Ein Tag im Schwarzwald (mit vielen Bildern) (Reiseberichte)
Hallo zusammen,
neben zahlreichen Ferntouren muss auch mal etwas Heimatkunde sein – und so wollte ich schon länger mal einige Strecken im Schwarzwald abfahren.
Am ersten Oktobersamstags waren die Voraussetzungen hierfür scheinbar perfekt, denn drei Faktoren sprachen für den Tag: der Wetterbericht kündigte einen sonnigen Herbsttag an, in Triberg wurde an dem Tag der Schwarzwaldbahn-Erlebnispfad eröffnet und für die nächsten Wochen war dies die vorletzte Gelegenheit, Schwarzwald- und Gäubahn ohne baustellenbedingten Schienenersatzverkehr zu befahren. Einzig, dass man wegen des Cannstatter Wasens Züge von und nach Stuttgart besser meiden sollte, hatte ich nicht bedacht. Aber dazu später mehr.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/030-Schwarzwald/30-Karte.jpg)
Üblicherweise beginnen meine Reiseberichte in Konstanz, heute fahren wir aber mit dem Fahrrad nach Allensbach und beginnen dort die erstklassige Tour (ja, das ist da, wo die Umfragen herkommen). Wir fahren mit der Schwarzwaldbahn nach Triberg, wandern über den Schwarzwaldbahn-Erlebnispfad, fahren über die Kinzigtalbahn nach Freudenstadt, weiter über die Murgtalbahn nach Karlsruhe und über die Nagoldtalbahn und die Gäubahn zurück an den Bodensee.
Es ist noch neblig, als wir in Allensbach am Bahnhof ankommen. Von hier aus fahren wir mit einem Interregio-Express auf der Schwarzwaldbahn nach Triberg.
Die Monitore in der Schwarzwaldbahn werben schon seit längerer Zeit für den neuen Schwarzwaldbahn-Erlebnispfad und die Eröffnung am heutigen Tag. Allerdings werden wir später feststellen, dass mit dem Werbefoto etwas nicht stimmt, denn die Aussichtsplattform hat in der Realität ein anderes Aussehen.
Die Fahrt vom Bodensee durch den Hegau und entlang der Donau in den Schwarzwald verläuft angenehm und ohne besondere Vorkommnisse, zwischen Singen und Engen verlassen wir den Bodenseenebel und genießen die Morgensonne. Nur schade, dass kein Catering im Zug unterwegs ist, ein Kaffee wäre jetzt schön.
Pünktlich um 9.17 Uhr erreichen wir Triberg. Die offizielle Eröffnung des Erlebnispfades mit Musik und Ansprachen ist erst um 10.30 Uhr – wir können den Pfad also noch vor dem großen Rummel in aller Ruhe anschauen.
Rund um den Bahnhof laufen noch die Aufbauarbeiten und die Vorbereitungen für den Festakt, schließlich werden Verkehrsminister und Landrat erwartet.
Der Schwarzwaldbahn-Erlebnispfad ist ein Bahnwanderweg mit insgesamt 16 Stationen, der sich in zwei Touren gliedert. Beide Routen sind etwa 6 Kilometer lang mit einer Gehzeit von je 2 Stunden. Man kann die Touren einzeln gehen oder miteinander verbinden. Mehr zum Erlebnispfad unter www.schwarzwaldbahn-erlebnispfad.de. Wir entscheiden uns für den „Unteren Erlebnisweg“ mit den Stationen 1 bis 7. Station 1 ist hier der Bahnhof Triberg mit der Denkmallokomotive 50 245.
Dann beginnen wir die Wanderung direkt an den Gleisen. Wie man sieht, wurde hier bis kurz vor der Eröffnung noch gearbeitet, auch unterwegs werden uns noch Handwerker begegnen.
Nachdem wir das Bahnhofsgelände verlassen haben, führt der Pfad bergabwärts entlang des Göttlerwegs zum unteren Dreibahnenblick.
Unterwegs gibt es immer wieder Infotafeln und Wegweiser. Dieses Exemplar ist nicht zu übersehen, bei den kleineren Wegweisern ist die Tarnfarbe braun vielleicht nicht so glücklich gewählt.
Wir haben Station 2 erreicht. Neben dem Dreibahnenblick geht es hier um das Thema Tunnelbau, der nicht nur mit Bildern und Grafiken veranschaulicht wird, sondern auch mit einer Kipplore.
Jetzt geht es hinab zur weltgrößten Kuckucksuhr und dann recht steil bergan hinauf zur Station 3.
Oben angekommen erwartet uns eine Einführung in das Thema Schienen und Schwellen.
Jetzt ist es nicht mehr weit zur Station 4, dem Vierbahnenblick. Eine Plattform ragt über den Fels hinaus und eröffnet einen vierfachen Blick auf die Schwarzwaldbahn. In der Lokalpresse wurde der Steg mit dem Grand Canyon verglichen – das ist vielleicht etwas übertrieben, trotzdem gibt es hier einen tollen Ausblick.
Ich bin sicher kein Fuzzy oder Trainspotter und habe als einzigen Fahrplan im Kopf, wann wir für die Weiterfahrt wieder am Bahnhof von Triberg sein müssen. Dass nun gerade der IC 2006 von Konstanz nach Dortmund vorbeikommt, ist ein reiner Zufallstreffer. Gut, dafür erwische ich ihn auch nur von hinten.
Wir könnten jetzt im oder besser auf dem Wartesaal Platz nehmen und auf den nächsten Zug warten, stattdessen wollen wir aber gleich weiter zur nächsten Station.
Am Gremmelsbacher Tunnel bei Station 5 geht es um das Hören. Am Fernsprecher kann man auf Knopfdruck verschiedenen Bahngeräuschen lauschen.
Ebenso gehört auch die Plattform noch zu Station 5, hier gibt es den echten Sound vorbeifahrender Züge. Anschließend führt der Pfad noch ein Stück höher hinauf.
Der Obere Dreibahnenblick ist Station 6. Auch hier wieder eine Plattform mit einem tollen Ausblick auf die Schwarzwaldlandschaft und die Bahnstrecke. Das Metallband am Boden verdeutlicht den Streckenverlauf.
Unterhalb der Bildmitte ist die Aussichtsplattform von Station 4 zu sehen, dort waren wir vorhin.
Ja, ich weiß, wieder nur von hinten. Ein Zug der Schwarzwaldbahn auf der Fahrt zum Bodensee (ich bin gerade zu faul um zu recherchieren, ob der Zug jetzt nach Konstanz oder Kreuzlingen fährt).
Das da unten ist die Rückseite der weltgrößten Kuckucksuhr, in der Bildmitte ist Station 2 (die mit der Kipplore).
Noch ein letzter Blick auf dieser Talseite, dann verschwindet der Pfad im Wald und führt uns zurück an den Bahnhof von Triberg.
Die letzte Station auf unserer Tour ist das Denkmal für Robert Gerwig, den Erbauer der Schwarzwaldbahn. Das Denkmal ist schon etwas älter als der Erlebnispfad, es stammt aus dem Jahr 1887.
Als wir wieder am Bahnhof von Triberg eintreffen, läuft das Festprogramm noch. Es gibt leckere Schwarzwälder Kirschtorte – da greifen wir gerne zu, zumal wir uns diese Stärkung im Gegensatz zu den anderen Festgästen mit der Wanderung schon verdient haben. Im Bahnhofsgebäude selbst gibt es noch eine Dauerausstellung zur Geschichte der Schwarzwaldbahn sowie ein Bahnkino.
Es geht gleich weiter...
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