? zu Problemen durch umgekehrte Wagenreihung (Reiseberichte)
Moin zusammen,
anbei mal ein Reisebericht von meiner gestrigen Fahrt von Dresden nach Aachen samt offenen Fragen zum Betriebsablauf.
Geplant war die folgende Fahrt von Dresden nach Aachen:
Dresden Hbf ab: 15.54 Uhr ICE 1554
Frankfurt Flug an: 20.55 Uhr
Frankfurt Flug ab: 21.09 Uhr ICE 512
Köln Hbf an: 22.05 Uhr
Köln Hbf ab: 22.15 Uhr RE 10140
Aachen Hbf an: 23.07 Uhr
Eigentlich die beste Verbindung, die man auf dieser Strecke bekommen kann, leider nicht ganz ohne Risiken, wie sich auch letzten Sonntag wieder zeigte.
Schon bei der Bereitstellung des ICE 1554/1594 sah ich mit Verwunderung, dass sich der 7-teilige Zugteil vorne befand und erst dahinter der 5-Teiler kam. "Bezettelt" waren die Teile allerdings korrekt, also 7-Teiler als 1594 nach Saarbrücken und der hintere nach Wiesbaden.
Dem kundigen Bahnfahrer wird hier natürlich sofort klar, dass das in Frankfurt Hbf nicht gutgehen kann - der 1594 fährt planmäßig 12 Minuten nach dem 1554 ab, parkt ihn also ein.
Fast schon typischerweise war an der Anzeige nichts von einer umgekehrten Wagenreihung zu lesen. Da auch in Neustadt noch Reisende schnaufend in den Wagen stiegen, gehe ich davon aus, dass es hier nicht anders war.
Im Zug die ganz normalen Durchsagen, ohne Hinweise auf Abweichungen.
Bei der Fahrkartenkontrolle fragte ich dann die Schaffnerin, wie man denn vorhabe, in Frankfurt zu verfahren. Sie winkte ab und sagte, sie wisse das nicht und fährt nur bis Leipzig, ich solle dann nochmal die folgende Schicht fragen.
Hinter Leipzig also erneut Fahrkartenkontrolle und ich stellte die gleiche Frage. Wieder kam die Antwort, in Erfurt wechsele das Personal, sie wisse dazu im Moment nichts.
Hinter Eisenach probierte ich es erneut. Diesmal wusste der Zub Bescheid und sagte mir, die Abfahrt nach Wiesbaden wäre wohl erst 20.58 Uhr, also 16 Minuten später. Über die Lautsprecher wurde dazu allerdings noch nichts verkündet.
Ich hatte unterwegs mit meinem Handy noch schnell nach Alternativen gesucht. Der ICE 528, der an diesem Tag wegen der Bauarbeiten auf der KRM in Frankfurt noch erreicht worden wäre und rechtzeitig in Deutz angekommen wäre, hatte leider +25 und hielt statt Frankfurt Hbf am Südbahnhof. Also keine Alternative.
Da ich bei Betriebsabweichungen in der Regel kein Vertrauen in die internen Prognosen der DB habe, entschied ich mich kurzfristig, vom Hbf zum Flug-Regionalbahnhof mit der S8 zu fahren. Gut wars, denn der 512 hat den (dann laut mobileBahn +19 verspäteten 1554 *sic!*) nicht abgewartet.
Noch ärgerlicher war es aber sicherlich für die Reisenden Richtung Koblenz und Bonn ab Mainz. Ich habe nicht nachgeschaut, ob der Anschluss gewährt wurde, aber wenn hätte der 2210 ja einige Zeit warten müssen.
Insgesamt leider nach langer Zeit mal wieder ein dilettantischer Tag bei der Bahn.
Aus meiner Sicht hätte es vor allem 4 Alternativen gegeben. Wie bewertet ihr diese auf Durchführbarkeit?
- Die Vorleistung des ICE 1554 ist ja der ICE 1747 vom Samstagabend. Der ICE 1594 kommt 110 Minuten vor Abfahrt als ICE 1597 aus Frankfurt rein und hatte am Sonntag keine außergewöhnlich hohe Verspätung. Wieso ist es bei solch langen Wendezeiten nicht möglich, den Zug richtig zu reihen? Hatte der 5-teilige Zug eine Störung, sodass er nicht an der Spitze fahren konnte? Zur Not hätte man doch noch nach der Ankunft des 1597 in Dresden genug Zeit gehabt, die beiden Zugteile richtig zu rangieren. Personal ist ja für die Prag-ECs sowieso vor Ort.
- Man hätte noch vor Abfahrt in Dresden die Zugteile umbenennen können, damit die Reihenfolge wieder stimmt. Dann wäre der 5-teiler nach Saarbrücken und der 7-teiler nach Wiesbaden gefahren. Ist natürlich ärgerlich für Fahrgäste mit Reservierungen und die Umlaufpläne geraten auch ein wenig durcheinander, aber die Züge sind zumindest nicht zu spät.
- Man hätte die Züge in Hanau (oder im Frankfurter Gleisvorfeld, wobei das eher schwierig werden könnte) trennen können und dann einzeln nach Frankfurt Hbf auf separate Gleise fahren können. Dann hätte der eine nicht den anderen zugestellt. Der Tf hätte natürlich nach Hanau kommen müssen, aber mit gewisser Vorlaufzeit (das Problem war ja schon Stunden vorher bekannt), hätte man das doch regeln können. Das Entkuppeln in Hanau dauert sicher nicht lange und von dort gibt es ja sogar 2 Routen zum Hbf.
- Man hätte für den ICE 1554 einen Ersatzzug am gegenüberliegenden Gleis bereit stellen können, der pünktlich nach Wiesbaden abfährt. Einen 5-teiligen ICE umsteigen zu lassen, dauert ja nun nicht ewig und für die kurze Reststrecke hätte man sicher auf Reservierungsanzeigen und "gastronomischen Service mit reichhaltigem Angebot an Speisen und Getränken" verzichten können.
Stattdessen macht die Bahn aber einfach nichts und sitzt das Problem aus. Es mag cholerisch klingen, so einen Aufstand wegen 15 oder 20 Minuten Verspätung zu fordern. Aber es geht hier ja um wichtige Anschlüsse Richtung Köln, Düsseldorf und Münster (sicher nicht die letzten am Tag, aber es war schon recht spät) und nach Koblenz, Trier, Bonn, etc.
Außerdem gab es (ausnahmsweise) mal genug zeitlichen Vorlauf, um in Ruhe disponieren zu können und der Aufwand wäre ja nun recht beschränkt gewesen.
Nun ja, dieser nun doch etwas längere Reisebericht kann ja mal Anstoß zu einer Diskussion sein.
Grüße in die Runde,
Eingleisigkeit
PS: Ich kam letztlich doch mit +30 in Aachen an, weil der RE 1 zu spät war. Schon vor Köln. Weiß jemand, was den Zug konkret aufgehalten hat? Ich führe Verspätungsstatistik über meine Fahrten und bin deshalb an den wahren Verspätungsursachen interessiert. Schonmal vorab Danke :)