Mal ne grundsätzliche Frage zum Thema Sicherheit (Allgemeines Forum)

ice_pendler, Sonntag, 30.09.2012, 10:50 (vor 4936 Tagen)

Hallo,

in der letzten Woche kam es zu einem Unfall zwischen einem Schnellzug und eine Laster am Bahnübergang in Italien.

Hier ist ein ausfürlicher Bericht:
Bericht (italienisch)
Bericht (Google-Übersetzt in Deutsch)

Nun habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, und möchte die Sicherheitssysteme besser kennen lernen.

Der Zug hat ja einen Notfall-Anhalteweg von c. 1,8km. Das bedeutet, dass der Lokführer etwa eine Minute Zeit hat bis zum Aufprall.
Frage: Muss er solange die Bremse gedrückt halten oder drückt er einen Knopf und kann "gemütlich" im Zug nach hinten gehen während die Notbremsung ausgeführt wird?

Im Bericht wird erwähnt, der Lastwagenfahrer hätte den Unfall vermeiden können, wenn er ein Notsignal am Bahnübergang betätigt hätte. Gibt es das auch in Deutschland und wie sieht das aus? Hat da jemand einen Ansatzpunkt?


Würde mich freuen, wenn mir jemand auf die Sprünge helfen könnte....

BÜ Notsignal

sflori, Sonntag, 30.09.2012, 12:19 (vor 4936 Tagen) @ ice_pendler

Frage: Muss er solange die Bremse gedrückt halten oder drückt er einen Knopf und kann [...] im Zug nach hinten gehen während die Notbremsung ausgeführt wird?

Letzteres.

Im Bericht wird erwähnt, der Lastwagenfahrer hätte den Unfall vermeiden können, wenn er ein Notsignal am Bahnübergang betätigt hätte. Gibt es das auch in Deutschland und wie sieht das aus?

Nein, gibts nicht.

Hat da jemand einen Ansatzpunkt?

Ich finde die Idee gut! :) Wie üblich ists halt eine Frage von Aufwand, Nutzen und Missbrauchsgefahr.

Bei Vollschranken-BÜs fährt der Zug eh nur, wenn der BÜ frei ist. Aber bei Halbschranken-BÜs könnte man ja mal so einen Knopf installieren. Merkt man (bei noch geöffneten Schranken), dass die Gleise blockiert sind, könnte man Alarm auslösen und das Einschalten des BÜs unterdrücken. Der Zug würde dann davor anhalten. Technisch wohl kein Problem. Strom ist eh da und die Signalansteuerung ist auch vorhanden.


Bye. Flo.

BÜ Notsignal

Fabian318, Münster i. W., Sonntag, 30.09.2012, 16:23 (vor 4936 Tagen) @ sflori

Bei Vollschranken-BÜs fährt der Zug eh nur, wenn der BÜ frei ist. Aber bei Halbschranken-BÜs könnte man ja mal so einen Knopf installieren. Merkt man (bei noch geöffneten Schranken), dass die Gleise blockiert sind, könnte man Alarm auslösen und das Einschalten des BÜs unterdrücken. Der Zug würde dann davor anhalten. Technisch wohl kein Problem. Strom ist eh da und die Signalansteuerung ist auch vorhanden.

Also bei fernüberwachten Bahnübergängen (wohl die Regel auf Hauptstrecken außerhalb von Bahnhöfen) muss der Weg vom Einschaltpunkt zum Bahnübergang nicht dem Bremsweg entsprechen, ein Überwachungssignal für den Lokführer gibt es nicht.

Mal ne grundsätzliche Frage zum Thema Sicherheit

Eisenacher, Sonntag, 30.09.2012, 18:27 (vor 4936 Tagen) @ ice_pendler

In Deutschland sind die Übergänge radarüberwacht.

Radarüberwachung? - nur teilweise!

Holger_HAM, Hamm (Westfalen), Sonntag, 30.09.2012, 18:57 (vor 4936 Tagen) @ Eisenacher

Hallo,

In Deutschland sind die Übergänge radarüberwacht.

aber nur ein Teil.

--
Viele Grüße aus Hamm in Westfalen,
Holger
***
Der bahn.kommfort-Briefkasten. Auch vor Ihrer Haustür!
[image]

BÜ Notsignal

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Montag, 01.10.2012, 00:15 (vor 4936 Tagen) @ Fabian318

Also bei fernüberwachten Bahnübergängen (wohl die Regel auf Hauptstrecken außerhalb von Bahnhöfen) muss der Weg vom Einschaltpunkt zum Bahnübergang nicht dem Bremsweg entsprechen, ein Überwachungssignal für den Lokführer gibt es nicht.

Bei Fernüberwachten BÜ ist der Fdl verantwortlich. Bei Störungen erhält der Tf den Befehl Nr. 8 zum Halt vor dem BÜ, Weiterfahrt wenn BÜ (z.B. durch betätigen der HET) gesichert ist. Bei Signal gesteuerten BÜ zusätzlich Befehl Nr. 2 (Vorbeifahrt an Halt zeigenden Signal.
Bei Zuggesteuerten BÜ gibt es diese Überwachungssignale (ÜS) mit ausreichendem Bremsweg. Ein nicht leuchtendes ÜS hat die gleiche Bedeutung wie Befehl Nr. 8.
Wenn der Zug zwischen ÜS und BÜ gehalten hat, muss er vor dem BÜ nochmal halten, weil der BÜ wegen Zeitüberschreitung möglicherweise wieder offen sein könnte. Das ist besonders bei dicht aufeinanferfolgenden BÜ sehr ärgerlich, wenn der erste BÜ gesichert werden musste und der Zug dadurch je nach Örtlichkeit vor den drei, vier oder noch mehr folgenden BÜ ebenfalls halten muss. So kann ein defekter BÜ gut und gerne mehr als 15 Minuten Verspätung verursachen.

Wenn ein Straßenfahrzeug bei gesichertem BÜ dennoch im Gleisbereich fährt/steht, leitet der Tf eine Schnellbremsung ein. Diese bleibt bestehen, wenn der Tf dann nach hinten flüchtet, bzw. der Zug würde dann ohnehin durch die Sifa zwangsgebremst werden.

--
Dieser Beitrag gibt (sofern nicht anders gekennzeichnet) allein die Meinung der Verfasserin wieder
MET - Der beste Zug den es je gab
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BÜ Notsignal

Fabian318, Münster i. W., Montag, 01.10.2012, 04:31 (vor 4935 Tagen) @ 218 466-1

Bei Zuggesteuerten BÜ gibt es diese Überwachungssignale (ÜS) mit ausreichendem Bremsweg. Ein nicht leuchtendes ÜS hat die gleiche Bedeutung wie Befehl Nr. 8.

Du meinst bei den lokführerüberwachten BÜ. ;) Denn zuggesteuert sind die fernüberwachten auch.

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