB-Wagen mehr nach Belgrad
Einen der längsten fahrplanmässigen Strecken eines SBB-Fahrzeugs wird es ab 9. Dezember nicht mehr geben. Obwohl es sich beim Kurswagen Zürich-Belgrad um einen der saubersten und modernsten Schienenfahrzeuge handelt, die in der serbischen Hauptstadt angetroffen werden können, dürften wohl nur wenige Reisende diese 21-stündige Fahrt im zweite Klasse Grossraumwagen des Typs Bpm 61 auf sich nehmen.
Diese Kurswagenverbindung bleibt aber bestehen, neu wird dieser von der serbischen Bahn gestellt. Somit kommt neu planmässig ein ŽS-Wagen bis nach Zürich.
TGV Freiburg-Paris
Die Strecke Müllheim-Mulhouse steht vor der Wiedereröffnung. Voraussichtlich am 26. August 2013 wird erstmals ein tägliches TGV-Zugpaar Freiburg-Mulhouse-Paris verkehren.
Weitere Themen waren:
- ETCS-Migration in der Schweiz
- Österreich vor Einführung von ETCS Level 2
- Elektrifizieungsprogramm in Grossbritannien
- Modalohr-Testfahrten in der Schweiz
- Aufsatz über die Eem 923
- Mini-Prototyplok mit Brennstoffzelle
- ODEG mit Startschwierigkeiten in Berlin
- Unterhaltskonzept im GBT und CBT
- 30 Jahre Taktfahrplan in der Schweiz
Für den Fahrplan 2013 in der Schweiz lag ausserdem noch eine umfangreiche Netzgrafik zum Heraustrennen bei.
Grüsse aus der Ostschweiz.
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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.
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