Stuttgart Hbf, Teil 1 (49 Bilder), Abschnitt I (Reiseberichte)
Moin!
Seitdem es ernst wird mit dem Umbau der Eisenbahnanlagen im Raum Stuttgart, kann der Hauptbahnhof der baden-württembergischen Hauptstadt wohl als Deutschlands bekanntester bezeichnet werden. Die Auseinandersetzungen gingen und gehen bundesweit und darüber hinaus durch die Medien.
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0 Einfahrt Stuttgart Hbf, 22. August 2012.
Stuttgart erhielt 1846 Eisenbahnanschluß. Der Kopfbahnhof wurde als Durchgangsbahnhof betrieben, indem die Züge der Relation Cannstatt - Stuttgart - Feuerbach hier nur die Fahrtrichtung wechselten und dann gleich weiterfuhren; ursprünglich sollte die Metropole am Nesenbach gar nur durch eine Stichstrecke aus Cannstatt erschlossen werden. In den 1860er Jahren wurde an derselben Stelle ein neues Empfangsgebäude errichtet. Der Portikus desselben ist erhalten. Er befindet sich ein paar Blöcke vom Bahnhof weg, in ein moderneres Bauwerk integriert (Bolzstr. Ecke Lautenschlagerstr.).
1 Der in den 1860er Jahren errichtete Portikus des zweiten Stuttgarter Bahnhofsgebäudes.
Schon bald zeigte sich auch dieser zweite Bahnhof dem stetig steigenden Verkehr nicht mehr gewachsen, ein größerer Bahnhof mußte her. Auch ein Abzug des Güterverkehrs brachte nur zeitweise Entlastung. Vier echte und zwei provisorische Bahnsteiggleise waren einfach zu wenig.
Von drei Standortvarianten schied eine schon recht bald aus, so daß die Entscheidung zwischen dem bisherigen und dem heutigen Bahnhofsstandort fallen mußte. Zunächst sah es nach dem alten Standort, direkt in der Stadtmitte gelegen, aus. Allerdings veranlaßte Wilhelm II., der letzte König Württembergs, durch kritische Worte neue Untersuchungen. Diese ergaben einen Vorteil und geringere Kosten für den heutigen Standort, der dann auch 1907 beschlossen wurde. Für die Verwirklichung waren umfangreiche Bauarbeiten erforderlich.
Der Weltkrieg verzögerte die Bauarbeiten; das Empfangsgebäude (Architekten Paul Bonatz und Friedrich Eugen Scholer) und die Gleise wurden in drei Etappen, von Süden beginnend, zwischen 1922 und 1927 in Betrieb genommen, anfänglich mußte ja der Verkehr zum bisherigen Bahnhof den neuen Bahnhof durchqueren. 1928/1929 wurden die Bauarbeiten beendet, die Anlagen des neuen Hauptbahnhofs waren vollständig in Betrieb. Eine Besonderheit gegenüber anderen Kopfbahnhöfen ist die Möglichkeit, durch Errichtung eines Kreuzungsbauwerks, Tunnelgebirge genannt, zahlreiche niveaufreie Kreuzungen zu ermöglichen. Hierdurch behindern sich Zugbewegungen nicht gegenseitig. Schon bald waren wieder Bauarbeiter zu sehen, 1933 wurde der elektrische Betrieb aufgenommen.
2 Der Stuttgarter Hauptbahnhof im Talkessel (unter dem linken der vier Hochhäuser). Das Bild entstand am Santiago-de-Chile-Platz (Haltestelle Haigst der Zahnradbahn).
Kriegszerstörungen wurden beseitigt, 1949 war wieder normaler Betrieb möglich. 1978 wurde die Stuttgarter S-Bahn eröffnet. Wie auch in anderen Städten entschied man sich für einen Innenstadttunnel mit einer unterirdischen Durchgangsstation am Hauptbahnhof. Im Zusammenhang mit dem S-Bahn-Bau wurde 1977 ein modernes Zentralstellwerk in Betrieb genommen.
Die Informationen zur Bahnhofsgeschichte habe ich dem Buch Stuttgart Hauptbahnhof: Monument der Verkehrstechnik; 90 Jahre von 1922 bis 2012 von Andreas W. Räntzsch (Göppingen 2012) entnommen.
Im Bau befindet sich unter dem Namen Stuttgart 21 ein umstrittenes Projekt, bei dem der Kopf- durch einen unterirdischen Durchgangsbahnhof, ungefähr um 90° gedreht, ersetzt werden soll. Der Kopfteil des derzeitigen Empfangsgebäudes wird dabei seine Funktion behalten, die beiden Flügelbauten sind mittlerweile abgerissen.
Den Nordflügel kenne ich nicht, vom Südflügel habe ich nur Aufnahmen vom Bahnhofsturm.
3 Am 17. August 2011 stand der Südflügel noch. Die angrenzende Straße war gesperrt und bewacht.
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Fernverkehr gibt es jede Menge, besonders hervorzuheben sind die IC-Züge nach Zürich, die mit schweizer Wagen gefahren werden, sowie einzelne Züge mit ÖBB-Wagen. Und da ich dazu neige, Frankreich zu vergessen, natürlich auch die TGVs nach Paris.
Der Regionalverkehr ist (noch?) fest in der Hand der DB, für einen Norddeutschen wie mich ist es verwunderlich, Rotlinge auch außerhalb des Berufsverkehrs in größerer Zahl anzutreffen. Eine detaillierte Auflistung erspare ich mir. Die S-Bahn wurde oben erwähnt, auch die Stadtbahnen der örtlichen Verkehrsbetriebe haben eine unterirdische Haltestelle. Diese liegt parallel zum Querbahnsteig.
Nun begeben wir uns auf einen Rundgang durch den Bahnhof. Zunächst gehen wir außen um den Bahnhof herum, über die unterirdischen Teile kommen wir zu den Bahnsteigen. Anschließend schauen wir und die Kopfbahnsteighalle an und zum Schluß geht es auf den Turm. Wir beginnen aber in der Innenstadt.
Da der Beitrag ansonsten viel zu lang wird (zu lang ist er ohnehin), gibt es dieses Bahnhofsportrait in zwei Teilen. Der zweite folgt später am Tag als eigene Diskussion.
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5 Im Zentrum Stuttgarts, sehr dicht am erhaltenen Bahnhofsportikus, der Schloßplatz.
6 In der Königstraße vorne rechts der Zweitdom des katholischen Bistums, im Hintergrund ist schon der Bahnhofsturm zu sehen.
7 Eine unterirdische Passage führt zum Bahnhof, dort unten befindet sich auch die Stadtbahnstation.
Wir aber bleiben auf Straßenniveau.
8 Diese Blumenkugel mußte unbedingt mit aufs Bild.
Wir begeben uns nun zur Südseite des Bahnhofsgebäudes.
9 Das Empfangsgebäude von Südosten. Rechts vom Turm schloß sich der Südflügel an.
10 Der ehemalige Südflügel, durch den Bauzaun gesehen.
11 Blaue Leitungen vor dem Südflügel.
12 Ein Zugang zur Arnulf-Klett-Passage.
13 Kein Zugang zum Bahnhof.
14 Das Bahnhofsgebäude etwa von Süden. Ein offizieller Übergang über die Straße besteht nicht.
15 Der Eingang zur Großen Schalterhalle. Neben den Eingangstüren links und rechts zwei Steintafeln, die an die Bauherrinnen (Königlich) Württembergische Staatsbahn und Deutsche Reichsbahn erinnern. Oben das Flügelrad. Der Turm ist aus dieser Perspektive kaum zu sehen.
16 Ein Blick auf die stadtseitige Fassade. Die Mahnwache der Stuttgart21-Gegener befindet sich mittlerweile hier, nachdem der ehemalige Standort am Nordeingang nicht mehr existiert.
17 Im Norden beschließt die Kleine Schalterhalle (hier wurde einst der Vorortverkehr abgewickelt) die Westfassade. Auch hier ein Zugang zur Klettpassage.
18 Leider im Gegenlicht dieser Blick auf den Bahnhof von der Nordostecke.
19 Vor dem Nordeingang im Sommer 2012 eine große Baugrube.
20 Im Jahr 2011 wurde der Bauzaun am Nordeingang von Protestbekundungen fast völlig in Beschlag genommen.
21 So zeigte sich damals der Nordflügel.
22 Jenseits der Straße das Gebäude der ehemaligen Bundesbahndirektion.
23 Da der alte Nordausgang nicht mehr verwendbar ist, wurde seitlich aus der Bahnsteighalle heraus ein neuer geschaffen.
24 Folgen wir dem Wegweiser!
Fortsetzung folgt.
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