Vor dem Umbau: Augsburg Hbf (40 Bilder) (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Samstag, 29.09.2012, 22:12 (vor 4922 Tagen)

Grüß Gott!


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1 Ein wenig verschwurbelt mutet es an, aber die Besonderheit von Augsburgs Hauptbahnhofsempfangsgebäude für die deutsche Eisenbahngeschichte läßt sich einfacher nicht ausdrücken.


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Augsburg also, die Metropole des bayrischen Schwabenlandes. Gelegen dort, wo die Eisenbahnmagistrale Paris - Plochingen - Prien - Preßburg den Lech kreuzt. Ein Bahnhof, der vor großen Veränderungen steht. Veränderungen so groß, daß der Chronist während des gut einstündigen Aufenthaltes des Zuges nach Klagenfurt am Kuchener Friedhof sich spontan entschloß, nicht wie geplant in Ulm auszusteigen, sondern gleich bis Augsburg weiterzureisen, um den Zustand des Bahnhofs vor dem großen Umbau zu dokumentieren. Im Rahmen des Projektes „Mobilitätsdrehscheibe Augsburg”, das u.a. auch die völlige Umgestaltung der zentralen Straßenbahnhaltestelle beinhaltet, soll der Bahnhof umgebaut, modernisiert, mit einem weiteren Bahnsteig und einem Straßenbahntunnel nebst unter dem Bahnhof gelegener Haltestelle versehen werden. Die ersten Baumaßnahmen im Bahnhofsbereich haben noch keine Auswirkungen auf den Bahnhof an sich, sind auf den Aufnahmen daher nicht zu sehen.

Gehen wir zurück ins fünfte Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts. Schon 1840 erhielt Augsburg Eisenbahnanschluß, aus München. Der damalige Bahnhof lag anderswo (am Roten Tor) und wurde schon 1846 abgelöst, als die Privatbahn verstaatlicht und der heutige Bahnhof in Betrieb genommen wurde. Sein Empfangsgebäude dient noch heute dem ursprünglichen Zweck. Seit 1854 ist die weitere Strecke nach Ulm durchgehend befahrbar.

1847 kamen die Strecke nach Donauwörth (heute weiter nach München) und die Strecke nach Kaufbeuren (weiter gen Kempten - Lindau) hinzu, diese im Rahmen der Ludwig-Süd-Nord-Bahn, die auf mehr oder minder verschlungenen Pfaden von Süden nach Norden durch Ludwigs Reich führt.

1875 kam die heutige Paartalbahn nach Ingolstadt dazu, 1903 die Bahnstrecke nach Welden. Diese teilt das Schicksal vieler spät eröffneter Strecken, die Stillegung: 1986 war Schluß.


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Wie es sich für einen größeren Hauptbahnhof gehört, verzichte ich auf eine Einzeldarstellung der ihn bedienenden Verbindungen. Besonders zu erwähnen ist die Bayerische Regiobahn, die Regionalzüge nach Ingolstadt, Oberhausen und über Weilheim nach Schongau fährt. Der restliche Regionalverkehr liegt in der Hand der Deutschen Bahn, eingesetzt wird ein Querschnitt der Produktion der deutschen Schienenfahrzeugindustrie der vergangenen Jahrzehnte, teils oberleitungspflichtig, vor allem gen nicht.

Der Fernverkehr bedient hauptsächlich die Ost-West-Achse. Eher unregelmäßig bestehen Verbindungen gen Nürnberg und Würzburg und weiter gen Norden. Hervorheben möchte ich die tägliche TGV-Verbindung nach München und nach Paris, sowie einen der letzten Urlauberfernzüge, den gut bekannten IC 2082/2083 „Königssee”, Hamburg - Berchtesgaden mit seinen Kurswagen, die als IC 2084/2085 „Nebelhorn” zwischen Augsburg und der Metropole am Fuße des Nebelhorns, Oberstdorf (übrigens eine nette Gegend da unten, wenn man Berge mag), eigenständig verkehren.


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2 Unser erster Blick gilt dem Empfangsgebäude.


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3 Die "etwa 50 Minuten Verspätung" meines Zuges wurden vom Fahrgastrechtecenter als eine Stunde anerkannt.


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4 Ungespiegelt: 648 723 „Peißenberg” der Bayerischen Regiobahn wird in Kürze nach Friedberg fahren, neun Minuten entfernt. Er steht auf einem der diversen Kopfgleise.


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5 6 A-Würfel-Variationen.


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7 Wir wechseln den Bahnsteig, nehmen dafür den östlichen Personentunnel.


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8 So sieht er von innen aus.


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9 Unterwegs zwischen München und Berlin.


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10 Kein guter Tag: Auch 120 130 war mit einer Menge Arbeit fürs Fahrgastrechtebüro unterwegs, da der „Königssee” ebenfalls eine Stunde hinter seinem Fahrplan unterwegs war. In Nebenrollen zwei Fuggerexpresse, der Berliner ICE und die Friedberger BRB.


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11 Gewitterstimmung über der Ausfahrt gen München und Allgäu.


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12 Der um den „Nebelhorn” erleichterte „Königssee” fährt aus. Hinten die Diesellok steht in Lauerstellung.
Mal wieder quetschte sich ein herabhängender Lautsprecher ins Bild, ganz schön vorlaut, diese Dinger.


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13 Die Bahnsteige sind zweckmäßig, aber nicht unbedingt schön. Links neben dem rechten Fugger der „Nebelhorn”.


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14 Die Zugzielanzeigerkosmetiker waren am Stumpfgleis 501 zu Gange.


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15 Nebenan hat 218 434 ihre Chance genutzt und setzt an den „Nebelhorn”, zum Zeitpunkt der Aufnahme 55 Minuten verspätet.


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16 Zeit, das wunderschöne Stellwerk zu betrachten.


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17 Unsymmetrischer Treppenabgang.


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18 Nix für uns.


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19 Blick zurück. Der Fugger-Expreß aus München ist mittlerweile halbiert, der „Nebelhorn” komplett.


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20 37030 und 185 546 sowie 101 064 und Riegele. [image]
Man beachte den schönen Oberleitungsmast rechts, aber bitte nicht, daß ich ihn kurz vorm Schluß abgesäbelt habe.


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21 Brauchen wir das Bild? Ich glaube nicht.


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22 218 434 steht immer noch da. Da Loks im Gegensatz zu Menschen auch im Süden Deutschlands so klingen wie hier in den nördlicheren Gefilden, hören wir der Abfahrt nicht zu sondern begeben uns gen Bahnhofsplatz.


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23 Der Personentunnel. Die Rechtschreibung der Hotelreklame kommentiere ich mal lieber nicht.


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24 Verbaut wirkt er, der Hausbahnsteig.


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25 Innen im Empfangsgebäude.


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26 Augsburg soll eine nette Innenstadt haben. Demnach liegt die Bahnhofsumgebung nicht in der Innenstadt.


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27 Reicht für das Meereslebewesen rechts vom Werbespruch wirklich eine Angel?


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28 Das Bahnhofsgebäude.


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29 Die Straßenbahn setzt teilweise Dreiachser ein. Wegen Bauarbeiten sind zwei Linienäste außer Betrieb.


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30 Regionalbusse.


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31 Nochmal das Empfangsgebäude. Die Laterne von eben diesmal links.


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32 Auch das ist der Hausbahnsteig.


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33 Der Südausgang.


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34 Der Bahnhofsplatz vom Südausgang gesehen.


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35 Einladend?


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36 Hinterm Personen- der Güterbahnhof.


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37 Mehrfachbelegung der Bahnsteige ist möglich.


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38 Hinter dem Diensttunnel versteckt sich noch ein Kopfgleis.


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39 Als Vertreter der Kneipp-Lechfeld-Bahn 642 088.


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40 Auch ich sollte in Kürze dem Fugger-Expreß nach München entgegen streben. Der endete jedoch wegen einer Streckensperrung in Nannhofen. So weiß ich jetzt, daß man im Münchener Verkehrsverbund für eine 20-Minuten-Busfahrt 5 Euro bezahlen kann.


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Nächstes Mal sind wir wohl in Nordrhein-Westfalen zu Gast. Laßt euch überraschen!


Viele Grüße, Sören


PS: Beim letzten Mal kündigte ich Aschaffenburg an. Das war ein Fehler.

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