Ein Tag im Schwarzwald - Fortsetzung (Reiseberichte)
Man könnte sicher gut einen ganzen Tag auf dem Erlebnispfad verbringen, aber wir wollen auch noch ein bisschen Zugfahren. Uns so geht es jetzt mit dem IC 2370 weiter bis nach Hausach.
In der Bahnhofsunterführung von Hausach begrüßt uns Werbung für die Schwarzwald-Modellbahn. Die Modellbahn kennen wir allerdings schon...
...deshalb spazieren wir Richtung Kinzigtal und trödeln die knappe halbe Stunde Wartezeit hier ab.
Bahnhof Hausach
Von Hausach geht es nun mit einem Regioshuttle der Ortenau-S-Bahn (OSB) auf der Kinzigtalbahn hinauf nach Freudenstadt.
Die Strecke führt landschaftlich reizvoll entlang der Kinzig und durch mehrere Tunnel durch die Schwarzwaldlandschaft. Strecke und Fluss sind nicht zu verwechseln mit den gleichnamigen Pendants in Hessen. Allerdings ist bei der Fahrt etwas der Wurm drin, der Zug kommt schon mit leichter Verspätung in Hausach an, dann sind zwei Schranken nicht geschlossen und auf der Steigung zwischen Alpirsbach und Loßburg-Rodt gibt es wegen Überhitzung der Motoren einen Halt auf freier Strecke. Der Lokführer steigt aus um irgendwelche Filter zu reinigen, dann geht die Fahrt weiter und mit einer 10-minütigen Verspätung erreichen wir den Hauptbahnhof von Freudenstadt.
Hauptbahnhof Freudenstadt
Die OSB endet in Freudenstadt, von hier gibt es Verbindungen nach Eutingen im Gäu (die historische Gäubahn) und nach Karlsruhe. Die Bahnstrecke nach Karlsruhe führt in einem Bogen um die Innenstadt von Freudenstadt. Und so verlassen wir den Hauptbahnhof auf der Straßenseite um zu Fuß durch die Innenstadt zum Haltepunkt Freudenstadt Stadt zu laufen.
Freudenstadt hat den größten bebauten Marktplatz Deutschlands, allerdings ist hier gerade Kunsthandwerkermarkt, deshalb gibt es nur ein Bild vom Rathaus, im Hintergrund erkennt man die berühmten Arkadengänge rund um den Marktplatz.
Mit einer Karlsruher Stadtbahn setzen wir die Reise nun fort und fahren auf der Murgtalbahn hinunter ins Rheintal. Hier in Freudenstadt Stadt ist der höchste Punkt der Strecke.
Schade, dass wir keinen Eilzug erwischt haben und nun gut eineinhalb Stunden bis Karlsruhe unterwegs sind, das ist dann doch lang.
Auch diese Strecke ist landschaftlich reizvoll, es geht teilweise schluchtartig durch das enge und bewaldete Tal der Murg, auch mehrere Tunnel säumen die Strecke. Leider zeigt sich das Wetter nun nicht mehr so strahlend, wie hier über Forbach ziehen Wolken auf.
In Karlsruhe kommen wir auf dem Bahnhofsvorplatz an, es bleibt etwas Zeit, um im Bahnhof die Proviantvorräte aufzufüllen, dann geht es auf Gleis 9 zum IRE Richtung Stuttgart. Wir nehmen im Oberdeck des Doppelstockwagens Platz, allerdings haben hier Festbesucher des Canstatter Wasens deutliche Spuren hinterlassen. Überall fährt Müll herum, Flaschen kullern durch den Wagen, ausgelaufene Getränke machen sich auf dem Fußboden breit – vom Zustand der Toiletten ganz zu schweigen. Aber gut, die Fahrt durch das Pfinztal nach Pforzheim dauert ja nur 20 Minuten.
Der nächste Umsteigebahnhof ist Pforzheim. Das Empfangsgebäude steht unter Denkmalschutz und erinnert an die Wirtschaftswunder- und Bundesbahnzeit.
Bei Wikipedia lese ich, dass es einst eine Schnellzugverbindung von Frankfurt über Pforzheim und Horb nach Konstanz gab. Tja, die Zeiten ändern sich – stattdessen steigen wir für die Heimfahrt nun in die „Kulturbahn“ ein Regioshuttle von DB ZugBus Alb-Bodensee.
Auch die Strecke der Nagoldtalbahn ist landschaftlich ganz nett, wir folgen der Nagold flussaufwärts durch das bewaldete Tal, dann geht es durch den Hochdorfer Tunnel hinauf auf die Gäuebene und ab Eutingen schließlich auf der Gäubahn hinab ins Neckartal bis zur Endstation Horb.
In Horb hätten wir eigentlich Zeit, um hinauf in die Altstadt zu laufen. Wir kommen aber nur bis zur Brücke über den Neckar, dann beginnt es zu regnen und wir kehren deshalb um zum Bahnhof. Auf dem Fahrplan steht eigentlich der Gäubahn-IC nach Singen, da wir nun aber schon am Bahnhof stehen, können wir auch mit einem verspäteten Regionalexpress weiter bis Rottweil fahren.
Die Entscheidung mit dem Regionalexpress bereue ich aber bald schon, nicht nur, weil ich die Baureihe 425 mit der armseligen ersten Klasse ohnehin nicht sonderlich mag, sondern auch, weil im Zug viel Partyvolk vom Canstatter Wasen unterwegs ist und sich gerade eine Auseinandersetzung zwischen angetrunkenen Jugendlichen anbahnt. Nur gut, dass eine Gruppe der Streithammel in Oberndorf aussteigen muss.
In Rottweil steigen wir schließlich in den nachfolgenden Intercity um – die Ruhe, die gepolsterten Sitze, herrlich. (Nein, das sind nicht meine Füße).
Der letzte Umstieg der heutigen Tour steht in Singen an, eine gute Viertelstunde fahren wir nun mit dem Seehas, einem SBB-Flirt, zurück zum Ausgangspunkt der Tour in Allensbach.
Und schließen wollen wir die nette Schwarzwaldtour mit der beleuchteten Nikolauskirche von Allensbach.
Viele Grüße vom Bodensee
Tobias
PS: Meine früheren Reiseberichte gibt’s unter www.bahnreiseberichte.de.
Ausnahmsweise hänge ich noch etwas Werbung an, denn nachdem nun erstmal alle Reiseberichte abgearbeitet sind, finde ich jetzt wieder mehr Zeit für dieses Projekt:
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/bahnwiki.gif)
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gesamter Thread:
- Ein Tag im Schwarzwald (mit vielen Bildern) -
TD,
17.10.2012, 17:41
- Ein Tag im Schwarzwald - Fortsetzung -
TD,
17.10.2012, 17:51
- Ein Tag im Schwarzwald - Danke! - Sören Heise, 17.10.2012, 19:09
- Ein Tag im Schwarzwald - Ww, 17.10.2012, 22:07
- Vielen Dank auch von mir!
-
oppermad,
17.10.2012, 23:19
- Herzlichen Dank!
-
Regiosprinter,
17.10.2012, 23:31
- Super - sflori, 18.10.2012, 22:25
- Ein Tag im Schwarzwald - Fortsetzung -
TD,
17.10.2012, 17:51