Von Zürich über Mailand nach Venedig (Reiseberichte)

Twindexx, St. Gallen (CH), Sonntag, 11.11.2012, 22:53 (vor 4879 Tagen) @ didirahl
bearbeitet von Twindexx, Sonntag, 11.11.2012, 22:56

Hoi,

Auch drinnen finden nicht alle Fahrgäste ihren reservierten Platz, weil die Sitze andere Nummern haben als die Platzkarten ausweisen. Man möge sich setzen, wo immer man möchte!

First come - first serve. Das ist das schweizer Prinzip. Wer im schweizer Inlandsverkehr reserviert, outet sich im übrigen als Tourist. Reservationen in schweizer Fernzügen sind extrem selten.
Daher wird meist auf die Nennung von Zugs- oder Wagennummern verzichtet.

Zum Glück erwische ich einen Fensterplatz ohne Gegenüber und kann es mir bequem machen.

Die überwiegende Mehrheit der Schweizer liebt vis-à-vis-Bestuhlung. Deshalb gibt es in schweizer Zügen nur sehr wenig bis gar keine Reihensitze.

Der Schweizer EC vom Typ Pendolino fährt pünktlich ab, taucht zunächst in die Dunkelheit eines langen Tunnels und kommt direkt am Zürichsee wieder ans Tageslicht.

Wenn der Zug nur bis Chiasso fuhr, war es mit grosser Wahrscheinlichkeit kein Pendolino, sondern ein ICN (Intercity-Neigezug, RABDe 500) oder?

Das Zielschild im Wagen zeigt beharrlich Milano an,

Das ist Absicht, damit Reisende nach Milano auch klar wissen, dass das ihr Zug ist. Nicht das Reisende nach Milano nicht einsteigen, weil da nur Chiasso draufsteht.

Die Züge hatten aber ewig Ausfälle und Verspätungen, so dass die Schweizer und Italienische Bahn die Führung wieder selbst übernahmen. Das klappt aber auch nicht, wie man sieht.

Das sind auch immernoch dieselben Pendolini. Die Züge können ja nicht von heute auf morgen ersetzt werden. Im schweizer Abschnitt versuchen die SBB die Probleme mit dem Einsatz ihrer zuverlässigen ICN abzumildern.
Für ab Ende 2014 haben die SBB acht neue Triebzüge des neueren und zuverlässigeren Pendolino-Typs ETR 610 nachbestellt, die dann im internationalen Verkehr mit Italien auf der Gotthardstrecke für einen zuverlässigeren Betrieb sorgen sollen. Für den Betrieb in den NEAT-Basistunnel wurden von den SBB zusätzlich 29 neue Fernzüge ausgeschrieben, die ab Ende 2017 zum Einsatz kommen sollen. Die ETR 610 sind also nur eine Übergangslösung um so schnell als möglich die unzuverlässigen Cisalpino-Pendolini des Typs ETR 470 ausrangieren zu können.

Der andere Zug, diesmal ein italienischer, hält am gleichen Bahnsteig.

Das wird dann einer der ETR 470 gewesen sein, die Trenitalia bekommen hat nach dem Cisalpino-Aus. Von den fünf ist derzeit maximal nur einer einsatzfähig, ein anderer kann nicht mehr unter AC verkehren.

Beim neuen Zug stimmen die Platzkarten und es ist deutlich leerer. Haben wir mehr Wagen bekommen?

Dann wird es ein FS-ETR-470 gewesen sein. Die ETR 470 haben neun Wagen, die ICN in Einfachtraktion sieben.


Und der Rest hat dann auch noch gut geklappt. Das Ersatzkonzept am Gotthard ist eigentlich nicht weiter stressig. Für den nationalen Verkehr fahren zuverlässige ICN der SBB. Für den internationalen Verkehr ist man noch auf die Cisalpino-Pendolini angewiesen. In einem Fall verkehren als Ersatz durchgehende lokbespannte Wagenzüge. Grundsätzlich sind die vier ETR 470, die die SBB übernommen haben, deutlich zuverlässiger als die fünf der FS.


Grüsse aus der Ostschweiz.

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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.


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