? Zu hohen Fahrzeitreserven ICE Augsburg-Ulm (Allgemeines Forum)
Guten Morgen,
mir sind die extremen Zeitpuffer zwischen Augsburg und Ulm aufgefallen. Diese wurden in den letzten Jahrzehnten immer mehr, die Züge wurden immer langsamer:
Aus der Datenbank auf fernbahn.de kann man sehen, dass ein IC ohne Zwischenhalt zwischen Augsburg und Ulm im Jahre 1987 41 Minuten benötigte (Bsp. IC 591). Nach 1987 wurde die Bahnstrecke immer weiter ausgebaut, so liest es sich in wikipedia:
Zu den wichtigsten Maßnahmen zählten Linienverbesserungen in bis dahin zu engen Kurven, der Neubau schienenfreier Bahnsteigzugänge, die Beseitigung von höhengleichen Bahnübergängen, der Bau von Überholgleisen sowie die Modernisierung von signal- und fernmeldetechnischen Anlagen.
Die Ertüchtigung des Abschnitts Günzburg–Augsburg für eine weitgehende Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h sollte bis 1995/96 abgeschlossen werden.[5]
Bis Herbst 1992 waren die Baumaßnahmen in allen vier Abschnitten bei Investitionen von 200 Millionen D-Mark abgeschlossen worden. Diese Abschnitte sind seither mit 200 km/h befahrbar.
An den Überholgleisen wurden dabei neue Außenbahnsteige errichtet, während Fernverkehrszüge die Station jetzt ohne Geschwindigkeitsvermindung auf den mittig liegenden durchgehenden Hauptgleisen durchfahren können. Ein neu errichtetes Elektronisches Stellwerk steuert den Bahnbetrieb zwischen Dinkelscherben und Westheim.[
Und dann noch die Aussage:
Jede einzelne der zahlreichen geplanten Einzelmaßnahmen sollte nach Fertigstellung einen Nutzen entfalten
Ich kann die Wirksamkeit der einzelnen Ausbauten nicht nachvollziehen, es hört sich jedoch so an, als habe man die Strecke wirklich auf Vordermann gebracht. Ich schätze mal, dass man durch die Ausbauten den Verkehr um etwa 5-10 Minuten beschleunigen konnte.
Und nun schaut man sich den heutigen Fahrplan an und wird festellen, dass die Züge statt 41 Minuten zwischen Augsburg und Ulm nach Abschluss des Ausbaus länger unterwegs sind. Ein IC braucht 42 Minuten und ein ICE sage und schreibe 46 Minuten (ohne Zwischenhalt, beide vmax 200 km/h).
Was soll das? Man baut aus um damit die Fahrzeiten zu verlängern? Wahrscheinlich hat für den ICE Berlin-Frankfurt-Stuttgart-München sogar eine Verlängerung Sinn, hat er bei diesem langen Laufweg doch oft Verspätung angesammelt, die er so wieder aufholen kann. Aber für Züge aus München kommend bedeutete dies (bei pünktlicher Abfahrt, die ja oft gegeben ist) ein 10-15 minütiger Aufenthalt in Ulm. Was hat man davon??
Natürlich bin ich mir bewusst, dass es ähnliche Strecken mit hohen Fahrzeitreserven auch anderswo in Deutschland gibt, jedoch diese haben meist andere Gründe: Die großen Puffer zwischen Nürnberg und Leipzig durch das Saaletal sind ja durch die Abschaltung der Neigetechnik begründet, auch kommen in diesem Winter 5 zusätzliche Zeizpufferminuten durch den Katzenbergtunnel zwischen Freiburg Basel zusammen - so etwas hat zwischen Augsburg und Ulm nie stattgefunden, die Strecke wurde einfach mit fortschreitendem Ausbau stetig langsamer...
Nachdenkliche Grüße
Phillip
Ps. 1996 brauchte der ICE für Augsburg-Ulm nur 39! Minuten, beeindruckend, oder?
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